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Hey ihr Lieben...
ich war vor einigen Jahren schon hier, berichtete über meine Ängste...
alles Begann 2002 mit starken Ängsten vor Krankheiten..später Herzneurose. War 2x 1 Jahr in Therapie. Letztes mal Anfang 2008 mit progressiver Muskelentspannung. Ich habe es selbst gut mit dem Buch "Ängste verstehen und überwinden" von Dr. Doris Wolf bewältigt. Als ich März 2009 erfuhr das ich schwanger bin, war dann lange Zeit Ruhe! Mein Kind ist nun 2,75 Jahre alt und seit einem halben Jahr mache ich mir mehr Gedanken. Sie kamen schleichend.

Nun seit 1-2 Monaten habe ich immer mehr übers sterben nachgedacht. Ich lag manchmal neben meinem schlafenden Kind,dachte darüber nach, was wäre, wenn ihr was zustößt..was, wenn mir was passiert. Wie sie ohne mich klarkämen.. wie sie das verarbeiten würde.. ich saß da und weinte nur in Anbetracht dieser Gedanken.
Dann dachte ich immer tiefsinniger übers Sterben nach. Ein Gefühl der Panik stieg in mir hoch..eine seltsame Angst...ich fühlte mich Ohnmächtig, Hilflos, wie im Alptraum, wusste und weiß aber, es ist kein Traum, es ist die Realitität. und ob man will oder nicht, irg.wann wird man nicht mehr sein.
Der Gedanke macht mich alle!! Ich habe Angst nicht alt zu werden.. meine Familie nicht mehr zu sehen.. ich stelle es mir dunkel vor und kalt. Ansich quatsch weil man sicher eh nix mehr spürt und keine Gefühle mehr empfindet.
Ich versteh es einfach nicht, dass man jetzt ist, sein Leben lebt, viell. nur das Eine, und irg.wann soll alles vorbei sein... Die Frage ist wie, wann, wo.. gut, viell. ganz schön, dass man das ni weiß. Aber diese Ungewissheit macht mich derzeit rasend. Klar wäre es schlimm, wenn jeder unsterblich wäre. Eigentlich eine Katastrophe, die Überbevölkerung wäre schon in paar Monaten erreicht. Ich hoffe immer, ich werde steinalt und gewinne später ein anderes Denken darüber...
Ich will mein LEben einfach genießen können. Nur wie?
Ich grübel derzeit täglich darüber nach, ich habe wieder nächtliche Attacken, wache vorm Einschlafen auf mit Herzrasen und dieser inneren krassen Angst - weil ich weiß, es ist unausweichlich! Irg.wann gehen wir alle... Ich weiß, vorher war man nicht da, die Erde drehte sich ohne uns. Nachher wirds genauso sein. Nur nicht mehr zu sein? Dieser Gedanke schnürt mir die Kehle zu.
Ich habe seit 2 Tagen nur noch diese Gedanken, ich wache so auf, und schlafe so ein. Sie kontrollieren mich wieder. ich habe das Gefühl durchzudrehen.

meine Angehörigen sagen, ich soll mein Leben genießen, ich könne es eh ni ändern. Klar, sie haben recht. Ich lese grad ein buddhistisches Buch. Im Glauben, liegt Hoffnung. aber ob ich es annehme - keine Ahnung. Das ändert nix an der Tatsache das man irg.wann seine geliebten Menschen nicht mehr um sich hat.

Bin nur 1x damit konfrontiert wurden - vor 18 jahren starb mein opi, hatte allerdings kaum bindung zu ihm. Aber sonst? Ich habe Angst das meine Familie irg.wann nicht mehr ist....ihnen was passiert. und ich sage mir (ich bin nun fast 30) was sind 30-40 jahre... die sind so schnell weg. oder viell. nur paar Jahre? Ich will nicht einfach nicht mehr sein. Ich will es nicht.

Ja, man sollte froh sein überhaupt auf der Welt zu sein. Jeden Moment genießen. Aber warum ist man, wenn man irg.wann zur Vergangenheit wird??

Ich habe panische Angst vor dem Ungewissen - ich denke, das hat jeder, die Meisten verdrängen es....

Wie kann ich wieder Leben ohne diese Angst, wie kann ich lernen es zu akzeptieren... es geht wieder los mit den körperlichen Symptomen. Roter kopf, kalte Hände, Herzrasen, das Gefühl umzukippen, das Vertrauen auf den Körper lässt nach. Will ni wieder in diesen Sch... Kreislauf reintappen. Aber bin auf dem besten Weg :,(

Habe Anfang Oktober wieder Termin bei meiner Therapeutin.
Aber viell. finde ich ja hier jemandem dem es ähnlich geht, oder ging. Bzw. Leuten, die diese Ängste überwunden haben....

Das Leben ist so kostbar, man sollte keine Gedanken daran verschwenden - die bringen einen doch eh ni weiter falls man doch alt wird, ärgert man sich später nur, so viele unnütze gedanken daran schon vorher verschwendet zu haben...

