Guten Abend, oder guten Morgen meine lieben, Ich habe sehr viel Angst vor sehr vielen Krankheiten von den ich mir schon sehr viele Symptome eingebildet habe.
Meine Frage, wann kann ich meinen Symptomen vertrauen? Wann ist meine Angst wieder ein berechtigtes Signal? Hat da jemand Erfahrungen?Liebe Grüße
Mein (ziemlich toller) Arzt hat mal sich meiner ganzen vermuteten Krankheiten angenommen, und mir einzeln erklärt, wann wirklich etwas Ernstes vorliegen kann. Z.B. hatte ich bei all meinen vermuteten Herzinfarkten oder Schlaganfällen oder was ich so, nie Fieber, veränderte Pupillen oder etwas dergleichen. Natürlich reicht das selten, wenn die Überzeugung da ist, dass man sterben könnte, aber eigentlich ist jede Herzraseattacke fast schon mehr Beweis, dass es psychisch ist, wenn es in einen zeitnahen Rahmen passiert, und wenn man abgleichen kann, wie viel Gedanken an dem jeweiligen Tag mit einer Krankheit zusammenhängen. Ansonsten natürlich ganz schwer, er meinte zwar noch "wenn man so fit und mit Überzeugung zum Arzt geht eine Krankheit schweren Ausmasses zu haben, ist es schon ein Anhaltspunkt, dass es nicht SOOOOO schlimm sein kann", aber wie gesagt: wenn das Nervensystem einen betrügt und die Angst da ist, verschwimmt ja alles sehr blöd. Testen kannst Du es am besten damit, dass Du mal notierst, welche Gedanken du wann an Krankheiten hattest und in dem Zusammenhang, ob an dem Tag etwas stärkrere Attacken mit Angst in Dir aufgekommen sind, oder nicht. Deine Fragen kann ich zumindest also nur um-die-ecke beantworten, aber ich stecke im selben Boot und mir hilft es zu verstehen, wann welche Muster auftreten. Grße, Florian
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#2
A
Wirklich krank Wie erkenne ich es?
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rosebud42 Mitglied
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Ich versuche immer so gut es geht objektiv zu sein und mich zu fragen: wie stark "leide" ich unter den wirklichen Symptomen wie z.b. Kribbeln der linken gesichtshälfte oder stechen im Brustkorb, auf einer Skala von 1-10. und wenn ich da ehrlich mit mir bin, sind die "schmerzen" meist so bei 2-4 höchstens... Der Rest ist Beunruhigung die dann in Angst umschlägt. Sobald man dann mal was wirklich schlimmes hat, ist das schlagartig alles ganz anders. Da sind die Schmerzen so groß, dass für die Angst kein Platz mehr bleibt und man instinktiv zum Arzt geht und dem dann auch vertraut.
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Hotin Mitglied
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Hallo Lotta1707,
Zitat:
Wann ist meine Angst wieder ein berechtigtes Signal?
Ich glaube Angst ist immer ein berechtigtes Signal. Angst betrügt Dich nicht! Das wunderbare an dieser Sichtweise ist. Etwas, was nicht lügt ist immer hilfreich. Nicht Deine Angst belastet Dich so. Was Dich belastet ist, das Du verlernt hast wie Du die Stärke Deiner Angst runter regeln kannst.
Zitat:
Meine Frage, wann kann ich meinen Symptomen vertrauen?
Symptome erzählen nicht immer nur, was ist, sondern meistens vor allem, wie Du Dich dabei fühlst. Bei einem heftigen Krankheitsgefühl solltest Du also damit zum Arzt gehen. Und wenn ihr dann gemeinsam zu der Überzeugung kommt, Du bist nicht krank, dann kannst Du von folgendem ausgehen.
Du kannst auch Deinem Symptom vertrauen. Es sagt Dir.
"Tu etwas für Dich! Du lebst ein Leben, bei dem nicht nur Dein Kopf, sondern auch Dein Körper sich sehr unwohl fühlen."
Viele Grüße
Hotin
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Vergissmeinicht Mitglied
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Hallo Lotta,
nun, die Symptome spüren wir und sie sind real da, von daher bildest Du sie Dir nicht ein. Wichtig ist einmal komplett durchgecheckt worden zu sein, damit Du von der körperlichen Seite Gewissheit hast. Mitunter spricht man von funktionellen Störungen, die das Herz, die Blase, den Darm, den Kopf und vieles mehr beeinflussen können. Dies empfinden wir als unangenehm, ist aber Null schädlich.
Wichtig ist wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu erlangen.
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Ingo78 Mitglied
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Hallo zusammen bin neu hier und kenne das alles sehr gut das problem was wir alle haben werden ist das man es irgendwann nicht mehr unterscheiden kann was ist eine krankheit ... was ernstes und was ist pschychosematisch
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#6
Lotta1707 Mitglied
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Gestern Abend zum Beispiel merke ich ein brennen hinterm Brustbein. Direkt entwickel ich Angstgefühle und mir wird wieder schwindelig. Meine Angst hatte ich aber soweit unter Kontrolle dass ich keine Panikattacke bekam. Heute hat es sich verschlimmert und ich tippe auf eine speiseröhrenentzündung. Kann schon nur noch breiige bzw weiche Kost aufnehmen weil es beim schlucken sehr weh unangenehm ist. Jetzt weiß ich natürlich nicht ob mein Körper mir das vorgaukelt oder ob es wirklich eine Entzündung ist.
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#7
rosebud42 Mitglied
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Naja, nicht gleich an schlimmeres denken... Viel wahrscheinlicher ist doch Sodbrennen, oder? Nimm doch mal sowas wie bullrich Salz oder talcid und lass z. B ein paar Tage den Kaffee weg und die Süßigkeiten...
