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marsmensch
ich weiß nicht ob es stimmt,
das ureinwohner keine angst haben.
nehm das aber mal so.
ich könnte mir vorstellen,
das von anfang an (lebensanfang- geburt)
der mensch in einem sicheren sozialen netzwerk auf wächst.
er hat von anfang an einen platz in diesem netzwerk.
bei uns hier und heute ist es nicht so.
kaputte familien, ungewollte kinder, Alk., sexuelle mißbräuche usw.
man wird geboren und dieses sichere umfeld fehlt.
man hat keinen platz in der gesellschaft.
muß ihn sich mühsam erkämpfen,
aber da sind dann andere (stärkere) die einem den platz wieder streitig machen.

05.02.2012 12:07 • 08.02.2012 #1


22 Antworten ↓


marsmensch
eine andere gesellschaft suchen?
leicht gesagt.
zumindest haben wir hier unsere wurzeln.

welche gesellschaft ist besser?
und in einer neuen gesellschaft muß man sich seinen platz auch erst erkämpfen.

05.02.2012 12:23 • #2



Angst im Wandel der Zeit, Angst gesellschaftsabhängig?

x 3


Vor 30 Jahren war es mit Sicherheit in Sachen Angststörung anders als heute. Hypochonder gab es immer schon, aber mit dem Internet hat sich das alles noch vervielfacht. Ausserdem die ganze Reizüberflutung, die ja seit Jahrzehnten auch immer mehr zunahm. Vor 30 Jahren gab es 2 TV Sender, heute 300. Und so ist es in allen Bereichen. Darum hat sich viel verändert, nur um auch mal an das Thema ADHS zu erinnern. Die Symptomatik hatte ich schon vor 30 Jahren, aber da war ich einer von 100, heute haben die Diagnose 10 von 100 Kindern!

Die Zeit ist hektisch (egal ob im Job, im Supermarkt oder auf der Autobahn), total reizüberflutet, unsozial (zwischenmenschlich) und so weiter. Das die psychischen Erkrankungen bis 2020 die Herz/Kreislauferkrankungen, die immer führend waren, überholen, ist nur logisch.

Alles in allem denke ich aber, es ist immer die Frage, ob man bei allem mitmachen muss und immer mit schwimmt. Das muss man nämlich nicht. Man kann viel auch von sich fern halten und damit meine ich nicht Vermeidung.

Zitat von Casadero:
Nicht selten sind Stress und Druck emotionaler Natur Auslöser.
Und genau dem Druck muss man sich nicht aussetzen.

05.02.2012 13:03 • #3


Hallo

Dieses Thema wird seit einigen Jahren auch von der Wissenschaft und Medizin
mit Interesse betrachtet, da Angsterkrankungen in der "zivilisierten Gesellschaft"
extrem zunehmen.

Ich persönlich sehe die Auslöser in folgenden Punkten:

1. Oft fehlendes "Urvertrauen" durch desolate Familien und fehlendes soziales
Umfeld in welches man praktisch automatisch eingebunden ist (war früher so).
2. Durch den schnellen Wandel (auch Druck etc.) kaum noch planbare und/oder
halbwegs gesicherte Lebens- und Zukunftsmodelle möglich.
3. Völlige Überforderung durch Informationsflut und zunehmende Komplexität
des täglichen Lebens.

05.02.2012 13:31 • #4


Ja, das Thema wird beobachtet und es wurde aus der Wissenschaft schon häufiger gesagt, die Zunahme von psych. Erkrankungen hat auch was mit dem veränderten Arbeitsmarkt zu tun. Das ist aber nur ein Punkt von vielen.

05.02.2012 13:39 • #5


Ich bin mir sicher, dass wir Menschen ein Opfer unserer Gier sind.
Trotzdem wir längst von allem satt sind, horten und konsumieren wir weiter und wundern uns dann, wenn wir "platzen".

