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6

J

Julie90
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Sammelthema
Hallo,

das ist mein erster Beitrag in einem Forum, ich habe große Hoffnungen Hilfe zu finden.
Ich habe seit geraumer Zeit ganz schreckliche Angst vor der Zeit, die um Sekunde und Sekunde vergeht, alles was ich gerade fühle, denke und sage, ist zugleich wieder vergänglich. Ich kenne die Sätze, genieße den Augenblick und sei dankbar, doch so mehr ich das von mir verlange, um so weniger geht das. Ich versuche es zu akzeptieren, aber es macht mir so schreckliche Angst, dass ich Probleme habe zu essen und zu schlafen. Ich denke den ganzen Tag kaum an etwas anderes und ich habe das Gefühl eine Heilung ist unmöglich, weil ich vor etwas Angst habe was Tatsache ist und was mir in jedem Moment meines Lebens widerfährt, ich kann es nicht meiden wie andere Phobien. Ich habe auch Angst vor dem Tod und dem Altern. Angst vor der Ewigkeit oder dem Nichts nach dem Leben, dass so vergänglich ist. Was soll ich tun? Kennt das auch jemand von euch?

15.08.2019 x 2 #1


28 Antworten ↓
E

Eduard
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Ich möchte mal meine Gedanken zu deinem Text mit dir teilen. Allgemein sind einige Texte bei mir immer etwas provokant, aber natürlich will ich dich nicht angreifen oder kritisieren. Diese provokanten Teile dienen nur dazu dir Denkansätze zu geben. Ich schreibe es nur lieber bevor du es falsch auffasst Wink

Zitat von CrisGermany123:
Trotzdem habe ich Angst vor der Zukunft. Oft liege ich Nachts im Bett, weine und denke nur an das Vergängliche.

Sehe es mal so, wären du, ich und alle anderen nicht vergänglich, dann würde es uns überhaupt nicht geben da kein Platz mehr auf der Erde wäre.

Zitat von CrisGermany123:
Doch er tut alles um seine Familie zu ernähren und ihnen ein gutes Leben zu verschaffen, aber ich schätze es nicht und versaue ihm sein Leben.

Eigentlich ist das ja eine der Grundaufgabe der Eltern ihre Kinder/Familie zu versorgen und abzusichern. Was genau tust du deiner Meinung nach um ihm sein Leben zu versauen? Bist du irgendwie überdurchschnittlich gemein, intrigant und klaust ihm sein Geld aus dem Geldbeutel? Oder ist es eher nur das Gefühl weil du deiner Meinung nach zu wenig mit ihm unternimmst?

Zitat von CrisGermany123:
Doch ich entriss ihm sein Glück und seine Zufriedenheit im Leben indem ich nie mit ihm etwas unternehmen wollte und nur dumm in meinem Zimmer saß.

Vergangenes lässt sich nicht ändern, aber die Gegenwart kannst du sehr wohl verändern. Nimm dir doch einen Tag am Wochenende des Monats wo du mit deinem Vater was unternimmst. Mache ich mit meinen Töchter auch regelmäßig. Da kann man mal gemeinsam solche Dinge wie Eisessen mit einem Spaziergang verbinden. Da hat dann jeder was davon.

Allgemein würde ich das eigene Verhalten nicht überbewerten. Ich sehe es ja auch bei uns, ich bin selbst Vater von zwei Töchter und die älteste mit 9 Jahren vereinbart auch etwas mit mir, 10 Minuten später ruft eine Freundin an und sie ist weg. Abends (am Wochenende) kommt dann der Anruf ich will dort schlafen und am Ende war sie das Wochenende kaum zu hause. Als Vater nehme ich mir das nicht zu Herzen, da die Kinder ab einem bestimmten Alter eben auch eigene Interessen haben die sie befriedigen wollen. Ganz nebenbei kannst du mir glauben das auch Eltern mal ganz froh sind Sturmfreie Wohnung zu haben Wink Bei aller liebe zu den Kinder, aber auch Eltern sind nur Menschen und brauchen mal etwas Ruhe für sich Wink

Zitat von CrisGermany123:
Ich hasse das Leben aber nicht, ich kann nur dessen Bedingungen nicht ertragen.