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#8
Lotta1707 Mitglied
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Ja ich habe noch nie richtiges Sodbrennen gehabt. Ich weiß nicht ob es so stark sein kann dass man tatsächlich Beschwerden beim schlucken hat? Aber wenn hier auch nur einer is der mir sagen kann dass das schonmal vorkommt dann vertraue ich darauf sofort und bin echt beruhigt.
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#9
Vergissmeinicht Mitglied
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Hey Lotta,
wundere mich gerade wie Du auf Speiseröhrenentzündung kommst?! Denke auch Du hast was Falsches gegessen und gut ist. Sodbrennen kann sehr unangenehm sein.
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#10
Lotta1707 Mitglied
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Ich komme darauf weil ich nicht wirklich saures aufstoßen habe, sondern einen Druck der intervallartig kommt und geht. Ein brennen was ich sonst noch nie bemerken konnte. Ich bin Krankenschwester da ist das größte Problem in meinen Kopf. Ich rechne die Symptome zusammen und mache mir mein Bild. Ich versuche mich immer als andere Person zu sehen, versuche immer mich in die Situation zu versetzen was ich meinem Patienten sage wenn er mir diese Symptome schildert. Verstehst du?
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#11
Hotin Mitglied
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Hallo Lotta1707,
Zitat:
Aber wenn hier auch nur einer is der mir sagen kann dass das schon mal vorkommt dann vertraue ich darauf sofort und bin echt beruhigt.
Da hast Du aber die wichtigste Person vergessen. Das bist Du nämlich selbst. Warum sagst Du Dir nicht. "Na ja, so etwas kommt schon mal vor. Ich werde mal abwarten, ob es bleibt oder sogar schlimmer wird. Vieles geht ja auch von allein wieder weg."
Zitat:
Ich rechne die Symptome zusammen und mache mir mein Bild. Ich versuche mich immer als andere Person zu sehen, versuche immer mich in die Situation zu versetzen was ich meinem Patienten sage wenn er mir diese Symptome schildert.
Und was sagst Du dann Deinen Patienten? Bitte nicht mehr bewegen. Sie sind bestimmt ernsthaft erkrankt. Ich werde gleich den Chefarzt verständigen. Wahrscheinlich müssen sie operiert werden. Beruhigst Du auf diese Weise Deine Patienten, oder was habe ich falsch verstanden?
Viele Grüße
Hotin
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#12
Lotta1707 Mitglied
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@hotin Wenn es bei mir auch so effektiv wäre wenn ich mir selbst erkläre, dass es schonmal vorkommt und ich erst mal abwarten kann, meinst du dann würde ich in dieses Forum schreiben? Mein Kopf akzeptiert diese plausiblen Erklärungen nicht.
Und nein. Natürlich sage ich meine Patienten sowas nicht. Aber ich gebe es weiter und in den meisten Fällen erfolgt dann die Diagnostik und Behandlung vom Arzt.
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#13
Vergissmeinicht Mitglied
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Liebe Lotta,
wir Angsthasen gehen immer von dem Schlimmsten aus. Ich hatte damals auch so ein Brennen. Ich sagte zu meinem Thera, ich bekomme einen Infarkt und er meinte, es sei meine Psyche.
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#14
Lotta1707 Mitglied
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Ja. Naja. Aussitzen und abwarten.
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#15
Vergissmeinicht Mitglied
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Bist Du verspannt Lotta?
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#16
Lotta1707 Mitglied
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Unheimlich ja.
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#17
Vergissmeinicht Mitglied
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Hm, dachte ich mir. Dann wird es vom Rücken kommen und zieht dann auch natürlich nach vorne. Mache Dir eine Wärmflsche, lege sie auf das Kissen und schlafe darauf ein.
Wünsche Dir eine gute Nacht.
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#18
Hotin Mitglied
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Hallo Lotta1707,
Zitat:
Wenn es bei mir auch so effektiv wäre wenn ich mir selbst erkläre, dass es schonmal vorkommt und ich erst mal abwarten kann, meinst du dann würde ich in dieses Forum schreiben? Mein Kopf akzeptiert diese plausiblen Erklärungen nicht.
Ich verstehe Dich. Das weiß ich doch alles. Nur frage ich Dich. Wie soll Dir jemand helfen, wenn er Dich nicht ärgert und provoziert? Oder was würde Dich sonst zum umdenken bringen. Verständnis hat doch bei Dir bis jetzt nicht funktioniert. Oder doch?
Du kannst mit mir alle Facetten der Angst diskutieren. Nur erzähle mir nicht "Mein Kopf akzeptiert das nicht." Es ist nicht Dein Kopf. Es ist Dein eigener Wille. Du bist nicht ferngesteuert.
Wenn ich dir gegen Dein Schienbein trete und dann sage: "Du, mein Kopf wollte Dich einfach mal treten." Ich kann nichts dafür. " Was antwortest Du mir dann?
Ich kann dir kurz was zu meiner Person sagen die ich war bevor mich die Angst eingenommen hat.
Ich war stark. Depressive Menschen konnte ich nicht ertragen, ich sagte zu ihnen immer "meine Güte krieg den Ar. hoch und geh ma gegen dich" Ich habe meine angehörigen, Freunde oder Patienten immer beruhigt wenn eine gesundheitliche Einschränkung bestand. Ich war die jenige die angerufen wurde und direkt an der Front war ohne Furcht oder Angst.
Wenn ich dir sage, dass ich mich selber nicht unter Kontrolle habe dann darfst du mir das glauben. Musst du nicht, aber eine Lügnerin bin ich nicht geworden dadurch. Es mag sein dass du selbst für deine Probleme nur einen Ar. brauchst um sie aus eigener Kraft zu besiegen. Diese Fähigkeit ist mir nicht mehr gegeben.