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delukexe
Hallo ich bin jetzt seit gut einer Woche in einer Rehaklinik. Es ist so dass ich überhaupt nicht voran komme psychotherapeutisch passiert hier im Endeffekt gar nichts. Ich fühle mich hier absolut nicht wohl und merke wie es mir eigentlich schlechter geht wie vor einer Woche. Jetzt ist das lange Wochenende und ich kann erst am Dienstag wieder überhaupt mit jemand sprechen um die Reha abzubrechen. Ich würde gerne sofort oder morgen abreisen. Konsequenzen dürfte es für mich ja nicht haben oder? Ich habe die Reha selber angefragt weil ich dachte es tut mir gut. Ich war vor dem Reha antritt im Krankengeldbezug und bin aktuell auch noch krankgeschrieben. Eventuell kann mir ja jemand Info geben ob das okay wäre so vorzugehen. Danke

29.10.2021 14:27 • 23.05.2023 #1


54 Antworten ↓


Ela_33
Juhu,
Wenn du im Krankengeldbezug bist, musst du das unbedingt vorher mit der Krankenkasse klären. Von Seiten der Rentenversicherung wird es keine Probleme geben.

29.10.2021 14:30 • x 1 #2


A


Reha abbrechen

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P
Dein Unwohlsein kann ein Stück normal sein und zum Prozess gehören. Gib dir doch noch eine weitere Wochen bevor du diese Maßnahme abbrichst. Vielleicht kannst du Mitpatienten fragen, wie es ihnen in der ersten Woche ging und wie sie die Reha für sich nutzen.

29.10.2021 16:32 • x 4 #3


L
Du musst unbedingt vorab mit deiner Krankenkasse reden.

Zudem solltest du nicht überstürzt abbrechen. Der Anfang ist i.d.R. die schwerste Zeit bei psychosomatischen Aufenthalten. Ich war in einer Akutklinik, nicht Reha, und habe drei Wochen bis zum wirklichen Ankommen gebraucht. Rede vielleicht mal mit deinen Mitpatienten, bei uns auf Station ging es vielen/allen ähnlich und die Erfahrenden haben den Neulingen Mut gemacht.

Ganz wichtig wäre auch ein Gespräch mit deinen dort behandelnden Ärzten und Therapeuten. Damit geklärt werden kann, woran liegt es, dass es dir momentan nicht gefällt, nix bringt, nicht gut geht etc. Und auch was von Klinikseite geändert werden könnte, ggf. andere Therapiegruppen oder einen anderen Bezugstherapeuten, etc. Vielleicht hilft dir sowas ja schon.

Erst wenn diese Gespräche zu keinem Ergebnis führen, würde ich überlegen, ob ich abbreche.

29.10.2021 17:33 • x 1 #4


delukexe
Vielen Dank allen die geantwortet haben! Es geht hier mehreren so, dass sie mit dem Therapieangebot unzufrieden sind. Wenn ich mir meinen Therapieplan für nächste Woche ansehe, ändert sich nichts. Mir ist bewusst, dass man ankommen muss Aber wenn die zugewiesene Therapeutin nach dem max 30 Minuten Kennenlerngespräch erstmal 1 Woche Urlaub hat, ich mit der Vertretung dann besser den Stuhl getauscht hätte (ging nicht nur mir so) ein Gruppengespräch aus zwei zusammengewürfelten Gruppen besteht (15 Leute) wo ich einfach 0 mitnehmen kann, macht es keinen Sinn. Ich habe dies mit der Diensthabenden Ärztin vorhin besprochen und werde morgen mit Kurzbrief entlassen. Sehr vieles läuft nur eingeschränkt, Klientel ist eher älter und evtl froh wenn es 3 mal am Tag Essen gibt und man Abstand von zu Hause gewinnt. Das ist aber nicht mein Ansinnen. Ich wollte meine Panikproblematik hier konzentriert angehen, aber das ist so und hier nicht möglich.

