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@Kruemel_68

Ich finde man kann durchaus zur normalen Psychotherapie, auch mal alternative Medizin/Therapieformen miteinbeziehen wenn man dafür offen ist. TCM und Ayurveda sind ja auch recht entspannend und sind ganzheitliche Therapieformen, Geist und Körper und Ernährung. Warum nicht mal eins davon ausprobieren wenn es einem zusagt.

Liebe Greta,

oh man, je mehr ich von deinem Therapeuten lese, umso mehr ärgere ich mich über ihn. Die Aussage „VT ist keine Gesprächstherapie“ ist einfach unzutreffend, natürlich ist VT auch eine Gesprächstherapie. Und seine Reaktion auf deine Entscheidung, auf der neuen Arbeitsstelle nicht weiter zu bleiben, finde ich mehr als schwierig.

Ich habe ja, wie gesagt, auch schon einmal direkt mit einem Therapeuten in Ausbildung gearbeitet und darüber hinaus noch mehrere Therapeuten in Ausbildung in kurzen Einheiten erlebt.
Es gibt sehr gute Therapeuten in Ausbildung, das möchte ich vorweg klarstellen.

Es gibt aber auch solche, die total unsicher sind, die sich nicht trauen, zu ihrer eigenen Meinung zu stehen und immer nur die Meinung ihrer Ausbilder übernehmen.
Manche Therapeuten werden ihre Unsicherheit im Umgang mit Patienten auch später im Berufsleben nicht los, andere berappeln sich irgendwann, aber oftmals dauert das seine Zeit.
Wenn man nun als Patient auf einen sehr unsicheren Therapeuten trifft, gerade wenn der noch in Ausbildung ist, darf man sich fragen, ob das wirklich das Richtige für einen selbst ist.
Und er wirkt mega unsicher auf mich: Er hat seine Haltung zu dir und seine Sicht aud dich und deine Probleme nach Rücksprache mit seiner Ausbilderin direkt geändert und an ihre Meinung angepasst.
Und: Er hat auf die Sache mit den Hausaufgaben übertrieben streng reagiert. Nach so kurzer Zeit, die ihr euch kennt, war das eine völlig überzogene und unangemessene Reaktion. So eine übertriebene Strenge spricht für eine große Unsicherheit. Ich habe so etwas mehrfach gesehen, bei angehenden unsicheren Therapeuten, aber z.B. auch bei angehenden unsicheren Lehrern, die meinen, sie müssten so ihre Autorität unter Beweis stellen. Souveränität sieht anders aus.
Er hat noch kein Gefühl dafür entwickelt, was in welcher Situation wirklich angemessen ist.

Ich fürchte weiterhin, dass er seine Sicht auf dich und auf deine Handlungen durch den Input seiner Ausbilderin nachhaltig verändert hat. Dadurch fallen seine Interpretationen deiner Handlungen dementsprechend aus, und daher kam meiner Meinung nach auch die unangemessene Reaktion auf deine Job-Situation.
Er hat eine andere „Brille“ aufgesetzt, die seine Sicht auf die Dinge verändert hat, und ob er diese Sicht nochmal wieder ändert, ist sehr fraglich.

Ich sehe ihn als Therapeuten für dich in deiner aktuellen Situation daher recht kritisch. Ich bin aber auch Realistin und weiß, dass es dauern kann, bis man einen neuen Therapeuten gefunden hat.
Trotzdem habe ich auch erlebt, dass eine Therapie bei einem unpassenden, unsicheren und übertrieben kritischen Therapeuten auch mehr schaden als nutzen kann.

Ich glaube, ich würde mir an deiner Stelle langfristig auf jeden Fall einen anderen Therapeuten suchen. Was jetzt die aktuelle Verlängerung angeht, kannst du es dir ja noch überlegen: Wenn er die Stunden doch noch beantragen will, würde ich mich an deiner Stelle fragen, ob du das selber wirklich möchtest, ob du ehrlich glaubst, dass er dir, so, wie sich die Dinge entwickelt haben, wirklich helfen kann.
Wenn du glaubst, dass er Dir vielleicht doch irgendwie helfen kann, kannst du die erneuten 12 Stunden ja noch bei ihm machen, wenn du denkst, dass daraus irgendeine Art von positiver Hilfe für dich dabei herumkommen könnte.

Aber langfristig würde ich mir einen anderen Therapeuten suchen.
Vielleicht kannst du es ja so sehen:
Sollte er sagen, dass aus der Verlängerung nichts wird, hast du daraus positiv gewonnen, dass du keine weiteren Stunden für diesen Therapeuten investieren musst.
Vielleicht hilft es dir, dir zu sagen, dass es jetzt ja erstmal nur um weitere 12 Stunden geht, das ist jetzt nicht sooo viel, wenn man die gesamte Therapie betrachtet.
Wirklich wichtig sind die knapp 60 Stunden VT, die dir danach noch bleiben. Bei dem Gespräch nächste Woche geht es also nur um einen sehr überschaubaren Zeitraum.

Ich würde mich an deiner Stelle auf die Suche nach einem neuen Therapeuten machen, unabhängig davon, was er nächste Woche sagt. Ob du diese eventuellen 12 Stunden unter diesen Umständen überhaupt bei ihm machen möchtest, kannst du dir ja noch überlegen.

Auf jeden Fall: Das, was da passiert ist, liegt zu 100% an seiner Unsicherheit und Unerfahrenheit und zu 0% an dir, du hast nichts falsch gemacht. Er hat schlecht kommuniziert, er hat offenbar noch zu wenig Erfahrung darin, wie man mit Patienten umgeht, und er traut seinem eigenen Urteilsvermögen nicht.
Und er versucht, Dir seine Versäumnisse und Unzulänglichkeiten in die Schuhe zu schieben.
Als Therapeut führt man seinen Patienten sorgfältig an die Therapieform heran, erklärt viel, ist transparent, gibt dem Patienten Raum, zu lernen, und schießt nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen, wenn der Patient nicht gleich zu 100% alles so macht, wie der Therapeut das will, schon gar nicht dann, wenn viel zu wenig erklärt und schlecht kommuniziert wurde.

Wie gesagt, mir tut das alles sehr leid für dich! Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass du mit solchen Erfahrungen nicht alleine bist und dass es definitiv nicht an dir lag/liegt! LG

A


Verhaltenstherapie - Erfahrungen gesucht

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Guten Morgen ihr Lieben
@Zita @Elemente @Kruemel_68 @darkshadow @Hotin @sandracookie

Vielen Dank für eure Nachrichten.

Liebe Kruemel_68, ich bin in Behandlung bzgl. Hormonersatztherapie. Mir hat (außer mein Frauenarzt, welcher jetzt in Rente ist), keiner geglaubt das einige der Symptome auch mit den Wechseljahren zusammen hängen könnten; es hieß immer Das ist die Psyche.

Ich war (als Selbstzahler) bei einem Endokrinologen, dieser hat sehr schnell erkannt das es mit den fehlenden Hormonen zusammen hängt, ich nehme seit ca. 2 Monaten jetzt Gynokadin Geld Famenita. Es ist besser geworden, aber nicht so das ich sagen könnte Super! Die riesige Erschöpfung und Überforderung ist leider nach wie vor vorhanden. Bei einer Heilpraktikerin war ich auch, da war ich aber enttäuscht, denn ich hatte nicht das Gefühl das sie einen Plan für mich hat. Ich würde mich aber sehr freuen, wenn du mich an deinem Weg teilhaben lässt / berichtest.

Hinzu kommt, dass ich jetzt im Krankengeld bin, d. h. ich habe roundabout Euro 450 im Monat weniger und das ist viel Geld und kann mir daher die Selbstzahler-Untersuchungen / Ärzte nicht leisten.

Mir ist gestern beim Angsttagebuch schreiben eines bewusst geworden: Allein sein. Einsam sein. Das ist etwas, was mich seit meiner Kindheit begleitet und ich mich oft noch so fühle, wie ein Kind, welches Dinge stemmen muss, die ein Kind nicht stemmen kann, nicht stemmen sollte. Dieses Gefühl sitzt ganz tief in mir, ich sag immer Es sitzt in meiner DNA, denn ich fühle es in jeder Zelle meines Körpers. Die Blockade vor Dingen allein zu machen, die Symptome sind immer gleich: Schwindel, Nervosität, Unsicherheit, Überforderung. Das ist mir anhand des Angsttagebuchs noch mal sehr deutlich geworden.

Nun, was soll ich also machen? Auch wenn ich weiß woher diese Ängste kommen, kann ich nicht schnippen und sie sind ab sofort weg. Das ist die Kernfrage, das ist das, was mich umtreibt und was selbst in einer Gesprächstherapie nicht aufgedröselt werden konnte. Und wenn ich mit meinem jetzigen Therapeuten darüber rede, nimmt er es nicht wirklich an - er sagt zwar, ja, das hängt mit der Kindheit zu tun, aber üben, üben, üben! Nur das üben scheint ja nicht zu helfen

Eine Gesprächstherapie kann ich nicht mehr machen respektive muss da definitiv 2 Jahre warten, meine Stunden sind mehr als ausgereizt, meine alte Therapeutin hat manches Mal Stunden nicht aufgeschrieben (vergessen), damit ich noch einen Puffer hatte.

Unabhängig von all dem habe ich heute um 14 Uhr ein Vorstellungstermin! Ich kann es selbst noch nicht glauben. Ich bin eine Fachkraft (Personalfachwirt) und diese sind bekanntermaßen Mangelware.

Ich hatte mich, als mir klar war, dass ich meinen Mobber/Bossing-Job zum 30.06.2025 kündigen werde, u. a. auch für 100 % Remote beworben. Ich habe mich von (ich nenne es jetzt mal so) meinen Kindern/Freunden bequatschen lassen, das das nichts für mich ich, ich dann noch mehr in die soziale Isolation komme, so dass ich das Angebot abgelehnt habe.

Ich habe mir ein Herz gefasst und den Personalchef angeschrieben ob die Stelle noch vakant ist etc. pp. Ich hatte nach nur 1/2 Stunde eine Antwort, dass sie das Gespräch sehr gern (!) fortsetzten würden.

Nun, dies Gespräch habe ich also heute. Und ich habe für mich (!) erkannt, dass es derzeit das Beste für mich wäre, einen 100 % Remote-Job zu machen. Ich kann mir meine Kräfte einteilen, ich habe nicht die Reizüberflutung mit vor-Ort. Es fühlt sich für mich richtig an. Nur verstehe ich nicht, warum ich nicht vor Freude durch die Gegend springe? Warum ich mich überfordert fühle?

Da kommt dann wohl wieder die alt bekannte Angst, das alte Muster, das Coping (so nennt es der Therapeut) durch? Ich weiß es nicht.

Liebe Grüße an Euch.

Liebe @Greta__ ,

mir tut es auch sehr leid, dass Du dich gerade so fühlst und verständlicher Weise auch verwirrt bist.

Deine Beschreibung bzgl. der Erfahrungen aus der Kindheit und den damit verbundenen Gefühlen von damals sowie heute kann ich sehr gut nachempfinden. Das ist auch genau mein Thema. Ich mache seit 2,5 Monaten eine Gesprächstherapje und wir sind nun auch dem Ursprung der Problematik bzw. des Traumas auf die Schliche gekommen. Das tut erstmal einfach unheimlich weh aber gibt auch etwas Klarheit in all dem Wirrwarr. Sie riet mir dazu, mir jetzt soviel wie möglich zu geben, was dem verletzten Kind gut tun kann. Die Arbeit mit dem inneren Kind, ist dir sicher bekannt.

Sobald die Gefühle mal wieder überflutend sind (was für ein Trauma deutlich ist) knuddel oder spiele ich mit dem Hund, lege mir eine Wärmflasche auf den Bauch oder im besten Fall kommen Tränen, die dann laufen dürfen.

Der Ratschlag der Therapeutin war nämlich, trauern um die schlimmen Erfahrungen, die man machen musste. Durch diese aktive Trauerarbeit und Selbstfürsorge wird Stück für Stück das Trauma verarbeitet.

Das klingt erstmal einfach ist es aber absolut nicht. Mir geht es ja auch immer bei Einsamkeit so und dann habe ich oft Angst die Trauer zuzulassen. Auch das ist sicher ein Prozess des Lernens. Spätestens in der Therapie laufen dann die Tränen, da ich mich dort nicht allein fühle.

Zur 100% Remotestelle kann ich dir aus Erfahrungen sagen, dass die Isolation sich erstmal nur auf den physischen Kontakt beschränkt. Ich war seit Januar 2023 in so einer Stelle und hatte trotzdem viel Kontakt mit den Kollegen via Videochat. Viele Arbeitgeber in so einen Setting legen dann auch Wert auf gemeinsame Aktivitäten. Yoga, Meetings nur mal zum Quatschen usw.

Ich verstehe deine Beweggründe für das Home-Office. Das waren auch meine. Ich werde wenn auch bei einem anderen Arbeitgeber auch wieder zu 100% Remote gehen. Auch wenn ich aktuell noch Angst vor der neuen Situation habe, die eigentlich gar nicht neu ist

Fühl dich ganz sehr gedrückt und verstanden.

Liebe Grüße

Zitat von Kassi27:
Liebe @Greta__ , mir tut es auch sehr leid, dass Du dich gerade so fühlst und verständlicher Weise auch verwirrt bist. Deine Beschreibung bzgl. der Erfahrungen aus der Kindheit und den damit verbundenen Gefühlen von damals sowie heute kann ich sehr gut nachempfinden. Das ist auch genau mein Thema. Ich mache seit ...

Liebe Kassi,

ich danke dir für deine lieben Worte! Ich habe in letzter Zeit öfter an dich denken müssen, wie es dir geht, weil wir gar nichts mehr voneinander gehört/gelesen hatten.

Deine Worte haben mich sehr berührt, sie haben bei mir genau Faust aufs Auge getroffen, auch kann ich so nachfühlen wie es dir mit der ganzen Angelegenheit geht.

In meiner Gesprächstherapie war das auch alles Thema, nur konnte ich es nicht umsetzen. A) Ich habe mich gegen die innere Kind Arbeit lange gewährt, weil es für mich ein zusätzlicher Stressator war, den ich nicht aushalten konnte, B) weil ich zu viel drum herum hatte - Kinder (auch deren Probleme), die Arbeit (Mobbing/Bossing), das Leben überhaupt. Ich war irgendwie immer nur damit beschäftigt irgendwie den Kopf über Wasser zu halten.

Es fällt mir sehr schwer gut für mich zu sorgen, für mich allein zu sorgen. Ich bin das so leid, weil ich, seit ich denken kann, immer nur für mich allein sorgen musste, teilweise um andere, obwohl ich selbst ein Kind war.

Ja, das mit der Remote-Arbeit werde ich machen. Ich möchte erstmal kleine Brötchen backen. Sollte ich wieder gefestigt sein, gesund sein, dann kann ich immer noch gucken ob ich dann einen Vor-Ort-Job wieder in Betracht ziehe. Derzeit ist es keine Option, da würde ich mir selbst etwas vormachen.

Fühl dich umarmt!

Liebe @Greta__ ,

ja ich brauche auch immer mal eine Pause vom lieben Internet Austausch ist schön aber manchmal triggert es einen dann auch doch zu sehr und es bedarf etwas Abstand.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dein Körper und auch deine Seele da das Stoppschild zeigt, wenn es noch so viele andere Baustellen gibt. Aber dadurch, dass Du zeitnah bei dem Job seit August die Notbremse gezogen hast, bist Du doch schon den ersten Schritt in Richtung Selbstfürsorge gegangen.

An das innere Kind kommt man doch eh nicht mal eben Ran und nimmt es mal kurz in den Arm, sodass sich danach alles viel leichter anfühlt. Das geht m.M.n. nur Stück für Stück, so wie es dir Situation zulässt. Aber die Bedingungen für das Zulassen können wir gestalten.

Ich wünsche dir erstmal ein tolles Vorstellungsgespräch mit einem guten Bauchgefühl danach für die neue Stelle. Neben der besseren Bezahlung als sonst hier bei mir in der Nähe fand ich auch die Flexibilität in der Arbeitszeit gut. Man muss zwar eine klare Grenzen ziehen, wann dann Feierabend ist und am besten das Arbeitszimmer oder den Bereich schließen aber im Gesamten war für mich die individuelle Gestaltung der Zeiten immer ein großer Vorteil.

Achja und man begegnet keinen Kunden/ Mandanten beim Einkaufen

Liebe Greta,

mit der Hormonersatztherapie scheinst Du einen wichtigen Schritt begonnen zu haben.
Natürlich ist selten die Psyche für alles der Grund. Jetzt kannst Du jedoch hoffentlich besser
unterscheiden. Was kann einen körperlichen Grund haben und was wird eher psychisch bedingt
sein.

Für Deinen Vorstellungstermin nachher wünsche ich Dir ganz viel Erfolg.

Zitat von Greta__:
Nur verstehe ich nicht, warum ich nicht vor Freude durch die Gegend springe? Warum ich mich überfordert fühle?

Beware einen kühlen Kopf. Noch hast Du den Job nicht.
Bestimmt bist Du nicht überfordert. Wenn Du Dich überfordert fühlst, so finde ich das völlig normal.
Es ist aber nur die übliche innere Anspannung vor einem Termin, der sehr wichtig für Dich ist.
Die innere Anspannung hilft Dir, Dich vor dem Termin und auch in dem Termin, auf wichtige Dinge
ausreichend gut konzentrieren zu können. Dein Kopf stellt sich darauf ein, etwas leisten zu können.


Zitat von Greta__:
Und ich habe für mich (!) erkannt, dass es derzeit das Beste für mich wäre, einen 100 % Remote-Job zu machen.

Zitat von Greta__:
Es fühlt sich für mich richtig an.

Na dann passt es doch. Also versuche es. Und verkaufe Dich nicht unter Wert.
Bleibe selbstbewusst.

Wenn es Dir hilft, nimm Dir einen Zettel mit, wo Du jetzt noch kurz aufschreibst, was Du unbedingt
fragen möchtest. Schnell kann man in solchen Terminen schon mal etwas vergessen.


Gehe ruhig und ein wenig vorbereitet in Dein Gespräch hinein. Du kannst nur gewinnen.
Es wird ein gutes Gespräch werden. Ob ihr dabei einig werdet, dass werdet ihr dann sehen.

Viel Erfolg wünsche ich Dir.

Ich muss gestehen, das alles zu lesen ist eine Herausforderung, der ich nicht gewachsen bin. Diese Häufung vom Schwächeanfällen wie hier geschildert führt bei mir zu Kopfschmerzen, denn ich würde gerne per Kommentar hier im Forum helfen, aber da gibt es gar keinen Ansatz und nur Bedauern äußern ist nicht meine Art. Schon die kleinste Provokation, die normalerweise die Stabilität stärkt, wirkt hier bei der Schwäche kontraproduktiv. Ich habe gelernt, dass der Therapeut, Arzt, Pflegepersonal versuchen, die Selbstheilungskräfte anzuregen, denn nur so ist Gesundung möglich. Hier ist ständig davon die Rede, was von außen zur Heilung einwirken soll und wenn das nicht passiert, bedeutet es Krise. Damit kann auch ich nicht umgehen und streiche die Segel.

Hallo @realo

Ich danke dir von Herzen für deine ehrlichen Worte

Hallo, liebe Greta, jetzt habe ich alles nachgelesen und es tut mir sehr sehr Leid, dass es dir grad nicht gut geht. Ich mache seit einigen Jahren eine VT, aber das ist sehr vielschichtig und geht gar nicht nur nach einem Schema. Da scheinst du an nicht sehr kompetente Personen geraten zu sein. Ich wünsche dir, dass du da eine Lösung findest. Und wie gut, dass du dir Ruhe verordnet hast und lieber zuhause arbeiten möchtest. Auch dafür drücke ich dir die Daumen! Fühl dich umarmt mit lieben Grüßen aus Kiel

Hallo liebe @Sprotte

Lieben Dank für deine Worte.

Ich habe vor ca. 18 Jahren mal eine VT gemacht (EMDR), da ich einen schweren Autounfall hatte (ich war nicht schuld) und ich danach nicht in der Lage war überhaupt in ein Auto einzusteigen geschweige denn vor die Tür zu gehen. Dort wurde ich auch an die Hand genommen, mir wurde vieles erklärt, ich habe Hausaufgaben bekommen und wie gesagt die EMDR Behandlung. Mir ging es Schritt für Schritt besser, ich glaube ich hatte ca. 1 Jahr die VT.

@Hotin Ja, seitdem ich die Hormonersatztherapie mache, merke ich, was wirklich dem Hormonungleichgewicht geschuldet war. Das kann ich in der Regel mittlerweile ganz gut einordnen.

Beim Rest... Ich bin die letzte die nicht reflektiert genug ist um zu erkennen wo es nicht passt, wo es hakt. Nur bei meiner Sache mit der Blockade / Überforderung komm ich nicht voran und ich weiß einfach nicht warum. Ich bin ein Mensch der das Warum wissen muss, ich bin ein Mensch dem man manche Sachen 1.000 x erklären muss bevor ich es verstehe. Ich wünschte ich hätte keine Krise, ich wünschte ich hätte Stabilität - hab ich aber nicht. Das ist kein Jammern sondern der Ist-Zustand und aus diesem möchte ich mehr als alles andere raus.

Ich hatte das Online-Vorstellungsgespräch und ich bin platt wie eine Flunder. Ich sehe den Erfolg nicht, sondern fühle Erschöpfung, Überforderung, sogar einen Teil Verzweiflung. Das ist real, nicht herbei gedacht, herbei gewünscht. Und dafür benötige ich eine Erklärung, eine Anleitung wie ich damit am besten umgehen kann. Ich habe es nie gelernt.

Liebe Greta,

vielleicht ist es wirklich Zeit für eine Pause, die dein Nervensystem benötigt. Du hattest im alten Job schlimmer Erlebnisse erdulden müssen, dann kam schnell der nächste Job. Hier hast Du zum Glück gleich reagiert. Ich verstehe dich total, dass man raus will aus der Krise, weg mit den Symptomen aber je mehr wir uns darauf konzentrieren, umso anstrengender wird es dann oft.

Es ist schwer wirklich zu akzeptieren, dass es gerade nicht geht bzw. noch etwas Zeit braucht. Allerdings ist das Loslassen m.M.n. der erste und mit wichtigste Schritt.

Diese Remotestellen gibt es mittlerweile häufig. Das läuft dir jetzt erstmal nicht weg. Einen neuen Job antreten, obwohl man sich absolut nicht dazu in der Lage fühlt ist wohl kontraproduktiv. Damit setzt Du dich nur weiter unter Druck.

Was dir gut tut und deine Seele zur Ruhe kommen lässt, musst du vielleicht noch für dich herausfinden aber das geht nur, wenn das System nicht unter Dauerbelastung steht.

Die lange Zeit, in der man sich dauerhaft selbst angefeuert hat, benötigt auch einen entsprechenden Heilungsprozess, also zeitlich.

Du gehst deine Themen mit Therapie an. Wenn der Jetzige nicht verlängert oder Du dich dort nicht mehr wohl fühlst, geht der Weg bei einem/ einer anderen Therapeut/in weiter.

Ich bin mir sicher, dass Du das packst, indem Du wie bisher einen Fuß vor den anderen setzt. Nur gibt dir Zeit und den Rahmen.

Liebe Grüße von

@Greta__
Zitat von Greta__:
Mir ist gestern beim Angsttagebuch schreiben eines bewusst geworden: Allein sein. Einsam sein. Das ist etwas, was mich seit meiner Kindheit begleitet und ich mich oft noch so fühle, wie ein Kind, welches Dinge stemmen muss, die ein Kind nicht stemmen kann, nicht stemmen sollte. Dieses Gefühl sitzt ganz tief in mir, ich sag immer Es sitzt in meiner DNA, denn ich fühle es in jeder Zelle meines Körpers. Die Blockade vor Dingen allein zu machen, die Symptome sind immer gleich: Schwindel, Nervosität, Unsicherheit, Überforderung. Das ist mir anhand des Angsttagebuchs noch mal sehr deutlich geworden.

Das finde ich sehr wichtig, dass dir das bewusst geworden ist. Das ist definitiv ein Fortschritt und auch ein Anfang. Da kann ich mich allgemein auch den Vorrednern hier anschließen, dass ich das nachvollziehen kann und selbst ähnliches kenne.
In Bezug auf das Gefühl allein zu sein und kein Urvertrauen zu haben, helfen mir Meditationen und Hypnosen. Da gibt es bspw. viele Videos auf YouTube, wo zumindest ich mich wunderbar entspannen kann und manchmal vorsichtig glaube, dass ich wirklich Unterstützung vom Universum und anderen positiven Energien habe und nicht so allein bin wie ich denke. Allerdings geht da vieles in eine spirituelle Richtung für die man auch ein bisschen offen sein muss.
Zitat von Greta__:
Nun, was soll ich also machen? Auch wenn ich weiß woher diese Ängste kommen, kann ich nicht schnippen und sie sind ab sofort weg. Das ist die Kernfrage, das ist das, was mich umtreibt und was selbst in einer Gesprächstherapie nicht aufgedröselt werden konnte. Und wenn ich mit meinem jetzigen Therapeuten darüber rede, nimmt er es nicht wirklich an - er sagt zwar, ja, das hängt mit der Kindheit zu tun, aber üben, üben, üben! Nur das üben scheint ja nicht zu helfen

Das stimmt, so einfach ist es leider nicht, dass das Wissen automatisch die Angst vertreibt. Da laufen zu viele komplexe Vorgänge gleichzeitig und unterbewusst ab. In der Hinsicht muss ich sagen, dass es schon mit Übung zusammen hängt, insofern, dass man sich immer wieder bewusst machen muss, dass man nicht mehr das Kind von damals ist, dem zu viel zugemutet wurde (auch wenn es sich noch so anfühlt), sondern man jetzt durchaus in der Lage ist Dinge anzugehen und zu meistern.
Jedes Mal, wenn du etwas trotz Angst gemacht hast, beweist du dir, dass du es kannst und das ist jedes Mal eine Leistung auf die du stolz sein kannst, trotz der Erschöpfung und unangenehmen Gefühle hinterher. Vielleicht hilft es den Fokus darauf zu legen, dass du anschließend Erholung brauchst und die auch in Anspruch nehmen darfst. Ich weiß es fühlt sich an wie ein auf der Stelle treten, aber wenn man dann nach paar Tagen, nach einer Woche, nach einem Monat zurück schaut, merkt man oft erst, dass da doch kleine Fortschritte waren.

Bzgl. Arbeit ist es gut, dass du weißt, was du willst und brauchst. Jetzt heißt es erstmal abwarten, wie es nach dem Vorstellungsgespräch weitergeht.

Eine andere Frage wäre, ob unabhängig von der VT Therapie auch andere Behandlungsmöglichkeiten in Frage kämen - je nachdem, ob es mit dem Alltag vereinbar ist - also zB sowas wie Tagesklinik oder eine Reha beantragen. Da hat man ggf. auch nochmal die Möglichkeit engmaschiger unterstützt zu werden, braucht aber erneut Geduld mit Wartezeit und muss sich mit Anträgen rum schlagen...

Hallo.

Ich melde mich die Tage ausführlicher.

Ich hatte mich Ende Juni auf die Warteliste einer sehr guten Tagesklinik setzen lassen. Habe heute den Anruf bekommen, Aufnahmegespräch Montag, Beginn Dienstag.

Ich muss das erstmal sacken lassen. Habe sehr unterschiedliche Emotionen. Angst, Traurigkeit usw.

Liebe Grüße Greta.

Zitat von Greta__:
Allein sein. Einsam sein. Das ist etwas, was mich seit meiner Kindheit begleitet und ich mich oft noch so fühle, wie ein Kind, welches Dinge stemmen muss, die ein Kind nicht stemmen kann, nicht stemmen sollte.

Auch wenn Du Dich manchmal noch so fühlst wie ein Kind, so bist Du sehr, sehr erwachsen.
Dieses Gefühl kann teilweise auch daher kommen, dass Du Dich manchmal schwer damit tust etwas für
Dich zu entscheiden. Denn wer etwas entscheidet, der kann dabei Fehler machen.

Zitat von Greta__:
Die Blockade vor Dingen allein zu machen, die Symptome sind immer gleich: Schwindel, Nervosität, Unsicherheit, Überforderung. Das ist mir anhand des Angsttagebuchs noch mal sehr deutlich geworden.

Du wolltest ja wissen und verstehen, woher das manchmal kommt. Nun weißt Du es.
Übernehme immer möglichst für Dich die Verantwortung. Entscheide etwas allein.
Oft erst viel später, weißt Du dann meistens. Meine Entscheidung war richtig. Oder Du sagst Dir.
Hätte ich das nochmal zu entscheiden, würde ich es anders entscheiden. Hinterher sind wir
also alle immer schlauer.

Zitat von Greta__:
Dieses Gefühl sitzt ganz tief in mir, ich sag immer Es sitzt in meiner DNA, denn ich fühle es in jeder Zelle meines Körpers.

So beschreibst Du das. Meine Art der Beschreibung ist eine völlig andere. Ich kann verstehen, dass es
sich für Dich so anfühlt, als wenn es ganz tief in Dir drin sitzt.
Das kann man so sagen, aber nach meiner Überzeugung wird diese Beschreibung falsch sein.
Und es kann auch nichts in Deiner DNA sitzen. Dann könntest Du mit keiner Therapie jemals
daran etwas verbessern. Du wagst es gar nicht, davon auszugehen, dass Du auch manchmal
völlig anders denken kannst.
Warum kann und darf man nie anders denken? Wenn es doch hilft?

Das sind unterbewusste Denkweisen und Verhaltensweisen, die Du Dir irgendwann immer
zurechtgelegt hast, damit es für Dich passt. Weil Du Dich sonst schlecht gefühlt hättest.

Nun kommen wir hier im Forum und auch demnächst die Menschen in Therapiegesprächen her
und versuchen Dir zu sagen. Überlege bitte mal, ob Du hier oder da nicht etwas ein
wenig anders machen kannst.

Zitat von Greta__:
Nun, was soll ich also machen? Auch wenn ich weiß woher diese Ängste kommen, kann ich nicht schnippen und sie sind ab sofort weg.

Recht hast Du. Schnippen kann nicht funktionieren. Denn wenn es so einfach wäre, dann wäre es
vermutlich auch nicht dauerhaft.
Wenn Du es Dir aber ruhig und mit Geduld und Ausdauer nach und nach erarbeitest, dann
sollte es in Deinem Unterbewusstsein eine neue Gedankengrundlage aufbauen.
Etwas, worauf Du immer dann, wenn Du es möchtest, jederzeit zugreifen kannst.

Hallo ihr Lieben.

Ich melde mich mal kurz.

4 Tage Tagesklinik: Anstrengend, viel zum nachdenken, den ein oder anderen Aha-Gedanken, Trauer, Wut, Depression, Zusammenhänge am erkennen, Angst, Panikattacken... Im Prinzip alle Emotionen dabei, Baustellen erkennen...

Ich fühle mich aber gut angenommen dort. Das Personal ist sehr nett, eine Ergotherapeutin ist der Hammer.

Einige Gruppentherapien bereits angefangen, sauge ich auf wie ein Schwamm. Bringe mich auch sehr ein. Mitpatienten sind zugewandt, das tut gut.

Antidepressiva werden wir nächste Woche besprechen, wann ein Wechsel los gehen soll. Die Oberärztin hat Bupropion im Kopf für mich (derzeit Escitalopram 15 mg).

Ich melde mich wieder, kann aber noch nicht sagen wann, das mache ich abhängig davon wie es mir geht.

Ganz liebe Grüße

Zitat von Greta__:
Hallo ihr Lieben. Ich melde mich mal kurz. 4 Tage Tagesklinik: Anstrengend, viel zum nachdenken, den ein oder anderen Aha-Gedanken, Trauer, Wut, ...

Ich wünsche Dir alles Gute und viele weitere Aha-Momente
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@Greta__ ich schließe mich an und wünsche dir eine gute und bereichernde Zeit in der Tagesklinik. Der Weg ist nicht gerade und nicht immer eben aber Du gehst ihn Schritt für Schritt. Das ist super.

Das klinkt doch im Gegensatz zu allen Befürchtungen recht positiv. Engagiert mitmachen ist der beste Umgang mit den Therapien, auch wenn nicht jede gleichviel Spaß macht wie die Andere.

A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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