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Habe am mittwoch einen termin bei einer therapeutin für ein erstgespräch.
Aber ich habe solche Angst davor,der gedanke das haus verlassen zu müssen und da hin zu müssen ist fast unerträglich.
Ich habe so angst was da auf mich zukommt und soviele gedanken gehen mir durch den kopf:
-wird die therapeutin mich ernst nehmen und mir helfen können
-Die Veränderungen die auf mich zukommen werden und ob ich stark genug bin das durchzustehen und genug willen habe

Am liebsten würde ich alles absagen

07.06.2009 01:23 • 07.06.2009 #1


4 Antworten ↓


Wie neulich jemand so schön gesagt hat:
Der Weg aus der Angst führt durch die Angst!
Das Haus zu verlassen für die Therapie ist der erste, große, wichtige Schritt, den du gehen musst
Stell's dir einfach vor wie eine lange Treppe, und der Termin beim Therapeuten ist nur eine Stufe.
Denk nicht so sehr drüber nach, wie lang die Treppe ist oder wie groß die Stufen -mach einen Schritt nach dem Anderen.
Du machst dich jetzt verrückt, weil du vor der Therapie auch noch Angst hast, dazu gibt es aber gar keinen Grund. Du schaust dir gerade 10 Stufen auf einmal an, siehst: "Oh Gott, ist das viel!"
Und kriegst sofort angst, es nicht zu schaffen.
Ist ja auch kein Wunder, denn keiner von uns kann 10 Stufen auf einmal nehmen, ohne hinzufallen oder sich bös zu verletzen.
Aber eine Stufe nach der anderen, das kann jeder.
Auch du!
Freu dich auf den Termin, es wird bestimmt klasse!

LG,
Pilongo

07.06.2009 08:40 • #2



Therapie

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Hallo

Habe keine Angst ich weiss leicht gesagt kenne das nur zu gut, aber es lohnt sich. Sie wird dir zuhören und dir helfen können musst fest dran glauben. Hatte auch Angst vor meinen ersten Gepräch, aber hat sich gelohnt und bin lächelnd wieder nach Hause. Leider habe ich sie nicht mehr und bin nun wieder auf der Warteliste, also freu dich drauf wird alles gut .

Lg und alles gute Michele

07.06.2009 09:49 • #3


Also sollte der Therapeut dich nicht ernst nehmen, sollte er vielleicht nochmal über seine Job-wahl nachdenken
Bei meinem ersten Gespräch hab ich auch sonstwas gedacht, aber man fantasiert sich da immer viel mehr zusammen als es letztenendes ist. Hatte auch panische Angst davor, dahin zu gehen, als es dann aber vorbei war, fühlte ich mich richtig gut. Bei dir wirds genauso sein, denke ich. Es tut gut mal mit jemanden zu sprechen, der versteht wovon du redest

Und stark genug die Veränderungen durchzustehen bist du mit sicherheit auch. (Leider) haben die therapeuten noch keinen schalter gefunden, um das Problem direkt mal abzuschalten, aber dennoch wird sich Besserung einstellen Es geht halt alles schritt für schritt.

so far

07.06.2009 15:15 • #4


Hallo Tessa,

ich kann deine Sorge gut verstehen, aber glaube mir, sie ist unbegründet. Eine Therapie ist der erste Schritt in die Freiheit bzw. zu einer Verbesserung der Situation. Vorausgesetzt natürlich, man landet bei dem richtigen Therapeuten. Ich habe vor Jahren eine zweiwöchige Konfrontationstherapie gemacht (vor der ich mich auch sehr gefürchtet habe, denn schließlich musste ich mich dabei täglich rund um die Uhr meinen schlimmsten Ängsten stellen - und das waren viele) - das war meine absolute Lebensrettung! Ich kann es wirklich nicht anders beschreiben.

Ich hatte vorher jahrelang unter den schlimmsten Panikattacken gelitten und konnte kaum mehr aus dem Haus gehen. Einkaufen? Ein Horror. Ausgehen? Vergiss es. Shoppen in der vollen Innenstadt? Völlig undenkbar. Und ich könnte hier noch 100 andere Angstsituationen auflisten, die mir damals das Leben unmöglich machten. Nach zahlreichen Arztbesuchen (alle ohne Ergebnis) landete ich dann endlich durch den Tipp einer Bekannten in Münster zu einer Konfrontationstherapie. Mir war zu jenem Zeitpunkt schon alles egal, ich war bereit, alles mit mir anstellen zu lassen, wenn nur diese Zustände aufhörten. Das war ja kein Leben mehr. Somit habe ich mich dann zwei Wochen lang von morgens bis abends in Begleitung einer Therapeutin meinen schlimmsten Angstsituationen gestellt. Wie unangenehm das vor allem in den ersten Tagen war, muss ich wohl keinem erzählen. Aber bereits am Ende der ersten Woche kam der Durchbruch. Meine Therapeutin ging mit mir in ein volles, stickiges Kaufhaus und ließ mich dort eine Stunde lang allein. Handy und Traubenzucker (meine beiden Lebensretter, die ich immer mit mir führte) hatte sie mir vorher abgenommen. Nach den vielen Panikattacken an den Tagen davor bekam ich nun eine besonders heftige Attacke. Der Boden schwankte unter meinen Füßen, ich kriegte kaum noch Luft und war überzeugt, jetzt sofort tot umzufallen. Doch dann - nach zirka einer halben Stunde - geschah das für mich Unglaubliche: Ich beruhigte mich von selber wieder, und gestorben bin ich auch nicht ;o)

Im Anschluss an dieses Erlebnis bin ich mit meiner Therapeutin noch durch die Stadt gelaufen und habe mit ihr zum Abschluss der Woche einen Kaffee in einem voll besetzten Straßencafe getrunken - und ich habe geheult vor Freude. Weil ich plötzlich keine Angst mehr hatte. Die vielen Menschen, die Hitze, etc.....es war mir plötzlich egal, ich fühlte mich pudelwohl. Totmüde, klar, ich hatte ja vorher eine üble Attacke durchgestanden, aber auch unglaublich glücklich!!! Und das ist so geblieben. Meine Therapie ging noch eine weitere Woche weiter, aber es fiel meiner Therapeutin deutlich schwerer, bei mir noch irgendeine Art von Angst rauszukitzeln. Ich musste meistens kichern, weil mir die ganzen Übungen auf einmal so albern vorkamen - in der Woche davor symbolisierten sie noch meine ganz persönliche Hölle. Eine unglaubliche Erfahrung, die ich jedem hier von Herzen wünsche.

Ich will damit nicht sagen, dass die Konfrontation die einzig wahre Therapie ist. Mir aber hat sie geholfen, endlich wieder Freude am Leben zu haben. In diesem Sinne: Eine Therapie lohnt sich auf jedem Fall! Trau dich ruhig, es kann nur besser werden

07.06.2009 17:52 • #5




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf