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Ralph_97

Ralph_97
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Hey zusammen,

Ich habe seit dem Winter eine extreme Anspannung wenn ich das Haus verlasse. Ich habe im Winter mit dem Rauchen aufgehört und habe den Verdacht, dass das der Auslöser dafür war. Meine Symptome sind, dass mir alles so fremd, trostlos und ernst vorkommt wenn ich das Haus verlasse. Zudem bekomme ich häufig Atemnot (Im Winter war das noch schlimmer) und Schluckbeschwerden und das Gefühl nicht richtig da zu sein, also hier wird das glaube ich derealisation genannt und soll wohl auch von der Angst kommen. Ich glaube dass das ganze die Angst davor ist mich aufgrund von der Anspannung sehr seltsam zu verhalten oder die Fassung vor anderen Menschen zu verlieren und diese dadurch merken dass etwas nicht mit mir stimmt. Vorallem in der Hochschule wäre das der worst case. Ich hatte im Winter eine Panikattacke(Die erste seit viiiielen Jahren vorher war alles super) die aber durch viel zu viel Koffein und andere Substanzen ausgelöst wurde und habe das Gefühl dass sich mein Körper davon nicht mehr richtig erholen konnte und seitdem wie unter Strom steht. Zudem spiele ich seit dem Winter mit dem Gedanken mein Studium abzubrechen und den Techniker an meine abgeschlossene Ausbildung dran zu hängen und meine Freundin ist bei mir eingezogen. Zudem müsste ich meinen Minijob kündigen. Es ist also viel passiert und die Anspannung ist seit dem Winter vorhanden und strengt mich sehr an, wenn ich das Haus verlasse will ich immer alles so schnell wie möglich wieder nach Hause selbst wenn beim Einkaufen eine Schlange ist und ich nicht sofort gehen kann bekomme ich so ein beklemmendes Gefühl. Ich habe einfach das Gefühl dass mir alles zuviel geworden ist, ich halte gar keinen Stress mehr aus und wache jeden Morgen mit Herzrasen auf. Für mich ist meine Couch in meinem Wohnzimmer der einzige Ort an dem ich mich noch richtig wohl fühle. Was ich nun seltsam finde ist als ich zum Hausarzt gegangen bin hat er gemeint das seien Symptome einer Depression. Aber eine Depression würde ja eigentlich bedeuten dass ich mich sehr unglücklich fühle, das ist aber eigentlich nicht so. wenn ich Zuhause auf meiner Couch mit einer Decke liege ist alles gut nur wenn ich nur daran denke das Haus zu verlassen in diese fremd wirkende kalte Welt bekommen ich wieder Herzrasen. Hat jemand eine Ahnung was genau mein Problem ist und wie das alles wieder gut wird? Übrigens war ich jetzt über Ostern zwei Wochen Zuhause ohne jeglichen Stress und ich habe das Gefühl mich zu erholen. Nur sobald ich wieder das Haus verlassen muss kommt der Horror zurück. desto weiter ich von Zuhause weg bin desto schlimmer und ich habe das Gefühl diese ekelhaft Verstimmung verschwindet erst wieder wenn ich mich Zuhause auf meine Couch lege. Vielen Dank und liebe Grüße!

18.04.2022 #1


40 Antworten ↓
silverleaf

silverleaf
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Hallo Ralph,

ich denke auch, der Fokus sollte auf der Therapie liegen.

Kleiner Erfahrungsbericht aus der Klinik:

Bei den Angstpatienten war bei uns das Verhältnis ungefähr 70 zu 30, was die Medikamente angeht (also 70% haben welche genommen, 30% nicht), ergo: Es geht auch ohne Medikamente, aber die meisten nehmen welche.

Der viel wesentlichere Punkt war aber die Therapie:
Es wurde sehr intensiv daran gearbeitet, sich den Ängsten entgegenzustellen. Viele Expositionen zu machen. Das war der ausschlaggebende Faktor, nicht so sehr die Medikation.

Alles unter folgender Prämisse: der Angst keinen Raum zu geben, diese breitet sich nämlich aus, wenn man sich ihr nicht entgegenstellt (P.S.: bei mir ging das so weit, dass ich erst nicht das Haus und später nicht einmal mehr das Schlafzimmer verlassen konnte).
Jeden Raum, den Du der Angst gibst, nimmt sie sich auch! Und Deine "Räume" werden immer kleiner. Und irgendwann wirst Du Deine Couch nicht mehr verlassen können.

Aktuell ist es noch so, dass Du noch ganz viel kannst, es sich "nur" furchtbar anfühlt.
Für die klassische Angsttherapie heißt das: Du kannst einen Supermarkt noch betreten? -> Super, weiter den Supermarkt betreten, auch wenn es sich furchtbar anfühlt. Der Angst keinen Raumgewinn ermöglichen.
Das Gehirn merkt mit der Zeit wieder, dass Dir dort keine Gefahr droht.

Aktuell ist Deine interne "Alarmanlage" übersteuert, zu "fein eingestellt". Das geht vielen Angstpatienten so.
Und durch die Therapie kannst Du es schaffen, diese wieder auf "Normal-Niveau" einzustellen.

Viele Patienten haben richtig tolle Fortschritte gemacht. Es ist nicht einfach und kostet viel Kraft, vor allem Willenskraft, aber man kommt da wieder heraus.

Medikamente können helfen, sind aber bei vielen Patienten nicht der entscheidende Faktor, der entscheidende Faktor ist die Therapie und die innere Einstellung, sich der Angst entgegenstellen zu wollen.

Bei mir ist es besser geworden. Zwar immer noch schwierig und nur zum Teil erfolgreich, aber das liegt an anderen Erkrankungen von mir und hat nichts mit der Angst-Therapie zu tun.

Viele Patienten haben es mit viel Mut und Willenskraft geschafft, ihren "Angst-Drachen" wieder zu bändigen und wieder ein freies Leben zu führen.

Ich möchte Dir Mut machen: Es ist möglich! Fokussiere Dich auf die Therapie. Es ist machbar! Und wenn Du Dich dafür entscheidest, ist es auch ohne Medikament möglich, keine Angst davor, die sind nicht der entscheidende Faktor.

Alles Gute!

LG Silver

18.04.2022 20:59 • x 6 #25


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A


Angst das Haus zu verlassen

x 3


E

Ex-Mitglied
Gast

Zitat von Ralph_97:
Ja verstehe mich nicht falsch aber ob das Problem nachhaltig behoben ist wenn man durch ADs permanent auf einer Wolke schwebt wage ich zu ...

Das wäre wirklich schön gewesen, wenn ich dadurch auf einer Wolke geschwebt hätte.

Mich haben die Tabletten tatsächlich "normal" und lebensfähig gemacht.
Die "Heilung" bzw. Gesundung und Genesung fand in der Therapie statt.

Deswegen sehe ich die Therapie als den wichtigeren Baustein an. Medikamente erhalten die Therapiefähigkeit und unterstützen das ganze. Es geht auch ohne, dauert uU nur länger, und könnte ein schwierigerer weg sein als ohne. Ich habe sie, rückblickend, definitiv gebraucht und sie haben mir sehr geholfen. Bin froh, dass es die Möglichkeit der medikamentösen Behandlung gab. Inzwischen habe ich sie wieder absetzen können und auch die Therapie habe ich abgeschlossen. 🙂

Also, würde dir erst Mal kurzfristig zu ner Therapie raten. Ggf. kann der Therapeut auch mit einschätzen, ob Medikamente Sinn machen, wie gesagt, oft geht es auch ohne. Wenn die Zeit bis zur Therapie lang ist, können Medikamente auch sinnvoll sein, um die Zeit bis dahin zu überbrücken (Wartezeiten können eeeecht lang sein).

18.04.2022 23:34 • x 4 #41


Zum Beitrag im Thema ↓


Ralph_97
Und kann mir bitte jemand sagen, dass ich es da wieder ohne Medikamente raus schaffe das würde mich sehr beruhigen, danke!

#2


S
@Ralph_97 Ich glaube in der Fachsprache heißt es "generalisierte Angststörung”.

Du schriebst, dass Du einen Termin beim Psychologen abmachen wolltest, ist da was draus geworden?

Du schleppst das seit Weihnachten mit Dir rum …

x 1 #3


S
Ich hab mal 4 Monate das Haus ueberhaupt nicht mehr verlassen.

Depressionen plus Angststörung.

Therapie plus Antidepressiva und 2 Monate nach Verschwinden der Angst alleine durch Asien getrampt, also, da kommt man wieder raus, keine Bange

x 10 #4


Ralph_97
Zitat von portugal:
Ich hab mal 4 Monate das Haus ueberhaupt nicht mehr verlassen. Depressionen plus Angststörung. Therapie plus Antidepressiva und 2 Monate nach ...


Ja ich will aber keine AD neben da meld ich lieber Hartz iv an und bleib daheim ohne Witz. Ich habe nur schlechtes über dieses Zeug gehört....man ist einfach nicht mehr frei...was ist wenn die Mal Lieferschwierigkeiten haben wie z.b. beim Sonnenblumenöl und dann durchlebst du die Hölle auf Erden wenn du das plötzlich absetzen musst oder wenn du in Asien deine ADs verlierst? Ich habe wirklich größere Hemmungen dieses Zeug zu nehmen das einzige was vielleicht klar geht ist Opipramol. Nimmst du die ADs noch?

#5


Susanne05
Zitat von portugal:
Ich hab mal 4 Monate das Haus ueberhaupt nicht mehr verlassen. Depressionen plus Angststörung. Therapie plus Antidepressiva und 2 Monate nach ...

Jetzt machst du mir gerade Mut.
Zum Heulen, ich hoffe bei mir wird das auch so.

x 1 #6


S
Wenn wenn wenn ….. ich in Asien die ADS verlier was dann?
Dann hol ich mir Neue.

Was ist mit dem Termin beim Psychologen geworden?

#7


S
Zitat von Ralph_97:
Ja ich will aber keine AD neben da meld ich lieber Hartz iv an und bleib daheim ohne Witz.


Nun, dann melde HARZ Vier an und bleib in Deiner Bude hocken.
Von nichts kommt nichts.

#8


Moonlight_74
Zitat von portugal:
Therapie plus Antidepressiva und 2 Monate nach Verschwinden der Angst alleine durch Asien getrampt, also, da kommt man wieder raus, keine Bange


finde ich richtig cool.... 👍

x 1 #9


Ralph_97
Zitat von portugal:
Nun, dann melde HARZ Vier an und bleib in Deiner Bude hocken. Von nichts kommt nichts.
Ja verstehe mich nicht falsch aber ob das Problem nachhaltig behoben ist wenn man durch ADs permanent auf einer Wolke schwebt wage ich zu bezweifeln...meinst du nicht es wäre auch ohne gegangen?

#10


S
@life74 danke Dir.

Aber wir wissen ja leider alle, dass die Psyche die unmöglichsten Dinge mit einem macht.

x 1 #11


Moonlight_74
Zitat von Ralph_97:
Ja ich will aber keine AD neben da meld ich lieber Hartz iv an und bleib daheim ohne Witz.


Davon wird es nicht besser. Davon wird es nur noch schlimmer !

x 1 #12


S
@Ralph_97 ich raste gleich aus! Du kennst meine Krankheitsgeschichte doch überhaupt nicht und was mir alles passiert ist u ob ich da nicht einfach die ADS weglassen kann. Also echt, finde ich jetzt blöde

Kannst Du bitte mal meine Frage wg dem Termin beantworten?!

#13


SweetButPsycho1
Mit AD schwebst du sicher nicht auf Wolken, das wäre schön

x 2 #14


Moonlight_74
Zitat von portugal:
Aber wir wissen ja leider alle, dass die Psyche die unmöglichsten Dinge mit einem macht.


finde ich aber trotzdem toll Smile wirklich Smile dass du das gemacht hast Smile

x 1 #15


Susanne05
@Ralph_97

Ich glaub nicht, dass Depression und Angststörung für immer vor deiner Tür halt machen.

x 1 #16


Ralph_97
Zitat von portugal:
@Ralph_97 ich raste gleich aus! Du kennst meine Krankheitsgeschichte doch überhaupt nicht und was mir alles passiert ist u ob ich da nicht einfach ...


Hey nimm mir das nicht übel, ich wollte dich damit nicht angreifen. Ich habe doch gesagt, dass ich die Nummer habe aber an der Überweisung passt was nicht das lasse ich morgen ändern und vereinbar den Termin.

x 1 #17

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Ralph_97
Zitat von Susanne05:
@Ralph_97 Ich glaub nicht, dass Depression und Angststörung für immer vor deiner Tür halt machen.


https://www.kinderaerzte-im-netz.de/new...C3%BCckzug)%20ist,ihrer%20Familie%20%E2%80%93%20den%20Kontakt%20meiden.

Bei denen Klappe es ja auch:D nein das mit dem Hartz IV war natürlich nicht ernst gemeint. Ich habe nur immernoch die Hoffnung dass das ganze wieder verschwindet wenn ich strikt meinem Alltag Folge...auch ohne ADs. Ich hatte 2018 in einer stressigen Phase eine ähnliche Situation erlebt die dann auch wieder normal wurde.

#18


S
Peace Trost

Gut, das Du einen Termin abmachst, will Dir keine Angst machen aber da es ja in den letzten 3.5 Monaten nicht besser geworden ist, solltest Du was dagegen unternehmen.

#19


Susanne05
Sagt doch auch keiner, dass du ein Medikament nehmen musst.
Geh doch erstmal regelmäßig zum Psychologen. Hast du wenigstens schon einen der dich nimmt?

#20


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