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Lotta1707
Hi ihr lieben,
Mich würde mal interessieren was ihr für Erfahrungen mit Kliniken und Reha's gemacht habt. Mir geht es immer schlechter. Habe ständig wieder Panikattacken und 24h lang dieses eklige Gefühl von Unruhe und Angst.
Meinen Termin bei einem Psychiater habe ich erst im März bekommen. Wie soll ich das denn so lange aushalten? Wie komme ich schneller an einen Arzt?

25.11.2015 11:09 • 30.11.2015 #1


35 Antworten ↓


Vergissmeinicht
Hey Lotta,

hm, schneller an einen Arzt wirst Du nicht kommen. Es sei denn Du findest einen mit einer Notfallsprechstunde die meinstens morgens um 8.00 Uhr angeboten wird.

Ansonsten bleibt nur die Klinik um erstmal zur Ruhe zu kommen. Dort wirst Du allerdings erstmal Medikamente bekommen, darüber musst Du Dir im klaren sein. Die normalen Psychiatrien arbeiten eher nur mit Medis, was bei somatischen Kliniken schon anders aussieht. Diese haben aber auch lange Wartelisten.

25.11.2015 11:29 • #2



Klinik? Wann muss man hin?

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Hallo,
ein Hausarzt oder Allgemeinmediziner könnte dir bis zum Termin als vorrübergehende Maßnahme ein mildes Schlafmittel verschreiben, falls du insgesamt auch Einschlaf- und Durchschlafstörungen hast. Meist hat man unter Angst und Panik eben auch unruhigen Schlaf, so daß der Körper sich gar nicht mehr erholt.
Dann kannst du im Notfall, wenn es also sehr schlimm für dich wird auch in jede Notaufnahme gehen. Die stellen aber meist nur ruhig und verweisen auf ambulante Psychiater, wenn keine Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt. In Berlin gibt es von den Krankenhäusern aus solche Medizinischen Versorgungszentren eben auch für Psychiatrie, so daß man hier von der Notaufnahme auch in ein solches überwiesen werden kann zur ambulanten Weiterbehandlung. Die psychiatrischen Kliniken haben aber auch ambulante Sprechzeiten und man kann sich auch an diese wenden, wenn man in einer Klinik behandelt werden will. Sie haben aber nur begrenzte Aufnahme, so daß sie weniger tiefgehende Fälle auch vertrösten müssen. Sie wissen aber evtl. wo du schneller einen Termin bekommen kannst bei einem ambulanten Psychiater.
Das ist alles eben auch abhängig von der Gegend, in der du wohnst. Mancher Orts ist die Versorgung besser oder schlechter.

Über eine Reha würde ich jetzt erstmal nicht nachdenken, denn du solltest zuerst mit der Behandlung beginnen. Eine Reha muß mit Bedacht gewählt sein und wenn sie erfolgreich sein soll, auch in das Behandlungskonzept passen. Eine Psychotherapie wird aber meist zuerst empfohlen. Da auch Psychotherapeuten lange Wartezeiten haben, könntest du da aber schonmal schauen, wer für dich in Frage kommt.

Grüße
PS: Krankenkassen bieten u.U. einen Arzt-Vermittlungs-Service an. Das habe ich mal bei einem anderen FA in Anspruch genommen und verkürzte meine Wartezeit von 6 auf 2 Wochen. Der FA war zwar nicht bei mir um die Ecke, aber immerhin.

25.11.2015 11:32 • x 1 #3


engeline1705
was ist denn der Unterschied zwischen einer somatischen Klinik und Reha? Ich bin schockiert wie schnell man den Patienten mit Medikamenten voll stopfen will ich hab sowas auch schon überlegt in eine Klinik für 6 Wochen zu gehen hab aber Kinder und deswegen war der Gedanke gleich bei seite.....aber eine Klinik ohne Medikamente wennm an keine will? Gibt es sowas überhaupt?

25.11.2015 11:54 • #4


Mit rein psychosomatischen Kliniken kenne ich mich nicht aus. Ich war auf einer psychosomatischen Reha. Da hat mir meine Psychiaterin die Medikamente mitgegeben, so daß ich unabhängig von der täglichen Klinik-Zuteilung war und natürlich auch frei von der Kontrolle. Die Medikamente hatte ich bei mir im Zimmer und durfte auch von der Klinik aus selbst darüber verfügen.
Einige meiner Reha-Mitpatienten hatten auch gar keine Medikamente und waren nur noch auf der Reha, weil es um arbeitsfähig oder nicht arbeitsfähig ging.

25.11.2015 12:56 • #5


Schlaflose
Zitat von engeline1705:
was ist denn der Unterschied zwischen einer somatischen Klinik und Reha?


Im Prinzip muss man zwischen 3 Arten von Kliniken unterscheiden:

1. Psychatrische Klinik, wo man von man heute auf morgen eingewiesen werden kann. Dort findet in erster Linie eine medikamentöse Behandlung statt, Therapie in dem Sinn gibt es nicht.

2. Psychosomatische Fachkliniken/Fachkliniken für Ängste. Da wird man auch vom Arzt überwiesen, wird in der Regel zu einem Vorgespräch eingeladen und dann entscheidet sich, ob man aufgenommen wird. Die Wartezeiten sind da 3-4 Monate. Dort finden Therapien statt, man kann sich auch auf Medikamente setzen lassen. Solche Kliniken sind mehr krankenhausartig und man hat Mehrbettzimmer.

3. Rehakliniken. Dafür muss man einen Rehaantrag bei der Rentenversicherung (wenn man in einem Arnbeitsverhältnis steht) oder bei der Krankenkasse (wenn man nicht arbeitet oder arbeitslos ist) stellen. Da wird aufgrund der eingereichten Unterlagen (fachärztliche und therapeutische Berichte) entschieden, ob die Reha genehmigt wird oder nicht. Oft wird erst abgelehnt und man muss in Widerspruch gehen. Daraufhin wird man zu einem Gutachter (Psychiater) in Wohnortnähe geschickt und unterzieht sich dann einer mehrstündigen Untersuchung. Aufgrund seines Urteils wird dann wieder entschieden. Die wartezeiten sind meist an die 6 Monate oder mehr. In einer Rehakrlinik finden alle möglichen Arten von Anwendungen und Therapien statt. Wenn man will, kann man Medikamente nehmen, aber es wird niemand gezwungen. Rehakliniken sind meist so wie ein Hotel mit Einzelzimmern, Essensbüffet, Fitnessraum, oft Schwimmbecken, Sauna und andere Annehmlichkeiten.

25.11.2015 14:30 • #6


Vergissmeinicht
Nachtrag.

In den somatischen Kliniken finden mehr Einzel- und Gruppentherapien statt.

25.11.2015 15:50 • #7


Hallo Lotta
Dass du erst einen Termin im März hast ist ziemlich blöd. Bis dahin unternehme viel das dir Spaß macht, teile deine Ängste mit anderen, das hat mir z.b sehr geholfen. Ich habe auch einen Antrag für die Reha gestellt, mal gucken wie lange das braucht. Dass deine Ängste unerträglich sind kann ich sehr gut nachvollziehen! Mir ging es nicht anders. Mein Glück war, dass ich nach kurzer Zeit einen Therapeuten gefunden habe der mich behandelt. Vielleicht probierst du es mal mit Vitaminen? Habe viel davon gehört vielleicht bringt es dir was bis dahin, halte durch das packst du!

25.11.2015 15:59 • x 1 #8


Zitat von engeline1705:
aber eine Klinik ohne Medikamente wennm an keine will? Gibt es sowas überhaupt?

Du bist in einer Klinik nicht entmündigt, von daher kannst du die Medikamente natürlich ablehnen. Es kann dir dann natürlich auch passieren, dass die Klinik dir dann zu verstehen gibt, dass du dort nicht therapiert werden kannst. Auch das kommt allerdings auf die Klinik an. Ich war in einer psychiatrischen Tagesklinik und nicht in einer psychosomatischen. Dort wurden alle Patienten mit Medikamenten behandelt, ausser mir. Das war allerdings im Vorfeld auch schon so abgesprochen, da ich mich bereits in einer ambulanten Therapie befand.

Wenn du jetzt komplett ohne irgendein Werkzeug (Medikamente, erlente Strategien, etc.) in eine Klinik begibst, müsstest du natürlich darauf achten das die Klinik ein großes Angebot an Therapiemöglichkeiten ausserhalb von Medikamenten anbietet. Denn ansonsten wirst du dein Problem dort nicht loswerden, sondern nur deine Zeit absitzen.

25.11.2015 16:08 • #9


Maldur
Zum Thema psychiatrische klinik. Ich War wg angst/Panik und depris vor 3 Jahren 13 Wochen in einer. Auf eigenen Wunsch und Überweisung meiner Psychiaterin. Das War eine harte aber auch tolle zeit in der ich Viel gelernt habe. Dort gab es einzekgespräche, gruppengespräche, viel ergotherapie, sport, schwimmen, Physio wie jede Woche Mass. und fango, gemeinsames kochen, spielen, Unternehmungen wie Bowling. Sprich Arbeit und erholung. Kann ich nur empfehlen. Tabletten bekam man was man entweder eh schon nahm, ich citalopram, oder man wurde eingestellt. Man sollte sich vor angstlösenden antidepressiva nicht verschlueßen, die helfen.

Aktuell bin ich in einer Rehabilitation in potsdam. Das geht 5 Wochen und ist ähnlich wie oben strukturiert, nur ist man nicht stationär sondern alle Patienten über das Haus wie in einem Hotel verteilt. Ist auch intensiv aber kein Vergleich zur psychiatrischen sache, alleine weil es ja nur 5 Wochen sind.

Wenn es dir richtig dreckig geht, geh zu deinem Hausarzt und lass dir eine Überweisung für eine psychiatrische Klinik in deiner nähe geben. Wenn du das nicht möchtest, was auch verständlich sein kann, geht es dir aber zum Glück noch nicht schlecht genug.

25.11.2015 16:45 • #10


Schlaflose
Zitat von Maldur:
Ich War wg angst/Panik und depris vor 3 Jahren 13 Wochen in einer. Auf eigenen Wunsch und Überweisung meiner Psychiaterin. Das War eine harte aber auch tolle zeit in der ich Viel gelernt habe. Dort gab es einzekgespräche, gruppengespräche, viel ergotherapie, sport, schwimmen, Physio wie jede Woche Mass. und fango, gemeinsames kochen, spielen, Unternehmungen wie Bowling. Sprich Arbeit und erholung.


Das ist aber wohl in den wenigsten psychiatrischen Kliniken so.

25.11.2015 17:06 • #11


Joschi
Zitat von Schlaflose:
Zitat von Maldur:
Ich War wg angst/Panik und depris vor 3 Jahren 13 Wochen in einer. Auf eigenen Wunsch und Überweisung meiner Psychiaterin. Das War eine harte aber auch tolle zeit in der ich Viel gelernt habe. Dort gab es einzekgespräche, gruppengespräche, viel ergotherapie, sport, schwimmen, Physio wie jede Woche Mass. und fango, gemeinsames kochen, spielen, Unternehmungen wie Bowling. Sprich Arbeit und erholung.


Das ist aber wohl in den wenigsten psychiatrischen Kliniken so.

In meiner Psychiatrie war es auch mit vielen Angeboten...ich denke es kommt darauf an in welcher Abteilung man landet.

25.11.2015 17:23 • #12


Lotta1707
Ich weiß ja einfach nicht genau wann der Zeitpunkt gekommen is wo ich ne Klinik aufsuchen sollte. Ich habe keine Suizid Gedanken. Trotzdem wird der Leidensdruck immer schlimmer.
Will da nicht auch wieder zurück gewiesen werden.

25.11.2015 17:34 • #13


Zitat von Lotta1707:
Ich weiß ja einfach nicht genau wann der Zeitpunkt gekommen is wo ich ne Klinik aufsuchen sollte. Ich habe keine Suizid Gedanken. Trotzdem wird der Leidensdruck immer schlimmer.
Will da nicht auch wieder zurück gewiesen werden.
Selbst einweisen in eine psychosomatische Klinik wird eher nicht gehen. In eine psychiatrische Klinik geht das u.U. sehr wohl, vorzugsweise bei Eigen- oder/und Fremdgefährdung.
Trotzdem brauchst du für alles einen Hausarzt oder Psychiater.

25.11.2015 17:46 • #14


Schlaflose
Zitat von Lotta1707:
Hi ihr lieben,

Meinen Termin bei einem Psychiater habe ich erst im März bekommen. Wie soll ich das denn so lange aushalten? Wie komme ich schneller an einen Arzt?


Mit einem Termin beim Psychiater wird sich aber nicht viel für dich tun. Dort bekommt man meist nur ein Medikament verschrieben. Die wenigsten Psychiater bieten auch Psychotherapie an. Dafür muss man sich einen Psychotherapeuten suchen. Und da sind die Wartezeiten bis zu einem Jahr.

Du könntest dich an den Kriseninterventionsdienst in deiner Stadt oder Gemeinde wenden. Die können mesit kurzfristig ein paar Gesprächstermine anbieten.

Zitat von Lotta1707:
Ich habe keine Suizid Gedanken.


Da käme man in die geschlossene Abteilung. Wenn du das Gefühl hast, dass du mit deinen Ängsten nicht mehr ohne Hilfe klarkommst, kannst du dich in die offene Abteilung einer Psychiatrie einweisen lassen. Ob sie dich nehmen, kann man natürlich nichr vorhersagen, es hängt wohl auch davon ab, ob sie einen freien Platz haben.

25.11.2015 17:47 • #15


Lotta1707
Der Termin auf den ich warte ist in einer Gemeinschaftspraxis. Diese beinhaltet den Psychiater der mir mit Medikamenten helfen kann und ein Psychotherapeut bei dem ich dann eine Verhaltenstherapie und ähnliches machen kann.
Ich war vorher bei einer Therapeuten zum erstgespräch aber ich komm mit der Frau einfach nicht zurecht. Habe das Gefühl die nimmt mich nicht für voll.

25.11.2015 18:06 • #16


Vergissmeinicht
Hey Lotta,

wann ist der Termin, hast Du schon ein Datum?

Als ich nicht mehr konnte ging ich zu meinem Hausarzt, der schrieb mir eine Überweisung und ich fuhr auf dem direkten Weg in die Akutpsychiatrie.

25.11.2015 19:34 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Lotta1707
Ja im März. Glaube der 11. muss nochmal genau gucken.

Wie lief es dann in der akutpsychiatrie für dich ab?

25.11.2015 19:37 • #18


Vergissmeinicht
HEy Lotta,

das ist ja noch ewig!

Nun, bekam erstmal 6 Tage Tavor und mein AD wurde ausgeschlichen. Ferner bekam ich was gegen die trüben Gedanken. Danach wurde ein neues AD eingeschlichen und mir ging es dann nach und nach besser. So war ich auch entgegen letztem Jahr mit 4 1/2 Monate diesmal nur 6 Wochen drin.

25.11.2015 20:13 • #19


Darf ich dich fragen @Vergissmeinicht, ob du eine spezifische Angststörung hast oder eher gemischte Beschwerden?
Mußt nicht antworten, wenn es zu persönlich ist.

25.11.2015 20:24 • #20



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Univ.-Prof. Dr. Jürgen Margraf