Danke fürs "zuhören"

17.09.2012 11:01 • 20.09.2012 #1


9 Antworten ↓


Hallo Hypofrau,

genau die gleichen Ängste habe ich auch. Und das seit Jahren. Manchmal gibt es gute Phasen und dann bricht die Angst wieder voll durch und ich kann tagelang nur daran denken.

Helfen kann ich Dir leider nicht, aber wenigstens sagen, dass es Dir damit nicht alleine so geht!

Was mir manchmal zu helfen scheint, ist die Beschäftigung mit der Natur. Vergehen, aber auch Werden. Es gibt mir ein gutes, tröstliches Gefühl, aber konkrete handfeste Gedanken habe ich dazu noch nicht.

Ich wollte das nur schnell schreiben, leider muss ich mich jetzt schin wieder abmelden. Aber meldet sich ja doch noch jemand zu dem Thema.

17.09.2012 11:45 • #2


hast du was dagegen gemacht, therapie oder ähnliches?

meine mom hat mir heut wieder ein neues buch bestellt, weiß aber grad ni welches.. aber auch zum trainieren. sie meinte auch, ich solle die angst zulassen und keine angst davor haben.
ich hätte gern so ein simples denken, dass es dazu gehört usw. aber wie erlernen
ich meine, jahrelang kam ich gut klar ohne an sowas zu denken, und plötzlich isses wieder da - in einem anderen ausmaß. aber angst ist angst, egal wie, egal vor was. das gefühl der angst ist immer erdrückend

17.09.2012 18:41 • #3


Angst vor dem nicht mehr sein habe ich auch.
Diese Ewigkeit, für immer weg.

17.09.2012 18:46 • #4


Hallo Hypofrau!

Diese Angst wie du sie beschreibst , die Angst vor dem Ungewissen, ist typisch für Angsterkrankte. So wie ich es sehe haben deine letzten Therapien nicht richtig gefruchtet...da deine Ängste wiedergekommen sind . Ja, ich kenne das auch, dass man am liebsten alles wissen würde. Es gibt bei mir immer noch teilweise Phasen, wo ich alles bis ins letzte Detail "überplanen" möchte, was meine Zukunft angeht. Bis ich irgendwann realisiere, dass ich mich wieder in etwas reinsteigere mit dem Ziel alles vorher zu planen und auch wissen zu wollen, es aber natürlich nicht geht. dann schalte ich einen Gang zurück. Das Leben ist nicht vorher zu sehen. Im Prinzip ist das ganze Leben ein einziges Risiko, du weisst nie wann was passiert und eine Sicherheit für irgendetwas hast du auch nicht. Für Menschen wie uns ist es ganz schlimm. Mir hat man mal gesagt, die einzige Sicherheit, die du im Leben überhaupt hast, das bist du selbst. Alles andere kann immer gehen / verschwinden. Job, Freund, Therapeut... .
Wenn man es ganz von Anfang an betrachet, dann konnten wir es nicht mal kontrollieren, dass wir auf die Welt gekommen sind. Das haben ja nicht wir bestimmt, stimmts? SO, schon mit dieser Ungewissheit fängt es an und ich denke, wenn man das Leben so anschaut, verläuft es auch. Es kann einem nichts anderes übrig bleiben als das Beste draus zu machen, in der Gegenwart zu leben und den Moment ( auch mit den lieben Menschen) zu geniessen... . Wenn du gehst, dann verschwindest du nicht nur so. Du hinterlässt Erinnerungen, die andere Menschen, die dich gemocht und geliebt haben, von dir behalten. So bleibst du irgendwie ein Teil dieser Welt und so läuft es weiter.... . Etwas Neues kommt, etwas geht zu Ende... . Das sieht man auch wunderbar bei der Natur... . Das gehört zum Leben dazu.. .

LG Sumi

17.09.2012 19:41 • x 1 #5


HAllo Sumi. Ja, ich glaub was du meinst ist Kontrolle. Die meisten Menschen wollen alles kontrollieren können, alles genau nach Plan Usw. Aber genau hier hört es auf. Unser Verstand kann nicht über den Tellerrand hinaus denken, wir können nicht planen und müssen uns damit abfinden, das was passiert mit uns, was keiner mit hilfe von Erfahrungen, Gesetzmäßigkeiten etc erklären kann. Das Universum ist komplex, wie so vieles auf erden. Es sind tausende Fragen offen und ich bin mir nicht sicher ob man nur lebt um zu leben und danach nix mehr ist. Was wäre der Sinn.... Was sind die paar Jahre in anbetracht dessen, das die Erde schon von Milliarden von Jahren existieren soll..... Wer weis das schon wirklich... Alles Theorien. in unserem denken ist sicher eine Lücke. Dort passieren vielleicht Dinge an die wir so in unserer Form niemals Wagen würden zu denken und wer weis, vielleicht kommt doch noch was. Aber man muss es nüchtern betrachten. Und diese Betrachtungsweise führt uns leider meist dahin, das wir uns verloren fühlen denken man lässt hier alles zurück und steckt in einem schwarzen loch fest. so gehts mir zumindest... Mich erdrückt es so. Meine Ängste kamen immer mal hoch aber nicht in dieser Form. Sicher auch weil ich an mein Kind denke und Angst habe dass sie ohne mich aufwachsen muss oder ich mal erleben muss wie sie nicht mehr ist.. wer weis das schon. Irgendwann kommt der mir so gefürchtete Moment. EIn schwacher Trost für mich zu wissen, dass ihn jeder ereilt. Finde es unheimlich. Aber ist immer so wenn man was nicht kennt und kontrollieren kann oder... ich wünschte mein denken wäre da bisl optimistischer. vielleicht lerne ich es noch, weis weis. Ich hoffe steinalt zu werden und alles nüchtern betrachten zu können vielleicht mit dem Wissen "das war mein Leben, nun soll gut sein"

17.09.2012 21:50 • #6


Zitat von Hypofrau:
hast du was dagegen gemacht, therapie oder ähnliches?

meine mom hat mir heut wieder ein neues buch bestellt, weiß aber grad ni welches.. aber auch zum trainieren. sie meinte auch, ich solle die angst zulassen und keine angst davor haben.
ich hätte gern so ein simples denken, dass es dazu gehört usw. aber wie erlernen
ich meine, jahrelang kam ich gut klar ohne an sowas zu denken, und plötzlich isses wieder da - in einem anderen ausmaß. aber angst ist angst, egal wie, egal vor was. das gefühl der angst ist immer erdrückend


Hallo,

ich mache gerade eine Therapie, aber da steht dieses Thema im Moment im Hintergrund. Es lässt sich auch nicht so sehr von meinen anderen Problemen trennen, finde ich. Ich glaube, dass es was dieses Thema angeht auch so etwas wie Phasen gibt, in denen man "lernt" die Unausweichlichkeit irgendwie in sein Leben zu integrieren. Wir müssen eben da jetzt durch.

Gibt es Dinge, mit denen Du Dich ablenken kannst oder die Dir gut tun?

18.09.2012 10:46 • #7


hallo,
#kann dich sehr gut verstehen aber versuch es doch mal mit den büchern von elisabeth kübler-ross,
mir haben sie sehr geholfen.


nur ein tipp von mir

l.g. urmel

18.09.2012 22:08 • #8


Hallo Hypofrau!

die Angst die Du beschreibst kenne ich auch all zu gut,hatte das vor Jahren auch ein paarmal
dann war lange Zeit ruhe
voriges Jahr im Dezember verstarb mein Vater an Krebs,ab da fing das ganze schleichend wieder an
hätte da aber noch einigermassen damit umgehen können,aber kurz darauf ereilte mich die Naricht von meinem Sohn der mit 24 Jahren Lymphdrüsenkrebs bekommen hat Ihm jetzt aber Gott sei Dank wieder besser geht und der Arzt meinte das er gute Heilungschancen hat trotz diese guten Naricht habe ich sehr große Angst um meinem sohn

seit dem geht es mir wieder schlechter kämpfe auch mit PA bevor ich zu Bett gehe oder wache so aus dem schlaf auf dann kann ich nicht im Bett bleiben weil die da so schlimm sind das ich aufstehen muss mir ist da so sehr schlecht dabei bekomme Durchfall und alles was an Körperliche symtome zu spüren sind bei der PA

habe auch sehr große schlafprobleme seit dem wieder
jetzt hänge ich wieder voll in diesem Gedankenkreis drinnen das mir das Leben wieder schwerer macht
werde aber in nächster Zeit eine Therapie bei meiner Psychologin wieder machen geht nicht anderst leider

LG Jenni

18.09.2012 23:28 • #9


@seitanschnitzel: meine angst ist nicht soo ausgebaut, dass ich nur noch daran denke, es kommt immer mal hoch. bis vor paar wochen wars nur ab und zu, diesmal mehrmals am tag. ich versuche bewusst ni in die vermeidungstaktik zu fallen, ich gehe sport machen, lese, geh feiern und mein kind ist sowieso die nr. eins. meine mom hat mir jetzt das buch "angstfrei leben" bestellt. ich habe gestern die ersten seiten gelesen - ich bin schwer begeistert!! ich tu jetzt ALLES dafür, dass wieder in griff zu bekommen!
jetzt gehts mir zwischendurch schon besser, versuche mit der angst zu reden und versuche meine körperlichen symptome genau zu deuten, zb bin ich müde? nur zu viel kaffee? was passiert genau? je mehr man es analysiert, desto mehr wird einem bewusst das man die symptome von allein heraufbeschwört! glaub das ist auch so in dem buch (bin ja noch ni weit aber konnte es schon rauslesen)...

@urmel: ich habe mir jetzt ähnliche bücher bestellt über nahtoderfahrungen von glaub jeffrey long und co... und eine dvd. bin gespannt, hatte super bewertungen

@ jenni: tut mir leid wegen deines sohnes wünsche euch weiter vieel kraft und alles gute!! vor der direkten konfrontation wenn einer oder ich krank wird, habe ich auch..... aber ja, man muss lernen damit umzugehen.... ich empfehle dir auch das o. g. buch von lucinda bassett es scheint wirklich super zu sein und viell. hilft es dir auch

20.09.2012 10:35 • #10




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