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Finja
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Hallo liebe Mitglieder,

habt ihr schon mal ne psychoanalytische Therapie gehabt? Mir wurde nämlich eine empfohlen vor einiger Zeit. Habe auch Adressen von der KV zugesendet bekommen. Doch ich habe es leider noch nicht geschafft, mich zu überwinden, dort anzurufen. Habe auch schon einige Therapien hinter mir.
Habe noch immer Symptome und einen Dusch/Badezwang... Habt ihr Erfahrung mit sowas?

Liebe Grüße
Finja

30.12.2018 #1


32 Antworten ↓
aldia249

aldia249
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Ich glaube nicht, dass die Formen genau gleich sind. Soweit ich weiß gibt es in der Analyse bzw. Bei den analytischen Therapien zwei verschiedene Formen...

1. Psychoanalyse: nach Freud. Eine Freundin von mir hat mir davon erzählt. Sie liegt da wirklich auf einer Liege und der Therapeut sitzt hinter ihr, dass kein Blickkontakt besteht. Im Wesentlichen geht es dabei, dass der Patient erzählt und erzählt und dabei Gefühle hochkommen, die ihm zuvor verborgen waren. Der Therapeut kommentiert dabei nur und gibt keine Tipps. Der Patient soll das in der Vergangenheit Geschehene langsam selbst aufarbeiten. Dafür gibt es mindestens zwei Sitzungen pro Woche und auf die Jahre gesehen viele viele viele Stunden. Meine Freundin beschreibt die Therapie als sehr anstrengend , weil alles hochkommt,es tut ihr aber wohl sehr gut, weil sie sich intensiv mit ihrem inneren Kind beschäftigt. Bis sich dabei wirklich was ändert dauert es wohl, aber erste Erfolge sind schon sichtbar. Sie achtet viel mehr auf sich selbst.

2. Tiefenpsychologisch-analytische Therapie: Die Form habe ich gemacht. Es geht auch in die analytische Richtung, aber nicht klassisch nach Freud und Couch, sondern im Sitzen. Ich dachte am Anfang sehr, dass es einer Verhaltenstherapie ähnelt. Ich erzähle dem Therapeuten, was mich so beschäftigt und was aktuell in meinem Leben vorgeht. Er spiegelt mir das Geschehene anhand von Situationen aus Kindheit und Elternhaus.. dabei kommen natürlich auch Gefühle hoch und ich erkenne Zusammenhänge. Das hat jetzt auch viele Jahre gedauert, bis ich wirklich verstanden habe, was genau im Großen und Ganzen meine negativen Hauptdenkmuster waren und woher sie kommen. Das hat mir geholfen, Dinge anders zu bewerten und zu akzeptieren und so habe ich zu vielem heute einen anderen Zugang. Bin jetzt auch schon seit vier Jahren dabei. Anfangs hatte ich eine Sitzung pro Woche, dann alle zwei Wochen und mittlerweile alle sechs oder acht Wochen mal. Auch wenn ich im Großen und Ganzen mittlerweile ziemlich gut zurecht komme helfen mir die Gespräche immer noch. Ich sammle meine Themen nach und nach und in der Thera gibt es dann immer wieder tolle Aha-Momente. Meistens spüre ich selber schon irgendwo, wo die Reise hingeht bzw was mein Therapeut dazu sagen würde. Die eigentliche Sitzung bestätigt mich dann meistens immer wieder in meinem Vorgehen, Denken und Handeln.

Ich glaube bei beiden Formen kann es auch zu einer Erstverschlechterung kommen, zumindest hatten wir beide das. Das ganze erste Jahr (eher fast 2) habe ich überhaupt gar nichts verstanden... Immer noch mehr innerer Druck und quälende Fragen " warum geht es mir denn nicht besser.? Warum bin ich nicht" normal"?....
Dabei ging es bei mir eher darum zu erkennen, diesen Druck (egal zu welcher Thematik und Lebenssituation) endlich sein zu lassen in jederlei Hinsicht, weil es ein Muster ist, mit welchem ich seit meiner Kindheit erzogen wurde. Das war jetzt nur mal ein Beispiel. Diese Dinge dauern nun mal sehr lange. Auf jeden Fall braucht man eine hohe Frustrationsgrenze, viel Geduld und einen eisernen Willen gerade auch daran zu arbeiten, wenn sich der Erfolg nicht schnell einstellt. Das sollte man sich klar machen.

30.12.2018 12:42 • x 1 #33


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Psychoanalytische Therapie

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Grashüpfer

Grashüpfer
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8 Jahre, das ist ein wirklich lange Zeit!
Bei mir war es eine wirklich analytische Therapie in Form von Gesprächen.
Meine Therapeutin war damals ein wahrer Segen für mich - ohne sie wäre ich heute nicht mal ansatzweise da wo ich jetzt bin! Das Verhältnis kann ich kaum beschreiben. Ich hatte vollstes, tiefes Vertrauen zu ihr, aber auch großen Respekt vor ihrem Können und ihrer Art, mit mir umzugehen. Gleichzeitig habe ich sie bewundert, ihren Kleidungsstil vor allem und ihre feinfühlige ruhige Art. Und doch ist es immer das respekt- und vertrauensvolle Verhältnis geblieben.
Ich will ihr längst schreiben um ihr endlich einmal zu danken für das was sie bewirkt und verändert hat und wie dankbar ich ihr bin und immer sein werde. Warum hab ich das nicht längst getan?

Aber eigentlich gehört das nicht hierher. Ich wollte dir noch etwas anderes vorschlagen, Finja. Guck doch mal bei Ärztebewertungen im Netz, da gibt es ja diverse Bewertungsportale, z. B. j. Ich habe alle meine Ärzte durch gute Beurteilungen gefunden und bin immer gut damit gefahren. Sicher ist es bei Psychotherapeuten schwieriger, weil einfach die Chemie passen muss, und ich weiß auch gar nicht, ob Therapeuten da überhaupt geführt werden. Aber vielleicht kann es zur Orientierung helfen.

20.08.2018 23:30 • x 1 #18


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I
Guten Morgen Finja,
Psychoanalyse a la Freud?
Krass. Ich kenne niemanden. Hatte nur zwei Jahre VT+ TT . Falls du dich dazu entschließt, kannst du dann vielleicht berichten? Fände ich sehr interessant. Liebe Grüße

#2


kritisches_Auge
Ich habe eine gemacht. Später mehr.

#3


F
Danke ihr Beiden, mache ich.

@ ichliebekuchen

VT hatte ich auch schon und was ist TT? LG

#4


Grashüpfer
Hallo Finja,

Ich habe eine analytische Therapie gemacht und es hat mir sehr sehr gut geholfen!
Aber man darf sich das nicht so a la Freud und Couch vorstellen. Hast du denn nur Adressen oder auch konkrete Empfehlungen für eine/n Analytiker/in? Es ist total wichtig, dass die Chemie zwischen euch stimmt und du ihm / ihr vertraust, UND das er / sie fachlich kompetent ist. Denn es geht wirklich ans Eingemachte. Ich will dir keine Angst machen, aber darauf solltest du eben bei der Wahl achten.

#5


F
Hallo Grashüpfer, vielen Dank für deine Erfahrung diesbezüglich.

Ich hatte eine sehr kompetente Psychoanalytikerin und war dort auch zum Erstgespräch. Leider ist die Entfernung viel zu weit (6 Stunden Fahrt) und auch von den Kosten her für mich nicht machbar. Ihr hätte ich vertraut. Die Chemie würde passen. Mir wurde empfohlen, jemanden in meiner Nähe zu suchen. Das Problem, in meinem Ort gibt es keinen, also suchte ich in einem anderen näheren Ort. Wie gesagt, ich habe Adressen, aber kennen oder vertrauen tue ich da keinen. Daher meine Unsicherheit, auch anzurufen. LG

#6


Grashüpfer
Mhm, das ist wirklich schwierig, verstehe ich gut.
Kannst du die Therapeutin, bei der du zum Erstgespräch warst, fragen, ob sie vielleicht einen guten Kollegen in deiner Umgebung kennt? Auch wenn es weit ist, aber die Ärzte, gerade so speziell, sind ja oft gut vernetzt.

#7


F
Das hatte ich sogar schonmal gefragt, schriftlich. Aber ich habe darauf leider noch keine Antwort bekommen. Vielleicht versuche ich es nochmal, will aber nicht aufdringlich wirken. Angerufen hatte ich dort einmal, aber da ging keiner ran und dann hatte ich es auch nicht nochmal probiert.

#8


kritisches_Auge
Grashüpfer gab dir ja schon Auskunft.
Würde denn deine Therapie nicht von der Kasse bezahlt werden. Wenn ja, hast du Anspruch auf kostenlose Erstgespräche.

#9


Grashüpfer
Ich glaube Finja meint auch eher die Fahrtkosten für die weite Strecke. Oder finja? Die Therapie muss die Kasse zahlen.

#10


I
Finja, vielleicht hab ich es blöd abgekürzt, ich hatte zwei Jahre Verhaltens und Traumatherapie, kombiniert, da mein Therapeut beides anbietet.

Lass dich nicht abschrecken wenn sich eine Praxis nicht zurück meldet, du nervst ganz sicher nicht. Aber in so Praxen geht auch schon mal was unter...

Wie viel Stunden umfasst denn so eine Psychoanalyse eigentlich? Sind das nicht um die 200 Stunden?

#11


Grashüpfer
Die Stundenzahl weiß ich nicht mehr, aber bei mir waren es sicher vier Jahre. Vielleicht wäre es noch länger gegangen, aber ich bin dann umgezogen.

x 1 #12


F
Zitat von Grashüpfer:
Ich glaube Finja meint auch eher die Fahrtkosten für die weite Strecke. Oder finja? Die Therapie muss die Kasse zahlen.


Ja das meinte ich.

@ ichliebekuchen (ichnicht) Smile

Deine Abkürzungen waren schon okay, hätte ich auch draufkommen können...

x 1 #13


I
4 Jahre? Wow...
Ist es tatsächlich so, das der Patient fast ausschließlich redet und der Therapeut hört zu?
So wird es ja oft beschrieben...

#14


kritisches_Auge
Nun gibt es auch einen Unterschied zwischen psychoanalytischer und psychoanalytisch fundierter Therapie, wenn der Primärprozeß nicht sicher abgeschlossen wurde, empfiehlt sich eher die fundierte Therapie.

Viele Menschen wissen garnicht wie wichtig die Schule ist aus der der Therapeut kommt, meine Therapeutin ist oder war Jungianerin und wie wichtig dass man zusammenpaßt, die Sympathie. Bei uns verlief die Therapie in Form eines Gespräches.

Es gibt zwei gute Bücher:
https://www.amazon.de/Blumen-auf-Granit ... 3925931376

https://www.amazon.de/Kompa%C3%9F-Seele ... 3518378406

Diese Bücher sollen nicht abschrecken sondern nur zeigen worauf man achten muss.

Sowohl von Dörte von Drigalski als auch von Moser erhielt ich eine Antwort nachdem ich sie angeschrieben hatte.

Mein erster Therapeut hat mir geschadet, meine Therapeutin ist so etwas wie eine geistige Mutter, wie lange die Therapie ging kann ich nicht genau sagen weil wir uns in unregelmäßigen Sitzungen noch lange trafen, sagen wir 8 Jahre war intensive Therapiel.

x 2 #15


F
Danke kritisches Auge.

#16


kritisches_Auge
Ich bin gerne Ohr für euch.

Auge.

#17

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Grashüpfer
8 Jahre, das ist ein wirklich lange Zeit!
Bei mir war es eine wirklich analytische Therapie in Form von Gesprächen.
Meine Therapeutin war damals ein wahrer Segen für mich - ohne sie wäre ich heute nicht mal ansatzweise da wo ich jetzt bin! Das Verhältnis kann ich kaum beschreiben. Ich hatte vollstes, tiefes Vertrauen zu ihr, aber auch großen Respekt vor ihrem Können und ihrer Art, mit mir umzugehen. Gleichzeitig habe ich sie bewundert, ihren Kleidungsstil vor allem und ihre feinfühlige ruhige Art. Und doch ist es immer das respekt- und vertrauensvolle Verhältnis geblieben.
Ich will ihr längst schreiben um ihr endlich einmal zu danken für das was sie bewirkt und verändert hat und wie dankbar ich ihr bin und immer sein werde. Warum hab ich das nicht längst getan?

Aber eigentlich gehört das nicht hierher. Ich wollte dir noch etwas anderes vorschlagen, Finja. Guck doch mal bei Ärztebewertungen im Netz, da gibt es ja diverse Bewertungsportale, z. B. j. Ich habe alle meine Ärzte durch gute Beurteilungen gefunden und bin immer gut damit gefahren. Sicher ist es bei Psychotherapeuten schwieriger, weil einfach die Chemie passen muss, und ich weiß auch gar nicht, ob Therapeuten da überhaupt geführt werden. Aber vielleicht kann es zur Orientierung helfen.

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I
Graßhüpfer, meinst du J A M E D A ?
Die Seite ist gut, da gibt es auch Therapeuten...

#19


Grashüpfer
Genau die Seite meine ich, aber wollte keine vermeintliche Schleichwerbung machen Very Happy. Ich finde die Seite auch gut. Hab dort meinen Orthopäden, Gynäkologin und Augenärztin gefunden und alle drei sind super.

#20


A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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