Cerbi

05.02.2012 14:30 • #6


Jupp, selbst unserem Bundespräsidenten ist nun,
nach der Gier, auch die Angst im Gesicht abzulesen ...

05.02.2012 14:38 • #7


@Beobachter
Das Wullfi ist halt auch nur ein kleiner satter Gierschlund.

LG Cerbi

05.02.2012 14:44 • #8


Eigentlich ist es einfachste Mathematik:

Denn,
je mehr wir wollen, um so mehr Dinge gibt es,
um die wir uns fürchterlich ängstigen müssen.

05.02.2012 15:02 • #9


Die haben erst recht Angst, die Angst etwas davon zu verlieren ...

05.02.2012 15:12 • #10


Zitat von Cerberus:
Ich bin mir sicher, dass wir Menschen ein Opfer unserer Gier sind.
Trotzdem wir längst von allem satt sind, horten und konsumieren wir weiter und wundern uns dann, wenn wir "platzen".

Cerbi
Das meinte ich. Und mehr. Und es ist immer die Frage, ob man es wirklich alles haben muss. Der Druck entsteht auch, wenn man einen gewissen Lebensstandard hat und halten will.

05.02.2012 15:49 • #11


Manche Krankheiten haben deutlich sichtbare Symptome ...

05.02.2012 19:14 • #12


Sirius
Hallo !

Nur mal kurz ein Gedanke ?

Ob es bei den Urvölkern anders aussieht was Angststörungen angeht,
da gibt es leider keinen genauen Studien, aber ich glaube das es nicht so weit verbreitet ist wie bei uns !

Glaube Lauster oder so hat mal die Theorie aufgestellt,
das es mit unserer immer schnell lebrigeren Zeit zusammenhängt.
Die Industralisierung und moderne Technik ,
geht immer schneller und schneller und schneller voran.
Sodas das Individium dem innerlich und Psychisch nicht folgen / anpassen kann.

Wir leben ja auch ziemlich gegen unsere Natur !
Wir fliegen mit Flugzeugen rum oder fahren unter der Erde mit der U Bahn,
sind schon von klein auf in der Schule und damit den Leistungsdruck ausgesetzt usw usw usw ........ !

Und wie auch schon hier erwähnt ist unsere Gesellschaft
nun nicht gerade sehr Familien gebunden, wie bei den Ureinwohnern.

Habe gerade in einem anderen Beitrag geschrieben.
In Deutschland wird in der zwischenzeit jede ZWEITE Ehe geschieden !
Was da los ?

Was ja auch einen Geborgenheits und Sicherheitsfaktor ausmacht.

Meist steht doch jeder für sich ziemlich alleine da, wenn es Probleme gibt.

Unsere Gesellschaft ist eine Leistungsorientierte - Kapitalistische - Ellenbogengesellschaft !

Was gerade Ängste angeht, dem nicht besonderlich posetiv förderlich ist.

Nette Grüße von Sirius

05.02.2012 19:55 • #13


Huhu

Die Natur hat natürlich bestimmte Ängste als Warnzeichen oder zur
Vorsicht vorgesehen. Diese Ängste sind (waren) überlebensnotwendig.
Angst vor Raubtieren und Gefahren, Angst vor Krankheit und Unfällen,
und auch "Angst" vor Hunger und Durst (zur Motivation und Vorsorge).

Heute stehen wir aber anderen Gefahren gegenüber, die wir spüren,
aber für die es im Gehirn keine wirklichen "Verhaltensprotokolle" gibt.
Dadurch verlagern sich unsere Ängste, sind nicht mehr natürlich greif-
bar und Prioritäten werden verschoben.
Wir bekommen surreale Ängste vor harmlosen oder nicht vorhandenen
Dingen, und zugleich ignorieren wir die wirklich bedrohlichen Dinge.

05.02.2012 21:06 • #14


Hallo!

