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Juno

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Hallo!

Ich heiße Julia, bin 25 Jahre alt und war Heute das zweite mal bei einem Psychologen. Meinen ersten Versuch hatte ich abgebrochen. Das ist allerdings auch schon Jahre her. Ich leide seit Jahren mal mehr, mal weniger an einer Angststörung und habe kein sonderlich großes Selbstwertgefühl. Der Grund, warum ich mich erneut dazu entschlossen habe zu einer Psychologin zu gehen, war der, dass mir meine Angst ein für mich wichtiges Ereignis vermasselt hat. Ich konnte wieder nicht schlafen und hab mich dazu entschlossen nicht zu diesem Ereignis zu gehen. Trotz pflanzlicher Medikamente war ich zu aufgewühlt. Oft habe ich diese Angst, wenn ich Situationen nicht einschätzen kann und nicht weiß, was auf mich zukommt.
Jedenfalls hatte ich mich dazu entschlossen mir endlich auch professionelle Hilfe zu suchen. Und ich erhoffte mir irgendwie etwas davon. Und nun bin ich noch resignierter als vorher. Ich war nur etwa eine halbe Stunde bei der Psychologin. Sie hat mich allerhand gefragt - ziemlich viel nacheinander, als wolle sie irgendetwas schnell abarbeiten. Irgendwann kam sie dann zu dem Entschluss, dass ich für sechs Wochen in eine Kurklinik gehen solle, um mich in meinem Körper wieder wohl zu fühlen, weil meine Angst sehr viel mit meinem geringen Selbstwertgefühl zu tun hätte. Ich solle gleich mal zur Rentenstelle gehen und sie würde eine Langzeittherapie mit mir machen, wo ich einmal im Monat eine halbe Stunde zu ihr käme. Ich saß da und wusste gar nicht wie mir geschieht. Ich bin davon ausgegangen, dass sie mich mehr fragt, weil bei mir viele Dinge zusammenspielen. Sie wusste noch gar nicht alles von mir und kam schon zu diesem Entschluss. Ich bin aber im Kopf noch nicht so weit, dass ich zu so einer Therapie gehen möchte. Ich möchte erst einmal jemand haben, der dieser Sache richtig auf den Grund geht und mich nicht innerhalb von vielleicht zwanzig Minuten abarbeitet. Ich fühle mich völlig vor den Kopf gestoßen. Ich hab kein sonderlich gutes Gefühl. Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht bzw. Wie wird bei einer ersten Sitzung normalerweise vorgegangen? Wie erkenne ich, ob es ein guter Psychologe ist?
Liebe Grüße, Julia

29.05.2009 11:08 • 02.04.2019 #1


9 Antworten ↓


wild


Hallo Juno!Zuerst mal herzlich Willkommen im Forum!
Ich denke ganz wichtig ist,dass die Chemie zwischen Dir und dem Therapeuten stimmt.Unangenehme Fragen tauchen denke ich überall auf,du willst ja was bearbeiten und verarbeiten.Es soll ja kein Spaziergang werden,sondern eine notwendige Veränderung passieren.Liebe Grüße

29.05.2009 11:27 • #2


sorpi


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Hallo Julia
schau doch zuerstmal ins Internett ,dien Meisten Therapeuten haben dort eine Seite ,wo man lesen kann was Sie machen ,auch sind dort dann Fotos von den Therapeuten ,Wie im es im Leben ist ,sieht man einen Menschen den findet man auf Anhieb nett und den anderen kann man nicht leiden ,denke das das auch eine Rolle spiel wie weit man sich öffnen kann oder nicht.Ich habe auch bei meiner ersten Therapie gedacht ,wie der versteht mich und mein Problem ,doch hatte er ,ich musste es und mich erstmal verstehen.Heute habe ich meine zweite Therapie angefangen und er hat mir erklärt warum mein Zittern und meine Angst wieder da sind.Ich muß mein Leben ändern er kann mir nur Tipps geben und mich in die richtige Richtung schupsen .lg sorpi

29.05.2009 11:30 • #3


Mrs.Mac


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Hallo Julia !

Den Vorschlag mit der Kur finde ich ganz vernünftig und gut !
Damit hat sie dir doch schon viel angeboten.
Mache im moment auch ne Langzeittherapie mit ner halben stunde pro monat und merke , es reicht mir nicht mehr.
Habe meinen Arzt jetzt selber auf ne Kur angesprochen und nu ist der Antrag weg und ich freue mich so sehr und hoffe es klappt bald !

Vor einem Jahr wäre es mir garnicht möglich gewesen an ne Kur zu denken da ich nur Panik vor dem rausgehen hatte.
Aber jetzt hab ich einen "Kick" bekommen und will endlich was anpacken.

Ich erhoffe mir , das ich da intensiver mit mir arbeiten kann und stabiler werde da ich in meinem Leben noch einiges vorhabe.
Es wird sicherlich auch an die Substanz gehen , aber ich denke ich bin da in den besten Händen und werde es aushalten.

Die Ärzte haben wohl nicht soviel Zeit wie wir bräuchten und es gibt soviele psychisch Kranke und es werden täglich mehr.
Ich könnte den ganzen Tag bei meinem Doc sitzen und wäre wahrscheinlich immer noch nicht fertig.
Das geht halt nicht und dafür hat sie dir die Kur angeboten !

Mein Rat : Stell den Antrag , nimm dir in der Kur die Zeit deinem Problem auf die Schliche zukommen und dann fang die Arbeit mit der Therapeutin an.
Dann habt ihr auch schneller einen Ansatz als wenn du 2 Jahre hin läufst bis ihr was gefunden habt !

Bussi Mac

29.05.2009 17:38 • #4


trusty


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Hallo Julia,

ich denke auch, wie meine Vorredner auch, dass das wichtigste bei einer erfolgreichen Therapie die gute Chemie zwischen euch beiden gegeben sein muss.
Ich hatte beid der Suche nach einem Therapeuten leider einen ganz unfähigen sich nennenden Diplom-Psychologen treffen müssen, der mir beim ersten Gespräch direkt eine Entspannungsmusik-CD verkauft hat und auch während des Gesprächs ans Telefon gegangen ist. Also, wenn Du auch so jemanden treffen solltest, finger weg = kein guter Therapeut.
Dann hatte ich aber doch Glück und fand die richtige Therapeutin für mich. Beim ersten Gespräch hat sie nur zugehört und mich erst erzählen lassen, warum ich Hilfe suche und wie mein Leben aussah. Sie hat sich dabei einige Notizen gemacht, war total verständnisvoll und einfühlsam, so dass ich mich total wohl gefühlt habe und mich gut öffnen konnte. Der erste Eindruck war direkt total positiv und nach 2,5 Jahr muss ich sagen, das war genau die richtige Therapeutin für mich. Dazwischen hatte ich auch noch eine andere Therapeutin, die jedoch nie was zu meinen Problemen gesagt hat. Sie hat mich nur sprechen lassen. Das hat überhaupt nicht gepasst und ich habe die Suche weiter begonnen. Diese Frau war vielleicht eine gute Therapeutin, aber nicht für mich. Wie schon erwähnt, es muss zwischen Dir und dem Therapeuten gut passen, dann ist die Therapie auch erfolgreich.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg bei der Wahl/Suche nach d. richtigen Therapeuten.

Liebe Grüße

29.05.2009 21:51 • #5


Juno


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Danke erst einmal an euch für eure Antworten!

trusty,

ja, ich denke auch, dass die Chemie wichtig ist. Und bei ihr hatte ich eben kein wirklich gutes Gefühl. Sie war mir einfach nicht sympathisch. Zwar kenne ich sie nicht und das könnte sich ja im Laufe von Gesprächen noch ändern, aber irgendetwas hat mich von Anfang an gestört. Und ich wäre ganz froh gewesen, wenn sie mir Vorschläge gemacht hätte, wie ich mein Problem angehen kann. Aber sie hat gleich festgelegt, dass so eine Kur für mich das Beste wäre, ohne zu fragen, ob ich das überhaupt möchte bzw dazu bereit bin. Der nächste Satz war "Gehen sie wegen dem Antrag gleich zur Rentenstelle." Eigentlich wollte ich erst einmal mehrere Gespräche führen, dass ich dann auch weiß woran ich bin. Ich möchte nicht gleich ins kalte Wasser geworfen werden. Ich hab für mich jetzt entschieden, dass ich erst noch eine andere Psychologin im Nachbarort aufsuchen werde, bevor ich mich dann entscheide. Vielleicht geht diese anders vor.

LG!

30.05.2009 16:16 • #6


Blume42


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Also,ich seh es ähnlich wie meine Vorredner das es immer drauf ankommt,das die Chemie zwischen Klieent und Psycholge stimmt.
Im ersten Gespräch meines jetzigen Therapeuten ging es auch darum,das er mich erzählen ließ und immer wieder ein paar Fragen zu meinen Anliegen stellte.
Ich fühlte mich sofort bei ihm gut aufgehoben,weil er zum einen eine ruhige warme Stimmlage hatte,er mir keinen Druck machte,etwas zu sagen,was ich noch nicht wollte/konnte.
Und er gab mir die Sicherheit,das erst 5 Probestunden zum kennen lernen gemacht werden,und als ich erkannte das er in dieser Zeit ein geduldiger einfühlsammer und authentischer Mensch war,da war für mich der Schlüssel gefallen.
Mitlerweile arbeite ich mit ihm schon 5 Jahre an meinen Anliegen und es war die beste Entscheidung die ich bisher in meinen Leben treffen konnte.
Ich hatte zuvor auch andere Therapeuten/inen,gehabt und alle hatten nicht das,was mein jetziger Therapeut am Anfang schon ausmachte,und deswegen habe ich immer wieder wechseln müßen.

ich rate dir,geb nicht so schnell auf,höre auf deine Stimme in dir,ob dir der Therapeut zusagt.Hört er zu?Stellt er Fragen?Ist er wirklich an mich und meinen Problem intresiert?
Fühlst du dich gut in seiner Nähe?Ist er fordernd oder eher einfühlsamm?