Krankenkasse melde ich mich gleich Dienstag. Rentenversicherung auch. Die sollen über die Art und Weise hier schon Info bekommen.

Ich habe die ganze Reha selber beantragt ohne zutun von Krankenkasse etc... weil ich dachte mir tut das gut und ich bekomme Hilfe. Für mich ist das so keine! Da ist die Betreuung durch meine Psychologin vor Ort besser und ich muss meiner Frau nicht über Wochen allein lassen. Ich freu mich auf Zuhause

29.10.2021 19:25 • #5


Ela_33
Es ist egal ob du die Reha selbst beantragt hast. Während der Reha zahlt die Rentenversicherung das Geld für dich und nicht wie bisher (während der Krankschreibung) die Krankenkasse. Von daher ist sie natürlich daran interessiert, dass du dort bleibst. Außerdem soll die Reha ja die Arbeitsfähigkeit wiederherstellen. Was nicht heißt, dass ein Abbruch nicht möglich ist. Nur sprich das vorher bitte ab.

29.10.2021 19:40 • #6


Halffull-glass
Ich klinke mich hier mal in diesen älteren Thread mit ein. Meine Einzeltherapeutin hat mir gerade eben dazu geraten, meine Reha ggf. rückwirkend zu Freitag abzubrechen. Dann wäre es innerhalb der drei Tage, wo es folgenlos sei.

Ich komme mit diesem eng getakteten Stundenplan mit vielen vielen Themen, die mich nicht (mehr) interessieren, nicht klar. Durch eine längere Krankheitsgeschichte kenne ich mich ja schon recht gut mit diverser Psychoedukation aus etc und dann ist die x.te Vortragsreihe über Antidepressiva wenig zielführend. Außerdem macht mich das wirklich wahnsinnig, wenn ich dann zB spazieren gehen muss, nur weil es auf dem Plan steht. Ich fühle mich total in meiner Autonomie beschränkt, leider kann sie die Pläne auch kaum anpassen. Und dann der starre Plan für das Gerätetraining. Würde mir nur Gerätetraining alleine so Spaß machen, wäre ich in einer anderen körperlichen Verfassung. Der Zwang dazu stellt für mich ein riesiges Problem dar.

Jetzt habe ich zwei Stunden Zeit, mich zu entscheiden, und weiß wirklich nicht, was ich machen soll Eine andere Reha würde ich auch gar nicht mehr machen wollen, das wird ja prinzipiell ähnlich sein. Ich komme mir auch so doof vor, dass ich diese Fremdbestimmung nicht einfach schlucken kann.

Es gibt nur ganz wenig Gruppen, auf die ich neugierig bin, zB berufliches Ressourcentraining. oder Beziehungs- und Interaktionsgestaltung.

27.03.2023 09:42 • #7


midnight-x
Zitat von Halffull-glas:
Meine Einzeltherapeutin hat mir gerade eben dazu geraten, meine Reha ggf. rückwirkend zu Freitag abzubrechen.

Das ist wirklich eine verdammt schwere Entscheidung! Ich stand selbst ne vor solch einer Entscheidung und wusste nicht mal, dass man eine Reha rückwirkend abbrechen kann.

Ich hab immer gemerkt, dass gerade die erste Woche am schlimmsten war. Oft fand ich auch die zweite Woche noch schwierig und danach ging es immer besser. Es ist schwierig sich an die Strukturen zu gewöhnen, alles ist neu und das machts oft schwierig. Ich hatte sogar das Pech, dass einmal die Therapeutin in den ersten zwei Wochen krank war. Ich also ohne Anwendungen da stand, da diese nur nach Rücksprache mit der Therapeutin möglich waren. Daher fand ich die ersten zwei Wochen immer am schwersten, danach wurde es immer leichter.

Persönlich würde ich mich fragen, wieso ich in der Reha bin? Es gab ja ein Ziel, ein Wunsch, eine Idee ...
Lohnt es sich dafür weiter zu kämpfen und weiter zu machen?

27.03.2023 09:56 • x 1 #8


Halffull-glass
Vielleicht ist es noch eine nützliche Nebeninfo, die Reha ist ambulant. Also eigentlich alles halb so schlimm, da ich noch normal an meinem verbliebenen Sozialleben teilnehmen kann und nicht fünf Wochen weg bin. Ich hab aber seit der Aufnahme direkt wieder ziemlich viel gegen meine Emotionen angefuttert.

Zitat von midnight-x:
Persönlich würde ich mich fragen, wieso ich in der Reha bin? Es gab ja ein Ziel, ein Wunsch, eine Idee ...
Lohnt es sich dafür weiter zu kämpfen und weiter zu machen?

Der Grund für die Reha war die Hoffnung, dass wir hier einen Fokus auf die Themen legen können, die dafür sorgen, dass Arbeit ein depressionsbegünstigender Faktor für mich ist. Etwas, aus dem ich mir kaum Selbstwert ziehen kann. Irgendwann muss ich schließlich wieder arbeiten. Aber würde ich mir aus dem Therapieangebot selbst einen Plan zusammenstellen, würde ich nur etwa 30% der Gruppen auswählen. Der Rest ist nur alles Zeugs, was ich schon mal gelernt habe oder was mich aggressiv macht. Mit den meisten Entspannungsverfahren zB kann man mich auch jagen.

Hänge gerade bei der Rentenversicherung in der Warteschleife, man sollte ja alle Informationen haben zur Entscheidungsfindung. Das mit dem rückwirkenden Abbruch bezieht sich wohl nur darauf, dass man nach drei Tagen ohne Folgen abbrechen kann, und sie es daher auf Freitag datieren würde.

27.03.2023 10:11 • #9


Halffull-glass
Laut Rentenversicherung ist es quasi egal, wann ich abbreche, zumindest wenn ich keine alternative Reha antreten möchte. Der Mann am Telefon klang aber selbst nicht soo sicher.

Ich bin am Überlegen, ob die Therapeutin soviel Verständnis für mich hatte und den Abbruch ansprach, um umkehrte Psychologie zu betreiben? Jetzt gerade denke ich, ich zieh es durch, für die 30% interessanter Inhalte. Falls aber auch Musiktherapie auf meinem Zettel steht, puh das wäre hart.

Wir müssen Anwesenheitslisten führen, also jede Einheit vom Therapeuten unterschreiben lassen. Ob mir jemand die Unterschrift versagt, wenn ich nicht musiziere oder auf ein Ausdauergerät gehe, wenn Gerätetraining angesagt ist? Ohne Unterschriften gibt es dann quasi kein Geld für den Tag. Also die arbeiten viel mit Druck.

Und angeblich will die Rentenversicherung das alles so strikt und deshalb hat die Therapeutin keine Handhabe. Da sagt die RV aber was anderes, und zwar dass sie den Kliniken vertrauen, dass sie das passende Programm wählen. Der gleiche Mist wie in der Tagesklinik, wo es die Krankenkasse angeblich forciert, dass man zwischen Frühstück und Mittag anwesend ist, selbst wenn man keine einzige Therapie in der Zeit hat. Und die Krankenkasse sagt, ne das ist uns egal.

27.03.2023 10:39 • #10


D
In einer Klinik wirst Du nie ein einzig auf Deine Bedürfnisse angepasstes Programm bekommen können und daher natürlich üblicherweise auch mit Sachen und Menschen konfrontiert, die Dir nichts bringen. Es ist dann abhängig davon, ob Dir wenigstens ein wenig des dortigen Angebotes etwas hilft oder tatsächlich garnichts, ob Du bleibst oder abbrichst. Da Du freiwillig da bist, entscheidet nur, was Du willst. Konsequenzen könnten eventuell bezüglich einer EM Rente entstehen, falls Du die unmittelbar beantragen willst. Aber auch die müssen nicht zwingend negativ sein. Die Klinik wird jedenfalls kein Problem haben, einen Ersatz Patienten für Dich zu bekommen. Die Wartelisten sind lang.

27.03.2023 10:56 • x 1 #11


Halffull-glass
@Disturbed Ne, eine EM Rente steht sowas von gar nicht zur Diskussion. Letzte Woche klang das alles noch so, als ob man sich mit der Bezugstherapeutin auf die Sachen einigt, die beide für sinnvoll erachten

20 Minuten noch... ich denke, ich versuche die fünf Wochen durchzuziehen. Es gibt gerade keine Gründe, die mich davon abhalten würden, zur Not in Woche 2 oder 3 noch abzubrechen. Ich will mit Sicherheit auch nicht so bald eine andere Reha beantragen.

27.03.2023 11:11 • #12


D
Ich denke schon, dass Du deinen Rehaplan auch anpassen kannst. Als ich mal in Reha war, ging das problemlos. Unter Umständen wird man eben etwas eindringlicher gefragt, weshalb man dies oder jenes nicht machen möchte, aber prinzipiell ist ja auch da nichts in Stein gemeißelt. Ich wollte keine Tanztherapie und machte dafür was anderes. Allerdings ist es ja auch mal eventuell von Vorteil, über seinen Schatten zu springen und sich auf etwas einzulassen, dass man für gewöhnlich nicht so mag und auch nicht macht. Das bringt zumindest Erkenntnisse.

27.03.2023 11:27 • x 1 #13


Halffull-glass
@Disturbed Nein, es ist leider alles ziemlich fix so wie es ist. Man kann höchstens noch bis zu fünf Wahlfächer wählen, die einen dann jeweils eine Stunde länger pro Tag dort halten.
Musiktherapie gibt es leider nicht, es gibt gerade keinen Therapeuten. Sonst wäre ich wohl auch dazu gezwungen gewesen, egal wie oft ich mich schonmal drauf eingelassen habe. Tanztherapie gibt es nicht, aber da weiß ich vom Hörensagen auch, dass es was ganz anderes ist, als was man sich vielleicht Schönes darunter vorstellt.

Naja, ich mache auf jeden Fall erstmal weiter, aber wenn mir was nicht passt, mache ich nicht mit. Dann krieg ich halt zur Strafe keine Unterschrift.

27.03.2023 12:11 • x 1 #14


D
Da hatte ich wohl Glück, dass meine Klinik damals nicht so restriktiv eingestellt war. Natürlich kann ich auch verstehen, dass es nicht gewünscht ist, dass jemand etwas vehement ablehnt. Wäre ja auch irgendwie blöd, wenn Musiktherapie angeboten wird und gar keiner das machen will. Mir half aber einiges, wo ich Anfangs skeptisch war und dass was mir so wirklich gar nichts gab, übte mich darin, auch mal etwas aushalten zu können, auch wenn es unangenehm ist. Ich finds aber gut, dass Du dem Ganzen noch ne Chance gibst. Nur wenn es tendenziell deinen Zustand verschlechtert, würde ich schon die Reißleine ziehen.
Zwar fließt die Teilnahme, die durch diese Unterschriften bestätigt wird unter Umständen in den abschließenden Bericht ein, was eine Mitwirkung angeht, aber konkret bewirkt es tatsächlich nichts, außer man verschließt sich wirklich allem und wäre auch nicht vorort anwesend. Da Du ja ohnehin dann wohl erstmal nichts weiteres von der RV willst, ist dass aber eher auch nebensächlich.
Ich hoffe Du profitierst am Ende trotzdem von der Reha und selbst 30% oder weniger, sind ja besser als nichts.

27.03.2023 12:28 • #15


Halffull-glass
Vielen Dank! Ja ich hoffe jetzt einfach, dass die für mich neuen Inhalte mich weiterbringen. Und ansonsten habe ich ja täglich meine Portion aushalten

Ich werde ja anwesend sein, und lass mich da jetzt einfach nicht verrückt machen. Ist ja keine Schule, wo man Noten bekommt.

27.03.2023 12:50 • x 1 #16


Halffull-glass
Was ich mich frage.... Abseits von auswärtigen Belastungserprobungen (=Arzttermin o.ä.) kann ich mir nicht vorstellen, dass bei einer psychosomatischen Reha alle Patienten eine 100% Anwesenheitsquote haben.
Was soll mir also passieren, wenn ich an 3-4 Tagen die Woche 16 - 20% der Kurse nicht teilnehme und daher keine Unterschrift für Anwesenheit bekomme?

Vorhin gab es Reha Sport vom allerfeinsten, es ist noch nichtmal die Mühe wert, sich dafür umzuziehen, wenn man eh bequeme Sachen anhat. Mich macht das hochgradig aggressiv und erinnert mich auch nachteilig an meine ganze Krankengymnastik zu Teenie Zeiten.

29.03.2023 09:59 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

D
Ich weiß nicht, was Du Dir genau unter einer Reha vorgestellt hast. Aber tatsächlich ist Reha-Sport nicht zu vergleichen mit (Leistungs)Sport, sondern dient eher der Mobilisierung im allgemeinen. Sollte es sich um Körperpsychotherpie handeln, ist das Konzept nochmal ein ganz anderes. Je nach persönlichen Ambitionen sieht jeder natürlich gerade in Therapien wie Kunst, Ergo, Musik oder eben Körper Therapie etwas anderes und ist entweder über- oder halt unterfordert. Fakt ist, bei einer Reha geraten tiefgehende Einzelgespräche eher ins Hintertreffen. Eine Reha empfiehlt sich daher eher als Maßnahme nach einer längeren Behandlung in einer (Akut) Klinik um den Einstieg ins Berufsleben ob direkt oder über eine Wiedereingliederung zu ermöglichen. Was eine Reha tatsächlich immer bietet, ist Tagesstruktur, die einem wie im normalen Leben, schwerfallen kann oder bisweilen auch auf den Keks gehen kann. Man wird da auch beispielsweise an Entspannungstechniken herangeführt, die aber auch nur was bringen können, wenn sie anschließend zu Hause im Alltag weiter verfolgt werden.

Auch bei den anderen Therapien hab ich immer erlebt, dass zum Beispiel in Musik ein Musiker eher das Ganze belächelt hat oder es schlichtweg nicht aushalten konnte, das Menschen die keine Musiker sind, „Musik“ machen. Der sah halt nicht den therapeutischen Aspekt. Bei Kunst gibts das auch oft, wo es ja auch tatsächlich eher nicht darum geht, nach allen Regeln der Kunst, ein Bild zu malen.

Vielleicht ist es tatsächlich für Dich nicht die richtige Behandlungsforrm und Du könntest von einer ambulanten Therapie oder einem Klinik Aufenthalt in dem mehr Einzel Therapie stattfinden kann, mehr profitieren. In der Reha nur festzustellen, was einem alles nichts bringt, finde ich eher kontraproduktiv. Das sollte man sich dann besser nicht antun.

29.03.2023 10:30 • x 1 #18


Halffull-glass
Zitat von Disturbed:
Ich weiß nicht, was Du Dir genau unter einer Reha vorgestellt hast. Aber tatsächlich ist Reha-Sport nicht zu vergleichen mit (Leistungs)Sport, sondern dient eher der Mobilisierung im allgemeinen. Sollte es sich um Körperpsychotherpie handeln, ist das Konzept nochmal ein ganz anderes. Je nach persönlichen Ambitionen sieht jeder natürlich gerade in Therapien wie Kunst, Ergo, Musik oder eben Körper Therapie etwas anderes und ist entweder über- oder halt unterfordert.

Ich hatte keine konkreten Vorstellungen, aber mir wurde vor Aufnahme noch bestätigt, dass man bei Sport keine halben Sachen macht, sondern richtigen Sport. Ich weiß auch nicht genau, was mich daran so stört, aber ich kann mich darauf nicht einlassen. Vielleicht einmal Sport die Woche, aber nicht so oft, und so ein Aufwand für dann eigentlich nichts. Ich bin ja nicht wegen körperlichen Symptome in der Reha und entscheide dann gerne selber, welche Bewegung mir gut tut. In Ergotherapie dürfen wir hier auch rum sitzen und nichts machen, wenn es nicht geht, aber da kann ja jeder individuell entscheiden, was er machen möchte, malen, Speckstein, basteln etc pp.
Du sagtest ja selbst, dass deine Reha etwas individueller von dir mitbestimmt werden konnte. Hier werden alle nur nach Schema F durchgeschleust. Die Aktivitäten hier sind ja richtig für viele Patienten, für mich an der Stelle einfach nicht.

Zitat von Disturbed:
Eine Reha empfiehlt sich daher eher als Maßnahme nach einer längeren Behandlung in einer (Akut) Klinik um den Einstieg ins Berufsleben ob direkt oder über eine Wiedereingliederung zu ermöglichen. Was eine Reha tatsächlich immer bietet, ist Tagesstruktur, die einem wie im normalen Leben, schwerfallen kann oder bisweilen auch auf den Keks gehen kann. Man wird da auch beispielsweise an Entspannungstechniken herangeführt, die aber auch nur was bringen können, wenn sie anschließend zu Hause im Alltag weiter verfolgt werden.

Dafür bin ich hier. Ich bin lange genug krank geschrieben, mit erneutem Tagesklinik Aufenthalt, der aber noch nicht ausreichend war. Daher hatte ich mir erhofft, dass die Reha den Unterschied macht. Ich lege daher die Hoffnung in die etwa 30% für mich neue Therapien und Gruppen, die auch einen Fokus auf Beruf legen.

Zitat von Disturbed:
Vielleicht ist es tatsächlich für Dich nicht die richtige Behandlungsforrm und Du könntest von einer ambulanten Therapie oder einem Klinik Aufenthalt in dem mehr Einzel Therapie stattfinden kann, mehr profitieren. In der Reha nur festzustellen, was einem alles nichts bringt, finde ich eher kontraproduktiv. Das sollte man sich dann besser nicht antun.

Das denke ich mittlerweile auch, aber ich war noch in der Suche nach ambulanter Therapie und jetzt denkt sie erstmal, dass ich fünf Wochen keine Termine brauche und mehr als einmal die Woche Einzeltherapie hab ich noch nirgendwo bekommen, die Reha ist mittlerweile meine vierte Einrichtung.

29.03.2023 12:24 • #19


Juliehb
Hiii,

ich soll in eine stationäre Reha und habe schon die totale Panik davor. Bin seit einem Jahr krankgeschrieben und möchte, dass es endlich weitergeht, weiß aber selbst nicht wie. Irgendwann hört man auf, sich selbst und seinem urteilungsvermögen zu trauen, wenn man so lange krank ist.

Meine Psychiaterin meinte, es wäre gut, dass die RV mich mal sieht auch wegen einer möglichen (Teil) Erwerbsminderungsrente.

Habe auch schon eine psychosomatische Station hinter mit und eine Tagesklinik in den letzten 10 jahren und weiß ungefähr was auf mich zukommt. Habe Angst vor dem Heimweh und dem Autonomie Verlust und weiß genau, dass 5 Wochen mich nicht umkrempeln werden, wenn man Jahrzehnte schon krank ist und therapieerfahren ist.

Diese Machtlosigkeit macht mich fertig, dass es der Schritt ist, den man erst mal gehen muss...

Verstehe dich da also sehr gut, man wird irgendwie hin- und hergereicht von A nach B und C und Medikamente oder dies oder das. Und man verliert sich selbst darin.

29.03.2023 12:34 • x 2 #20


A


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