Zitat:
In Deutschland wird in der zwischenzeit jede ZWEITE Ehe geschieden !
Was da los ?


Nun, die Ansprüche an die Qualität des ehelichen Verhältnisses sind wohl gestiegen, weil die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit nicht mehr schicksalhaft zu einer Ehe dazugehört. Früher hielten die meisten Ehen, weil mehr Frauen bereit waren, sich mit einem prügelnden Ehemann abzufinden, und weil auch sonst mehr Menschen bereit waren, ihr persönliches Wohlbefinden der wirtschaftlichen oder gesellschaftlich erwarteten Gemeinschaft zu opfern. War das besser? Hatten die Menschen deshalb weniger Ängste, oder nur anders gelagerte?

Für mich ist es schwer vorstellbar, dass Menschen durch Kriege, Hungersnöte und soziale Unterdrückung, von denen unsere Geschichte so reichlich zu bieten hat, vergnügt hindurchgetollt sein sollen und sich gesagt haben: Juppie, genau das Leben, mit dem ich nicht gegen meine eigentliche Natur lebe! Oder dass Kinder, die gar keine Gelegenheit hatten, zur Schule zu gehen, weil sie helfen mussten, die Familie zu ernähren, nicht unter Leistungsdruck standen. Dass U-Bahn Fahren meinen Nerven mehr zusetzt als stundenlang bei Wind und Wetter durch von Wölfen bevölkerte Wälder zu laufen.

Dass eine Gesellschaft mit dem Hang, Menschen auf Grund von Andersartigkeiten zu verbrennen, zu erschießen oder zu vergasen, weniger Angst auslösend gewesen sein soll als die, in der wir heute leben.

Allenfalls vorstellbar als technologischen Auslöser für wachsende Ängste finde ich: Fernsehen. Der Teller, auf dem wir lebten und über dessen Rand wir nicht hinaussehen konnten, war früher sehr viel kleiner. Das Ausmaß an Horror und Elend (sowohl real als auch herbeiphantasiert), das wir vor Augen hatten, beschränkte sich auf den eigenen Umkreis. Das Grauen der ganzen Welt, das nun täglich visuell auf uns einstürmt, geht vielleicht über das Verkraftbare hinaus und resultiert in tiefer Verunsicherung?


Ansonsten habe ich noch eine andere These: All die Ängste und psychischen Krankheiten hat es schon immer gegeben, nur die Begrifflichkeiten dafür haben sich verfeinert und die verschiedenen psychischen Befindlichkeiten damit aussprechbar, analysierbar und diskutierbar gemacht. Wenn ich mich in der letzten und vorletzten Generation meiner Familie so umsehe, hätte ein Psychotherapeut da reiches Futter gefunden und es mit viel buntem Fachvokabular diskutieren und therapieren können. Da dies aber noch nicht üblich war, wurden die psychischen Befindlichkeiten lediglich als charakterliche Eigenheiten gehandelt und somit auch nicht offiziell registriert und statistisch als Krankheiten verbucht.

Grüße, cbra

07.02.2012 11:07 • #15


Huhu

Nach Aussagen von Soziologen und Wissenschaftlern spielt der
Faktor Zeit bei der (vermuteten) Zunahme von Stress und Angst
eine entscheidente Rolle.
Veränderungen, Informationsfluss und Tagesabläufe werden immer
schneller (beschleunigte Zeit), so dass keine wirkliche Zeit zur Ver-
arbeitung mehr gegeben ist. Die neuronal nötigen Pausen, in denen
unser Nervensystem/Gehirn die Ereignisse sortieren und bearbeiten
kann fehlen.
Viele fordern daher auch eine "Entschleunigung" unserer Gesellschaft.

Allgemeine psychosoziale Fehlentwicklungen gab es aber bestimmt
schon zu allen Zeiten. Beobachtungen in meiner eigenen Herkunfts-
familie belegen dies zweifelsfrei.

Liebe Grüsse, Der Beobachter

07.02.2012 12:57 • #16


Zeit...

Dann dürfte ich nichts haben, weil Zeit hatte ich immer schon oder ich hab sie mir genommen. Ich persönlich glaube eher an Reizüberflutung (Informationsflut) und viele Menschen kommen damit immer weniger klar. Vielleicht stößt die Verarbeitungsfähigkeit im Hirn auch an Grenzen.
Und wenn man der Wissenschaft aktuell glaubt, dann ist ja auch ADS/ADHS nichts weiter als eine Verarbeitungsstörung im Hirn, Reize werden fehlerhaft gefiltert. So langsam aber sicher kann man das wohl in bildgebenden Verfahren nachweisen und dann würde klar werden, es ist eben keine Erfindung oder Modeerscheinung.
Letztlich kommt das aber zu Tage, weil sich eben die Informationsflut in den letzten Jahrzehnten enorm verändert hat, nach oben. Man wird quasi vom Angebot "erschlagen".

07.02.2012 13:10 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Forschungen (ursprünglich in Bezug auf Gewalt-Videospiele) haben ergeben,
dass es für das Gehirn keine wirkliche Rolle spielt, ob Eindrücke/Informationen
real oder medial/visuell aufgenommen werden.

Und was für diese pervertierten Videospiele angenommen wird, das würde
dann natürlich auch für alle anderen Eindrücke (z.B. TV-Nachrichten) zutreffen.

07.02.2012 14:23 • #18


Ich glaube:

Der Mensch ist nicht dafür geschaffen alles in immer schnellerer Zeit zu schaffen und fast keine soziale Sicherheit zu besitzen.
Wenn ich mir meine Eltern bzw. Schwiegereltern ansehe (heute 80Jahre alt). Sie erlernten einen Beruf, trudelten dann irgendwann in einer größeren Firma ein. Dort blieben sie bei geregelter 40 bzw. 35 Stunden Woche und 6 Wochen Urlaub im Jahr. Wenn tatsächlich einmal Überstunden anfiehlen, wurden diese unter großem Gejammer und mit doppelter Vergütung in Freizeit abgeleistet. Die Kohle wurde durch die hohen Tarifabschlüsse immer mehr. Sparen, Häuschen bauen.... Nach 25 Jahren: Häuschen abbezahlt. Die Firma wollte rationalisieren. Also mit 100000 DM Abfindung und 55 Jahren in Rente. Keiner von Ihnen oder in Ihrem Bekanntenkreis hat eine Angststörung. Komisch gell?

Dagegen mein Bekanntenkreis: Heute alle so zwischen 30 und 50 Jahre. Fast keiner arbeitet mehr in seinem erlernten Beruf, da sich ganze Berufszweige im Laufe der Zeit aufgelöst haben. Ständige Erhöhung der Wochenarbeitszeit durch Überstunden ohne jeglichen Ausgleich. Das "erwartet" der Chef. Wenn Du nicht willst, es gibt genügend Jüngere auf dem Arbeitsmarkt, die außerdem für 30% geringeren Lohn bereit sind zu arbeiten. Tja, halt Dein Pech, dass Du eine Eigentumswohnung abbezahlen musst. Sei brav, dann darfst Du bleiben. Das wird einem schön an den Praktikanten vorgeführt, die bis zu 2 Jahre für einen "Hungerlohn" arbeiten. Wenn fest angestellt, dann befristet etc. etc.
Von Angststörungen, Depressionen, Alk. etc. kann da annähernd jeder zweite meiner Bekannten berichten.

Noch kurz: Thema Trümmerfrauen etc. : In Zeiten wo ich extrem Streß hatte waren die Panikattacken eher selten. Erst als ich den "Dämpfer" Alk. wegließ und versuchte mein Leben zu entschleunigen.....da ging´s richtig los. Da siehst Du dann was Du Deinem Körper und der Psyche im Laufe der Jahre aufgebürdet hast.
Gleiches auf der einsamen Insel: Da war ich wirklich mal drei Wochen. Die ersten 1,5 Wochen bestanden praktisch aus einer andauernden PA. Dann wurde es besser und am Schluß ging es mir richtig gut. Am ersten Tag in der "Zivilisation" holte mich die Panik, wenn auch nur kurz, jedoch schon wieder ein.

07.02.2012 15:15 • #19


Misch
Ich haben eben en Gespräch über einige Stunden geführt über solchen Themen. Ich mache das gerne ... ich tausche mich gerne mit anderen Personen aus und je mehr ich darüber spreche umso ehr verstehe ich das es nicht nur eine komische Macke von mir ist.
Ängste und Störungen gab es frühr auch nur haben wir heute ein ganz anderen Bezug dazu. In der Nachkriegszeit hat es sozusagen knallhart gesagt keine Sau gejuckt ob du Zukunftsängste hattest, die hatten wohl viele. Ich behaupte mal in der Industrialisierung, bei 14-16 Stunden Arbeit am Tag, da gab es mehr Personen die unter starken Psychischen Problemen litten. Hätte es damals das Wissen wie heute über Burn-Out und & Co gegeben ... es hätte ein riesen Konjukturpacket gebraucht um die ganzen Patienten zu finanzieren. Durch TV, Internet und Co verstärkt sich das und es bringt die Problematiken stärker zum Ausdruck. Auch das Wissen über die Psyche eines Menschen hat in den letzten 100 Jahren gewaltige Sprünge gemacht. Nur frühr war das Wissen nicht da und noch dazu gab es keine Alternativen. Irgend ein Leibeigener vor Jahrhunderten konnte sich nicht krankschreiben lassen weil er psychisch kaputt war und es hatte auch niemanden interessiert. Es gab keine Therapeuten. Nur weil es nirgends wirklich dokumentiert ist heißt es nicht, dass diese Menschen nicht reihenweise unter Psychischen Störungen litten. Die Annahme dies wäre nicht so gewesen halte ich für naiv.

Aber was mir im Kopf rumgeistert. Wie schaft ihr es bei allem was euch umgibt noch halbwegs auf den Füßen stehen zu bleiben? Wenn ich einmal auf die Welt blicke reißt man mir den Boden unter den Füßen weg. Ich habe an einigen Tagen das Bedürfnis einfach von hier weg zu gehen. Weg voll all dem was mich umgibt. Runter von diesem Planeten. Ich sehe es vieleicht an vielen Punkten zu extrem und zu negativ aber in vielen Momenten bleibt mir nur eine riesen Portion Wut während mir eine Träne die Wange runter läuft. Ich versuche mich schon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen aber bei all dem Geiz, Neid, Hass, Chaos, der Willkür, der Gleichgültigkeit auf der Welt ... ich wäre froh wenn ich wegsehen könnte und so unwissend und gleichgültig mein Leben führen könnte wie viele andere Menschen.

Z.b. bringen mich solche Sache zur Verzweiflung. Seit 20 Jahren halten die Industrielänger den Krieg im Kongo am Leben. Was am Anfang der Sturz einer Dikatatur war ist heute nichts anders als ein bewaffneter Konflik um Rohstoffe. Es geht dort nicht mehr darum wer die bessere Idee hat. Es geht nicht mehr darum etwas zu verbessern oder ein bestehendes System zu stürzen. Das ist längst in vergessen. Es geht nur noch um Macht und Geld, wer die Macht hat, der hat die Kontrolle über die Rohstoffe und damit die Macht über das Geld. Und warum ist das so wichtig? Weil dort seltene Metalle gefördert werden die in der Konzentration kaum an anderen Orten zu finden sind. Diese Metalle gehen an die Industrieländer und landen unter anderem in Notebooks, Handys und vielen anderen technischen Produkten. Und jetzt kommt das was mich am meisten aufregt: unsere Konsumgeilheit.

Passend nehme ich hier den bekannten Herstelle mit dem Apfel im Logo. Jedes Jahr kommt ein neues IPhone auf dem Markt. Dabei geht es nicht um technische Neuerungen oder darum das die alten Handys nach etlichen Jahren ihren Geist aufgeben. Nein hier geht es nur um Lifestyle ... um das neuste und schickste Smartphone. Ich kenne 1-2 Personen die haben vom IPhone1 bis zum 4er alle durch gehabt. Sie hätten nicht das IPhone2 gebraucht, das Erste tats noch sehr gut und konnte das selbe. Aber es war nicht das neuste ... nicht das flachste usw. Jetzt liegen bei denen 3 Smartphones rum im Wert von mehreren hundert Euro. 1 Jahr benutzt und dann aus Konsumgeilheit verstauben lassen.

Was noch dazu kommt, in der Wirktschaft ist es normal Produkte so zu entwerfen, dass sie nach einem bestimmten Zeitraum deffekt sind. Stichwort Drucker, die Dinger haben sogar nen Chip drinne der irgendwann sagt "10000 Seiten gedruckt, ich bin jetzt Kaputt" . Und das alles nur um den Konsum aufrecht zu halten. Also müsste eh nach kurzer Zeit ein Neues herhalten. Und dann, auch wenn es immer schade ist wenn ein Mensch stirbt, als irgend so ein Industriegigant verstirbt meinen plötzlich Medien und Konsumenten, dass die Welt untergeht nur weil 1 Mensch, 1 Mensch der die Konsumgeilheit fördert und der wie wir alle verantwortlich ist das in Kongo weiterhin Menschen sterben. Dieser Mensch wird in den Himmel gehoben, mich wundert es das er vom Papst nicht heilig gesprochen wurde. Die Menschen meinen plötzlich trauern zu müssen ... gedenken zu müssen. Es wurde ein riesen Hype darauß gemacht. Aber es wird nicht an ein einziges Opfer im Kongo gedacht, der/die sterben musste nur damit wir in der Bahn auf Google Street View unser Haus sehen können.

Ich kann garnicht beschreiben wie sehr ich empfinden wenn ich daran denke und das hier schreibe. Und das hier ist nur ein Beispiel ... man könnte noch hunderte bringen. An allen Ecken trifft man auf solche Misstände, es ist schon schwer nicht darüber zu stolpern. Ich kann diesen Text nur schwer schreiben ohne mir Vorzustellen wie das Blut der Opfer an den Tasten klebt ... wie ich mich mitverantwortlich mache in dem ich dieses Produkt gekauft habe. Warum sterben tausende von Menschen, nur damit wir immer das tollste neuste Handy haben? Mein Handy fällt langsam auseinander ... es wird mit Klebeband zusammengehalten und ich werde wenn auch nur ein Neues kaufen wenns wirklich mit dem Teil vorbei ist.

Warum denken viele andere Menschen nicht so? Warum überhäufen sie sich immer wieder aufs neue mit Sachen die sie nicht brauchen und für die Menschen ihr Leben verloren haben. Das übersteigt meinen Verstand. Wenn dann noch die Merkel sich vor die Kamera stellt und unser Wachstum bejubelt, unseren technischen Fortschritt bejubelt ... dann ists bei mir völlig aus. Ich verstehe nicht wie sowas die vielen Menschen kalt lässt und da meine ich nichtmal den Bürger auf der Straße ... viel mehr die Industrie die die Metalle kaufen. Die Personen die die Macht haben was zu bewegen. Wie kann es denen die aufklären könnten so völlig egal sein, dass die Menschen in Unwissenheit gebadet werden? Wie soll man da jemals mit sich selbst und seinen Ängsten ins Reine kommen?

08.02.2012 03:08 • #20



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Dr. Reinhard Pichler