Auf all diese Fragen schaue in dein Herz,denn das wird immer die richtige Wahl treffen.

Viel Glück dabei!

Blume42

31.05.2009 14:20 • #7


Tjorven


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Wahl des Therapeuten bei Bindungsangst

Hallo zusammen

Ich (männlich) strebe eine tiefenpsychologische Therapie an und bin auf der Suche nach dem richtigen Therapeuten. Ich frage mich, welches Geschlecht man wählen soll. Den Selbstwert betreffend, so denke ich, kann jeder hilfreich sein. Er wird ja die Rolle eines Elternteil einnehmen und da ich denke, dass vieles in der Bindung zu meiner Mutter dazu beigetragen hat, dass ich diese Ängste habe und diese sich immer nur in Beziehungen zum weiblichen Geschlecht zeigen bzw. Leidensdruck erzeugen, es Ratsam wäre, sich einer weibliche Therapeutin anzuvertrauen? Hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht oder Anregungen für mich?

Danke

22.03.2019 16:14 • #8


Safira

Safira


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meiner Meinung nach ist das Schubladendenken. Ist doch egal ob w oder m. Es kommt ganz allein auf die Professionalität und die Chemie an. Da können beide Geschlechter so ziemlich versagen.

22.03.2019 17:43 • x 2 #9


Siebert


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Sehr sehr schwierige Frage das Thread-Thema ("Woran erkenne ich einen guten Psychologen?").

Ich hab jetzt dann vier Jahre Verhaltenstherapie hinter mir und muss leider im Nachhinein sagen, dass meine Therapeutin nicht die ideale für mich war.
Sicherlich bin ich ein wenig selbst Schuld und hätte vielleicht nach ca. zwei Jahren abbrechen und wechseln sollen (ab da kam so langsam das Gefühl auf, dass es immer das gleiche ist in den Sitzungen und ich irgendwie "stehen geblieben bin").
Aber ist halt nun so passiert.
Ich muss mich jetzt dann entsprechend nach einem neuen Therapeuten umsehen.
Neben Tiefenpsychologie schließe ich auch eine Heilpraktikerin nicht aus (im Gegensatz zu einigen anderen hier habe ich mit diesen Leuten bisher immer eher gute Erfahrungen gemacht).

Man kann also die Frage nicht einfach beantworten.
Natürlich muss die Chemie stimmen zwischen Betroffenem und Psychologen.
Das allein ist aber nicht alles.
Die Chemie mit meiner Therapeutin passt z.B. sehr gut. Das Problem ist aber, dass sie mir in ihrer Kompetenz und ihren Möglichkeiten irgendwie zu beschränkt scheint und das ist dann ja auch nicht förderlich.

So gesehen muss die Chemie stimmen UND man muss gleichzeitig von Sitzung zu Sitzung schon irgendwie das Gefühl haben, dass man immer zumindest etwas Fortschritte macht und Neues dazu kommt. Klar gibt es vielleicht auch mal ein bisschen Zeiten mit "Hängern", aber über längere Zeit sollte man sich immer fragen, ob die Therapie wirklich was bringt. Wenn man nur noch hingeht, weil es halt sein muss oder so auf dem Plan steht, dann sollte man unbedingt ansprechen, dass da was nicht so recht passt. Ich sage das deshalb so deutlich, weil viele sich nicht trauen, ihrem Therapeuten gegenüber klar zu sagen, wenn irgendwas nicht passt....erst recht nicht, wenn man schon lange Zeit bei ihm ist - man will sozusagen nicht verletzend sein. Zudem war es bei mir so, dass ich einfach keine Lust auf diesen erneuten "Papierkram" hatte (wieder neuen Psychologen suchen, Krankenversicherung-Bericht erstellen usw).

Mein Rat also:
Es gibt keinen wirklichen Ratschlag, den für sich richtigen Therapeuten zu finden!
Nutzt die fünf Probesitzungen wirklich gnadenlos aus und wechselt notfalls 10x den Therapeuten, bis ihre einen habt, mit dem erstens die Chemie stimmt und bei dem ihr zweitens auch einigermaßen das Gefühl habt, dass seine "Art der Therapie" zu euch passt und euch gut tun könnte.
Viel Glück!

PS: Entsprechend ist auch egal, ob der Therapeut eine Frau oder ein Mann ist

02.04.2019 17:58 • #10



Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf


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