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Hallo liebe Community,

ich habe mal eine Frage an euch. Und zwar habe ich jetzt 2 Sitzungen bei einer neuen Psychologin gehabt. Sie ist ganz ok aber irgendwie sind wir nicht auf einer Wellenlänge. Da ich aber sonst nirgends wo anders hin kann muss ich sie nehmen. Sonst würde ich abgelehnt oder habe seit Monaten niemanden erreicht.

Folgendes Problem ist mit ihr: Ich habe u. A. Angst und Panikattacken durch ein Trauma bzw mehrere Traumata ausgelöst. Und das seit 2014 ca. Bis jetzt habe ich versucht mich den Situationen zu stellen und mich zur Not selbst zu beruhigen und halt Atemübungen zu machen, Achtsamkeit oder bei Zwangsgedanken mich abzulenken. Sie meinte allerdings ich darf keine Tricks und Techniken anwenden sondern MUSS einfach da sitzen und es aushalten. Einfach leiden egal ob ich gerade denke als Zwangsgedanken das ich mir was antue oder mir vor Schwindel so schlecht wird das ich umkippe. Ich darf bei der beschriebenen Schwindel Sache auch nichts trinken. Nur da sitzen und aushalten. Aber mal ganz ehrlich. Klar halte ich es aus und sage mir selbst das die Attacken nicht schädlich etc sind. Aber ich denke wenn ich einen Schluck trinke in der bahn weil mir schwarz vor Augen fast wird ist das doch jetzt kein Beinbruch. Mir sagten sogar mal Therapeuten das ich das machen soll. Sie meinte aber ich darf mich niemals ablenken. Ich finde das in bestimmten Situationen unverantwortlich. Ich habe Morbus Crohn und öfter Durchfall wenn ich dann eine Panikattacke mit Schwindel bekomme ist es ja vorprogrammiert das ich weg klappe. Da muss man was trinken um den Kreislauf aktiv zu halten und die Flüssigkeit aufzufüllen.

Was meint ihr? Ist es für euch auch so merkwürdig dass sie bei allem egal welche Situation und ich bin schon realitätsnah, so reagiert und sagt man muss da sitzen und durchhalten. Man darf sich auch nicht beruhigen. Das einzige was ich mir sagen darf ihrer Meinung nach ist: das sind nur Zwangsgedanken/ Panikattacken.

Das wars. Was sind eure Meinungen dazu? Ich weiß nicht was ich davon halten soll.

12.09.2019 22:41 • 23.09.2019 #1


20 Antworten ↓


kritisches_Auge
Welche Art der Therapie macht sie, mir kommt es wie VT vor, eine sehr fanatische VT.
Ich finde das Verhalten unverantwortlich und ich würde auch nicht mehr diskutieren und meinen Schluck trinken wenn es nötig ist.

12.09.2019 22:50 • x 3 #2


Zitat von kritisches_Auge:
Welche Art der Therapie macht sie, mir kommt es wie VT vor, eine sehr fanatische VT.Ich finde das Verhalten unverantwortlich und ich würde auch nicht mehr diskutieren und meinen Schluck trinken wenn es nötig ist.


Sie macht Verhaltens- und Traumatherapie. Ja ich mache das auch so weiter nur habe ich das Gefühl dann zu mogeln. Klingt blöd aber ich weiß nicht wie ich es besser erklären kann. Zudem kann ich mich in der Therapie nicht fallen lassen und etwas Kontrolle abgeben. Wenn du weißt was ich meine? Ich weiß auch nicht wie ich es ihr sagen soll. Denn ich mein ich bild es mir ja nicht ein. Es fehlt mir irgendwie die Empathie...

12.09.2019 22:56 • #3


Safira
Dir fehlt vor allem das Vertrauen. Mal ganz ehrlich, das wird doch nichts mit der Therapeutin.

Erklärt sie dir denn wenigstens warum sie das so sieht?

Ich finde das auch unverantwortlich.

12.09.2019 23:11 • x 2 #4


Zitat von Safira:
Dir fehlt vor allem das Vertrauen. Mal ganz ehrlich, das wird doch nichts mit der Therapeutin.Erklärt sie dir denn wenigstens warum sie das so sieht?Ich finde das auch unverantwortlich.


Ne sie meinte viele Angstpatienten wenden Techniken an das wäre falsch. Man soll nur aushalten. Sonst würde man die Angst verschlimmern und irgendwann wird sie unkontrolliert und dann passiert irgendwas krasses ( hab da nicht mehr zugehört denn das möchte ich als Angstpatient echt nicht hören) Wozu gibt es denn Achtsamkeitsübungen oder Bauchatmung? Wenn man hyperventiliert macht man ne bauchatmung. Laut ihrer Meinung darf ich das nicht sondern muss da sitzen und durch halten.

Ich habe echt keine Ahnung ob sie vielleicht nur einen schlechten Tag hatte da ich 15 uhr den Termin hatte oder ob sie wirklich so ist. Problem ist das eine Therapie bei ihr bei der Krankenkasse beantragt wurde und ich keine wirklichen Alternativen habe.

12.09.2019 23:17 • #5


Safira
Das ist wirklich blöd. Nur bringt dir das doch gar nichts weiter die Stunden mit ihr zu verschwenden.

Einziger Vorteil wäre wenn du so lange ausharst bis die Therapie genehmigt wird und danach pausierst. Das ist kein Abbruch. Die KK in Kenntnis setzen.
Wenn du bei anderen Therapeuten an läutest und erzählst dass du ein Therapeutenwechsel machen möchtest besteht eine höhere Chance genommen zu werden, da der Papierkram bereits erledigt ist bzw nur noch übernommen werden muss.

12.09.2019 23:52 • x 2 #6


Zitat von Safira:
Das ist wirklich blöd. Nur bringt dir das doch gar nichts weiter die Stunden mit ihr zu verschwenden. Einziger Vorteil wäre wenn du so lange ausharst bis die Therapie genehmigt wird und danach pausierst. Das ist kein Abbruch. Die KK in Kenntnis setzen.Wenn du bei anderen Therapeuten an läutest und erzählst dass du ein Therapeutenwechsel machen möchtest besteht eine höhere Chance genommen zu werden, da der Papierkram bereits erledigt ist bzw nur noch übernommen werden muss.


Also kann ich auch wechseln? Offiziell hat die Therapie noch nicht angefangen. Es wurde nur beantragt da sie keine Kk Zulassung hat und die Kostenübernahme so geklärt werden sollte. Wäre ja toll wenn ich wechseln kann und es vielleicht einen ordentlichen Therapeuten bei mir geben würde.

12.09.2019 23:55 • #7


Safira
Wenn sie keine Krankenkassenzulassung hat dann kann sie doch auch gar nicht dort abrechnen. Was beantragt sie denn? Das macht ja gar keinen Sinn.

12.09.2019 23:56 • x 1 #8


Lillibeth
Das solltest Du aber schnell klären ! Wenn sie keine Zulassung hat, z.b weil Heilpraktikerin ist, dann zahlt die Kasse nicht und du musst alle Stunden selbst bezahlen. Ich war auch mal bei so einer Therapeutin. Allerdings wusste ich das vorher und habe für jede Std 150Euro bezahlt. Lieber heute die KK anrufen

13.09.2019 05:27 • #9


kritisches_Auge
Ich glaube in Ausnahmefällen können die Kosten nach entsprechendem Antrag übernommen werden.
Mir kommt das alles sehr merkwürdig vor, bist du sicher, dass diese Therapeutin die entsprechenden Qualifikationen hat?

Wie bist du an sie gekommen, kannst du mit dem Hausarzt oder deinem behandelndem Psychiater darüber reden? Jemand wird dich doch wegen Morbus Chron behandeln, es wäre spannend zu wissen was derjenige zu den Anweisungen dieser Therapeutin sagt..

13.09.2019 07:46 • #10


Perle
Hallo,

als ich 2014 auf der psychosomatischen Akutstation eines Krankenhauses war durften wir während der Bewegungstherapie auch nichts trinken. Dieses war eine offizielle Vorgabe der dortigen Leitung. Uns wurde erklärt, dass trinken in diesem Moment eine Ablenkung bzw. Flucht vor den aufkommenden Angst schürenden Gedanken ist und mit genau diesen Gedanken sollten wir ja in Kontakt kommen und uns dem stellen.

Wir fanden das damals alle sehr verwunderlich und es gab auch Diskussionen und Beschwerden deshalb. Es ist einfach ein scheußliches Gefühl, wenn man als Patient in einer Angstsituation mit Panik, Schwindel etc. aushalten muss, weil man ja meint, gleich leider umzufallen. Übrigens ist keiner von uns je tatsächlich dehydriert.

Ich bin bis heute mit mir im Zwiespalt, ob diese Art der "Begegnung mit sich selbst" richtig ist, jedenfalls ist diese Methode nicht ganz unbekannt. Dennoch trage ich auch heute noch fünf Jahre später eine kleine Wasserflasche mit mir herum, wo immer ich auch bin

13.09.2019 10:20 • x 2 #11


Lillibeth
Zitat von Perle:
Hallo,als ich 2014 auf der psychosomatischen Akutstation eines Krankenhauses war durften wir während der Bewegungstherapie auch nichts trinken. Dieses war eine offizielle Vorgabe der dortigen Leitung. Uns wurde erklärt, dass trinken in diesem Moment eine Ablenkung bzw. Flucht vor den aufkommenden Angst schürenden Gedanken ist und mit genau diesen Gedanken sollten wir ja in Kontakt kommen und uns dem stellen.Wir fanden das damals alle sehr verwunderlich und es gab auch Diskussionen und Beschwerden deshalb. Es ist einfach ein scheußliches Gefühl, wenn man als Patient in einer Angstsituation mit Panik, Schwindel etc. aushalten muss, weil man ja meint, gleich leider umzufallen. Übrigens ist keiner von uns je tatsächlich dehydriert.Ich bin bis heute mit mir im Zwiespalt, ob diese Art der "Begegnung mit sich selbst" richtig ist, jedenfalls ist diese Methode nicht ganz unbekannt. Dennoch trage ich auch heute noch fünf Jahre später eine kleine Wasserflasche mit mir herum, wo immer ich auch bin


Ich auch ich gehe nie ohne Wasser und im Handschuhfach ist auch immer eine. Witzigerweise haben meine Teenie Kids das übernommen und auch immer eine im Rucksack. Aber schadet ja nicht . Und im Winter hab ich damit die Scheibenwischablage aufgefüllt

13.09.2019 10:24 • x 2 #12


kritisches_Auge
Wenn es irgendwie ginge würde ich nie irgendwohin gehen wo ich zu etwas gezwungen würde,ich würde mich auch an kein Handyverbot halten. Die Dinge müssen von mir selber koimmen, runterfallen wie die Pflaume vom Baum, ich möchte mir selber Ziele setzen, ausprobieren wie lange ich die Angst aushalte.

Schon als Kind war ich störrisch.

13.09.2019 12:18 • x 1 #13


Schlaflose
Zitat von Saphirasorgen:
Laut ihrer Meinung darf ich das nicht sondern muss da sitzen und durch halten.


Als ich vor 30 Jahren Panikattacken hatte, habe ich das intuitiv so gemacht. Damals wusste man noch kaum etwas über Panikattacken und schon gar nichts von Therapie dagegen. Es wurde damals als vegetative Dystonie bezeichnet und das einizige, was man mir anbot, war autogenes Training, was es aber nur schlimmer machte. Ich habe die Attacken, die sich in erster Linie durch das Gefühl in Ohnmacht zu fallen oder tot umzufallen bemerkbar machten, egal wo ich gerade war, einfach so über mich ergehen lassen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, etwas zu trinken und schon gar nicht immer ein Getränk dabei zu haben oder mich sonstwie abzulenken. Einfach dasitzen oder das weitermachen, was ich gerade am machen war und warten, bis die Attacke vorbei war. Nach ein paar Monaten ließen die Attacken in der Häufigkeit und Intensität nach und nach einem halben Jahr waren sie ganz weg.

13.09.2019 17:09 • x 1 #14


kritisches_Auge
Ich finde aber zwei Dinge wohl anders als bei dir, sie war in der Bahn und es wurde ihr schwarz vor Augen, in der Bahn ohnmächtig zu werden ist doch Horror pur und sie leidet an Morbus Chron.
Es mag ja sein, dass die Anweisung bei Panikattacken nichts zu trinken für einige paßt, aber eben nicht für alle, es gibt den guten alten Spruch " eins schickt sich nicht für alle" den sollten Therapeuten einmal beherzigen.

13.09.2019 18:26 • x 1 #15


Schlaflose
Zitat von kritisches_Auge:
sie war in der Bahn und es wurde ihr schwarz vor Augen, in der Bahn ohnmächtig zu werden ist doch Horror pur

Ich hatte die Attacken auch immer in der Bahn oder im Bus. Im Sitzen kann man nicht in Ohnmacht fallen. Oder man kann sich leicht hinlegen, um es zu verhindern. Also bei Morbus Crohn kann ich mir vorstellen, dass man Durchfall bekommt, aber da kann Wasser trinken auch nicht helfen, um es zu verhindern, im Gegenteil, das erhöht den Stuhldrang.

13.09.2019 19:02 • #16


Safira
Ich finde es schrecklich wenn Therapeuten ihre persönliche Einstellung und Ansichten, was sie meinen was gut ist, auf den Patienten übertragen zu wollen. Das verunsichert doch nur. Ich halte davon gar nichts.

13.09.2019 20:00 • x 3 #17


kritisches_Auge
Dem stimme ich zu.

13.09.2019 20:38 • x 1 #18


Vielen Dank an alle die geschrieben haben. Ich bin auch sehr verunsichert und werde mal meine Krankenkasse kontaktieren und sehe sonst weiter. Ich sehe auch nicht ganz durch was mit der Dame los ist

13.09.2019 21:22 • #19


schnapper
Also nach qualifizierter Traumatherapie klingt das schon Mal gar nicht. Da arbeitet man gerade mit Techniken zur Beruhigung und Ablenkung, um den Bildern, Empfindungen und Gedanken keinen Raum zu geben.

Andervieren die Therapeutin.

22.09.2019 19:15 • #20




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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf