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Hallo, mein Name ist Sandra, ich bin 51 Jahre alt und leide seit vielen Jahren unter Krankheitsängsten.

Leider wurde bei mir auch in letzter Zeit viel diagnostizier! Im Dezember bekam ich die Diagnose: zwei Polypen im Enddarm.
Danach 1 Polyp im Darm und dann ein Verdacht auf weissen Hautkrebs im Gesicht!
Auf alle Ergebnisse musste ich über Weihnachten und Neujahr warte! Habe dann festgestellt, dass sich die Situation mit Alk. besser ertragen lässt. Also habe ich eine Woche lang zwei bis drei Flaschen Sekt am Tag getrunken.
Natürlich ging der Schuss nach hinten los, da Alk. keine Lösung ist. Wurde dann immer panischer und ängstlicher und kam aus dem Desaster nicht mehr heraus.
Habe mich dann in eine geschlossene Abteilung in einer Psychosomatischen Klinik einweisen lassen!
Dort bin ich aber nach 4 Tagen wieder "geflüchtet" da dort schlimme Zustände herrschten.
Nehme nun Venlafxin 112,5 mg.
Nun War ich beim Frauenarzt zur Vorsorge und muss nun auf mein Ergebnis vom Krebsabstrich 5 Wochen warten wegen Corona! Ich habe das Gefühl total durchzudrehen vor Angst. Bisher waren alle Abstriche in Ordnung und ich habe zudem auch keine Gebärmutter und auch keinen Gebärmutterhals mehr!
Nun habe ich gestern aus lauter Panik und Angst wieder getrunken und habe nun ein mega schlechtes Gewissen.
Das ist ein Teufelskreis und ich wollte Euch bitten, mir evtl. Tipps zu geben wie ich aus diesem Kreis herauskomme!
Ich bin total verzweifelt.
Wenn ich keine Ängste habe, lebe ich sehr gesund, mache extrem viel Sport und bin mit meinem Hund drei Stunden im Wald unterwegs!
Kann mir jemand einen Rat geben oder kennt Ihr auch solche Situationen!
Ich bedanke mich vielmals, für Eure Antworten

29.04.2020 11:16 • 08.05.2020 #1


15 Antworten ↓


Calima
Erster und wichtigster Schritt: Nicht saufen. Die Vorstufe davon: Keinen Alk. kaufen, keinen im Haus haben.

Die Entscheidung musst du treffen und durchziehen, ansonsten nützen auch alle weiteren Ratschläge nichts. Egal, wie viel du dir hinter die Binde kippst: Das Ergebnis deines Abstrichs wird davon nicht beeinflusst werden. Und unabhängig davon, wie es ausfällt, bist du gerade auf dem besten Weg, dir ein weiteres massives Problem einzuhandeln: Abhängigkeit.

Noch kannst du entscheiden, aber es wird nicht lang dauern, dann entscheidet die Sucht über dich. Alles weitere wird dann erst mal einen Entzug erfordern. Ein Kapitel, das äußerst unschön wird und das du dir ersparen kannst, wenn du jetzt die Weichen richtig stellst.

Ein schlechtes Gewissen nützt dir übrigens nichts. Das haben nahezu alle Alk., wenn sie gerade mal nüchtern sind und sich das Hirn noch nicht ganz weggeblasen haben. Es taugt ziemlich gut, um eine neue Begründung für's Saufen zu liefern, da ein schlechtes Gewissen einem ja so viel unschöne Gefühle macht.

Du hast gerade noch einige Türen offen stehen: Du weißt, wie gesundes Leben gehen kann und du hast einen Hund. Anstatt zur Flasche zu greifen, geh' mit dem Hund, wenn der Saufdruck kommt. Bewegung ist ganz hervorragend als Druckentlastung wirksam und auch den Hund wird es freuen.

29.04.2020 11:56 • x 3 #2


Glaub mir... in die sucht willst du nicht rutschen.
Denn der Unterschied zu sucht und anderen Krankheiten (mit Ausnahmen) ist das sucht ein Leben lang bleibt. Zwar über die Jahre schwächer wird, Und per Therapie und NUR durch Therapie zu Stillstand gebracht werden kann. Aber NIE geht. aber nur auf ein Loch in deinem Leben wartet um als alter Freund wieder zu kommen. Und sucht ist geduldig... sehr geduldig....

Und ich kann dir au sagen., sucht ist ein Meister im schlechtem Gewissen machen. Bei Angst Patienten fast unmöglich dagegen anzukommen.

Nach meinen ersten 3 Wochen abzinenz, hat mich mein sucht Druck auch glauben lassen ich könnte tot krank werden, also egal konsumiere mich.

Ich träume nun nach 3 Monate abszinenz noch IMMER vom Konsum. Ich wache auf und denke erst mal das war gerade real. Und wenn mir klar wird das war es nicht, werde ich traurig....

Das willst du nicht.
Denn sucht verfolgte dich auch in deine Träume. Und das spürst du auch noch Stunden nach dem du wach bist....

05.05.2020 20:00 • x 2 #3


NIEaufgeben
Also keine deiner Diagnosen oder Verdachts Diagnosen waren so schlimm um den weg in den alk zu suchen..

Es war nichts wirklich gefährliches dabei...

Polypen haben viele,die werden entfernt und gut ist,und weisser hautkrebs ist ja absolut nicht schlimm und bestimmt kein Grund um seine Angst im alk zu ertrinken...

Was hättest du denn bei einer wirklich ernsten Erkrankung gemacht?

Sorry ist nur meine Meinung dazu....

05.05.2020 21:05 • x 1 #4


Icefalki
Nimm dein Antidepressivum und vertraue darauf. Dann brauchst du den Alk. nimmer. Bei Ängsten dreht man am Rad und sucht verzweifelt Rettung. Alk. ist aber ein Feind. Der ändert nur ganz kurzzeitig das Problem und anschliessend hast du zwei, nämlich Angst und Sucht. Ich denke, eines reicht.

Mach dir Gedanken darüber wie unlogisch es ist, mit Alk. deinen Körper zu belasten, u.U. eine Suchtproblematik mit schwerwiegenden Folgen zu entwickeln, OBWOHL du solche Angst vor Krankheiten hast. Passt überhaupt nicht.

Je fitter dein Körper ist, desto besser kann er mit allen Widrigkeiten umgehen, auch wenn du das jetzt nicht fühlst. Und Angst hat man VOR etwas, das noch nicht mal eingetreten ist. Und Darmpolypen sind kein Krebs.

05.05.2020 23:59 • x 2 #5


laribum
bin selbst seit 5 jahren trocken und hab wegen Angstzuständen und panikattacken angefangen zu trinken. Das Ding ist aber das diese am Tag nach dem Saufgelage nur noch schlimmer wurden.

07.05.2020 20:23 • x 2 #6


Angstknauel
@Calima ich find deinen Beitrag ziemlich herablassend. Klar ist Sucht nicht anzustreben, aber man kann es auch verstehen und sollte keinem Druck machen. Ein schlechtes Gewissen ist doch verständlich, wenn man was nicht Richtiges tut. Das ist bei Alk und normalem Konsum auch nicht selten.

Ansonsten sollten Leute hier nicht vergessen, dass Sucht oder Suchtanfälligkeit eine eigene Krankheit ist und niemand beurteilen kann, wie aushaltbar oder heftig Ängste sind.

Zum Threaad: Bin am gleichen Punkt, hab aber weniger gesoffen. Heute schon, lasse das aber. Nur sind die Ängste nicht aushaltbar. Uff. Aber trotzdem andere Angstlöser suchen

08.05.2020 14:38 • x 2 #7


Shyiox
Zitat von laribum:
bin selbst seit 5 jahren trocken und hab wegen Angstzuständen und panikattacken angefangen zu trinken. Das Ding ist aber das diese am Tag nach dem Saufgelage nur noch schlimmer wurden.


Deswegen trinke ich auch so gut wie nicht mehr. Am nächsten Tag hatte ich eigentlich immer schlimme PAs.

08.05.2020 14:39 • #8


Calima
Zitat von Angstknauel:
Klar ist Sucht nicht anzustreben, aber man kann es auch verstehen und sollte keinem Druck machen.


Ohne Druck beendet niemand das Saufen. Nach meiner Erfahrung lässt sich das sogar erweitern auf: Ohne Druck von außerhalb. Alles, was an Verständnis und Akzeptanz aufgebracht wird, unterstützt nur die Aufrechterhaltung der Sucht.

Das hat nichts damit zu tun, dass die Gründe, die zum Saufen geführt haben, nicht ernst zu nehmen wären. Die Nöte eines Menschen zu verstehen bedeutet nicht zwingend, auch mit seinen Verhaltensweisen einverstanden zu sein.

Es braucht Unterstützung bei der Bearbeitung der seelischen Notlage, nicht beim falschen Weg der Verdrängung.

08.05.2020 14:45 • x 1 #9


NIEaufgeben
Trotzdem ist Feingefühl keine Stärke von dir...
Tut mir leid,aber diese herablassende Art hast du in vielen Themen

Find ich in so einem forum nicht in Ordnung

08.05.2020 14:48 • #10


kritisches_Auge
Wegen meines Alk. Freundes war ich in Suchtgruppen und die Suchtgruppen reagierten genau so wie Calima hier. Händchenhalten war nicht drin, nur wenn jemand nach Trockenheit einen Rückfall hatte, war man empathisch und zartfühlend.

Herablassend wirkt Calima auf mich nicht, aber selbstbewußt, nun hat jeder hier seinen eigenen Stil, es gibt diejenigen die Mut zusprechen, den anderen sinnbildlich gesehen, drücken, es gibt diejenigen die eher analysieren und noch viele andere. Wenn es mich stören würde, dass jemand auf mich " herablassend" wirkt, würde ich versuchen zu lernen damit umzugehen, davon habe ich auch einen Gewinn für das reale Leben.

Auf meinen Freund wirkte der Alk eben auch beruhigend, nahm ihm Ängste, das ist gefährlich, diese Wirkung hat Alk auf mich nicht. Ich kann mich nur wiederholen: es ist wichtig, eine Suchtgruppe zu finden, gerade wenn man sich noch am Anfang einer Abhängigkeit beifndet, ist die körperliche Abhängigkeit so groß, dass eine Klinik zur Entgiftung aufgesucht werden muss, ist alles viel schwieriger.

08.05.2020 15:43 • x 4 #11


Shyiox
Zitat von kritisches_Auge:
Wegen meines Alk. Freundes war ich in Suchtgruppen und die Suchtgruppen reagierten genau so wie Calima hier.


Kann dies nur bestätigen. Druck von außen bringt teilweise mehr als gutes Zureden und Händchen halten. Die Mutter meines Freundes ist auch davon abhängig und es hat bei ihr teilweise auch nur gefruchtet wenn man knallharte Fakten auf den Tisch gelegt hat und ihr erzählt hat das wenn sie so weiter macht auch ihren (einzigen) Sohn verlieren wird. Mittlerweile immerhin schon ein Jahr trocken..

08.05.2020 15:45 • x 2 #12


kritisches_Auge
Ich war einmal fasziniert als die Gruppe einen trockenen Alk. damit konfrontierte, dass bei ihm die Gefahr eines Rückfalls bestünde. Er hatte nicht gesagt, dass er nach Alk giere, man schloss es aus dem was er erzählte.

Viel lernte ich auch von einem früheren Internetfreund, der erzählte, dass er als junger Mensch nie den Mut fand ein Mädchen zum Tanzen aufzufordern, mit Alk ging es dann. Und dann gewann der Alk immer mehr Macht.

Aufpassen ist angesagt, wenn der Alk einem andere Möglichkeiten eröffnet, dieser Bekannte konnte sich auch nicht dazu aufraffen für sein Studium zu lernen oder den Rasen zu mähen, mit Alk ging es dann.

08.05.2020 16:08 • x 2 #13


Icefalki
Zitat von NIEaufgeben:
Trotzdem ist Feingefühl keine Stärke von dir...Tut mir leid,aber diese herablassende Art hast du in vielen ThemenFind ich in so einem forum nicht in Ordnung


Kann ich definitiv nicht bestätigen. Ich empfinde @Calima 's Beiträge hier im Forum als sehr sachlich und zutreffend.

Allerdings kommt es immer darauf an, wie man Beiträge liest und sie bewertet. Das kann durchaus unterschiedlich aufgefasst werden, ich denke, je nachdem wie weit man selbst schon gekommen ist.

Dass Alk. oder Benzos einen nicht zu vernachlässigenden Suchtfaktor haben, müsste jedem bekannt sein. Insofern halte ich es für wichtig, das ansprechen zu dürfen, denn eines ist auch klar, Angst lässt sich in ihrer Problematik nicht auf Dauer mit "Dro." niederdrücken. Sobald die Wirkung endet, beginnt das Karusell von Neuem.

08.05.2020 16:09 • x 2 #14


Du musst einem Suchtgefährdeten, oder Suchtkranken Menschen nun mal, "anpacken"
Jegliches "ich versteh das" "das ist aber blöd" "das wird schon besser" verursacht nur einen Gedankengang "dann mach ich weiter BIS sich was ändert" Weil man einfach in diesem Flim ist, und vergisst, das man SICH ändern muss.

ich bin Alk., Canna. abhäng, Glücksspiel süchtig. (im Moment Abstinent in allen 3 Dingen)
Also, kann ich sehr wohl sagen, das dies, eine sucht ist, die du dir nicht Wünscht. Vor allem nicht als, Psychisch eh schon so sehr Labiler Mensch.
Daher gebe auch ich @Calima recht.

Man sollte nicht vergessen, sucht ist eine Krankheit. Und diese wirst du nicht los.Niemals. Und, bei Angst menschen wie uns, sind wir ein Unglaublicher Nährboden, für diese.
Du fühlst dich Komisch, der suchtdruck sagt, du könntest morgen Sterben, also ist gerade alles Egal, Also Trink doch.
Du hast Angst vorm Einkaufen ? Ach kein Ding. Nach ner Viertel Falsche Schnap. geht das super.
Du bist zu Freunden eingeladen, aber kennst ein paar Leute nicht ? AUCH kein Problem, trink was, dann geht das.

Und irgendwann kommt der Punkt, wo man diese Weg getrunken Gedanken auch im Suff hat, somit war erst alles für die Katz.

Lieber, man sagt einem Menschen, der kurz vor der Abhängigkeit steht, die Volle Wahrheit, als es Schön auszuschmücken.

Also noch mal, einmal Süchtig, immer süchtig. Sucht kann nur zum Stillstand gebracht, aber nicht völlig geheilt werden.
Es werden, auch nach 20 Jahren Abstinenz noch Tage kommen, die werden sich anfühlen, als wärs der erste Cleane Tag, darum gibt es auch nach 10,20,30,40,50 Jahren Rückfälle.

Ich bitte euch... Fang niemals damit an.... niemals.... Das ist es nicht wert.

08.05.2020 16:13 • x 5 #15


MehrVomLeben
Liebe Sandradieg,

ich kann dich verstehen, in meiner schlimmsten Phase im Studium habe ich auch zum Alk gegriffen, um die gegühlt pausenlosen Panikattacken, das Herzklopfen etc. verschwinden zu lassen.
Du möchtest das nicht mehr und das ist doch schon der richtige Schritt. Deine Angst sind die Krankheiten. Es sind Gedanken, Gedanken sind jedoch nicht wahr, sie sind nicht echt, sie sind Fantasie. Deine Angst hat also erstmal nichts zu holen. Gib ihr doch einen Namen, meine heißt Uschi und ich versuche Uschi immer zu trösten, wie ein kleines dummes Kind. Dann muss ich schon oft schmunzeln. Ganz wichtig, versuche die Angst abzuspalten, dich zu distanzieren. Du bist nicht die Angst, sie ist nicht richtig, sie täuscht sich. Konzentriere dich auf äußere Dinge, wenn es sehr schlimm ist, nimm ein Bild oder schau aus dem Fenster und beginne die Dinge zu beschreiben die du siehst, suche dir dabei schöne Motive und sage dir auf was du daran schön findest, wie viel Gück es dir bringt. Wenn du musst, dann weine gern dabei, löst Knoten. Außerdem atme, in den Bauch. Ich stelle mir dann vor, ok klingt jetzt komisch, meine Nasen hätten schöne weiüe Vorhänge, wie eine Finka im Süden und beim ein und Ausatmen bewegen sie sich sanft und es duftet. Wie du siehst, bei mir hilft wirklich mentale Ablenkung und Vorstellungskraft. Angstgedanken sind nichts anderes nur irgendwie die falschen . Immer wiedeholen, und es geht besser.

Ich drücke dir die Daumen.
Liebe Grüße

08.05.2020 20:55 • #16




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Mira Weyer