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psychomum

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Da ich ja am überlegen bin, die Reha nun endgültig zu beenden, stell ich mir die Frage, ob nur ich persönlich so empfindlich reagiere oder ob es nicht einfach menschlich ist und viele einfach Dinge hinnehmen, weil sie keine andere Wahl haben. die Armen.

Also ich persönlich stoße extrem an meine Grenzen mittlerweile weil man immer von massenweise Menschen dort umgeben ist. Abends ist es laut auf dem Flur, morgens früh gehts gleich los und am Tag. das ist ja klar soweit.

Wie ich geschildert hatte, werden Zimmerkontrollen durchgeführt, auch wenn man nicht amwesend ist, man muss Sichturin abgeben und und und, man wird halbwegs verhört vom Personal usw.

Ich brauche auch traumabedingt einen Rückzugsort, welcher meinen sicheren Ort darstellt, wo niemand einfach reinplatzen kann.

achja die Therapeuten oder Haustechniker stehen dann auch mal eben im Zimmer. man ist immer auf der hut.

Morgens muss man sich in eine Liste eintragen, sonst wird gleich angerufen.

Ich weiß Reha ist kein Urlaub, aber mir ist das einfach too much.

Wie ist es und wäre es bei euch so?

Das würde mich mal interessieren.

Viele Grüße

27.08.2021 #1


132 Antworten ↓
silverleaf

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@Lottimotti:

Ich verstehe total, was Du meinst, in diesem Krankenhaus scheint der Umgang mit den Patienten wirklich nicht ideal zu sein. Was Psychomum beschrieben hat, klingt an so einigen Stellen wirklich suboptimal und lässt Fingerspitzengefühl vermissen.
Machtmissbrauch ist immer furchtbar und verabscheuungswürdig.

Aber auch in Krankenhäusern, in denen respektvoll mit den Patienten umgegangen wird, gelten viele Regeln.
Man sollte grundsätzlich nicht vergessen (und damit beziehe ich mich ganz ausdrücklich nicht auf Psychomum):

Man ist dort in einem Krankenhaus. Das Krankenhaus hat eine gewisse Verantwortung für einen. Und ist, ganz nebenbei, auch haftbar für bestimmte Dinge, die passieren. Man begibt sich (im Rahmen von Psychosomatik/Reha/offenen Stationen) freiwillig für eine bestimmte Zeit in ein "gesichertes Umfeld", in welchem bestimmte Regeln gelten müssen. Diese Regeln stellen sicher, dass alle Patienten sich dort sicher fühlen können.

Das "Problem" ist, dass viele dieser Einrichtungen wirklich eher wie Hotels aussehen und genau dieses Gefühl vermitteln wollen, aber es sind trotzdem immer noch Krankenhäuser. Manche Patienten vergessen das dort manchmal leider (nochmal: damit beziehe ich mich in keinster Weise auf irgendjemanden aus diesem Forum) und benehmen sich dementsprechend auf eine Art und Weise, die andere Patienten damit in Problemlagen bringen.

Es ist für Erwachsene teilweise schwierig, plötzlich wieder Regeln befolgen zu müssen als sei man ein Teenager (vor allem dann, wenn diese schlecht kommuniziert und unsensibel umgesetzt werden), aber es geht an einigen Stellen nicht anders. Ich betone nochmal: Ich denke auch, dass das alles mit Fingerspitzengefühl erfolgen sollte, aber im Grundsatz sind bestimmte Regeln einfach notwendig. Auf engem Raum leben dort viele Menschen mit verschiedensten psychischen Problemen zusammen, das geht nur mit ein paar Regeln und leider auch nur mit Kontrollen.
Es dient der Sicherheit aller.
Wie gesagt, nochmal: Ja, Fingerspitzengefühl ist wichtig, das sehe ich definitiv auch so!

Die Gratwanderung zwischen Sicherheit/ Fürsorge auf der einen Seite und Kontrolle/ unverhältnismäßiger Bevormundung auf der anderen Seite ist schwierig.

Ich habe sehr, sehr viel Zeit stationär verbracht, und ich habe auch die Kehrseite dieses Aspekts kennengelernt.
Sprich: Was passieren kann, wenn nicht ausreichend kontrolliert wird.
Ich habe Mitpatienten erlebt, die
- sich betrunken geprügelt haben
- die Tabletten in ihrem Zimmer gehortet haben und dann, im Affekt, Mist damit gebaut haben
- die aus dem Fenster springen wollten
- die unter Dro. andere Mitpatienten angegriffen haben (schwer)
- die der Meinung waren, sie könnten verordnete Klinik-Medikamente mit selbstständig dazugekauften Medis
mischen (ging schief)
- die in ihrem Zimmer zusammengebrochen sind, dort sehr lange lagen und es erst sehr spät entdeckt wurde,
eben weil niemand überprüft hat, wo derjenige war
- die in einem Zustand von Verzweiflung die Klinik verlassen haben, mit dem Vorsatz, sich etwas anzutun, hätte
man das nicht bemerkt und die Person nicht gesucht, wäre das schiefgegangen
- die sich nachts durch mehrer Betten
Trigger

geschlafen

haben, weil sie keine Kontrolle über sich hatten und andere das
ausgenutzt haben
- die in ihren Zimmern total ausgerastet sind oder versuchten, sich schwer zu verletzen oder
Trigger

umzubringen



Für die eigene Sicherheit und die Sicherheit der Mitpatienten haben viele der Regeln, die bestehen, ernsthafte und sinnvolle Hintergründe, auch wenn die sich manchmal nicht auf den ersten Blick erkennen lassen.
Gerade als schwer traumatisierter Mensch ist es wichtig, dass man sich im stationären Umfeld sicher fühlen kann, auch wenn viele andere Patienten mit psychischen Problemen um einen herum sind. Es ist mehr als unangenehm, wenn man nachts auf dem Gang auf dem Weg zur Pflege-Station auf einen Patienten trifft, von dem man weiß, dass er Impuls-Kontroll-Probleme hat und dabei zu merken, dass dieser total betrunken ist. Es ist sehr belastend, wenn man weiß, dass ein gefährdeter Mitpatient große Mengen an Medikamenten auf dem Zimmer gelagert hat usw. usw....

Und trotzdem sollte es selbstverständlich sein (was es leider nicht immer ist), das das Klinikpersonal die Anstandsregeln normalen menschlichen Umgangs miteinander einhält, die Patienten als "normale" erwachsene Menschen wahrnimmt und dementsprechend behandelt. Respekt ist das Zauberwort. Übrigens gegenseitig. Ich habe auch andersherum erlebt, wie sich Patienten unglaublich schlecht benommen haben und die Verantwortung dann einfach auf ihre Erkrankung geschoben haben, als sei diese ein allgemeingültiger Freifahrtschein für schlechtes Benehmen. Das geht auch nicht.

Es bedingt sich gegenseitig.

Ich finde es oftmals echt interessant, wie man schon nach kurzer Zeit spüren kann, wie das allgemeine Klima in einer Klinik ist. Wie der Umgang zwischen Menschen ein Klima schafft, in das alle einstimmen. Wenn das Personal untereinander respektvoll und höflich miteinander umgeht, vom Chefarzt bis zur Reinigungskraft, und so auch der Ton gegenüber den Patienten ist, so sind auch die Patienten viel entspannter und zugänglicher, neigen eher dazu, sich ebenfalls freundlich und höflich zu benehmen. Ist die Stimmung gestresst und angespannt (Überarbeitung des Personals, schlechte Kommunikation von den Chefs nach "unten" usw.), dann führt das oftmals auch schnell zu Spannungen zwischen den Patienten oder den Patienten und dem Personal. Man kennt den Effekt aus dem "normalen" Leben ja auch, aber in einer Klinik ist der Effekt nochmal stärker, da viele psychisch belastete Menschen oftmals empfänglicher für solche Schwingungen sind und oftmals stark darauf reagieren.

LG Silver

28.07.2021 22:18 • x 10 #45


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A


Wie viel Privatsphäre benötigt ihr?

x 3


silverleaf

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Hallo Psychomum,

ich kann gut nachempfinden, dass einige der Situationen, die Du geschildert hast, belastend sein können.

Die Menge an Menschen, mit der man stationär tagein/tagaus konfrontiert ist, ist auch für mich auch immer wieder eine Herausforderung, da ich außerhalb der Klinik nur sehr wenig Sozialkontakte habe und zusätzlich auch grundsätzlich sehr geräuschempfindlich bin. Oftmals habe ich mich nach den Therapien auf mein Zimmer verkrümelt, wenn die anderen abends zusammengesessen haben, das war mir oft einfach zu viel und zu laut. Natürlich möchte und soll man sich ja auch mit den anderen austauschen, aber ich bin eher der Typ für Gespräche zu zweit oder dritt in ruhiger Umgebung, in größeren Gruppen komme ich nicht gut zurecht. In den Gruppentherapien ging es, da dort der Geräuschpegel geringer war und nicht alle durcheinander geredet haben.

