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F

Flame
Gast

Älter werden empfinde ich als anstrengend,schon als Herausforderung an sich.

Man sieht nicht mehr aus wie mit 25 und ab einem gewissen Alter sind die Dinge begrenzt.

Denke,dass das für Menschen mit Angststörungen doppelt schwierig ist.

Habt ihr Gedanken dazu?

18.01.2023 x 15 #1


281 Antworten ↓
marialola

marialola
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Dadurch, dass ich das gestern hier konkret aufgeschrieben habe, ist mir das Ganze noch einmal richtig bewusst geworden.
Ich habe Zusammenhänge erkannt, Ursachen dafür, dass ich noch heute "komisch" bin.
Mir liegt es absolut fern, wenn immer alles und jedes Fehlverhalten mit der "schlechten Kindheit" in Verbindung gebracht wird. Das ist ein Klischee geworden und wird gerne als Rechtfertigung benutzt. Das lehne ich eher ab, denn man hat als Mensch zum Glück noch Willen, auch wenn es nicht immer leicht ist, sich da selbst herauszuziehen.
Ich wollte als Kind nie Mitleid. Wenn ich einmal wieder mit dem Peterwagen weggebracht wurde, dann haben Erwachsene natürlich geredet. Das arme Kind….das hat mich eher wütend gemacht. Die zweite Frau meines Vaters, die an der Entwicklung nicht ganz unbeteiligt war, fragte mich Jahrzehnte später, meine Eltern waren lange tot, ob ich als Kind in psychiatrischer Behandlung war. Ich reagierte entrüstet. Nicht ich war schließlich "bekloppt", sondern die Eltern.
Natürlich hat sie die Frage anders gemeint, aber mir war es damals, als Kind wichtig, stark zu sein und von Niemandem Hilfe anzunehmen. Die konnten mich alle mal.
Gestern wurde mir zum ersten Mal klar, weil wir hier darüber schreiben, dass mein Anderssein daher kommt.
Ich fühle mich mitunter schuldig für meine merkwürdige,Art, aber jetzt dämmert mir, dass ich nicht wirklich schuldig bin.
Mein Problem ist, dass ich bemerkenswert reagiere.
Wenn mich jemand verletzt oder unfair behandelt, dann kann ich sehr böse werden, ich reagiere dann sehr offensiv mit Gegenangriff und bin dann auch extrem nachtragend. Offensiv meine ich jetzt mit verbalen Mitteln, ich werde natürlich nicht handgreiflich, aber ich kann dann sehr krass austeilen. Wenn ich dann alleine bin, fühle ich mich traurig und weine vielleicht.
Über die ungerechte Behandlung, aber auch über die Situation.
Andere Menschen stecken Unrecht eher weg, Zucken vielleicht mit den Schultern und gehen zur Tagesordnung über, weil sie es nicht so extrem persönlich nehmen. Ich hingegen leide richtig unter dem Unrecht.
Oft wünsche ich mir auch ganz tief im Inneren das Gegenteil von dem, was ich nach außen signalisiere. Ich wünsche mir insgeheim eher Verständigung und Zuneigung, zeige mich aber sehr kalt und abweisend, etwa nach Differenzen. Ich würde mir eher Wärme wünschen, sogar auf eine sehr naive Weise, verberge das aber total, weil ich mich schützen will.
Tut mir leid, dass ich das hier so ausweite.
Aber das ist mir erst durch unseren Austausch hier noch einmal klar geworden.
Ich erwische mich oft dabei, dass ich zu Tränen gerührt bin, wenn jemand freundlich zu mir ist, mich vielleicht lobt, besonders wenn fremde Menschen sind, die mir liebevoll begegnen.
Ich erwarte ja eher, abgelehnt zu werden, weil ich "komisch" bin.
Ich wünsche mir im Grunde Zuneigung, verhalte mich aber bei einer relativ geringen unfairen Behandlung schon sehr offensiv und kämpferisch.
Auf das Alter bezogen denke ich, bei einem jungen Menschen toleriert man so ein Verhalten eher, von älteren Leuten erwartet man eine gewisse Reife, es wirkt unpassend, wenn jemand mit Mitte 50 sehr emotional reagiert. Dabei fühlt man doch nicht anders, wenn man zwanzig Jahre älter geworden ist….

02.09.2022 10:08 • x 10 #168


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Älter werden plus Angststörung

x 3


marialola

marialola
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Ich habe meinen Eltern verziehen.
Das ist ganz wichtig.
Nun sind beide schon lange tot und es ist mir früher schwer gefallen, ihnen nicht böse zu sein.
Dann ist es mir, bereits vor einigen Jahren, gelungen ihnen absolut zu verzeihen, sie ehrlich zu lieben und das ist mir zu ihren Lebzeiten sehr schwer gefallen.
Sie haben tatsächlich "Schuld" daran, dass ich so geworden bin.
Sie haben exzessive körperliche Gewalt gegen mich kleines Kind eingesetzt.
Deswegen konnte ich kein Vertrauen in das Leben aufbauen.
Sie haben mich, aus meiner Sicht völlig grundlos, geschlagen, ja ausgepeitscht.
Dafür stand immer eine frischgeschnittene Rute bereit.
Oder es tat auch mal Vaters Gürtel.
Meine Mutter nutzte gerne und regelmäßig die Rute.
Ich habe natürlich vor Schmerzen geschrien.
Dann sagten sie: "Jetzt heult sie vor Wut", ich finde das unfassbar, sie sagten, sie würden mich solange schlagen, bis ich endlich still bin.
Ich erinnere mich, dass ich irgendwann die Idee hatte, dass Liebe den Hass überwindet, also versuchte ich meine Mutter zu küssen, während ich über ihr Knie gelegt war und gepeitscht wurde. Es nützte aber nichts. Es war eigentlich das typische Verhalten eines Welpen, der seinen Peiniger die Schnauze leckt, um sie zu beschwichtigen.
Das Krasse ist, dass ich ehrlich nie, wirklich nie verstand, warum ich "bestraft" werden sollte, ich war mir keines Fehlers bewusst.
Erlernte Hilflosigkeit….
Dann kamen dazu die subtilen psychischen Gewaltanwendungen, gezielte Erzeugung tiefer Ängste, sehr viel in Verbindung mit esoterischem Gedankengut und natürlich immer wieder Krankheit und Tod.
Nicht viel später durfte ich ansehen, wie sie sich gegenseitig angingen, mein Vater meine Mutter fast totschlug, bis sie aus dem Fenster sprang, die Polizei musste öfter anrücken.
Wohlgemerkt kein unterprivilegiertes Klientel sondern ein Akademikerpaar in einem relativ guten Villenviertel.
Meine Mutter zog mich später alleine auf und hat mich krankhaft, so meine ich zumindest, festgehalten, umklammert. Ich hatte noch lange nach ihrem Ableben furchtbare Albträume von ihr. Ich empfand unterschwellig immer die Drohung, wenn ich sie verlasse, stirbt sie oder bringt sich sogar um.
Ich erinnere mich noch an einen Vorfall, als ich klein war, wollte sie sich mit mir an der Hand vor das Auto meines Vaters werfen, damit er seines Lebens nicht mehr froh wird. Er hatte eine andere Frau….
Wenn ich jetzt gerade das alles so rückblickend betrachte, bin ich noch ganz schön gut geraten.
Ich konnte meinen Eltern zum Glück völlig verzeihen.
Ich habe das öfter, wie in einem Ritual zu ihnen gesagt.
Ich verstehe, dass mit ihnen sehr viel nicht gestimmt hat, wenn sie in der Lage sind, ihr einziges Kind derart zu quälen. Ich stelle mir vor, dass Menschen sehr verzweifelt sein müssen, um so zu handeln.
Inzwischen denke ich oft in Liebe an sie, ich spreche mitunter in Gedanken mit ihnen und habe das gute Verhältnis zu ihnen, wie es Kinder im guten Fall haben sollten.
Ich habe auch noch nie mit anderen Menschen über dieses Thema gesprochen, ich spreche immer liebevoll über meine Eltern, die auch tatsächlich sehr gute Seiten hatten.
Die Wahrheit kennen nur mein Partner, einige enge Freundinnen, allerdings nicht alle, und mein Hausarzt.
Man sollte diese Dinge auch nicht anderen erzählen, weil man dann leider schnell eingeordnet wird. Es reicht dann von Mitleid, was ich nicht brauche bis zu einer Abwertung, wenn es zu Differenzen kommt. Dann ist man schnell geneigt zu sagen, ach, kein Wunder bei der Vorgeschichte…man würde dann, gerade im Berufsleben, dann in wichtigen Situationen leicht abgewertet.
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu sehr off - topic.
Aber es zeigt, welchen Einfluss die Eltern auf das eigene Altern haben und dass man tatsächlich selbst entscheiden kann um nicht diesen Vorbelastungen hilflos ausgeliefert zu sein.
Verstehen und Verzeihen hat mir geholfen.

01.09.2022 10:18 • x 8 #158


Zum Beitrag im Thema ↓


Windy
Man lebt halt vor sich hin, wie es irgendwie geht und macht das Beste aus dem was da übrig ist.
Was anderes ist für mich in dieser Hinsicht nicht zielführend und kontraproduktiv.

x 8 #2


F
Zitat von Windy:
und macht das Beste aus dem was da übrig ist.

Das hab ich auch schon oft gedacht.
Aus dem,was noch übrig ist,das Beste zu machen.

x 4 #3


Windy
Zitat von Flame:
Aus dem,was noch übrig ist,das Beste zu machen.

Genau und wenns auch nur wenig oder ein bißchen ist, kann man da immer noch versuchen da das beste rauszuholen.

x 5 #4


F
Mir fällt das älter werden besonders schwer,weil es unumkehrbar ist.

x 7 #5


kritisches_Auge
Ich finde es wichtig, auch auf äußere Dinge Wert zu legen, sich zu pflegen, mehr als in der Jugendzeit, einem jungen Menschen sieht man es eher nach und Dinge zu machen, die Freude bereiten, gerade etwas was man vorher nicht tat.

D.h nicht nur auf gesunde Ernährung zu achten sondern die neu gewonnene Freiheit zu genießen, keine Verpflichtungen einzugehen, davon hatte ich genug, jetzt lebe ich für mich.
Und ich kann auch einmal etwas Ungesundes essen ohne an die Langzeitfolgen zu denken.
Ich würde evtl. Beschwerden so wenig Raum wie möglich geben, ich bekomme immer die Krise wenn ich sehe, dass sich ältere Menschen nur über ihre Gesundheit unterhalten.

Eine Freundin wollte eine Fahrt mit dem Fesselballon machen, das hätte sie früher nie getan und sie zog es durch, meins wäre es nicht, aber ich mache anderes.

x 7 #6


Schlaflose
Zitat von Flame:
Mir fällt das älter werden besonders schwer,weil es unumkehrbar ist.

Ich habe gerade mal in deinem Profil geschaut, wie alt du bist und musste lachen 😄 Ich kenne mehrere Frauen, die in deinem Alter ihr erstes Kind bekamen.
Ich selbst habe mit Anfang 50 wieder angefangen zu leben und es geht mir psychisch und körperlich sehr viel besser als zwischen 30 und 50.

x 7 #7


F
Na ja,mich hat die Angststörung "erst" mit Ende 30 ereilt aber dafür auch volle Granate.
Die Ärztin in der Psychiatrie meinte,ich habe es ja offenbar 38 Jahre lang geschafft zu leben und würde es wohl auch weiterhin schaffen.

Inhaltlich natürlich richtig aber ich war vollkommen verzweifelt.

Na ja,macht ja Mut,dass man offenbar auch später noch "ein neues Leben" beginnen kann.

Da ich nicht besonders gesund lebe (rauchen,Alk. ,zuviel essen) sehe ich meine Lebenszeit als begrenzt an.
Ich versuche,wenigstens das Essen in einen Normalbereich zu bekommen aber selbst das gelingt mir nicht.

x 5 #8


kritisches_Auge
Und man kann endlich eine Beziehung eingehen oder nur seinen Spaß haben ohne an Verhütung denken zu müssen, das finde ich einen ganz wichtigen Punkt.

x 7 #9


F
Zitat von kritisches_Auge:
Und man kann endlich eine Beziehung eingehen oder nur seinen Spaß haben ohne an Verhütung denken zu müssen, das finde ich einen ganz wichtigen Punkt.


Okay,das ist für mich persönlich nicht sehr wesentlich,da ich meinen Mann liebe und auch nichts anderes mehr möchte.
Hab mich in meiner Jugend "ausgetobt"...

Und mein Mann ist immernoch "knackig". zwinkern

Allerdings werde ich ihm glaub ich wirklich langsam zu dick und unattraktiv.
Ich weiss zwar,dass er mich liebt aber optisch bin ich schon lange kein Highlight mehr.

x 4 #10


kritisches_Auge
Für jeden ist sicher etwas anderes wesentlich.

x 2 #11


Icefalki
Das Thema "Älterwerden" wird dann problematisch, wenn tatsächlich eine Krankheit eintritt, die einen mal wieder dermassen aus den Latschen holt, wie damals die Angsterkrankung, die Depri. Wenn sich plötzlich von heute auf morgen die gesamten Lebensumstände ändern, dann sprechen wir wieder mal darüber.

Vielleicht kommt es auch auf das jeweilige vorherige psychische Krankheitsbild an, aber ich, die sich schon ihr ganzes Leben bewusst und unbewusst um ihr Leben fürchtet, haut es nochmals aus den Socken, da jetzt tatsächlich ein Grund vorhanden ist. Oder eben in diese Richtung geht.

Ich dachte echt, ich wäre besser gewappnet, naja, hab falsch gedacht.

x 10 #12


F
Zitat von kritisches_Auge:
Für jeden ist sicher etwas anderes wesentlich.


Natürlich,entschuldige.
Ich dreh mich manchmal zu sehr um mich selbst... Embarassed

x 1 #13


Susanne05
Zitat von Flame:
optisch bin ich schon lange kein Highlight mehr.

Versuch was zu ändern. Wär doch eine schöne Aufgabe, eine Herausforderung. Wär möglich du fühlst dich dann jünger. Wär doch toll.
Zu alt bist du schonmal nicht.
Sind doch alles nur Sinnloszahlen für irgendjemanden zur Orientierung. Rentenkasse oder so.
Liebe Grüße du Kücken. 🐥
😊

x 7 #14


F
Zitat von Susanne05:
Liebe Grüße du Kücken.

Das ist nett! Smile

Ich versuche was zu ändern...auf jeden Fall,ist ja noch nicht alles verloren...

x 4 #15


Susanne05
Zitat von Flame:
ist ja noch nicht alles verloren

Hast dich verschrieben.
Gar nichts ist verloren.
Auf gehts

x 6 #16


koenig
Ach davon kann ich gerade ein Lied singen.
Ich habe auch erst einmal auf den Profil geschaut, dachte, du bist älter. Aber siehe da: fast so alt wie ich. Ich werde 45, hadere mit mir seit einiger Zeit. Das Alter ist nicht jung, nicht alt. Es ist dazwischen und ich habe das Gefühl, man stellt sich selbst nochmal auf den Kopf und prüft alles, ob es noch passt. Sich selbst, den Job, Hobbies, Freunde etc.
Persönlich investiere ich mehr Zeit in Bewegung, Kosmetik etc.
Man merkt die körperlichen Veränderungen und ich finde es alles doof.
Pubertät rückwärts.
Da ist die Angst vor Unzulänglichkeiten und Zerfall und man könnte was verpassen.

Deswegen: Leben!

x 5 #17

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fourofour
Zitat von Windy:
macht das Beste aus dem was da übrig ist.

Daumen hoch

x 1 #18


fourofour
Zitat von Flame:
Na ja,macht ja Mut,dass man offenbar auch später noch "ein neues Leben" beginnen kann.

Früher war ich jung und knackig, heute nur noch "und" - na und? Mr. Green

Mit dem Alter verlagern sich Interessen ebenso wie sich Diagnosen verwachsen können.
Warum soll ich dem exzessivem Partyleben von damals nachheulen, wenn ich mit 100 Jahren Dragsterrennen mit meinem Scouter fahren kann?

x 5 #19


fourofour
Zitat von Flame:
Allerdings werde ich ihm glaub ich wirklich langsam zu dick und unattraktiv.

Fiktive Annahme - Du weißt ja wie ich darüber denke zwinkern

x 2 #20


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Mira Weyer
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