Was meinst du mit "dessen Bedingungen"? Vom Grundsatz legt ja jeder seine eigenen Bedingungen fest und lebt sein Leben so wie er es für richtig hält. Lassen wir mal Ausnahmen außen vor, wo jemand mit einer starken körperlichen/geistigen Behinderung zurechtkommen muss. Aber sofern du Gesund bist liegt alles in deiner Hand. Klar einige Parameter sind vorgegeben die man nicht beeinflussen kann, sehr wohl kann man aber aus seiner Lage das beste machen und zumindest bei uns im Land muss keiner verhungern oder verdursten.

Zitat von CrisGermany123:
Und währendessen trauere ich nur den guten alten Zeiten hinterher.

Das ist eine interessante Aussage von dir. Auf der einen Seite schreibst du das du dich für den Lebenslange Verhalten schuldig fühlst und die Vergangenheit nicht schön war wegen deinem Verhalten, auf der anderen Seite trauerst du genau dieser Vergangenheit hinterher. Na, findest du den Fehler? Wie schon geschrieben, was gewesen ist lässt sich nicht ändern, aber was kommt. Also wenn du der Meinung bist dein Verhalten bis jetzt war schlecht, dann ändere dies.

Zitat von CrisGermany123:
Es kommt mit so vor als sehe ich mir die ganze Zeit selbst zu, wie ich mein und das Leben meiner Eltern andauernt verschwende.

Du bist gesund groß geworden und liebst ja anscheinend deine Eltern. Alleine das ist doch schon einmal gut, die Erziehung eines Kindes ist niemals eine Zeitverschwendung. Diese Zeiten sind zwar nicht immer leicht und jede Mutter und Vater würden den lieben Nachwuchs dutzende male am liebsten gegen die Wand klatschen und zum Freiwild erklären, aber das ist ganz normal Wink

Wie gesagt du solltest etwas mehr dazu schreiben warum du dich selbst so kritisch siehst. Dann können wir dir besser Tipps oder eine Einschätzung geben.

16.08.2017 02:01 • #28


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A


Angst vor der Zeit und Vergänglichkeit

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C

CrisGermany123
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Hallo,

das ist mein erster Beitrag in einem Forum, ich hoffe hier Hilfe zu finden.

Schon seit einem Jahr leide ich an Zukunftsängsten bzw. Angst vor der Zeit.
Ich bin männlich und noch im Teenager Alter.
Trotzdem habe ich Angst vor der Zukunft. Oft liege ich Nachts im Bett, weine und denke nur an das Vergängliche. Im Moment habe ich keine Angst vor meiner persönlichen Zukunft, jedoch ertrage ich es nicht wie schnell meine Kindheit verging und wie sehr ich sie verschwendet habe. Die beste Zeit meines Lebens habe ich nicht genossen und größtenteils alleine an Konsolen oder vor dem Fernseher verbracht. Es zieht mich jedes mal runter wenn ich daran denke wie hart und lange mein Vater arbeitet und seine wenige Freizeit versucht mit seiner Frau und seinem Kind zu verbringen. Doch ich entriss ihm sein Glück und seine Zufriedenheit im Leben indem ich nie mit ihm etwas unternehmen wollte und nur dumm in meinem Zimmer saß. Jetzt ist er 50 Jahre alt und wahrscheinlich enttäuscht das alles abgelaufen ist. Doch er tut alles um seine Familie zu ernähren und ihnen ein gutes Leben zu verschaffen, aber ich schätze es nicht und versaue ihm sein Leben. Ich bin in einem Alter, indem man nicht mehr so viel mit seiner Familie unternimmt und sehr traurig. Die Jahre mit meinem Vater verflogen viel zu schnell und nichts bringt mir diese zurück. Ich habe unglaubliche Angst, dass die nächsten Jahre genau gleich ablaufen und meine Eltern plötzlich sterben werden. Ich habe Angst zu wenig mit ihnen unternommen zu haben und sie damit undglücklich gemacht zu haben. Wenn sie sterben werde ich mir dann die schlimmsten Vorwürfe machen, Monate lang traurig sein und mich fragen wieso ich nur so dumm war. Ich denke stundenlang nur über die schei. Zeit nach und weine. Aber ich will doch nur, dass die Zeit stehen bleibt und ich das Leben mit meinen Eltern voll genießen kann. Doch alles ist vergänglich. Jede Sekunde tut mir im Herzen weh und ich ertrage es nicht. Momentan sorge ich mich nicht über meine Zukunft. Ich denke "Ja irgendwann werde ich schon reich werden und mehr Zeit haben". Ich leben nur in der Zukunft aber irgendwann werde ich merken, dass ich meine Ziele nicht erreicht habe und ich werde mein Leben als vergeudet und schlecht sehen. Ich werde dann erstrecht nie wieder glücklich sein können. Es kommt mit so vor als sehe ich mir die ganze Zeit selbst zu, wie ich mein und das Leben meiner Eltern andauernt verschwende. Das Leben ist einfach zu kurz... Selbstmord kommt für mich aber auf keinen Fall in Frage, da ich in der Zukunft lebe und eigentlich leben will. Ich bin traurig zu wenig Zeit mit meinen Eltern verbracht zu haben. Ich enttäusche sie und verschlechtere mein Leben. Ich kann den Tod und die Zeit nicht akzeptieren. Ich hasse das Leben aber nicht, ich kann nur dessen Bedingungen nicht ertragen. Ich liebe meine Eltern zu sehr. Ich hasse mich dafür, dass ich ihnen das Leben schei. mache. Und währendessen trauere ich nur den guten alten Zeiten hinterher.


Es ist viel zu kompliziert meine Angst in Worte zu fassen und wahrscheinlich habe ich noch einiges vergessen..... ich hoffe es ist mir halbwegs gelungen.

16.08.2017 00:37 • #27


Zum Beitrag im Thema ↓


W
Es gibt da einen Satz, der mir sehr weitr geholfen hat...
"Akzeptiere den Tod und du akzeptierst das Leben. Ignoriere den Tod und du ignorierst das Leben"
Zeit ist etwas, das immer vorranschreiten wird, keiner kann das ändern. Man möchte sicherlich, das viele Momente für die Ewigkeit halten oder das zumindest etwas zurückbleibt. Aber wie sollen wir diese Momente dann noch Wertschätzen und für uns selbst als heilig empfinden, wenn sie nicht vergänglich und einzigartig sind?
Egal wie alt du bist Julie, du hast noch Zeit und das massig... es sei denn du verschwendest sie damit darüber nachzudenken was jeden Augenblick passieren könnte und wie es in deiner Zukunft aussieht... jeden Schritt vorzubereiten und zu planen macht das Leben unerträglich und langweilig. Also vergrab dich nicht in deiner Vision von Morgen und lass die Möglichkeiten auf dich zukommen.
Gruß, Within

x 1 #2


J
Du hast so recht mit all dem was du schreibst. Und ich sag mir das auch so oft: höre auf das zu denken, du verschwendest nur Zeit. Dadurch tue ich das aber andauernd und kann es nicht abstellen.

#3


W
Zitat von Julie90:
Du hast so recht mit all dem was du schreibst. Und ich sag mir das auch so oft: höre auf das zu denken, du verschwendest nur Zeit. Dadurch tue ich das aber andauernd und kann es nicht abstellen.


Das ist genauso wie der Satz "Denke nicht an den rosa Elefanten". Man Triggert sich selbst ohne es zu merken.
Hast du mal Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung ausprobiert?
Ansonsten gibt es noch die Aufmerksamkeitsablenkung, die ebenfalls auch als Realitätsüberpfrüfung gilt. Es ist ganz einfach und überall möglich. Entweder man such sich einen Gegenstand in der umgebung (der sich nicht bewegt) und beschreibt diesen möglichst detailiert im gedanken oder schriftlich ohne dabei Wertungen vorzunehmen wie z.B. hässlich, schön, alt, neu, trist, grau, langweilig, aufregend.... oder man nimmt einen beliebigen Gegenstand aus der Tasche/Umgebung in die Hand, schliest die Augen (auch mit geöffneten Augen möglich) und beschreibt im Gedanken die Beschaffeneheit des Gegenstandes.

#4


B
Hallo Julie,
wir alle müssen einmal sterben, also bist du nicht die einzige. es sind schon milliarden vor uns gestorben. alles im leben hat einen sinn.
Es passiert so oder so, also warum darüber nachdenken.Genieße dein Leben, und denke nicht an Dinge die du eh nicht verhindern kannst oder eh keine Antwort daruf finden kannst...egal wie lange du grübelst.

#5


A
hmm, vielleicht hast du ja das Gefühl, dass du zu wenig lebst...?

#6


B
Ich habe auch schonmal gehört das angst vor dem tod auch mit einer angst vorm leben einhergeht.

#7


A
hallo jul

wenn du sagst du darfst an etwas nicht denken denkt man doch automatisch daran

#8


J
Zitat von afuman:
hmm, vielleicht hast du ja das Gefühl, dass du zu wenig lebst...?

Das stimmt wahrscheinlich. Ich habe angefangen in einer fremden Stadt zu studieren. Ein Studium, dass mich gar nicht wirklich interessiert. Alte Freunde musste ich zurücklassen und ich vermisse meinen Freund und meine Eltern ganz schrecklich, obwohl ich sie jedes Wochenende besuche.

#9


R2D2
ich habe zwei Fragen:
Seit wann genau hast du diese Angst?
Hast du Angst vorm Tod Sein oder vorm Sterben?

#10


J
Zitat von R2D2:
ich habe zwei Fragen:
Seit wann genau hast du diese Angst?
Hast du Angst vorm Tod Sein oder vorm Sterben?


Ich glaube in mir geschlummert hat diese Angst schon immer, doch seit 1 1/2 Monaten ist diese Angst ein Zustand geworden von morgens bis abends, manchmal auch in meinen Träumen. Ich bin nicht mehr glücklich. Ich habe Angst vor dem Tod, nicht dem Sterben. Ich meine eine Vorstellung wahrscheinlich nie nie wieder auf der Welt zu sein ist irgendwie erschreckend. Doch das verdränge ich oft, ich denke einfach andauernd daran, dass genau der Moment, den ich gerade erlebe, gleich wieder vorbei ist und zerstöre mir damit alles schöne. Ich weiß wie bescheuert das klingt und wie ungewöhnlich, ich habe noch von keiner Person gehört, der es genauso geht.

x 1 #11


R2D2
es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an den Tod denke. Vielleicht
denke ich nicht so wie du, über jede Sekunde, aber gewiss über jeden
Tag, dass er mich nun mal wieder näher zu meinem Tod brachte.
Inzwischen habe ich kein Problem damit, dass es mich eines Tages
nicht mehr geben wird. Vielleicht, weil ich beschlossen habe, so
zu leben, dass ich irgendwann doch genug vom Leben habe. Ich lebe
seit dem zwar nicht anders als vorher, nur meine Einstellung hat sich
geändert. Ich lebe eben bewusst, jede Sekunde, konkret sieht es so
aus, dass ich in allem, was ich tu, einen Gefallen suche und finde und
Spaß dabei habe. Das Sterben - daran knabbere ich noch. Dieser
Übergang in das Nichts. Anderseits haben ihn vor mir schon Milliarden
geschafft, also werde ich es wohl auch hinbekommen

Deine Gedanken sind paradox: Du fühlst in der Gegenward für
die Zukunft, in der du aber nicht mehr fühlen können wirst.

