Hallo Herr ZZerRburRuSs,
Vielen Dank für deine Antwort! Ich war so gebannt vom Inhalt, dass mir gar kein Fehler aufgefallen ist!
Ja, das liebe Geld... das hast du schon recht! Leider ist es eben nur so lange nicht wichtig, so lange es ausreichend vorhanden ist! Ich weiß leider wirklich nicht, wie ich ab Oktober meine Miete bezahlen soll oder was ich dann essen soll, wenn ich jetzt in eine Vollzeit-Therapie gehe.... meine Eltern haben mich lange finanziell unterstützt. Da sich mein Studium aber noch ein halbes Jahr länger hingezogen hat als geplant, haben sie die Zahlungen eingestellt und ich lebe momentan von meinem Ersparten. Da aber das Verhältnis zu meinen Eltern soweso sehr angespannt ist, möchte ich da auch nicht mehr "betteln". Sie sehen meine Kranheit eher als mangelnde Selbstbeherrschung, habe ich manchmal das Gefühl. Da mich dieses Gefühl des abhängig-seins aber so gehasst habe (mein Papa hat während seiner cholerischen Ausbrüche des Öfteren mit Einstellung der Zahlungen gedroht und ich war machtlos) erhoffe ich mir eben wirklich eine Stärkung meines Selbstbewusstseins, wenn ich dann mal endlich (komplett) für mich selbst sorgen kann.
Mein Freund könnte mich zwar kurzfristig mit "durchfüttern" aber das wäre dann bei ihm mit erheblichen Einschnitten verbunden. Da er schon lange 2/3 der Miete zahlt, freut er sich eigentlich auch, wenn ich mal fertig bin... wobei er auch vollstes Vertändis für die Umstände hat und mich auch unterstützen würde. Ich glaube einfach nur, dass das für mein Selbstbewusstsein auch keine Besserung verspricht.
ja, du hast recht Geld ist bei mir gerade leider sehr wichtig Ich glaube auch, dass meine Geldsorgen bzw. die damit verbundene Abhängigkeit auch was mit meiner Krankheit zu tun haben. Das war auch einfach zu Hause immer ein großes Thema... Streit zwischen meinen Eltern, oder Papa und Kindern...wir wurden z. B. nach paar Minuten aus der Dusche geprügelt, dafür hat er dann auch die abgeschlossene Tür geöffnet... (Papa hat nie verstanden, dass man SOOOOOOO lange duschen muss....das kostet....) oder der Telefonstecker wurde gezogen (was natürlich bessonders dramatisch ist, wenn man gerade mit den "Jungs" anfängt, ständig Taschengeldentzugsdrohungen... habe schon mit 13 Zeitungen ausgetragen und ab da immer gejobbt und das hat mir immer ein gutes Gefühl gegeben... Die letzten 2 Jahre ging das aber nicht mehr, weil ich mich in die Uni reinhängen musste, zwischenzeitlich eine Fernbeziehung hatte (mit jetztigem Freund) und warscheinlich deswegen jetzt der Gedanke, dass es mir wieder gut tun würde! Allerdings ist natürlich so ein Full-time-Job was ganz anderes als ein lockerer Studentenjob oder ein Praktikum. Vielleicht verstehst du jetzt den "Luxus" ein wenig mehr? Es ist ja auch so, dass ich eigentlich ganz gut zurecht komme, im Alltag. Aber ich merke eben auch, dass noch nicht "alles wieder gut" ist...
Aber ich werde da noch mal mit meinem Freund drüber reden...
Offen und Kontaktfreudig, das bin ich auch Aber ich habe mich schon etwas zurückgezogen, weil ich wohl- ähnlich dir - nicht meine Interessen verfolge sondern eher versuche zu erahnen, was sich mein Gegenüber wünscht.... und dann wundere ich mich, wo ich bleibe... Da hat meine Therapeuthin gesagt, dass es wichtig ist, Aktivitäten zu machen, bei denen ich meinen Raum finden kann.
Mir hat mal ein sehr guter Freund gesagt: "wenn es drauf ankommt, kannst du kämpfen wie eine Löwenmama um ihr Junges, aber du magst einfach gerade nicht"... ich glaube, das trifft es wirklich... und gegen Ungerechtigkeiten tue ich das auch udn dann spüre ich auch Kraft in mir... aber eben selten gegen Ungerechigkeiten gegen mich selbst... weil ich kann das ja wegstecken bzw. erkenne ich oft sogar erst später, dass das nicht OK war, wenn es um mich geht....PARADOX!
Ich habe einfach auch oft das Gefühl nicht zu wissen wofür ich kämpfen soll... dann lieber mal nix machen und abwarten, wie immer....
diesen "Kribbel-Gefühl" habe ich auch manchmal ganz selten, wenn ich mal nicht mit Angst, sondern Positiv an die Zukunft denke und eine handelnde Sonja mitten im Leben sehe. Da bin ich sogar mal richtig erschrocken, dass ich sowas überhaupt denken kann... Das ist dann aber auch schnell wieder weg... sollte ich warscheinlich festhalten! Ich habe ja auch wirklich Lust, ein Teil der "Berufswelt" zu sein. Sitze seit fast einem Jahr mehr oder weniger zu Hause, und müsste eigentlich immer lernen oder vorher Diplomarbeit schreiben... kucke aber viel zu viel fern... und denke eben auch aus diesem Grund, dass mir eine Tätigkeit "draußen" gut tun würde. Aber ich habe eben auch Angst, es nicht zu "schaffen". Und ich denke, dass ich diese Ängste am besten mit Konfrontation überwinden kann.... ist denn der "Luxus" vielleicht sogar wieder ein neues Vermeidungsverhalten? Dann hätte ich ja Bewerbungen und Co wieder schön aufgeschoben... Da bin ich mir echt nicht sicher!
Habe mir auch schon überlegt, einfach noch eine Weile zu Jobben, um mir den Druck zu nehmen... aber der wird dadurch bestimmt auch nur noch größer, habe ich das Gefühl!
OH GOTT! Ist das alles kompliziert!!!
LG
Sonja
P.S. da war wohl auch der Fehlerteufel unterwegs