Was die Kontrollen durch die Klinik angeht.
Nach meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass es oftmals darauf ankommt, mit welchem "Fingerspitzengefühl" bestimmte Maßnahmen durchgeführt werden, also dass ein und dieselbe Handlung seitens des Klinikpersonals unterschiedliche Gefühle beim Patienten auslösen können, je nachdem, wie sensibel der Umgang ist. Was wie Kontrolle wirkt, kann auch als Fürsorge verstanden werden. Es hängt immer davon ab, wie die Regeln vom Klinikpersonal kommuniziert und umgesetzt werden. Wenn man in eine psychosomatische Klinik geht, erklärt man sich ja bereit, sich zu einem gewissen Grad kontrollieren zu lassen, sich auf die Regeln der Klinik einzulassen. Das ist schon etwas speziell und gewöhnungsbedürftig. Bei vielen Patienten ist es ja schon lange her, dass sie z.B. zu einer bestimmten Zeit "zu Hause sein" oder "in ihrem Zimmer sein" mussten Smile. Aber wenn die Regeln gut nachvollziehbar sind, offen kommuniziert und sensibel umgesetzt werden, kann man davon durchaus auch profitieren. Es geht ja auch darum, einem zu helfen, bestimmte Dinge wieder besser in den Griff zu bekommen.

Viele von den Sachen, die Du beschrieben hast, kenne ich auch aus psychosomatischen Kliniken, aber ich habe sie nicht als "grenzüberschreitend" empfunden, da das Personal meistens sehr sensibel mit den Patienten umgegangen ist. Ich habe es eher als Fürsorge erlebt. Ich kenne aber auch Erzählungen von Patienten aus anderen Kliniken, in denen der Umgang mit den Patienten durchaus als wenig respektvoll erlebt wurde.

Bei mir gab es auch Zimmerdurchsuchungen, allerdings anlassbezogen, also wenn ein Verdacht vorlag, dass Patienten z.B. Tabletten auf dem Zimmer sammelten oder unerlaubte Medikamente im Zimmer hatten (es durften nur von der Klinik verschriebene Medikamente genommen werden, es durften keine Medikamente in der Apotheke gekauft werden) oder verstöße gegen die Hausordnung vermutet wurden (elektrische Gegenstände waren aus Brandschutzgründen nicht erlaubt).
Und ja, das Personal hatte immer Zugang zu den Zimmern (das muss ja auch so sein, es ist ja immerhin ein Krankenhaus), aber es wurde höflich geklopft und erst dann das Zimmer betreten. Wer morgens bei der Visite nicht da war, wurde gesucht, und wenn es den Verdacht gab, dass jemand nachts nicht im Haus war, wurde ebenfalls kontrolliert. Auch hier aus Sicherheitsgründen, das Krankenhaus hat ja auch eine Verantwortung für seine Patienten.

Ich persönlich habe mich durch diese Maßnahmen, die, wie gesagt, höflich und sensibel durchgeführt wurden, eher beschützt als kontrolliert gefühlt. Es zeigt ja auch, dass die Klinik sich um ihre Patienten kümmert.

Es handelte sich in meinem Fall um eine Klinik, die explizit keinerlei aktive Substanzprobleme behandelt, man muss absolut clean sein. Man musste angeben, wenn man in der Vergangenheit mal Probleme mit Dro. oder Alk. hatte, und jeder, der das angegeben hat, wurde in unregelmäßigen Abständen unangemeldet getestet, auch nachts. Aber auch das erfolgte respektvoll. Und es wussten alle Patienten vorher, worauf sie sich einlassen. Das Alk. war absolut, man durfte also auch nicht abends, wenn man mit Besuch außerhalb der Klinik in einer Pizzeria oder so war, etwas trinken. Auch Alk. Alternativen an Wein/B./etc. waren in der Klinik verboten, damit Patienten mit einem Alk. in ihrer Vergangenheit nicht durch den Geruch getriggert werden.

Insgesamt war es trotzdem eine Klinik, die ihren Patienten sehr viel Freiheiten eingeräumt hat. Es kam sogar vor, dass sich Patienten von den Therapeuten tatsächlich mehr Kontrollen und Regeln gewünscht haben.

Alles in allem ist es eine facettenreiche Angelegenheit. Ich habe mich bislang immer gut aufgehoben und respektvoll behandelt gefühlt. Manchmal gab es aber durchaus auch Situationen, die ich (aus Beobachterperspektive) schwierig und schwer nachvollziehbar fand.

Das Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Kontrolle ist nicht ganz einfach.
Aus persönlicher Erfahrung mag ich z.B. die Begrifflichkeit des "gesicherten Umfelds" in Bezug auf geschlossene Stationen durchaus gerne und hat mir in der Vergangenheit geholfen, Akzeptanz diesbezüglich aufzubauen. Ich gehörte bislang immer zu den Patienten, die ständig hart an der Grenze zur "Geschlossenen" schrammen, aber gerade noch in psychosomatischen Kliniken geduldet sind. Ich hatte auch schon Aufenthalte, in denen (gerade nachts) ständig diskutiert wurde, ob man mich verlegen müsse (was ich natürlich nicht wollte), und da waren die Fragen zumeist "Glauben Sie, dass Sie hier noch sicher sind? Vielleicht brauchen Sie ein gesicherteres Umfeld, in welchem man sie besser im Auge behalten kann und man sich besser um Sie kümmern kann".
Mir war natürlich klar, worum es ging, aber der Gedanke von "Wir möchten uns um Sie kümmern und Ihnen helfen" klang irgendwie angenehmer als "Wir wollen Sie lieber einschließen". Und normalerweise bin ich auch kein Freund "weichgespülter" Begrifflichkeiten, aber in diesem Fall fand ich es hilfreich und mit weniger Stigma belegt.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft, halt' die Ohren steif und achte weiter gut auf Deine Grenzen!
Alles Gute,

LG Silver

27.07.2021 05:54 • x 7 #29


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fourofour
Zitat von psychomum:
Ich brauche auch traumabedingt einen Rückzugsort, welcher meinen sicheren Ort darstellt, wo niemand einfach reinplatzen kann.

Das ist das A und O bei Traumafolgestörungen. In dem das so geschieht, wie Du das beschrieben hast, kann das Gefühl über das Klinikzimmer bei einem selbst beschädigt werden. Und das ist vermutlich das was Du wahrnimmst.

In einer Klinik die für Tramafolgestörungen spezialisiert ist, wird das etwas anders gehandhabt. Persönlich würde ich so was nicht (mehr) dulden.

x 2 #2


E
Ich könnte mich nirgends aufhalten, wo Zimmer durchsucht werden, Menschen in den Raum platzen, ich ein hohen Lautstärke ausgesetzt bin, ich kein Einzelzimmer hätte. Oder Urinproben abgeben, um auf Dro. getestet zu werden. Von daher wäre tatsächlich weder ein Psychiatrieaufenthalt noch eine Reha etwas für mich.

x 2 #3


Icefalki
Kommt drauf an, in welcher Klinik man behandelt wird. Urinkontrollen unter Sicht gibt es meiner Meinung nach nur in Suchtkliniken oder ähnlichen Einrichtungen.

x 3 #4


H
Zitat von Icefalki:
Kommt drauf an, in welcher Klinik man behandelt wird. Urinkontrollen unter Sicht gibt es meiner Meinung nach nur in Suchtkliniken oder ähnlichen ...

Hat mich jetzt auch sehr gewundert. Ich war auch schon in der reha. Da musste ich zu Beginn eine abgeben und gut wars. Da kam auch niemand aufs Zimmer 😲 außer man hat darum gebeten wenn's einem nicht gut ging

x 2 #5


Kimsy
Das mit den Kontrollen kenn ich von der Psychosmatischen Akutklinik aber aus der Reha nicht...dort hatte jeder ein Einzelzimmer, wurden überhaupt nicht kontrolliert..an den Wochenenden konnte ich sogar über Nacht wegbleiben, keiner hats mitbekommen...

x 2 #6


Moonlight_74
nein danke, das wäre Stress pur.

Um mich wohlzufühlen brauche ich die Möglichkeit des Rückzugs. Meine Privatsphäre ist mir heilig.

x 2 #7


F
Hi,
ich war jetzt noch nicht auf einer Reha, sondern nur paarmal in verschiedenen Psychiatrien (Aufnahmestation & Station für Krisenintervention) und selbst dort sind die ganzen Dinge nicht vorgekommen.
Es wurde zwar öfters nach mir geschaut, aber da wurde vorher angeklopft und gefragt, ob sie reinkommen dürfen. Zimmerkontrollen gab es nicht und auch die Ärzte & die Putzfrau haben immer angeklopft und gefragt.
Ich musst zwar eine Urinprobe abgeben, aber da wurde mir der Becher gegeben und ich sollte dann klingeln. Da hat mich niemand beobachtet. Listen gab es auch nicht.

Es kann natürlich sein, dass es in einer Reha Klinik anders läuft, aber eigentlich sind doch Psychiatrien viel strenger und bei einer Reha ist man selbstständiger.

Ich verstehe Dich da komplett, ich brauche auch meinen Rückzugsort und da wäre sowas überhaupt nicht förderlich.

x 1 #8


fourofour
Zitat von psychomum:
man muss Sichturin abgeben und und und

Zitat von flowergirl:
Ich musst zwar eine Urinprobe abgeben, aber da wurde mir der Becher gegeben und ich sollte dann klingeln. Da hat mich niemand beobachtet. Listen gab es auch nicht.


Jetzt habe ich das richtig verstanden. So was ist auf Suchtstationen und beschützten Stationen zu finden.
Aber in der Reha?

Würde ich mir nicht bieten lassen.

x 1 #9


Peekay
Ich finde es ein Unding so unter Kontrolle zu stehen. Ich habe meine REHA abgelehnt, da ich es nicht ertrage wenn um mich herum alles laut und bunt zugeht und ich mich nicht zurückziehen kann wenn ich es brauche.

x 1 #10


E
Zitat von cube_melon:
Jetzt habe ich das richtig verstanden. So was ist auf Suchtstationen und beschützten Stationen zu finden. Aber in der Reha? Würde ich mir nicht bieten lassen.

Es gibt, wie ich gerade gelesen habe, Rehas, die sich auf die Behandlung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen spezialisiert haben. Da würden solche Maßnahmen ja durchaus Sinn ergeben. Aber sonst?

Allerdings finde ich es ungewöhnlich, dass jetzt überall von beschützten Stationen geschrieben wird - und kaum noch von geschlossenen.

x 1 #11


I
Solche Kontrollen im Zimmer kenne ich nur von der Geschlossenen. Aber mit anklopfen
Sie wollen auch schauen, ob man sich etwas gehen lässt und ständig im Bett liegt,
oder an den Maßnahmen nicht teilnimmt.
Sie wollen auch wissen, ob man irgendwelche D.rogen oder "Schneidewerkzeug" mit reinbringt, wie Skalpell oder Scherben.
Ich finde das soweit in Ordnung, aber ich hab auch kein Trauma.
Eine Anwesenheitsliste kenne ich auch nicht, dafür aber eine Morgenrunde, wo dann bemerkt wurde,
ob jemand fehlt oder noch im Schlafanzug rumläuft.
Ein bißchen Kontrolle ist in solchen Umgebungen ganz einfach notwendig.
Mir hat das gut getan, ich hatte nämlich manchmal Angst vor anderen schwer kranken Patienten,
das hat mir Sicherheit gegeben, wenn ich wußte, das Personal hat vollen Überblick.

x 4 #12


fourofour
Zitat von Natascha40:
Allerdings finde ich es ungewöhnlich, dass jetzt überall von beschützten Stationen geschrieben wird - und kaum noch von geschlossenen.

Das wird getan um dem Aberglauben entgegen zu wirken, das die Psychiater der Klinik, für jede verschriebene Baumwolljacke mit Lederornamenten, eine Provision bekommen.

Geschützte klingt niederschwelliger/weicher als geschlossene Station

x 1 #13


I
Zitat von Natascha40:
Es gibt, wie ich gerade gelesen habe, Rehas, die sich auf die Behandlung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen spezialisiert haben. Da würden solche Maßnahmen ja durchaus Sinn ergeben. Aber sonst? Allerdings finde ich es ungewöhnlich, dass jetzt überall von beschützten Stationen geschrieben wird - und kaum ...

Das war jetzt Zufall, dass ich nun von der Geschlossenen geschrieben habe.

x 1 #14


E
Zitat von cube_melon:
Das wird getan um dem Aberglauben entgegen zu wirken, das die Psychiater der Klinik, für jede verschriebene Baumwolljacke mit Lederornamenten, eine Provision bekommen. Geschützte klingt niederschwelliger/weicher als geschlossene Station

Ich finde, es klingt eher verschleiernd, da die sog. geschützte Station ja nun eben geschlossen ist. Bzw. verschlossen.

#15


psychomum
Danke für eure Meinungen...dann übertreib ich doch nicht, einige Mitpatienten stört es auch doll und andere sind abgebrühter...

Mir ist da auch nicht wohl bei und ich muss sagen ich bin gerade froh hier meine Ruhe zuhause zu haben, ich hab jetzt Belastungserprobung Zuhause...

Also als mein Sohn nicht mehr da war und ich nicht ein noch aus wusste, hatte ich ja für ca. 4 Monate Alk. getrunken um den Schmerz zu betäuben...ich wollte dann ja Trauma- und Stabilisierungstherapie machen, aber mir wurde immer gesagt, ich soll in eine Suchtreha und dann können die Traumata bearbeitet werden.

Die Patienten von der Psychosomatik werden ebenfalls teilweise wie Suchtpatienten behandelt...

Ich muss sagen dass die Therapie völlig falsch für mich ist, ich aber trotzdem merke, dass ich stabiler geworden bin.

Ich hatte aber wegen dem Zwang zum Sichturin einen Flashback...jetzt darf die Tür bei der Abgabe leicht geschlossen werden...als Alternative hätte man sich auch entkleiden können...

Wie dürfen die Fenster nicht komplett aufmachen, nur auf Kipp da auch Kinder dort sind, aus Sicherheitsgründen...die Zimmer sind so extrem heiß und stickig...Hilfe..

ich könnte ein Buch schreiben was dort abgeht...ich überlege aber die Rentenversicherung zu informieren. Ich hab wirklich ganz viel Negatives dort erlebt...

Mir wurde auch gesagt, ich soll mich mehr anstrengen, wenns mir bezüglich meines Sohnes so schlecht ging.

Eigentlich bin ich dumm, wenn ich dort zurückkehre...aber ich muss noch viele Dinge dort klären...

hmm...

ich war schonmal auf einer psychosomatischen Reha, dort ging es viel menschlicher zu und es herrschte kein zwang.

liebe Grüße

#16


psychomum
achja bei den Zimmerkontrollen, werden Taschen, Schränke usw. durchsucht, und Portemonaie nur wenn man dabei ist...aber trotzdem ist es einfach unangenehm....

Ich habe immer Desinfektionsspray für meine Schuhe, das wurd mir auch weggenommen als ich nicht da war und ein zettel hinterlassen...

es wird auch die Ordnung kontrolliert, es gibt eine Reinigugscheckliste und dann schauen sie wie ordentlich die zimmer sind und bewerten das, wenn was nicht passt, bekommt man Zettel zur Änderung, ich bin sehr ordentlich aber ich fühle mich sehr unter Druck gesetzt ..

wie im Gefängnis eben 😬

#17

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E
Zitat von psychomum:
Ich habe immer Desinfektionsspray für meine Schuhe, das wurd mir auch weggenommen als ich nicht da war und ein zettel hinterlassen...

Das ist in allen Einrichtungen, in denen es um Suchterkrankungen geht üblich.

x 1 #18


A
Zitat von psychomum:
achja bei den Zimmerkontrollen, werden Taschen, Schränke usw. durchsucht, und Portemonaie nur wenn man dabei ist...aber trotzdem ist es einfach ...


Hey habe dass mal mitgelesen , vielleicht die Reha wechseln ? Sanatorium oder so eventuell besser ? Ist mehr für ein Rückzugsort ( Sanatorium ) Wo es nicht so streng zu geht , hört sich für mich wie eine Klinik an , wo ich auch mal war , hat man auch Kontrollen durchgeführt aber bei weitem nicht so Streng wie bei dir .

x 1 #19


fourofour
Zitat von Natascha40:
Ich finde, es klingt eher verschleiernd, da die sog. geschützte Station ja nun eben geschlossen ist. Bzw. verschlossen.

Das ist Sinn und Zweck der Sache um die Stigmata rund um die geschlossene Psychiatrie abzubauen.

Gibt genug Menschen die alleine schon durch den Namen an Horrorgeschichen denken.

#20


A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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