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Guten Morgen.

@Kruemel_68 @sandracookie @Schlaflose @Hotin @realo

Erst einmal herzlichen Dank für eure Beiträge, Gedanken, Erfahrungen! Das hat mir sehr geholfen!

Ich hatte gestern Sitzung 8 von 12. Es wurden 12 von der Krankenkasse bewilligt, es sollten weitere 12 beantragt werden.

Ich mache meine Therapie ja bei einem Azubi, der immer Rücksprache mit seiner Ausbilderin hält. Nun hat er mir gestern gesagt, dass sie am Montag über mich gesprochen haben und die Ausbilderin nicht genug Eigenanteil von meiner Seite sieht und sie dazu tendiert, keine weiteren 12 Stunden zu beantragen. Mein Therapeut sagte mir, dass hätte nichts mit mir persönlich zu tun, er würde kommende Woche noch einmal mit seiner Ausbilderin sprechen und weitere 12 Stunden beantragen möchte, er dies aber nicht entscheiden kann.

Ich fühle mich, als wenn ich einen Schlag (Pardon) in die Fresse erhalten hätte.

Ich mache den Grübelstuhl, ich führe das Angsttagebuch mit den Symptomen etc. Dies habe ich nicht sofort angefangen, weil mein Kopf mit so vielem beschäftigt ist und ich diese Hausaufgaben schlicht und ergreifend vergessen habe. Ich habe mich aber, nachdem mein Therapeut vor 3 Wochen darüber sprach, daran gehalten und angefangen dies regelmäßig zu machen, zu dokumentieren, mit zur Therapie zu bringen.

Ich weiß jetzt nicht was ich machen soll, machen kann. Ich bin gerade erst dabei zu begreifen was Verhaltenstherapie wirklich beinhaltet, was ich selbst machen muss, wie der Ablauf etc. ist und dann kommt so eine Aussage. Ich erfahre erst nächsten Freitag ob weitere Stunden beantragt werden oder nicht. Mein Therapeut klang nicht wirklich überzeugt das es dazu kommt. Ich habe eher das Gefühl, das er verschnupft ist das ich nicht sofort auf die Hausaufgaben aufgesprungen bin und er vielleicht nicht mit mir arbeiten möchte.

Eine beschi ssene Situation! Insbesondere da es mir nicht besser geht. Würde ich schon irgendwas merken, würde ich sagen, okay, ich mach die 12 Stunden voll und dann vorbei. Aber so fühle ich mich nicht.

Ich habe gestern Abend nach Selbsthilfegruppen geschaut, auch ein paar gefunden die mich ansprechen und dort Kontakt aufgenommen. Ich weiß nur nicht ob das reicht? Ich weiß auch nicht was mit der Krankenkasse passiert? Kann ich, sollte es dort nach den 12 Stunden vorbei sein, einen neuen Therapieplatz suchen? Wird es einen Bericht an die Krankenkasse geben, dass ich nicht mitgearbeitet habe und es deshalb zu keiner Verlängerungsanfrage kommt?

Ich hatte so etwas noch nie in meinem Leben und fühle mich komplett überfordert, im Stich gelassen.

Viele Grüße, Greta

Hmm wirklich keine leichte Situation
Ich kenne von meiner Verhaltenstherapie weder so etwas wie Hausaufgaben, noch Kritik, von wegen mehr Eigeninitiative - bei letzterem weiß ich ehrlich gesagt auch nicht, was sie da von ihren Patienten erwarten. Zum Zeitpunkt als ich meine Therapie startete war ich immer noch ziemlich in der Depression trotz Krankschreibung und damals Einstellung auf Fluoxetin. So eine Aussage hätte mich schlichtweg überfordert und meine persönliche Angstproblematik direkt getriggert.
Ich hatte irgendwie Glück damals schnell einen passenden Therapeuten gefunden zu haben. Er hat mir eher neue Perspektiven aufgezeigt und die Mechanismen hinter meinen Problemen erklärt. Das war das richtige für mich.
Andererseits ist jede Therapie hoch individuell und was dem einen hilft muss für den anderen deswegen nicht automatisch auch hilfreich sein.
Die Frage ist, könntest du dir denn vorstellen die Therapie dort fortzusetzen, trotz der bisherigen aufgekommenen Differenzen?
Beim Suchen eines neuen Platzes ist leider wieder mit Wartezeit zu rechnen, das ist der größte Nachteil und dass man dann mit neuem Therapeuten wieder bei Null anfängt.

Von der Krankenkasse her dürfte es aber keine Probleme geben (zur Not da anrufen und nachfragen). Aber im Grunde genommen hättest du weiterhin Anspruch auf zwölf weitere Stunden egal ob bei Therapeut x oder Therapeut y. Es darf nur nicht parallel sein und Infos warum es nicht passt/fortgesetzt wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass die bei dem Datenschutz heutzutage das einfach so machen dürfen.

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Verhaltenstherapie - Erfahrungen gesucht

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Zitat von sandracookie:
Hmm wirklich keine leichte Situation Ich kenne von meiner Verhaltenstherapie weder so etwas wie Hausaufgaben, noch Kritik, von wegen mehr ...

Vielen Dank für deine Antwort.

Ich kenne es so auch nicht und weiß nach wie vor nicht was ich davon halten soll.

Da nur 12 Stunden genehmigt wurden und jetzt 12 weitere beantragt werden müssten weiß ich halt nicht ob die Ausbilderin/Therapeut das machen. Das erfahre ich erst nächsten Freitag. So oder so hat es Geschmäckle für mich. Wird beantragt: Dankbar, nach dem Motto Danke für die Chance oder wenn nicht beantragt wird: Danke für nichts und mir das Gefühl zu geben nicht richtig zu sein. Weißt was ich meine?

Am liebsten würde ich es beenden. Ich weiß nur nicht was danach kommt? Würde die Krankenkasse einen neuen Therapeuten akzeptieren respektive einen Antrag genehmigen oder ablehnen weil ich 12 genehmigte Stunden hatte?

Ich habe mich um Selbsthilfegruppen beworben, 2 haben geantwortet, da kann ich zum schnuppern kommen. Die Frage: Reicht das?

Boah, ich stecke echt in einer Krise.

Nun, eine Verhaltenstherapie als Gesprächstherapie sollte so strukturiert sein, dass man in der Sitzung über das Verhalten redet und das dann nach der Sitzung selbstständig im Alltag anwendet. Das ist die Mitarbeit, die unbedingt dazugehört, die Theorie umsetzen in die Praxis. Wenn das nicht der Fall ist, wird in der Tat der Sinn der Therapie infrage gestellt. Dann kann es sein, dass die Kurzzeittherapie von 24 Stunden in zwei Schritten a 12 Stunden zu beantragen, beendet wird. Die Nachfrage nach Therapieplätzen ist so hoch, dass ein Verschwenden von Stunden ohne Therapieeffekt unmöglich ist.

Wir haben ja hier schon viel über die Verhaltenstherapie geschrieben, auch, dass der Klient für sich den Inhalt der Therapiesitzung beeinflusst und nicht wartet, biss der Therapeut mal etwas macht. Vielleicht ist das für Dich jetzt ein Lernbereich und Du kannst es beim nächsten Mal besser machen. Dann fängst Du eine neue Therapie nicht bei null an, sondern Du bringst Erfahrung mit und kannst dann die Sitzungen besser nutzen.

Zitat von realo:
Nun, eine Verhaltenstherapie als Gesprächstherapie sollte so strukturiert sein, dass man in der Sitzung über das Verhalten redet und das dann nach ...

Danke! Zum 1. Mal habe ich es verstanden, kein Witz

So hat es mein Therapeut nicht gesagt, sondern nur das er es erwartet. Aber was genau er erwartet das wusste ich nicht. Bis ich direkt nachgefragt hatte und jetzt 2 Dinge weiß, ich die auch mache, aber die wohl nicht reichen ‍️

Ich bin depressiv und habe Ängste. Ich soll mich den Ängsten stellen. Wenn ich das mache, dann geht es mir danach so schlecht (Erschöpfung), dass mit mir im schlimmsten Fall 2 Tage nichts anzufangen ist. Ich sage das meinem Therapeut auch immer, auch anhand des Angsttagebuchs. Seine Aussage So lang machen bis es besser wird. Ich bin damit aber komplett überfordert und brauche viel Zeit um mit der Erschöpfung klar zu kommen. Ich weiß nicht ob es ein Kommunikationsproblem ist oder die Therapie nach Schema F durchgezogen werden soll ohne das zu berücksichtigen.

Ich weiß echt nicht mehr weiter.

Hallo Greta,

erstmal nur kurz zu deiner Frage mit den Stunden (ich bin gerade unterwegs und habe nicht den ganzen Thread gelesen, also sorry, falls das schon jemand geschrieben hat):

Eine Beantragung von weiteren Stunden sollte kein Problem sein, egal, bei welchem Therapeuten. Es gibt bei der Krankenversicherung ja eine Art von Obergrenze, was die Gesamstunden angeht, die liegt, meine ich, bei der TP bei ca. 100 Stunden und bei der VT bei ca. 80 Stunden. Solange du unterhalb dieser Obergrenze bist, sollte das kein Problem sein, die Krankenkassen zählen die Gesamtstunden der VT, unabhängig vom Therapeuten.

Es tut mir echt leid, dass du mit deinem Therapeuten da in eine so blöde Situation hineingeraten bist!

Ich hatte auch schon Probleme mit Therapeuten in Ausbildung, die mit ihrer Kommunikation noch etwas „unklar“ waren, das ist wirklich keine schöne Situation für den Patienten.

Zitat von Darkshadow:
Hallo Greta, erstmal nur kurz zu deiner Frage mit den Stunden (ich bin gerade unterwegs und habe nicht den ganzen Thread gelesen, also sorry, falls ...

Danke für deine Antwort.

Ich habe dort nur 12 Stunden genehmigt bekommen, weitere wurden (noch oder gar nicht) beantragt. D. h. also ich könnte ganz woanders eine neue Verhaltenstherapie beantragen?

Der Therapeut ist nett, aber sehr auf Fahrplan fokussiert, ungern links oder rechts des Weges. Das ist nicht einfach.

Zitat von Greta__:
Nun hat er mir gestern gesagt, dass sie am Montag über mich gesprochen haben und die Ausbilderin nicht genug Eigenanteil von meiner Seite sieht und sie dazu tendiert, keine weiteren 12 Stunden zu beantragen. Mein Therapeut sagte mir, dass hätte nichts mit mir persönlich zu tun, er würde kommende Woche noch einmal mit seiner Ausbilderin sprechen und weitere 12 Stunden beantragen möchte, er dies aber nicht entscheiden kann.

Das macht mich so unglaublich wütend, wie unser KK-System psychisch kranke Menschen behandelt. Mel ehrlich - wenn man ein gebrochenes Bein hat, wird man doch auch so lang krank geschrieben und behandelt, bis der Bruch geheilt ist. Da sagt doch auch niemand: Wir behandeln Sie jetzt maximal 4 Wochen, sehen Sie zu, dass das Bein dann wieder zusammengewachsen ist. Ich könnte echt bei sowas. Es tut mir echt leid, dass Du Dir jetzt solche Gedanken machen musst. Da kann man jetzt auch schwer was raten. Ich kann mir gut vorstellen, dass Du Dir jetzt total vereimert vorkommst.

Das mit der Selbsthilfegruppe finde ich eine gute Idee. Das kannst Du ja auf jeden Fall machen, auch wenn das mit der Therapie doch noch weitergeht.

Ansonsten würde ich vielleicht versuchen, nochmal mit dem Therapeuten in den Dialog zu gehen und vielleicht auch zu fragen, ob Du mal mit der Therapeutin sprechen kannst, bei der er in Supervision geht. Ich würde ihm nochmal zurückspiegeln, dass Dir absolut nicht klar ist, was noch an Mitarbeit von Dir gefordert wird. Dass Du zu diesem Punkt noch mehr Kommunikation benötigst. Und wenn er Dir dann blöd kommt, hilft wohl doch nur, nochmal auf die Suche nach einem neuen Therapeuten zu gehen.

Zitat von Greta__:
Ich bin depressiv und habe Ängste. Ich soll mich den Ängsten stellen. Wenn ich das mache, dann geht es mir danach so schlecht (Erschöpfung), dass mit mir im schlimmsten Fall 2 Tage nichts anzufangen ist. Ich sage das meinem Therapeut auch immer, auch anhand des Angsttagebuchs. Seine Aussage So lang machen bis es besser wird. Ich bin damit aber komplett überfordert und brauche viel Zeit um mit der Erschöpfung klar zu kommen. Ich weiß nicht ob es ein Kommunikationsproblem ist oder die Therapie nach Schema F durchgezogen werden soll ohne das zu berücksichtigen.

In dem Fall würde ich sagen, das Problem ist das Schema F. Und das ist auch der Grund, warum ich glaube, dass die Verhaltenstherapie bei bestimmten Problemen nicht weiterkommt. Das war bei mir auch der Fall. Bestimmte Dinge konnte ich einfach nicht umsetzen. Weil ich nicht wusste wie. Und mein jetziger Therapeut nimmt sich die Zeit, mir das zu zeigen. Es gibt halt Dinge, die muss man lernen wie eine neue Sprache (in meinem Fall z.B. Abgrenzung). Wenn ich es nicht kann, brauch ich halt jemanden, der mir zeigt, wie es geht. Es ständig von mir zu verlangen kann man zwar machen, wird aber nix nützen.

Ich gehe sogar soweit zu sagen - wenn Du ans Grundproblem drankommst, brauchst Du Dich nicht mehr zu konfrontieren. Dann gehen plötzlich wieder ganz von selbst. Und umgekehrt - solange das Grundproblem nicht gelöst ist, bringt konfrontieren wenig (wie z.B. bei Dir das Gassi gehen). Aber das ist meine persönliche Ansicht, die aus meiner Geschichte resultiert. Bei anderen mag das anders sein.

Zitat von Kruemel_68:
Das macht mich so unglaublich wütend, wie unser KK-System psychisch kranke Menschen behandelt. Mel ehrlich - wenn man ein ...

Vielen Dank für deine Worte.

Ich fühl mich total vereimert und bin mir ehrlich gesagt auch nicht sicher ob ich weiterhin dort hin möchte. Klar, die restlichen 4 Stunden lasse ich nicht verfallen, aber ob ich noch weitere 12 dort machen möchte weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Ob ich mit der Ausbilderin sprechen möchte weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich würde mich wie ein Bittsteller fühlen und das darf es doch nicht sein.

Kommunikation ist das A und O und die hat nicht ausreichend stattgefunden oder kam nicht richtig bei mir an. Keine Ahnung woran das lag.

Ja, die Selbsthilfegruppen schaue ich mir an. Ich habe von 3 Antworten bekommen und werde die 3 als Gast besuchen und schauen ob es etwas für mich ist.

Zitat von Kruemel_68:
In dem Fall würde ich sagen, das Problem ist das Schema F. Und das ist auch der Grund, warum ich glaube, dass die Verhaltenstherapie bei bestimmten ...

Mir wurde aufgrund einer KPTBS zu einer Traumatherapie geraten. Ich dachte aber das eine VT viel besser wäre. Der jetzige Therapeut sagt ich habe keine KPTBS sondern eine Depression. Psychiaterin, Hausarzt und die Therapeutin wo ich einen Ersttermin hatte sprach auch sehr schnell von einer KPTBS. Mittlerweile glaube ich das auch.

Der jetzige Therapeut will da auch nicht mit mir drüber sprechen. Er sagt immer das es keine Gesprächstherapie sondern eine VT ist. ‍️

@Greta__
Ja verstehe ich, was du meinst. Es bleibt suboptimal, egal ob die Therapie weiterläuft oder nicht.
Für mich klingt es leider schon ein bisschen nach Schema F und dass die erwarten, dass es in Rekordzeit fruchtet, weil 12 Stunden über ca. 3 Monate (bei einmal wöchentlich) finde ich vergleichsweise kurz für große Änderungen, wenn man bedenkt, dass sich viele Muster schon in der frühen Kindheit ausbilden und etwas woran sich das Unterbewusstsein seit Jahren orientiert, ist nicht mal eben so weg, auch nicht mit Therapie. Das erfordert viel Verständnis und Übung. Vielleicht würde es klarer werden, wenn du mit deinem Therapeuten oder auch für dich alleine Ziele formulierst/steckst.
Wo bist du gerade - wo willst du hin? Möglichst konkret formulieren, aufschreiben und dann in viele kleine realistische Zwischenziele einteilen.
Gerade die kleinen Abschnitte sind wichtig, weil sie nicht überfordern und dennoch ein Erfolgserlebnis sind.

Beim Thema Depressionen finde ich es auch schwierig, wenn andere im Umfeld (egal ob Therapeuten oder Privatpersonen) Dinge sagen, wie du musst dich nur überwinden/zusammenreißen.
Wenn es so einfach und eine reine Willensfrage wäre, würden nicht Millionen Menschen an ihren Depressionen verzweifeln. Es ist und bleibt nun mal eine Krankheit, auch wenn das keine Ausrede sein soll, nicht auch mal in einem machbaren Maß seine Komfortzone zu verlassen.

Zitat von Greta__:
Ich sage das meinem Therapeut auch immer, auch anhand des Angsttagebuchs. Seine Aussage So lang machen bis es besser wird. Ich bin damit aber komplett überfordert und brauche viel Zeit um mit der Erschöpfung klar zu kommen.

Das Üben, bis es besser wird, sollte aber den Pausen nicht widersprechen, denn nach der Erholungszeit wagst du ja wieder die Konfrontation mit den Ängsten.
Ich kenne das auch, dass mich manche Dinge unglaublich viel Kraft kosten und ich dann deutlich länger Erholung brauche, als Otto Normalbürger. Aber im Grunde genommen ist es nur logisch, dass jede Art von Stress Energie kostet und sich seinen Ängsten zu stellen, ist Stress pur.
Ich finde es also für den Anfang weniger wichtig, dass man etwas täglich machen kann, sondern dass es drauf ankommt, dass man es nach den Pausen immer wieder versucht.
Beim Sport ist es doch auch so, kürzere Workouts mit wenigen Erholungstagen dazwischen, bringen mehr als sich einmal die Woche völlig zu verausgaben und anschließend Schmerzen und null Motivation mehr zu haben.

Bei den Selbsthilfegruppen würde ich es auf den Versuch ankommen lassen. Vielleicht tut der Austausch gut und es gibt neuen Input was man noch machen kann. Wenn nicht, kann man es sicherlich wieder lassen.

Hallo liebe Greta,

ich bin gerade erst wieder nach Hause gekommen, darum erstmal noch eine kurze Antwort:

Ich kann auch nur sagen, dass ich mich auch total darüber aufrege, was dir da passiert ist, das ist wirklich unterirdisch!

Zu deiner Frage: Ja, du kannst einfach woanders eine weitere Verhaltenstherapie beantragen. Solange du unterhalb der 80 Stunden insgesamt bist, sollte das kein Problem sein. Ich habe das auch so gemacht und kenne auch viele andere Patienten, bei denen das problemlos ging. Der Krankenkasse ist im Endeffekt egal, auf wie viele Therapeuten du deine 80 VT- Stunden verteilst.

Ich habe meine Traumatherapie übrigens auch im Rahmen der Verhaltenstherapie gemacht, das geht sowohl bei TP als auch bei VT - Therapeuten.
Therapeuten beider Therapieformen können sich zum Traumatherapeuten fortbilden lassen.

Soweit erstmal, ich schreibe später nochmal mehr. LG

Zitat von Greta__:
Ich weiß jetzt nicht was ich machen soll, machen kann.

Bitte mach am besten jetzt erst einmal noch gar nichts. Warte einfach mal ab.

Zitat von Greta__:
Ich habe eher das Gefühl, das er verschnupft ist das ich nicht sofort auf die Hausaufgaben aufgesprungen bin und er vielleicht nicht mit mir arbeiten möchte.

Das glaube ich nicht. Er hat keinen Grund verschnupft zu sein. Sieh das bitte nicht so eng.

Zitat von Greta__:
Ich hatte so etwas noch nie in meinem Leben und fühle mich komplett überfordert, im Stich gelassen.

Bitte bleib jetzt ruhig. 12 Sunden sind so gut wie nichts.
Mich würde es wundern, wenn es da keine Verlängerung gibt.

Guten Morgen @darkshadow @sandracookie @realo @Kruemel_68 @Hotin

Lieben Dank noch einmal das ihr mir so ausführlich eure Meinungen, Gedanken mitteilt.

Ich weiß leider nicht wie man aus mehreren Nachrichten zitieren kann, deshalb auf diesem Wege.

Ich stecke in einer handfesten Krise, anders kann ich es nicht sagen.

Ich hatte 100 Stunden tiefenfundierte Therapie gemacht, welche mir auch sehr gut geholfen hat, aber als die Angst und Panikattacken dazu kamen hat und hat es nicht geholfen. Wir haben viel innere Kind Arbeit aufgrund meines Traumas gemacht und das war sehr schmerzhaft, ich hatte auch nicht die nötige Stabilität dafür. Es lief zu viel nebenher: Ich bin allein erziehend, habe einen Hund, 2 Katzen, einen Job wo ich gemobbt wurde und Bossing erfuhr Anstatt auf mich zu achten, habe ich alles gegeben in der Arbeit = Muster aus der Kindheit, ist mir jetzt klar. Jedenfalls waren das die Rahmenbedingungen während meiner damaligen Therapie und ich bin irgendwie immer erschöpfter und erschöpfter geworden.

Die Therapie war dann auch zuende und ich hätte ja normalerweise 2 Jahre warten müssen um eine neue Therapie beginnen zu können. Nach Rücksprache mit meiner Krankenkasse wurde gesagt, ich könnte die Therapieform ändern und das eine VT mir insbesondere bei den Ängsten und Panikattacken helfen würde. Gesagt, getan. Auf die Suche gegangen, bei dem Ausbildungszentrum war die Warteliste gerade auf und dort bin ich dann angenommen worden. Ich habe in Summe ca. 3 Monate gewartet, was okay war und ich sehr froh war einen Platz bekommen zu haben.

Ich war seit Mitte Mai krank geschrieben, also durchgängig, weil ich körperlich und psychisch nicht mehr konnte, das hat mir mein Körper komplett aufgezeigt.

Ich habe dann meinen Job zum 30.06.2025 gekündigt, ich bekam keine Sperre bei der Krankenkasse, da ich aus gesundheitlichen Gründen gekündigt hatte.

Zum 01.08.2025 habe ich meinen neuen Job angetreten. Der 01. war ein Freitag. Ab Freitag Nachmittag war mit mir nichts mehr anzufangen, ich war wirklich tot. Samstag war ich allein (!) in einem Museum, in einer Sonderausstellung und bin im Anschluss sogar spazieren gewesen (Hausaufgabe aus der VT). Ich war unsagbar stolz auf mich, aber nach dem Erlebnis total tot.

Montag wieder zur Arbeit und habe gemerkt: Das ist nichts für mich. Weder das Aufgabengebiet (welches so nicht abgesprochen war), noch dies Vor-Ort sein. Am Donnerstag Morgen habe ich sehr klar das gemerkt was mir bereits Montag klar war: Ich kann und möchte das nicht machen. Ich kann derzeit nicht vor-Ort arbeiten, ich pack das nicht. Die Erschöpfung, die immensen Anstrengungen wie Gassi gehen, Haushalt, Kinder, Freunde treffen, Termine = Ich schaffe es nicht.

Ich habe mich dann Donnerstag krank gemeldet, war Freitag bei Arzt und bin bis Ende August krank geschrieben. Es ist mir klar das der neue Job dadurch passè ist, aber was soll ich machen? Wenn ich meine Bedürfnisse weiterhin unterdrücke, ignoriere, falle ich viel tiefer in ein Loch und ob ich da raus komme.... Ich habe jahrelang immer gemacht, alles gegeben und diese Erschöpfung und alles was dazu gehört ist den Jahrzehnten meines Lebens geschuldet und jetzt scheint es an der Zeit zu sein mich um meine Gesundheit zu kümmern.

Jedenfalls habe ich dies alles auch meinem Therapeuten erzählt, mit dem Museum, mit der Arbeit, wie es mir geht, mit der ständigen Erschöpfung, Überforderung und irgendwie kam nur, dass er das mit dem Museum toll findet das ich das gemacht habe, zur Arbeit sagte er nur Nun, es gehört auch zum Leben dazu Erschöpfung etc. anzunehmen und lernen damit umzugehen - Ja, das weiß ich! Nur wenn man zum 1. Mal selbstbestimmend agiert und sich selbst nicht kaputt macht, sondern früh genug die Bremse zieht, sollte man bestärkt werden. Denke ich zumindest.

Ja und dann kam die Aussage mit den Stunden beantragen / nicht beantragen.

Seitdem fühle ich mich wirklich in einer schlimmen Krise. Ich habe gedacht das mir in der Therapie geholfen wird Wege zu finden, wie ich mein Leben wieder gut bewältigen kann, wie ich die Erschöpfung in den Griff bekomme und wie ich wieder ohne Angst (oder zumindest mit viel weniger Angst) Dinge machen kann.

Gestern z. B. hatte ich Besuch und wir waren Eis essen, Gassi gehen, schwimmen und alles (!) war so anstrengend, so erschöpfend Außer das schwimmen im Waldsee, das war schön, aber alles andere hat mich mit schlimmer Angst begleitet.

Es tut mir leid das es jetzt so lang geworden ist, aber ich musste mich sortieren, mal alles von der Seele schreiben.

Hey, das tut mir leid, dass es dir so schlecht geht... Und ich finde es richtig viel, was du so machst und schaffst. Vor allem auch, dass du die Reißleine im Job gezogen hast. Das ist ein großer Schritt und ein Zeichen, dass Du auf dich aufpasst.Sehr schade, dass du jetzt keinen Therapeuten hast, der Dir den Rücken stärkt.

Das alles erinnert mich sehr stark an eine Krise vor fünf Jahren, ich hatte viele Baustellen, schlimme Ereignisse und war völlig am Ende. In dieser Situation beendete dann mein Therapeut mit einem sehr fadenscheinigen Grund von jetzt auf gleich die Therapie. Ich dachte damals wirklich das war es jetzt, mein Todesstoß. Ich habe nicht gesehen, dass ich da nochmal raus komme.... Mit ganz viel Anstrengung habe ich dann doch nach einer neuen Therapeutin gesucht und wunderbarer Weise eine gefunden, die 100prozent zu mir passt. Sie ist immer noch für mich da und ganz langsam ging es dann wieder etwas aufwärts, bzw klärten sich die Dinge.

Ich wünsche dir die Kraft, dass du dich auch nochmal auf die Suche nach jemand neuem begibst. Und höre weiter gut auf dein Bauchgefühl...

Zitat von Greta__:
Ich stecke in einer handfesten Krise, anders kann ich es nicht sagen.


Das kann ich gut verstehen. Ich denke auch, dass das mit der Krankschreibung ein guter Schritt der Selbstfürsorge war. Du hast ja relativ schnell gemerkt, dass das mit dem neuen Job nicht passt und die Reißleine gezogen.

Ich möchte nochmal ein Gedanken einbringen, weil der mich auch gerade umtreibt. Ich mache jetzt ja seit 5 Jahren Therapie und habe auch wirklich das Gefühl, dass ich alle wichtigen Punkte bearbeitet und verstanden habe. Zwischendurch hatte ich auch schon richtig gute Phasen und ich merke auch, dass ich viel stabiler bin und auch kleine Krisen viel besser meistere. In der Therapie arbeiten wir jetzt nur noch an der Umsetzung des Gelernten und führen sozusagen die losen Enden zusammen.

ABER - trotzdem habe ich jetzt seit längerem eine Phase, in der es mir körperlich extrem schlecht geht. Ich fühle mich manchmal richtig schwer krank. Und bin unglaublich erschöpft. Außer Arbeit und kochen am Abend bekomme ich nichts mehr auf die Kette. Donnerstags und freitags tut mir vor Erschöpfung echt alles weh im Körper. Meine Schlafprobleme werden immer schlimmer - erholsame Tiefschlafphasen kenne ich kaum noch. Es fühlt sich an, als hätte mein Körper verlernt, Müdigkeit zu spüren. Das hält jetzt schon seit einigen Wochen an. Und mein Bauchgefühl sagt mir diesmal tatsächlich, dass mein Körper jetzt unter dem jahrelangen Ansturm der Stresshormone und der Angst schlapp macht und der komplette Hormonhaushalt, Stoffwechsel und die Nebennieren aus dem Tritt sind.

Von daher habe ich mich jetzt entschlossen, nochmal Geld in die Hand zu nehmen und da nochmal auf die Suche nach Unterstützung zu gehen. Ich habe mir jetzt zum einen einen Termin in einer Ayurveda-Praxis gemacht und lasse da mal von einem indischen Ayurveda-Arzt eine Diagnose und Beratung machen. Zusätzlich versuche ich es noch bei einer Heilpraktikerin, die Akkupunktur und TCM macht. Und wenn das alles nicht hilft, suche ich mir einen EMDR-/Hypnose-Therapeuten um zu schauen, ob der mir bei meinen Schlafproblemen helfen kann. Eine Hormon-Ersatztherapie habe ich ja schon mit meiner Gyn zusammen angestoßen.

Vielleicht wäre das für Dich auch nochmal eine Richtung, in die Du denken könntest. Wenn die Nebennieren völlig erschöpft sind und das Stress- und Hormonsystem des Körpers, kann das auch zu Erschöpfung und Ängsten führen. Gerade weil Du sagst, dass Deine Ängste erst später dazu gekommen sind. Wenn Du magst, kann ich Dich in den nächsten Wochen und Monaten gern auf dem Laufenden halten, wie es bei mir läuft.
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Liebe Greta,

da ist ja einiges in Deinem Kopf los. Aber das sollte Dir keine Angst machen.
Anfangs sieht das oft so aus, als würde man das nie schaffen. es ist aber einfacher als man das
anfangs erkennen kann.

Zitat von Greta__:
Ich bin depressiv und habe Ängste. Ich soll mich den Ängsten stellen. Wenn ich das mache, dann geht es mir danach so schlecht (Erschöpfung), dass mit mir im schlimmsten Fall 2 Tage nichts anzufangen ist.

Ich verstehe Dich. Und doch scheint das, sich den Ängsten zu stellen, fast der einzig richtige
Gedankenweg zu sein.
Unser Gehirn liefert uns jeden Tag ständig irgendwelche Ängste. Die meisten unserer Ängste sind so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht als Ängste wahrnehmen.

Es ist eine Angst, die mir sagt. Nimm einen Schirm mit. Es sieht nach Regen aus.
Es ist eine Angst, die uns sagt. Das Mindest-Haltbarkeitsdatum auf dem Joghurt ist schon 4 Tage
überschritten. Darf ich das noch essen?
Jeden Tag, von morgens bis abends werden wir von unseren Ängsten gesteuert. Wir haben uns
selbst gelernt, einen Weg zu finden, damit umzugehen.
Wenn Du nun ein Problem mit Ängsten hast, dann kann das fast jeder verstehen. Das Prinzip ist das
Gleiche. Nur für andere Deiner Ängste, hast Du bisher eher selten einen Lösungsweg zur Verfügung.

Dein Therapeut sagt Dir nun.

Kommt solch eine Angst, die Dir Sorgen und Probleme macht, dann stelle Dich dieser Angst.
Dies bedeutet. Schau Dir die Angst in Ruhe an. Und dann überlege und entscheide.

Darfst Du den Joghurt noch essen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum schon überschritten ist?
Ich sage ja. Der Joghurt weiß nicht, welches Datum auf der Verpackung steht. Also darf er
deutlich länger essbar sein.
Natürlich darfst Du erschöpft sein, wenn Du den Joghurt dann noch isst. Ergibt das aber einen
Sinn? Deine Erschöpfung kommt ja nur davon, dass Du eine neue Angst selbst erzeugt hast.
Du hast davor Angst. Jetzt habe ich einen Fehler gemacht. Das kann große Nachteile haben.
Dafür brauchst Du aber nicht 2 Tage lang nachdenken und erschöpft sein.


Deine Therpie soll Dir also auch einen Weg zeigen.
Ich darf Fehler machen, ohne das mir dann gleich etwas Schlimmes passiert.


Zitat:
[url=/post3852392.html#p3852392]Zitat von Greta__[/url]
Seine Aussage So lang machen bis es besser wird. Ich bin damit aber komplett überfordert und brauche viel Zeit um mit der Erschöpfung klar zu kommen.

Seine Aussage, halte ich deshalb grundsätzlich für richtig.
Dabei kannst Du lernen, dass nicht Dein Gehirn zu entscheiden hat, was für Dich richtig und was
für Dich falsch ist. Sondern:
Du allein darfst und musst für Dich entscheiden. Was soll für mich in dieser Situation
richtig sein.
Zitat von Greta__:
Ich habe gedacht das mir in der Therapie geholfen wird Wege zu finden, wie ich mein Leben wieder gut bewältigen kann, wie ich die Erschöpfung in den Griff bekomme und wie ich wieder ohne Angst (oder zumindest mit viel weniger Angst) Dinge machen kann.

Das siehst Du auch völlig richtig. Nur entscheidet nicht der Therapeut, was für Dich ab morgen richtig ist.
Was richtig ist, kannst nur Du allein entscheiden.
Ein Therapeut oder auch manchmal ich, können Dir allerdings sagen, was vermutlich falsch ist,
wenn Du etwas beurteilst. Von außen kann man so etwas einfacher sehen.
Auch Du wirst oft von außen sehen, was Menschen gerade falsch machen.
Aber Du kannst eher nicht genau wissen. Was ist für diesen Menschen richtig, der da gerade
etwas falsch macht.
Das kann der andere Mensch nämlich nur selbst wissen.
Zitat von Greta__:
Der jetzige Therapeut will da auch nicht mit mir drüber sprechen. Er sagt immer das es keine Gesprächstherapie sondern eine VT ist.

Meine Ansicht nach sind die ständigen Diskusionen über die richtige Therapieform etwas überzogen.
Jede Therapieform beinhaltet das Wichtigste.
Jede Therapie sollte zum Ziel haben, die Angst davor abzubauen, dass etwas falsch ist, obwohl
man noch gar nicht in Ruhe darüber nachgedacht hat und es selbst noch nicht für sich
entschieden hat.

Zitat von Greta__:
Anstatt auf mich zu achten, habe ich alles gegeben in der Arbeit = Muster aus der Kindheit, ist mir jetzt klar.


So wird es gewesen sein. War es Deiner Meinung nach aus heutiger Sicht falsch?
Falls Du es heute als falsch beurteilst, dann brauchst Du für morgen eine etwas andere Denkweise und
auch eine etwas andere Verhaltensweise.

Die Angst ist auch ein Alarmzeichen dass etwas nicht stimmt, sie kommt oft bei Überforderung vor, oder wenn Menschen zu sehr unter Druck stehen, darum sollte man sie ernst nehmen und genau anschauen. Dann gibt es noch Verlustängste und Zukunftsängste. Kommen die Ängste bei übervorderung im Job vor und mahn dreht irgend wann am Rad, dann ist es wohl dort ein grösseres Problem, kommen die Ängste aus dem allgemeinen Alltag der einen Überfordert, ist man nicht mehr genügend belastbar, also kann man auch schlecht in so einem Zustand sein Leben genügend meistern, also fallen viele sache einfach weg oder sie sind kaum noch zu bewältigen und wenn man tief dort drinn steckt fängt es eventuell auch noch psychosomatisch an, da kann man nicht einfach schnell mal erwarten, dass so ein Mensch der in so einer Kriese steckt, dass er zu funtionieren hat und vorwürffe seitens Therapeuten sind da fehl am Platz, dann wird die ernsthaftigkeit wohl nicht wirklich wahrgenommen.

Ich muss ehrlich sagen, als ich all die Beiträge von @Greta gelesen habe dachte ich nur, wie leid sie mir tut, sich so sehr durchs Leben schleppt und sich mit verschiedensten Ärzten und Therapeuten rumplagen muss. Ich würde mir auch ein neuer Therapeut suchen, einer der die Situation und die Bedürfnisse ernst nimmt und besonders eine grössere Auszeit bewilligt, denn manch mal benötig man einfach mehr Zeit damit es besser werden kann und später eventuell mit 50% in den Job einsteigen um zu schauen ob es funktioniert. Was nützen all die Therapien jetzt wenn es nur eine grosse Überforderung ist. Ich würde da mal einen Gang zurückschrauben und bei der Gesprächstherpie bleiben um erst einmal eine gewisse Stabilität zu erlangen.

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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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