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Es gibt ja verschiedene Begriffe, mit denen wir die Ursache unseres Leidens (= Einsamkeit) benennen können:

Soziale Angst - Soziale Phobie - Schüchternheit - Kontaktscheu

Während soziale Angst (Phobie) schon so klingt, als hätte man sich eine (heilbare) Krankheit (wie z.B. eine Depression) eingefangen, klingen Schüchternheit und Kontaktscheu eher nach festen Persönlichkeitsmerkmalen (die bei jedem halt unterschiedlich stark ausgeprägt sind).

Ich finde jetzt nicht, dass ich krank bin. Auch bereitet mir mein normaler Alltag keine Probleme. Und deswegen habe ich auch nie darüber nachgedacht, ob eine Therapie sinnvoll sein könnte. Andererseits merke ich, dass es mir mit zunehmendem Alter immer schwerer fällt, Kontakte zu knüpfen - und vor allen Dingen auch zu halten.

Was mich daher interessiert:

# Gibt es hier im Forum jemanden, der eine Therapie begonnen hat, um seine Einsamkeit zu überwinden?

# Wie läuft sowas ab?

# Wie sind die Erfahrungen damit? Hilft das?

Ich möchte gar nicht über mich persönlich diskutieren, sondern würde mich freuen, wenn jemand etwas zu seiner Therapieerfahrung schreibt.

Viele Grüße aus dem frostigen Hamburg,
Slowi

10.02.2010 01:54 • 24.02.2010 #1


5 Antworten ↓


Wozu soll man eine Therapie machen, wenn man sich nicht krank fühlt und nicht meint, dass man krank ist?

http://de.wikipedia.org/wiki/Therapie
Zitat:
Die Therapie (griechisch therapeia „das Dienen, die Bedienung, die Dienstleistung, die Pflege der Kranken“) bezeichnet in der Medizin die Maßnahmen zur Behandlung von Krankheiten und Verletzungen. Ziel des Therapeuten ist die Heilung, die Beseitigung oder Linderung der Symptome und die Wiederherstellung der körperlichen oder psychischen Funktion.


Wenn man meint, dass man nicht krank, sondern einfach nur einsam ist, ist eine Therapie nicht die richtige Maßnahme. Gegen einfache Einsamkeit gibt es andere Maßnahmen. Z.B. Eintritt in eine oder mehrere Interessengemeinschaften wie Vereine aller Art, Theatergemeinde, Gruppensport, Stammtisch, Kontaktanzeigen, Volkshochschulkurse, Singlereisen, Gruppenreisen u.v.a.

10.02.2010 03:23 • #2



Therapie?

x 3


Zitat von GastB:
Wozu soll man eine Therapie machen, wenn man sich nicht krank fühlt und nicht meint, dass man krank ist?

Gegenfrage: Sind sich alle Depressiven bewusst, dass das heilbar ist?

Zitat von GastB:
Gegen einfache Einsamkeit gibt es andere Maßnahmen.

Was ist das, einfache Einsamkeit? Und was denkst Du, ab wann ist Einsamkeit krankhaft?

10.02.2010 21:40 • #3


Zitat von Slowi:
Zitat von GastB:
Wozu soll man eine Therapie machen, wenn man sich nicht krank fühlt und nicht meint, dass man krank ist?

Gegenfrage: Sind sich alle Depressiven bewusst, dass das heilbar ist?

Diese Frage verstehe ich nicht. Kannst du das vielleicht anders formulieren?

Zitat von Slowi:
Zitat von GastB:
Gegen einfache Einsamkeit gibt es andere Maßnahmen.

Was ist das, einfache Einsamkeit? Und was denkst Du, ab wann ist Einsamkeit krankhaft?

Das kann ich so nicht sagen. Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass man das überhaupt objektiv für jemand anderen definieren kann oder sollte.
Wenn du sagst, du fühlst dich nicht krank, warum sollte dann jemand anderer dir einreden, du seist es?
Es gibt ja auch eine freiwillige Einsamkeit. Im Sinne von Alleinsein wollen.

Und es gibt unfreiwillige Einsamkeit, die dennoch keineswegs krankhaft sein muss. Wenn du auf einer einsamen Insel als einzige überlebende Schiffbrüchige strandest, bist du unfreiwillig einsam, aber sicher nicht, weil du krank bist, nicht wahr.

Und dann gibt es auch eine - aus meiner Sicht an sich nicht krankhafte - Einsamkeit aus Faulheit. Weil man keine Lust hat, sich dafür anzustrengen.

Oder aus sozialer Ungeschicklichkeit, mangels Übung und Vorbildern. Dagegen gibt es verschiedene mögliche Maßnahmen, die dann wohl einen fließenden Übergang zu einigen Therapieformen haben könnten. Ich vermute, am ehesten Verhaltenstherapie, aber auch Rollenspiele, Flirtkurse und ähnliches. Solche Hilfestellungen werden z.B. auch in Volkshochschulen angeboten und von vielen freien Trägern, Coaches usw.

11.02.2010 00:08 • #4


Zitat:
Diese Frage verstehe ich nicht. Kannst du das vielleicht anders formulieren?

Gerne!
Gegenfrage: Sind sich alle Depressiven bewusst, dass sie an einer heilbaren (psychischen) Krankheit leiden? Meine persönliche Vermutung: Wäre dem so, würden sich weniger Menschen vor einen Zug schmeißen und stattdessen eine Therapie beginnen.

Ich stimme Dir völlig zu, dass es unterschiedliche Formen der Einsamkeit gibt. Letztendlich ist Einsamkeit ist aber die Folge von etwas: Faulheit, der Wunsch allein zu sein, Pech (der Schiffbrüchige!),...... Oder tatsächlich eine psychische Krankheit. Wir stimmen auch darin überein, dass es dementsprechend unterschiedliche Wege aus der Einsamkeit gibt.

Zitat:
Wenn du sagst, du fühlst dich nicht krank, warum sollte dann jemand anderer dir einreden, du seist es?

Ich will hier ja auch gar nicht darüber diskutieren, ob ich persönlich unter einer psychischen Krankheit leide, oder nicht. Mich interessiert, ob es hier im Forum jemanden gibt, der wegen sozialer Ängste eine Therapie begonnen hat. Einfach um zu erfahren, wie das abläuft und ob es demjenigen geholfen hat. Das könnte mir bestimmt helfen (so meine Hoffnung), meinen eigenen Weg aus der Einsamkeit zu finden.

11.02.2010 20:35 • #5


# Gibt es hier im Forum jemanden, der eine Therapie begonnen hat, um seine Einsamkeit zu überwinden?
Daß weiß ich nicht, kann dir aber sagen wie es bei mir war!
Bei mir waren noch (Kontroll)Zwänge dabei, aber Einsamkeit war auch sehr gross.

# Wie läuft sowas ab?

Therapie?
in meinem Fall Gesprächstherapie - mit Übungen im wahren Leben
aber keine Angst: der Therapeut ist nicht darauf aus, dir die ganze Zeit nett zuzureden - du kriegst schon öfters direkte Antworten und ein Ar. hilft meist auch
Ausreden kannst du also zuhause lassen.
# Wie sind die Erfahrungen damit? Hilft das?
ja, aber es dauert (und man muss selber mithelfen)
mit Tabletten geht's vllt. schneller ?? - hatte aber nicht daß Vergnügen

24.02.2010 19:08 • #6




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf