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Hallo zusammen,

es gibt zwar schon ein paar Threads zu diesem Thema, aber ich möchte euch trotzdem auch nach euren Erfahrungen mit psychoanalytischer Therapie fragen (gerne im Vergleich zu kognitiver Verhaltenstherapie).

Vielen Dank im Voraus!

LG
Juli84

09.08.2025 12:41 • 12.08.2025 #1


28 Antworten ↓


In der Regel ist Psychoanalytische / Tiefenpsychologische Therapie überwiegend darauf fokusiert, die Lebensstruktur und Biografie aufzuschlüsseln. Hier wird weniger Verhaltenstherapeutisch behandelt.

Bei Verhaltenstherapie ist der Fokus auf aktuelle Problematiken in der Lebensführung und deren Lösung. Hier wird wenig tiefer auf die Biografie eingegangen.
Verhaltenstherapie erfordert absolut die Mitarbeit, damit das funktioniert. In der Regel passt der Therapeut die Schwelle dieser an.

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Psychoanalytische Therapie

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Zitat von fourofour:
In der Regel ist Psychoanalytische / Tiefenpsychologische Therapie überwiegend darauf fokusiert, die Lebensstruktur und Biografie aufzuschlüsseln. ...

Danke. Eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie habe ich schon gemacht. Auch eine kognitive Verhaltenstherapie wegen einer anderen Erkrankung. Die kognitive Verhaltenstherapie hat mir da sehr gut geholfen.

Mir geht es mit meiner Frage aber explizit um persönliche Erfahrungen.

@Juli84
Zitat:
nach euren Erfahrungen mit psychoanalytischer Therapie fragen (gerne im Vergleich zu kognitiver Verhaltenstherapie).


Ja aber die eine Therapie hat doch gar nichts mit der anderen zu tun. Wie will man denn die beiden vergleichen..

Die eine befasst sich vorwiegend oder ausschließlich mit der Vergangenheit, während sich die zweite mit der Gegenwart und der aktuellen Lage befasst und wie man da mehr Routine oder die Bewältigung anderer Strategien integriert.

Welchen Zusammenhang bzw. welche Erfahrungen soll man denn dir da mitteilen, im Vergleich?
Da die Tiefenpsychologische Therapie viel Vertrauen braucht, ganz nach schwere und Art der Themen, wird man dir hier weniger bis nichts berichten, da öffentlicher Bereich.


Könnte es sein, dass du dich nur explizit mit jenen gerne austauschen würdest, die ähnliches erlebt haben, was du erlebt hast.. und welche weitere Möglichkeiten und Therapien sie gemacht haben, vielleicht auch eine Verhaltenstherapie wie du und wie es jetzt ihnen damit geht?

Zitat von Idefix13:
@Juli84 Ja aber die eine Therapie hat doch gar nichts mit der anderen zu tun. Wie will man denn die beiden vergleichen.. Die eine befasst sich ...


Den Austausch mit Leuten, die ähnliches erlebt haben wie ich, suche ich nicht. Es geht mir auch nicht in erster Linie um einen Vergleich. Ich würde gerne Erfahrungen von Forenmitgliedern mit psychoanalytischer Therapie lesen. Und falls jemand auch schon mal zudem eine kognitive Verhaltenstherapie gemacht und dadurch den direkten Vergleich hat, gerne auch diesen, aber wenn nicht, ist auch okay.

Bezüglich der psychoanalytischen Therapie würde ich mich freuen, wenn jemand berichten könnte, wie sie abgelaufen ist, ob nur in der Vergangenheit gewühlt wurde oder ob auch neue Bewertungen und ein besserer Umgang mit den Problemen und eventuell Verhaltensänderungen erarbeitet wurden und natürlich, ob diese Therapie erfolgreich war und ob derjenige diese Therapieform empfehlen würde.

Darüber wäre ich sehr dankbar.

Zitat von Juli84:
Bezüglich der psychoanalytischen Therapie würde ich mich freuen, wenn jemand berichten könnte, wie sie abgelaufen ist, ob nur in der Vergangenheit gewühlt wurde oder ob auch neue Bewertungen und ein besserer Umgang mit den Problemen und eventuell Verhaltensänderungen erarbeitet wurden und natürlich, ob diese Therapie erfolgreich war und ob derjenige diese Therapieform empfehlen würde.

Das ist bei mir schon über 10 Jahre her und ich weiß nicht, wie gut ich mich noch daran erinnern kann.
Mitunter spielt doch oft beides mit herein oder das eine löst das andere aus.
Bei mir ging es tatsächlich zurück bis zur Schwangerschaft meiner Mutter mit mir, der Geburt und der Zeit danach.
Vor allem auch deswegen, weil es meiner Mutter nicht gut ging...
Ich war dann auch jahrelang Bettnässer, hatte schon in der Grundschule Probleme in der Schule (ich kann das alles nicht)..
ich war auch immer eher ein Außenseiter, trug nicht die richtigen Klamotten, hatte nur doofe Sachen...und keinen coolen Schulranzen....also dieses Mobbing gabs auch schon vor 50 Jahren, wenn auch nicht ganz so schlimm und ohne Social Media.

Im Laufe der Therapie wurde auch vieles hinterfragt....WARUM manches damals so war, warum jemand sich so oder so verhalten hat...warum manches sich so oder so ereignet hat und nicht anders....UND was es mit mir gemacht hat.

Man muss nicht für alles und jeden Verständnis haben....was vielleicht falsch gelaufen ist oder einen bedrückt hat...
vieles lässt sich aber auch erklären (analysieren)

Wir alle werden durch unsere Eltern, Familie, soziales Umfeld, Bildungsstand usw. geprägt.
Das ist bei uns so...aber auch bei unseren Eltern....unseren Großeltern und Urgroßeltern.....usw.

Da kann man dann mal etwas genauer hinschauen....was man vielleicht verzeihen kann. Vergessen geht nicht. Verzeihen ja.

Man kann schauen, ob man sich aus alten angelernten Verhaltensweisen der Kindheit lösen kann....und wie.
Sicher ist es auch davon abhängig, wie der Therapeut oder Psychologe arbeitet und wie berufserfahren er ist.
Ich hatte zum Glück eine Ärztin für psychosomatische Medizin einige Jahre an meiner Seite.

Das ist auch heute noch so, dass ich mich immer frage, WARUM etwas so gewesen ist und nicht anders.
Ich frage oftmals nach dem warum.
Oftmals findet sich auch eine Erklärung.
Genauso erkläre ich es meinen Kindern (heute 31 und 33)...wenn Sie sich mal *beschweren*..oder etwas ansprechen.
Und ich beobachte, wie meine (durch Scheidung geschädigten) Kinder mit ihren eigenen Kindern umgehen.

Zitat von NoNameUser:
Das ist bei mir schon über 10 Jahre her und ich weiß nicht, wie gut ich mich noch daran erinnern kann. Mitunter spielt doch oft beides mit herein ...

Vielen Dank für deinen Beitrag.

Meine Therapeutin ist schon älter und auch sehr erfahren.

Morgen ist die letzte Probestunde. Da soll ich den Therapieantrag unterschreiben. Sie macht tiefenpsychologisch fundierte und psychoanalytische Therapie, hat mir aber die psychoanalytische Therapieform empfohlen. 2x pro Woche Therapie. Keine Ahnung, ob das gut oder schlecht ist so oft. Man kann es so oder so sehen.

Von der Therapeutin bin ich überzeugt. Aber nachdem ich mich über die psychoanalytische Therapie informiert habe, war ich etwas verunsichert.

Was mir in meinem Leben nämlich noch nie geholfen hat, war nur über die Probleme zu reden und ich habe gelesen, dass der Therapeut bei dieser Therapieform fast nichts sagt. Und ich will doch neue Bewertungen und Verhaltensweisen und Lösungswege mit der Therapeutin erarbeiten und dass sie als Fachfrau auch etwas zu dem sagt, was ich erzähle. Und im Internet steht, dass bei dieser Therapie der Patient sehr viel frei redet, was ich nicht sehr zielorientiert finde, weil ich psychosomatische Beschwerden habe und selbst nicht weiß, warum. Und ich würde auch nicht die Therapeutin hinter mir sitzen haben wollen, wenn ich auf einer Couch liege. Ich will ja im Dialog und ihr gegenüber sein.

Ich werde morgen mal fragen müssen, wie das Ganze genau aussieht.

Ich könnte zwar auch im Herbst zu einer Verhaltenstherapeutin. Aber die psychoanalytische Therapeutin hat schon sehr viel Ahnung und ich bin von ihr als Therapeutin eben überzeugt. Die andere Therapeutin ist sehr jung und ich fühle mich bei ihr zwar auch gut, aber nicht so wohl und sicher wie bei der psychoanalytischen Therapeutin und traue ihr auch weniger zu. Mein Fall ist eben schon ein schwieriger Fall und sehr komplex und es muss ja erstmal herausgefunden werden, warum ich die Beschwerden habe. Es ist schon ein großes Paket, dass ich da mitbringe.

Zitat von NoNameUser:
Das ist auch heute noch so, dass ich mich immer frage, WARUM etwas so gewesen ist und nicht anders. Ich frage oftmals nach dem warum. Oftmals findet ...

Und was bringt dir die Beantwortung der Frage nach dem Warum? Wie hilft dir das?

Kannst du das vielleicht etwas mehr erklären?

Zitat von Juli84:
Und was bringt dir die Beantwortung der Frage nach dem Warum? Wie hilft dir das? Kannst du das vielleicht etwas mehr erklären?

Nicht heute und nicht jetzt und nicht öffentlich.
Mein halbes Leben steht in diesem Forum
Grob gesagt, wenn ich weiß was meiner Mutter alles widerfahren ist, was meine Mutter alles mitgemacht hat, wie es ihr ging...
kann ich schon eher mal verzeihen, welche Fehler SIE als Mutter gemacht hat. Wirklich nur als grobes Beispiel.

Zitat von Juli84:
Was mir in meinem Leben nämlich noch nie geholfen hat, war nur über die Probleme zu reden

Das Reden alleine kann erleichtern, wenn jemand dann daran Anteil nimmt, aber wirklich helfen tut es wohl nicht.
Zitat von Juli84:
der Therapeut bei dieser Therapieform fast nichts sagt.

Der Therapeut fragt eben. Erzählen muss erstmal DER, der die Vergangenheit gehabt hat....ist doch logisch, oder?
Zitat:
. Und ich will doch neue Bewertungen und Verhaltensweisen und Lösungswege mit der Therapeutin erarbeiten

Das werdet ihr doch auch tun......aber erstmal braucht deine Therapeutin doch Input....von dir.

Ohne die Zutaten kann man kein Süppchen kochen

@NoNameUser

Okay, danke. Ich hatte schon Bedenken, dass ich da nur rede und rede und rede und dann ist die Stunde vorbei und das jedes Mal.

Reden für die Erleichterung habe ich ja all die Jahre gemacht und kann ich auch heute noch. Aber die Lösungswege haben mir gefehlt. Auch wenn Tipps und so gekommen sind, war das nicht dasselbe wie die Hilfe einer Therapeutin.

Ich werde mich darauf einlassen (müssen). Ich hoffe nur, dass mir die zwei Termine pro Woche nicht zu viel werden. Wenn es in Stress ausartet, ist es ja auch nicht gut.

Und ich hoffe, dass es mir schnell hilft und ich dadurch endlich meine psychosomatischen Beschwerden los werde und wieder Lust am Leben und Freude fühlen kann.

Danke, du hast mir schon sehr geholfen.

Zitat von Juli84:
Ich hoffe nur, dass mir die zwei Termine pro Woche nicht zu viel werden.

Wenn es zu viel wird solltest du das dann auch sagen.
Die Therapeutin wird es dann berücksichtigen und das Tempo drosseln.

@NoNameUser

Okay, danke. Ich will auch mal fragen, ob dieses 2x pro Woche für die ganze Therapiezeit geplant ist. Das wären dann ja nämlich Jahre.

Zitat von Juli84:
Und ich hoffe, dass es mir schnell hilft und ich dadurch endlich meine psychosomatischen Beschwerden los werde und wieder Lust am Leben und Freude fühlen kann.

Schnell? Eher nicht. Geduld ist leider das A und O. Geduld mit sich selbst.

Du musst auch nicht jede Kleinigkeit erzählen. Manchmal lassen sich auch Jahre überspringen.

Waren schon mal Medikamente im Gespräch?

Zitat von NoNameUser:
Schnell? Eher nicht. Geduld ist leider das A und O. Geduld mit sich selbst. Waren schon mal Medikamente im Gespräch?

Ich habe schon einige Medikamente ausprobiert, aber immer schlecht vertragen.

Ich nehme jetzt etwas von der Kinesiologin/Heilpraktikerin.

Antidepressiva sind nichts für mich. Ich vertrage sie einfach nicht und es geht mir damit nur schlechter.

Es kommt auch darauf an, wie das jeder verkraftet. In meiner Klinik gab es Menschen, die es bereut haben so eine Tiefenpsychologie gemacht zu haben, weil da auch Sachen an die Oberfläche kommen können, die schwer zu verarbeiten sind und somit nicht förderlich für die Psyche sind, weil der Patient dann quasi daran zu knaubeln hat.
Also ganz unterschiedlich. Wer sich das vornimmt soll auf alle Fälle stabil sein. Und dann sollte das auch wirklich glatt gehen. Es gab schon Fälle, wo die Therapie zu lang gedauert hat und die Kasse plötzlich ein Strich wegen der Bezahlung durch die Rechnung gemacht hat. Sowas ist zwar eher selten. Also wer den Schritt geht hat sicher auch einen super Psychiater. Die Länge übrigens kann man da auch nicht genau bestimmen. Ich persönlich für mich habe mich für eine Verhaltensterapie entschieden. LG Jule
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Zitat von Juli84:
Hallo zusammen,

es gibt zwar schon ein paar Threads zu diesem Thema, aber ich möchte euch trotzdem auch nach euren Erfahrungen mit psychoanalytischer Therapie fragen (gerne im Vergleich zu kognitiver Verhaltenstherapie).

Ich habe sehr gute Erfahrung mit einer aufdeckenden Therapie gemacht. Das war bei einer Analytikerin, aber sie hat mit mir, da ich noch nicht von einer Analyse profitiert hätte, eine andere Form der Therapie gemacht, deutend, aber auch mit stützenden Elementen.

Mir hat es sehr gut geholfen.

Zitat von Juli84:
Bezüglich der psychoanalytischen Therapie würde ich mich freuen, wenn jemand berichten könnte, wie sie abgelaufen ist, ob nur in der Vergangenheit gewühlt wurde oder ob auch neue Bewertungen und ein besserer Umgang mit den Problemen und eventuell Verhaltensänderungen erarbeitet wurden und natürlich, ob diese Therapie erfolgreich war und ob derjenige diese Therapieform empfehlen würde.

Es geht darum, Muster bei sich zu erkennen, jene, bei denen man Konflikte mit der Welt hat. Diese kommen nicht aus dem Nichts, sondern sind in der Regel übernommen, oder eine Reaktion auf Muster anderer.

Versteht man, wer man ist und warum man in bestimmten Situationen reagiert, fühlt oder denkt, wie man es tut, hat man eine neuen Blick auf diese und die Chance, etwas zu ändern.

Zitat von Cbrastreifen:
Es geht darum, Muster bei sich zu erkennen, jene, bei denen man Konflikte mit der Welt hat. Diese kommen nicht aus dem Nichts, sondern sind in der ...

Danke, das hört sich sehr gut an.

Ich denke, das hier könnte mir helfen und diese Therapeutin geht mit einem detektivischen Spürsinn vor. Das habe ich in den Probestunden schon gemerkt.

Versteht man, wer man ist und warum man in bestimmten Situationen reagiert, fühlt oder denkt, wie man es tut, hat man eine neuen Blick auf diese und die Chance, etwas zu ändern.



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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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