Darf ich fragen, was dieses Gefühl genau ist, wenn du darüber nachdenkst,
dass die Erde eines Tages ohne dich um die Sonne ihre Runden dreht?
Ist es Kränkung, dass die anderen noch da bleiben dürfen und du nicht?
Oder ist es eher Traurigkeit, dass die anderen dich nicht begleiten, dass
du allein über die Grenze schreiten musst?

#12


B
hier ist noch ein interessanter Videobeitrag.vieleicht hilft es dir weiter

https://www.psychic.de/agoraphobie-video.php


Liebe Grüße

#13


J
[quote="R2D2"]es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an den Tod denke. Vielleicht
denke ich nicht so wie du, über jede Sekunde, aber gewiss über jeden
Tag, dass er mich nun mal wieder näher zu meinem Tod brachte.
Inzwischen habe ich kein Problem damit, dass es mich eines Tages
nicht mehr geben wird. Vielleicht, weil ich beschlossen habe, so
zu leben, dass ich irgendwann doch genug vom Leben habe. Ich lebe
seit dem zwar nicht anders als vorher, nur meine Einstellung hat sich
geändert. Ich lebe eben bewusst, jede Sekunde, konkret sieht es so
aus, dass ich in allem, was ich tu, einen Gefallen suche und finde und
Spaß dabei habe. Das Sterben - daran knabbere ich noch. Dieser
Übergang in das Nichts. Anderseits haben ihn vor mir schon Milliarden
geschafft, also werde ich es wohl auch hinbekommen

Deine Gedanken sind paradox: Du fühlst in der Gegenward für
die Zukunft, in der du aber nicht mehr fühlen können wirst.

Darf ich fragen, was dieses Gefühl genau ist, wenn du darüber nachdenkst,
dass die Erde eines Tages ohne dich um die Sonne ihre Runden dreht?
Ist es Kränkung, dass die anderen noch da bleiben dürfen und du nicht?
Oder ist es eher Traurigkeit, dass die anderen dich nicht begleiten, dass
du allein über die Grenze schreiten musst?[/quo

Angst alleine im Nichts sein, ohne die Menschen, die ich liebe und das für die Ewigkeit. Ich sehne mich nach Ruhe von dieser Angst, mein Leben wieder genießen zu können. Doch ich weiß nicht wie, die andauernde Angst frisst mich fast auf.

#14


A
hallo julie90,

du bist gewiss nicht alleine mit solchen gedanken, ich kenne das auch zu genuege und das schon ueber viele, viele jahre. bei mir war es teilweise so schlimm das ich nicht mehr aus dem bett kam und gleichzeitig unter totaler schlaflosigkeit litt, was mir dann noch mehr angst bereitet hat, jetzt an schloflosigkeit sterben zu muessen. meine erfahrung dazu ist, das sich jedes gedankenrad auch wieder abschwaecht, ob du nun etwas bewusstes dagegen unternimmst oder nicht und das wiederum ist doch etwas troestlich. ich habe ueber 17 jahre 3 solcher schlimmen episoden gehabt, wo wirklich nichts mehr ging, nicht schlafen koennen, nicht richtig laufen koennen, nicht richtig sehen koennen ( beschreibe hier nur ein paar symptome) und war dabei immer am zittern. diesen angstzustand zu halten verbraucht sehr viel energie, energie die ich irgendwann nicht mehr hatte und ploetzlich war dieser zustand wieder vorbei. wie genau ich das gemacht habe weiss ich nicht, ich habe es mehr oder weniger durchlebt, zeit spielt dabei keine rolle, da jeder eine andere braucht.

so extrem wie bei mir, scheint es bei dir aber nicht zu sein, sicher kann man das leiden durch gespraechstherapien, medikamenten, ablenkungen, sport u.s.w. vielleicht etwas lindern, habe ich auch alles mal ausprobiert. doch diesen schalter im kopf muss man letztendlich selber umlegen, wann auch immer das sein wird und ich weiss mit sicherheit das das auch bei dir irgendwann der fall ist.

