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Johnny83
Hallo, nach langer Zeit mal wieder ein Thema, das nicht mit Krankheit und/oder Schlafen zu tun hat.

Mir macht immer wieder das Thema der Vergänglichkeit zu schaffen. Ich weiß auch, wo das bei mir wurzelt, in meiner Kindheit gab´s mit etwa 7 oder 8 Jahren einen Knick, (Trennung, Tod, Beginn Angststörung, die nicht erkannt wurde) ab da wurde vieles hässlich, und da liegen auch viele meiner Ängste. Ih hab damals begonnen, Veränderung als Schlechtes zu sehen, als etwas, das mit Verlust zu tun hat, hab mich immer zurückgesehnt in ein früheres heiles Alter und bin mir mit 9 Jahren schon alt vorgekommen, so, als sei alles schon vorbei, zu spät, Zug abgefahren.

Ich hab sehr viel schon in der Therapie bewältigt, naja, und die Medis helfen auch. Aber oft kommt as Thema eben wie ein Boomerang zurück.
Besonders in Bezug auf meine eigenen Kinder trifft mich das im Moment extrem hart. Wenn ich mich erinnere an früher, wie sie als Babys, Kleinkinder, Kindergartenkinder waren, dann denke ich oft sehr wehmütig an die Unwiederbringlichkeit dieser Zeit, und es fühlt sich wie ein entsetzlicher Verlust an und ich vermisse alles einfach nur. Das Baby/Kleinkind exisitiert in der damaligen Form ja auch nicht mehr, denn die Kinder haben sich natürlich weiterentwickelt, sind aus sich herausgewachsen und ganz ganz tolle Menschen geworden (sie sind jetzt 10 und 13). Mir ist vollkommen bewusst, dass ich da von mir auf sie projeziere, denn die beiden sind beneidenswert ausgeglichene, heitere, souveräne Kinder, wir haben eine wunderbare Zeit zusammen, wir haben viel Spaß und ein sehr gutes Gesprächsklima, viele Gemeinsamkeiten - und trotzdem. Wenn ich zurückdenke an Fehler, die ich vielleicht mit ihnen gemacht habe, dass ich mal ungerecht gewesen bin, dann tut mir das so schrecklich leid für das damalige Kind, auch wenn die sich gar nicht mehr erinnern.
Ich versuche, die Gegenwart zu genießen, aber es fällt mir im Moment so schwer, das angesichts der Flüchtigkeit des Glück oder besser gesagt des Augenblicks auch zu schaffen.

Wie geht es denn euch anderen so mit dieser Thematik?

28.03.2022 09:38 • 04.07.2022 x 7 #1


21 Antworten ↓


Lina60
Liebe Johnny83, ich kann Deine Wehmut/Melancholie in Bezug auf die Vergänglichkeit im Leben nach vollziehen. Auch Dein Bewusstsein, dass Du als Mutter und Mensch zuweilen Fehler bei der Erziehung der Kinder machtest. Niemand auf dieser Welt, wenn er/sie ehrlich ist, ist von solchen Zweifeln verschont. Niemand ist fehlerfrei. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns auch dessen bewusst sein, was wir gut machten/machen. Und so wie Du Deine Kinder beschreibst, entwickeln sie sich doch grossartig, und Ihr habt so ein positives Klima unter einander. Versuche das zu geniessen, im JETZT zu leben.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und alles Gute

28.03.2022 12:11 • x 2 #2



Vergänglichkeit im Familienleben macht mich so traurig

x 3


Gaulin
Zitat von Johnny83:
Wie geht es denn euch anderen so mit dieser Thematik?

Das geht mir haargenauso. Mein Sohn wird nun schon 17, Schule wird beendet, er seilt sich ab (was ja auch gut so ist)... Ich denke erst so intensiv darüber nach, nachdem mein Opa und meine andere Oma gestorben sind. Ich kenne diese Gedanken aber auch aus Kindestagen. Zudem macht es mir Angst wie schnelllebig doch alles ist, wie vergänglich. Schwer zu erklären, aber ja es scheint schon eine Verlustangst zu sein. Mir wurde mal eine Anpassungsstörung diagnostiziert und dabei geht es ja um Veränderungen, schwer mit neuen Situationen zurechtzukommen. Sei es ein Umzug, eine neue Arbeit oder noch banalere Dinge. Es macht mich traurig Vergangenes loslassen zu müssen, wobei das neue auch gut ist (mein Sohn-Alter zb.)...

28.03.2022 15:49 • x 1 #3


Islandfan
Ich kann das sehr gut nachvollziehen. In meinem Fall geht es nicht um Kinder, da ich keine habe, aber ich weiß, dass meine Eltern, die beide 80 sind, wohl in den nächsten Jahren sterben werden. Ich habe unendlich Angst vor dem Tag, bei dem ich mit Sicherheit weiß, dass er kommen wird, angerufen werde und man mir sagt, dass mein Vater oder meine Mutter verstorben ist. Wobei ich es fast noch schlimmer fänd, wenn ich sie wochenlang vor ihrem Tod leiden sehen würde.
Ich kann es mir kaum vorstellen, dass es sie irgendwann nicht mehr gibt.

28.03.2022 15:52 • x 4 #4


Perle
Ich kann es auch verstehen. Habe keine Kinder und keinen Partner. Die meisten Angehörigen sind verstorben, meine Mutter lebt noch, sie ist jetzt 85 Jahre. Meine beiden Brüder haben sich, jeder auf seine eigene Weise, sozusagen aus dem Staub gemacht. Tja, irgendwann bleibt einer übrig. Und das bin ich.

28.03.2022 15:57 • x 2 #5


Johnny83
Danke für eure Antworten! Das tröstet mich etwas, dass ihr mich versteht. Oft ist es fast so, dass ich um den 3jährigen naja, nicht trauere, aber es schade find, dass er in dieser Form nicht mehr existiert, auch wenn der wunderbare, witzige und liebe 13jährige aus ihm geworden ist. (Und was den Trotz betrifft, ist der 3jährige noch da... Ich hab keine Amgst vor der Pubertät )

Es geht mir auch oft mit Bäumen, Bauwerken so. Diese alten, oft brüchige, Nachkriegshäuse Marke Eigenbau, mit den selbstgegossenen Wegen und Mistbeeten im Garten ...
Baufällige Garagen mit Moos in den Ritzen, Fensterläden, knorrige Rosen und knorrige Obstbäume, all das erzählt so viel Geschichten im Gegensatz zu den durchgestylten, vollklimatisierten Neubauten.
Dass das nicht rein rational ist, is mir klar. Trotzdem.

28.03.2022 16:10 • x 2 #6


moo
Servus,

Zitat von Johnny83:
Das Baby/Kleinkind existiert in der damaligen Form ja auch nicht mehr, denn die Kinder haben sich natürlich weiterentwickelt, sind aus sich herausgewachsen und ganz ganz tolle Menschen geworden (sie sind jetzt 10 und 13).

All diese Attribute (klein, damalig, weiterentwickelt, gewachsen, toll) sind letztlich Hirngespinste - und das gilt in herausragendem Maße für Zeit und Raum. Letztere sind der Maßstab, den der menschliche Geist anlegt, um sich (existent) zu fühlen.

Zitat von Johnny83:
Ich versuche, die Gegenwart zu genießen, aber es fällt mir im Moment so schwer, das angesichts der Flüchtigkeit des Glück oder besser gesagt des Augenblicks auch zu schaffen.

Wer genießt, leidet - so widersprüchlich sich das anhört. Du bestätigst das selber, indem Du die Gegenwart zu genießen versuchst... Auch die sogenannte Gegenwart oder der Augenblick sind nur Ego-bedingte Einbildungen, die die ebenso illusionäre Vergangenheit und Zukunft mit erzeugen: Wer den Augenblick genießen will, muss letztlich die Zukunft fürchten (denn sie könnte den Genuss ja irgendwann beeinträchtigen).

Es macht überhaupt keinen Sinn, ohne Anerkennung und Verständnis des eben Gesagten sich über sich und die Welt und ihren Lauf Gedanken zu machen. Wir greifen dabei nur in etwas ein, dass nicht greifbar ist.

28.03.2022 16:12 • x 2 #7


Johnny83
Zitat von Gaulin:
Mein Sohn wird nun schon 17, Schule wird beendet

Meine Therapeitin sagt immer, dass mein Sohn und meine Tochter mir ja trotzdem bleiben, und das stimmt ja auch. Ich mach mir derzeit auch noch wenige Gedanken über empty Nest, denn wer weiß, ob und was die studieren, wo sie leben werden, aber es hat auch sowas vom Abschied der eigenen Jugend, oder?

28.03.2022 16:13 • x 3 #8


Gaulin
Zitat von Johnny83:
Meine Therapeitin sagt immer, dass mein Sohn und meine Tochter mir ja trotzdem bleiben, und das stimmt ja auch. Ich mach mir derzeit auch noch wenige Gedanken über empty Nest, denn wer weiß, ob und was die studieren, wo sie leben werden, aber es hat auch sowas vom Abschied der eigenen Jugend, oder?

Oh ja das stimmt. Ich denke da spielen mehrere Beweggründe bzw Ursachen mit rein. Das eigene Altwerden/Ableben, das nicht mehr wiederkehrende Vergangene, Zukunftssorgen/-Ängste, Unsicherheiten, Zweifel, Lebenssinnfragen usw.

28.03.2022 16:18 • x 2 #9


Johnny83
@Islandfan
Ja, das verstehe ich, und auch das ist so ein Thema - die Sterblichkeit der Eltern erkennen und akzeptieren, auch der Rollenwechsel, der damit einhergeht..

28.03.2022 16:18 • x 1 #10


Johnny83
@Perle
Das 4ut mir leid. Ich drück dich. ..und hoffe, dass da noch andere Menschen sind, die dein Leben bereichern!

28.03.2022 16:19 • #11


Johnny83
Zitat von Lina60:
Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns auch dessen bewusst sein, was wir gut machten/mache

Danke für deine lieben Worte!
Du hast Recht, oft braucht es einen bewusste Prgammwechsel und ein wenig Umschalten ins Hier und Jetzt... Ich übe es immer noch...

28.03.2022 16:20 • x 3 #12


Johnny83
Ihr Lieben, jetzt melde ich mich mal wieder zu diesem Thema.
Gerade zu Schulschluss ist es wieder mal schmerzhaft. Der Beginn der Sommerferien ist immer so eine Art Zäsur; schon wieder ist ein Jahr vergangen, die Zeit der Volksschule nun endgültig vorbei. Ich muss auch zur Zeit wieder so oft an meinen Sohn als kleines Baby denken, so heiter und friedlich (okay, heiter und friedlich ist er mit 13 immer noch), in dieses süßen Bodies, und diese süßen Geräusche, die Babys eben von sich geben.
Geht/ging es euch auch so?

02.07.2022 17:22 • x 2 #13


Theophanus
@Johnny83 : Ich hoffe, auch wenn ich keine Familie habe beziehungsweise Kinder etwas über die eigene Vergänglichkeit zu schreiben, weil mich dieses Thema seit meiner frühesten Kindheitserinnerung sehr beschäftigt. Es sorgt bei mir immer eine große Furcht, wenn es um die eigene Vergänglichkeit und die Verluste in der Familie geht. Gerade weil mir bang ums Herz wird, wenn ich an das verlieren von lieben Menschen durch getrennte Lebenswege oder durch den Tod nachdenke. Für mich dauert eine Trauer wahrscheinlich ein Leben lang an, mein Vater ist schon seit 23 Jahre verstorben, aber dieselbe ist nicht weniger, sondern mehr und tiefer geworden, bei fehlt seit dem ein Stück Herz, genauso als meine Mutter gestorben ist, dieses ist auch schon 4 Jahre her am gleichen Tag wie bei meinem Vater. Die Trauer sitzt so tief in mir, dass ich nicht mehr weinen kann, was ich sehr vermisse, weil dieses für mich wie eine Waschmaschine der Seele war. Aber auch als ich mein einzigen wahren Freund verloren hatte eine Woche nach meinem Geburtstag, weil er mit seiner Mutter zurück nach Canada musste, brach mir ein Stückchen Herz weg. Ich weiß nicht, ob es anderen hier auch so geht, aber für mich heilt die Zeit keine Wunden, sondern sie vermehrt sie. Ich sehe oft nach draußen in der Natur und sehe im Sommer diese schöne Pracht, aber ich fühle mich dabei nicht wohl, weil ich schon den Tod voraussehe, der baldig folgen wird, damit die Natur sich vorbereiten kann für den Winter. So sehe ich es bei mir selbst auch, ich sehe mich eigentlich als zwar Lebender, aber der im eigentlichen Sinne schon längst verstorben ist, also eine lebende Hülle und dieses macht mir einfach nur Angst.

02.07.2022 17:59 • x 2 #14


Zitat von Johnny83:
Hallo, nach langer Zeit mal wieder ein Thema, das nicht mit Krankheit und/oder Schlafen zu tun hat. Mir macht immer wieder das Thema der Vergänglichkeit zu schaffen. Ich weiß auch, wo das bei mir wurzelt, in meiner Kindheit gab´s mit etwa 7 oder 8 Jahren einen Knick, (Trennung, Tod, Beginn Angststörung, die ...



Dieses vergängliche , unwiederbringliche , bezogen auf die Zeit und Personen .

Empfinde ich auch als schlimm, das Leben rennt .
Alles verändert sich schnell , und man selber ,hält an altem fest .

Im Kopf ,im Gedanken.

02.07.2022 18:11 • x 2 #15


Grace_99
Ach Liebes, ich verstehe Dich sehr gut.

Kind 1 ist 22, mit 19 ausgezogen wegen Studium. Anfangs nicht viel Kontakt gehabt, da das Kind sich im eigenen Leben eingefunden hat. Nachvollziehbar, aber schmerzhaft.

Jetzt haben wir viel Kontakt und sehen uns mindestens 1 x die Woche und diese Zeit verbringen wir toll miteinander.

Kind 2 ist 18, in der Ausbildung, wohnt noch bei mir. Ist aber fast nie zuhause, weil mit Freunden unterwegs usw.

Ich bin oft wehmütig und frage mich wo ist die Zeit geblieben, sind doch gestern erst geboren. Ich möchte meine Kinder weiterhin so viel über das Leben lehren, ihnen Gefahren,Enttäuschung ersparen. Aber das geht nicht mehr, da sie groß sind.

Ich bin natürlich sehr stolz auf meine beiden und wir haben wirklich ein sehr gutes Verhältnis. Aber noch mal die kleinen Patschehändchen spüren und die feuchten Küsschen wären schon toll.

02.07.2022 18:21 • x 2 #16


Johnny83
Zitat von Grace_99:
Ich bin natürlich sehr stolz auf meine beiden und wir haben wirklich ein sehr gutes Verhältnis. Aber noch mal die kleinen Patschehändchen spüren und die feuchten Küsschen wären schon toll.

Das unterschreibe ich zu 100 %
Danke, liebe @Grace_99

02.07.2022 18:32 • x 2 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Paulinchen2012
@Johnny83 Das Loslassen ist ein schwieriger Prozess. Man weiss zwar, dass die Kinder immer größer und selbständiger werden, was ja gut ist, aber manchmal so schwer zu akzeptieren. Man denkt : Oh mann o mann, dann brauchen sie einen nicht mehr und bleibt alleine zurück. Ich mach das momentan auch durch und ich hätte von mir nie gedacht, dass es mich so mitnimmt. Aber so ist das Leben. Aber wenn das Verhältnis passt, dann kommen sie immer wieder gerne nach Hause.
Ich denke auch oft an die schöne Zeit zurück als sie noch klein waren. Süß waren sie aber auch anstrengend.
Und jeder Altersabschnitt hat seine Vorteile.
Und du bist noch jung und die Hauptsache ist, dass alle gesund bleiben. Du kannst noch so tolle Sachen und viel viel Zeit mit ihnen verbringen.

04.07.2022 17:36 • x 3 #18


Hoffnungsblick
Zitat von Johnny83:
und es fühlt sich wie ein entsetzlicher Verlust an und ich vermisse alles einfach nur. Das Baby/Kleinkind exisitiert in der damaligen Form ja auch nicht mehr, denn die Kinder haben sich natürlich weiterentwickelt, sind aus sich herausgewachsen und ganz ganz tolle Menschen geworden

Das verstehe ich zwar. Mir hat es aber immer geholfen, mich in die Kinder/Jugendlichen hineinzuversetzen. Was wollen sie? Größer werden! Das ist ihr Kick. Das Leben mehr aus ihrer Sicht wahrnehmen ist hilfreich.

Zitat von Johnny83:
das angesichts der Flüchtigkeit des Glück oder besser gesagt des Augenblicks auch zu schaffen.

Das Glück ist nur Glück und kostbar, weil es flüchtig ist.

Zitat von Lina60:
Niemand ist fehlerfrei.

Alles andere ist Fiktion. Wären wir fehlerfrei, würde sich das Rad des Lebens nicht mehr drehen. Es gäbe kein Leben.

Zitat von Johnny83:
Dass das nicht rein rational ist, is mir klar. Trotzdem.

Wir wollen schöne Zustände festhalten - aber ihre Flüchtigkeit macht sie schön.

Zitat von moo:
Wer genießt, leidet - so widersprüchlich sich das anhört.

Ja.

Zitat von Johnny83:
aber es hat auch sowas vom Abschied der eigenen Jugend, oder?

Abschied ist immer. Manchmal sage ich mir, weil ich es so erlebe, dass wir nur einen Film drehen, unseren Erinnerungsfilm.

Zitat von Johnny83:
und ein wenig Umschalten ins Hier und Jetzt... Ich übe es immer noch...

...immer noch, ja immer noch...

Zitat von Johnny83:
in dieses süßen Bodies, und diese süßen Geräusche, die Babys eben von sich geben.

Wenn du das so liebst, wart ein Weilchen, dann bringen deine geliebten Kinder dir eines nicht allzu fernen Tages solche süßen Babies nach Hause, deine Enkelchen.
Außerdem ist die Welt voll von ungeliebten Babies, die gerne ihre Ärmchen um deinen Hals schlingen würden.

Zitat von Theophanus:
als ich mein einzigen wahren Freund verloren hatte


Wenn du ihn vermisst: Mir hilft die Erkenntnis, dass letztlich nichts wirklich vergeht. Deine Zuneigung für ihn kann immer noch in deinem Herzen leben.

Zitat von Theophanus:
aber ich fühle mich dabei nicht wohl, weil ich schon den Tod voraussehe, der baldig folgen wird, damit die Natur sich vorbereiten kann für den Winter. So sehe ich es bei mir selbst auch, ich sehe mich eigentlich als zwar Lebender, aber der im eigentlichen Sinne schon längst verstorben ist, also eine lebende Hülle und dieses macht mir einfach nur Angst.

Manchmal denke/fühle ich, dass ich alles in einem bin, also auch das, was ich noch sein werde.
Mir hilft es wirklich, den Augenblick auszukosten, wohlwissend, dass er im nächten Augenblick Vergangenheit sein wird.
Dieser Augenblick ist es, den die Natur leben will. Er ist das einzig Kostbare. Also, warum nicht den Tautropfen auf dem Grashalm preisen, bevor er abperlt?

Zitat von faolan:
Alles verändert sich schnell , und man selber ,hält an altem fest .

Wenn ich das tue, dann blockiere ich das wundersame Räderwerk des Lebens.
Warum sollten wir die Welle im Ozean festhalten, während sich schon eine neue bildet?

Zitat von Grace_99:
Ich möchte meine Kinder weiterhin so viel über das Leben lehren, ihnen Gefahren,Enttäuschung ersparen. Aber das geht nicht mehr, da sie groß sind

Jetzt geht es dafür andersherum: Sie lehren mich - wenn ich es zulasse. Warum sollten sie nicht genauso weise/schlau/klug sein? Sie haben eben nur andere Erfahrungen gemacht, von denen ich dann wieder lernen kann.
Aber ja, ich kenne das, sie noch belehren wollen...Zu Glück ziehen sie dann die Bremse.

04.07.2022 18:33 • x 2 #19


Zitat von Hoffnungsblick:
Das verstehe ich zwar. Mir hat es aber immer geholfen, mich in die Kinder/Jugendlichen hineinzuversetzen. Was wollen sie? Größer werden! Das ist ihr Kick. Das Leben mehr aus ihrer Sicht wahrnehmen ist hilfreich. Das Glück ist nur Glück und kostbar, weil es flüchtig ist. Alles andere ist Fiktion. Wären wir ...



Man ist nicht so schnell wie die Zeit, und ehe man sich versieht ,schlägt die Uhr Punkt 12 .
Selber ist man ,aber erst bei 10 Uhr.
Braucht also 2 Stunden länger, hängt in der Warteschleife des Lebens.
Um zu begreifen , zu verarbeiten ,was wie ,und mit wem geschieht .

04.07.2022 18:44 • x 1 #20



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser