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Hi,

ich bin ja schon Stamgast hier

23.07.2008 21:18 • 09.08.2008 #1


7 Antworten ↓


Hallo Kad.
Ich kenne das auch. Habe seit 13 Jahren mit Panikattacken u. Agoraphobie zu kämpfen. Weil meine Panikattacken auch an meiner Arbeitsstelle auftraten musste ich im Juni d. J. erst wieder eine 4wöchigen Kliniksaufenthalt hinter mich bringen - in der Hoffnung, dass es mir dann ein wenig besser geht...

Selbst zu Hause habe ich gelegentlich kleine Panikattacken, die ich aber gut abfangen kann, in dem ich mich auf diese Attacken einlasse. Dann verschwinden sie recht schnell wieder. Mein Problem ist momentan mehr die latent anhaltende Daueranspannung/Unruhe in mir. Egal was ich auch versuche dagegen zu machen (Wohnung putzen, lesen, Heimtrainer fahren...) es geht nicht weg. Ich habe das Gefühl der fast totalen Erschöpfung und kann trotzdem nicht entspannen.

Hast Du denn schon mal überlegt zu einem Verhaltenstherapeuten zu gehen? Oder warst Du schon mal bei einem Arzt vorstellig geworden?

Gruß Bittersweet

23.07.2008 22:21 • #2



Angst bleibt die ganze Zeit!

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Frank 007
Hallo Kad, mir geht es gerade genauso. Ich war 5 Wochen nicht arbeiten und seit Samstag geh ich wieder. Diese - Was ist wenn ?-Fragen kenne ich auch nur zu gut. Was mich im Moment aufrecht gehen läßt, ist das Gefühl, das ich meine Angst mitnehme, so wie Harvey. Wir gehen zusammen arbeiten, fahren Fahrrad zusammen und gehen zusammen zum Friseur. Bahn fahren tu ich auch wieder mit ihr. Sozusagen lernen wir uns jetzt gerade erst richtig kennen, und glaub mir, ich habe sie mehr als zehn Jahre verdrängt. Es klingt schon ein wenig eigenartig, was ich hier schreibe, aber ich habe´wohl irgendwann gemerkt, das wenn ich sie krampfhaft versuche zu unterdrücken und sie bekämpfe, sie mir noch mehr Angst macht. Nein, sie ist ein Teil von mir, sie ist ein Teil von Dir.
Ich kann nicht mal eben meine Persönlichkeit wechseln. Ich bin ein ängstlicher Mensch und erst wenn ich das anerkenne, kann ich überprüfen, ob die Ängste, Gedanken, Gefühle realistisch sind.
Ist einfacher gesagt als getan, ich weiß, und ich hab auch Schiß vor jedem neuen Tag, der da kommt. Aber ich habe eine Störung und mit der versuch ich zu leben und zu kommunizieren. Ich weiß nicht, ob dir das weiterhilft, aber einen Versuch wars wert.
Wie ich schon an anderer Stelle gesagt habe, kann ich den Druck unter dem du stehst absolut nachempfinden und es hört sich für mich wie eine Qual an. Du mußt natürlich auch gleich in die Vollen, mir scheint du bist innerlich noch gar nicht bereit dazu, kann das sein? Ich würds verstehen, denn so weit weg von zu Hause, mit fremden Leuten im Auto ist auch heavy, wie gesagt, du gibst dir das volle Programm. Wenn es nicht um existenzielle Dinge gehen würde wie Arbeit, würd ich glatt sagen, fang mal klein an, du überforderst dich. Oder du machst dir klar, das du das was du da tust wirklich willst. Du willst arbeiten, du willst Geld verdienen, du willst unabhängig sein!
Sorry für die lange Antwort, Kad.
Ich grüße Dich, Frank

23.07.2008 22:22 • #3


Hallo Ihr Lieben,

danke für eure Antworten. Ja ich mache eigentlich eine Verhaltenstherapie, muss aber gerade bedingt durch meine Arbeit eine Pause machen. Ich war ja sehr lange arbeitslos und habe in der Zeit auch viele Ängste gehabt. Frank, Du hast recht, ich bin sehr überfordert, vor allem, weil die dort viel von mir erwarten. Anderseits stärkt es so aber auch teilweise mein Selbstwertgefühl und ich weiß auch, wie schwer es ist, wenn Du zu hause bist und keine Perspektive hast, das Gefühl ist auch nicht leicht. Ich möchte gerne die Arbeit machen, da sie mir eigentlich auch Spaß macht. Teilweise geht es mir auf der Arbeit sogar gut. Trotzdem habe ich teilweise diese Dauerspannung und manchmal auch einen komischen Schwindel. Es ist so, als wenn ich mich irgendwo festhalten will und kann nicht. Man kann sich ja nich an der Luft festhalten, wenn ihr das jetzt irgendwie versteht. Es ist ein ganz eigenartiges Gefühl. Man fühlt sich so richtig ausgeliefert und kann nicht fliehen. Ich habe Gott sei dank sehr nette Kollegen, leider komme ich mit der Fahrgemeinschaft nicht zu recht, die Leute dort setzen mich indirekt unter Druck. Ich fahre ja derzeit nur mit, da ich noch nicht die Autobahn mit fremden Leuten fahren wollte, bzw. das ich selber fahre. Irgendwie fühle ich mich unter denen total unwohl. Zum Glück fahre ich aber nur noch bis nächsten Mittwoch mit. Ich trinke schon ganz viel Kamilientee auf der Arbeit. Ich hoffe, das irgendwann die innere Ruhe wiederkommt. Aber ich weiß auch, dass sie wieder kommen kann. Mir ging es noch schlechter, so ähnlich wie Dir Bittersweet. In der Zeit konnte ich nichts essen, es wurde aber besser, von daher hoffe ich. Mich stört es nur, das man sich nicht daran gewöhnen kann, da bist Du weiter Frank.....

Lg Kad

23.07.2008 22:38 • #4


Hallo,
es ist für jeden Betroffenen schwer zu akzeptieren, dass man Angstanfälle hat und diese einen begleiten, irgendwann kann man nicht mehr.
Ich habe einmal den Satz gehört: "Ich gehe los, a b e r ich habe Angst." Und als zweiten Satz, der dann positiver wirkt: "Ich gehe los, u n d ich habe Angst."
Wir sind nicht verrückt oder sonstwas, wir sind sensibel. Der Therapeut sagte einmal, ich soll dankbar sein für die Angst. Sie ist ein Zeichen, dass irgend etwas im Leben nicht stimmt, dass man verändern sollte.
Mit hilft die Verhaltenstherapie, Stück für Stück.

Liebe Grüße
engelchen106

24.07.2008 11:41 • #5


Halloii
Ich bin neu hier und leide seit langem an Angstzuständen und Agoraphobie.
Mal ist es besser, aber wenn ich wieder einmal eine starke Angstattacke hatte wirft mich das total zurück und ich trau mir garnichts mehr.
Vorriges Jahr auf dem Weg zum Kindergarten (musste meine Tochter abholen) eine schlimme Angstattacke.
Gleich nachdem ich aus dem Haus war begann ich zu Hyperventilieren und dachte ich komme ohne Ohnmächtig zu werden nicht heil an.

Seitdem habe ich Horror wenn ich diesen Weg allein zu Fuss gehen muss.
Auch sonst gehe ich nicht ohne Begleitung zu Fuss auf die Strasse.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann ich auch nicht mehr fahren,
nur wenn ich selbst Auto fahre kann ich mich etwas freier bewegen.
Wenn mich die Angst mehrere Tage in ihrer Gewalt hat,denke ich sie
geht nie mehr weg und dass macht noch mehr Angst und ich habe dann
das Gefühl der Einsamkeit und das mir keiner helfen kann möchte am
liebsten weinen aber kann es nicht. Wer hat das selbe Problem?
Würde mich über Post freuen.

MFG Juwel

24.07.2008 21:13 • #6


Hallo Juwel,
ich kann dir voll nachfühlen, wenn du dich jetzt nicht traust, den Weg zum Kindergarten zu gehen. Aber du weist wahrscheinlich auch, wenn du es nicht tust, dann schränkt die Angst dich immer mehr ein.
Versuche diesen Weg allein zu gehen, jeden Tag immer ein Stück weiter. Erobere dir deine Freiheit wieder zurück.
Nimmst du Medikamente, machst du eine Therapie?

Liebe Grüße
engelchen106

25.07.2008 14:38 • #7


@Engelchen

Danke für Deine Antwort. Um gleich Deine Frage zu beantworten,ich habe
nur für den Notfall Loazepharm Tabletten.Diese habe ich aber nur wenn
ich Unterwegs bin als Sicherheit bei mir.Ich möchte sie auch nicht nehmen,da sie Abhängig machen können.Du hast recht damit ,das ich den
Weg trotzdem jeden Tag gehen muß aber mir fehlt der Mut und die Angst
umzufallen oder keine Luft mehr zu bekommen ist größer.Ich habe mich
jetzt in einer Selbsthilfegruppe angemeldet.
Wie geht es Dir eigentlich und nimmst Du Medikamente?

Gruß Juwel

09.08.2008 17:39 • #8




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