Zitat von Julie90:
Angst alleine im Nichts sein, ohne die Menschen, die ich liebe und das für die Ewigkeit. Ich sehne mich nach Ruhe von dieser Angst, mein Leben wieder genießen zu können. Doch ich weiß nicht wie, die andauernde Angst frisst mich fast auf.

........ach ja, dieses leidige gruebeln, was kommt danach , hier mal ein gruebelgedanke von mir.
vielleicht verlaeuft der tod genauso wie das leben.
also, man wird geboren und du wirst empfangen von deiner mutter die dich haelt und dir geborgenheit gibt (angst kennst du da noch gar nicht). die wahrscheinlichkeit das du auch in den tod geboren wirst und dann auch von "etwas" empfangen wirst, was dich haelt und dir geborgenheit gibt, klingt da doch gar nicht mehr so unwahrschleinlich (hat mit daran glauben jetzt nichts zu tun).

ja und wer weiss vielleicht liebst du dann deinen "tod" so sehr, das du nicht mehr geboren werden moechtest (oh, ich hoffe du verstehst meinen gedankengang ).
alles ist moeglich und die angst und zweifel darueber sind auch mein staendiger begleiter, du bist nicht allein mit solchen sorgen.

menschen mit viel fantasie neigen eher zu solchen gedanken und weiss gott, ich habe schon immer sehr viel davon gehabt . mein mann hingegen war immer sehr fantasielos, litt folglich auch nie an solchen aengsten. doch wer will jetzt beurteilen welches leben das bessere ist oder erfuelltere.

alles liebe zum dritten advent,
angsthaeschen
(ich gebe meiner angst jetzt eine tasse "caro" und esse ein stueck stollen)

#15


R2D2
Habe ich richtig verstanden, dass du vor allem die Angst hast, deine
Lieben nicht mehr um dich zu haben, wenn du tot bist?

Darf ich dich fragen, wer genau diese Lieben sind?

Du wirst sie also vermissen? Ist es die Sehnsucht, was du da im Nichts
verspürst? Hast du dieses Gefühl, dich nach jemanden zu sehnen schon mal
in einer realen Situation gehabt?

#16


J
Zitat von R2D2:
Habe ich richtig verstanden, dass du vor allem die Angst hast, deine
Lieben nicht mehr um dich zu haben, wenn du tot bist?

Darf ich dich fragen, wer genau diese Lieben sind?

Du wirst sie also vermissen? Ist es die Sehnsucht, was du da im Nichts
verspürst? Hast du dieses Gefühl, dich nach jemanden zu sehnen schon mal
in einer realen Situation gehabt?


Ich lebe in einer fremden Stadt, ich vermisse meinen Freund, meine Eltern und meinen Bruder schrecklich, kann die Zeit mit Ihnen dann aber auch nicht genießen.

Danke für die bisherigen Antworten.

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

E
Wieso ziehst du dann icht zurück? Es gibt so viele Möglichkeiten wenn man so jung ist. Lass dich von dem Leistungsdruck der besonders in Deutschland herrscht nicht so mitreißen, ich kenne etliche Beispiele von Leuten die haben dies und das abgebrochen und sind immer noch untergekommen. Und auch etliche die sich am falschen fersgebissen und sehr unglücklich geworden sind. Wenn du das nicht mal gerne im Studium magst, wie soll es dann erst im Job werden? Vielleicht, wenn du etwas tätest dass dich glücklich macht, im Kreis deiner Vertrauten bist, zuhause, würdest du diese ganze Zeit-Sache auch ganz anders sehen. Da trifft wirklich mal der kommerziellste Kalenderspruch aller Zeiten zu 100% zu, wir müssen nicht dem Leben mehr Jahre geben sondern den Jahren mehr Leben.

#18


R2D2
Wenn du tot bist, dann sind auch deine lieben tot und ihr alle
seid womöglich irgendwo wieder zusammen. Warum dann diese
Sehnsucht? Projizierst du vielleicht die reelle Sehnsucht auf das
Jenseits und machst dir sie auf diese Art "erträglicher"?

#19


E
boah was?

#20


A


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Mira Weyer
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