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36

B

bini1988
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Sammelthema
Hallo!

Um es gleich am Anfang festzuhalten, ich bin (erst) 22, weiblich. Doch vor ca. einem dreiviertel Jahr wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass jeder einmal sterben muss. Und damit meine ich nicht das Wissen um den Tod, sondern die ganz persönliche Erkenntnis um das eigene Leben und dessen Endlichkeit.

Dieser Gedanke schoss in mich wie ein Blitz und löste eine furchtbare Panik aus. Ich weiß nicht genau, was der Auslöser war, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, doch seit dem lässt mich der Gedanke nicht mehr wirklich los.

Wenn ich nicht darüber nachdenke oder mit anderen Menschen zusammen bin, geht es mir richtig gut und ich kann das Leben genießen. Doch dann kommt mir unverhofft wieder dieser Gedanke in den Sinn und löst in mir das Gefühl aus, ich würde fallen. Bei jedem anderen Schmerz kann man trösten oder tröstende Worte wie „es wird alles wieder gut“ verwenden, hier nicht. Und ich glaube, das ist, was mir so Angst macht.

Die normalste Sache der Welt scheint mir als logisch denkendem Menschen jetzt wie ein Paradoxon. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das sich seines Todes bewusst ist, und doch löst die Vorstellung eine unbezwingbare Angst und Panik aus.

Und ich weiß nicht, wie ich mit dieser Panik umgehen soll. Ich bin ein Mensch, der sehr offen mit anderen über seine Sorgen und Probleme reden kann. Doch diesmal hüte ich mich davor. Nicht, weil es mir peinlich wäre, sondern weil ich meine Freunde davor „beschützen“ will, sich mit diesem Thema zu belasten. Denn sollten sie noch nicht darüber nachgedacht haben (was in diesem Alter auch logisch ist) sollen sie nicht durch mich verunsichert werden.

In der letzten Zeit habe ich mich ein wenig mit Quantenphysik befasst, da sie laut neuesten Forschungsergebnissen im Stande ist, eine Brücke zwischen der Naturwissenschaft und der Religion zu schlagen. Manche Wissenschaftler vertreten die Ansicht, dass es sehr wohl eine Seele gibt, beim Menschen als auch bei Tieren. Dass diese Seele nicht materiell ist und sich nach dem Tod des Körpers nicht in NICHTS auflöst. Eine Theorie ist, dass alles was existiert, seit dem Urknall Teil dieses Systems, Teil des Ganzen ist („Gott ist das Ganze“), und die Seele als Bestandteil genauso dazu gehört wie alle anderen Elemente. Deshalb würde sie nach dem Tod nicht verschwinden, sondern weiter in diesem System existieren („Unsterblichkeit der Seele“).

Für mich klingen diese Überlegungen durchaus logisch. Allein schon, wenn man das Physikalische Gesetz betrachtet: „Energie kann nicht zerstört werden, sie kann nur von einer Form in eine andere umgewandelt werden.“. Warum sollte es mit unserer Seele anders sein?

Diese Theorien würden auch Erscheinungen, die als „paranormal“ oder „Geister“ bezeichnet werden, erklären.

Einerseits tröstet mich dieser Gedanke. Andererseits glaube ich, dass in diesem Fall dennoch der Glaube das heilsamste Mittel ist. Ich wurde katholisch erzogen und stelle als Kind vieles nicht in Frage. Heute ist mir klar, dass die Erzählungen der Bibel symbolhaft zu verstehen sind und vieles sich nie so zu getragen haben kann. Jesus war für mich Mensch und sicher nicht Gottes Sohn. Was auch immer er zu sagen hatte, schien die Menschen jedoch bewegt zu haben und ließ sie ihm folgen. Doch solche Menschen gibt es auch in unserer Zeit, dazu muss man nicht Gottes Sohn sein.

Dennoch sehe ich im Glauben (egal welcher Religion) einen Sinn. Schon Urvölker hatten Rituale und einen Glauben an höhere Mächte. Damit konnten sie sich Naturkatastrophen erklären und feierten in Zeremonien Geburt und Tod.

Zu beten tröstet und beruhigt (das wurde wissenschaftlich sogar nachgewiesen), zu sagen „es ist Gottes Wille“ kann einem helfen, schlimme Dinge zu akzeptieren und die Idee im Himmel alle wieder zu sehen, ist eine wunderschöne Vorstellung, die mich tatsächlich mehr tröstet, als die Wissenschaft.

All das was ich hier geschrieben habe, gibt mir zu denken und macht mir Angst. Es nimmt mir für kurze Momente auch meine Kraft. Daher suche ich einen Weg, damit umzugehen und für mich eine Lösung zu finden.

Aus diesem Grund würde mich interessieren, was ihr darüber denkt, was eure Theorien sind und was euch aufbaut. Gedankenaustausch kann hier glaube ich viel geben und deshalb würde ich mich freuen, von euch Antworten und Gedankenanstöße zu bekommen.

Vielleicht geht es ja jemanden so wir mir.

Mit Grüßen,
Bini

10.11.2021 #1


119 Antworten ↓
M

moo
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Ich finde es interessant zu beobachten, wie Tiere mit dem Thema "Überleben" bzw. "Art erhalten" zurecht kommen. Soweit es mir naturwissenschaftlich bekannt ist, spüren Tiere Schmerz und wollen diesen nach Möglichkeit vermeiden. Sie streben instinktiv nach (Über)Leben, fürchten (sich!) aber nicht (vor) den/m Tod.

Von daher bringt

Zitat von Fauda:
Es ist doch das zentrale Lebensthema (Lebensproblem) des Menschen überhaupt.


es klar und prägnant auf den Punkt. Der offensichtlichste Unterschied zwischen Tier und Mensch ist das Ego, das Ich-Empfinden, der Glaube an ein Ich, an "mich" als Persönlichkeit. Die meisten Religionen postulieren diesen Umstand als selbstverständliche Ausgangsbasis für ihr jeweiliges Lehr- bzw. Glaubensgebäude.

Die Philosophen waren immerhin so fortschrittlich und haben bald begonnen, das Subjekt zu hinterfragen, zu untersuchen und nahmen diese Unwägbarkeit (m. E. realistischerweise) als Fundament jeglicher folgender Weltanschauungen.

Zitat von Fauda:
Leider hilft mir das Wissen gar nichts. Null. Der Glaube, die Erkenntnis und das innere Gefühl: weit, weit weg von mir. Was tun?


Wir beide sind uns sicherlich einig: Wissen ist nicht (automatisch) Weisheit. Trotzdem glaube ich, dass Wissen ein gewisser "Einstieg" sein kann - vielleicht sogar muss. Andererseits bin ich überzeugt, dass es eines gewissen Maßes an Weisheit bedarf, sich obiges Wissen anzueignen bzw. aneignen zu wollen. Bei vielen Menschen - so auch bei mir - entspringt dieses "Wollen nach Wissen und Weisheit" gerade aus der von Dir o. g. Angst/Ungewissheit bzgl. Tod und Nicht-Sein.

Da ich jedoch den "Tod an sich" nicht wirklich befriedigend (von nicht-befriedend) untersuchen kann, lenke ich mein Augenmerk auf das Subjekt: meinen Geist. Das ist das, was ich tue und ich kann inzwischen behaupten, dass diese Beschäftigung in der Tat Einsicht und Frieden schafft, je nach Kraft, Ausdauer und Feingefühl in der Vorgehensweise. Keine Bemühung in diese Richtung ist umsonst. Doch viele anderweitige Bemühungen in meinem Leben waren bestenfalls Sackgassen, wenn nicht gar äußerst riskante Abwege.

09.11.2021 17:59 • x 3 #117


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A


Wie mit der Angst vor dem Tod umgehen?

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wintersturm80
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Hi, mir ging es auch lange so!
Als ich sechs Jahre alt war, sah sich meine Mutter im Fernsehen den Film "Amadeus" an und ich guckte mit. Dann kam eine für mich sehr verstörende Szene, in der eine Kutsche in strömendem Regen zu dramatisch-trauriger Musik auf einen Friedhof fuhr. Die "Ladung", also der Leichnam von Wolfgang Amadeus Mozart, wurde lieblos und nur in eine Art Sack gehüllt in einem Erdloch verscharrt. Fertig. Ich glaube, seine Frau sah aus der Ferne zu.
Meine Mutter weinte bitterlich und sagte "Nein, dieser großartige Mensch, dieses Genie... und so endet es!"
Das war mein erstes, bewusstes Erlebnis zum Thema Tod und ich erinnere mich, dass ich aus dem Zimmer lief und am ganzen Körper zitterte.
Mama wollte mich dann trösten allerdings halfen mir die Worte "Bis Du stirbst, wird es noch sehr lange dauern, Du hast doch noch das ganze Leben vor Dir" nicht wirklich. Sie haben es eher noch schlimmer gemacht. Sicher einer der Gründe, weshalb ich so lange damit haderte.
Ich hatte viele Jahre lang mehrmals im Monat nachts bzw. vor dem Einschlafen Panikattacken deswegen. Habe Herzrasen und Beklemmung gespürt, konnte kaum mehr atmen, fing an zu schwitzen und bin aus dem Zimmer gelaufen. Frische Luft und bewusstes Atmen haben mir in dem Momenten primär geholfen, mich zu beruhigen.
Leider sind meine Familienmitglieder inzwischen großteils verstorben, was mit gerade mal 37 Jahren für sich gesehen mehr als traurig ist.
Man kann sich selbst schwer weg denken und möchte es meist auch nicht.
Meine Psychologin hat mit mir die Angst vor der Endlichkeit "weg geklopft", eine Therapie, die wohl bei allen Ängsten hilfreich sein kann. Ich kann nichtmal genau sagen, was daran mir geholfen hat aber das hat es! Ich habe der Angst einen Namen gegeben "Angst vor der Endlichkeit meines Lebens" (nicht vor dem Sterben oder vor dem Tod an sich).
Ich kann tatsächlich loslassen!
Es ist ja auch in erster Linie das Gefühl, was nicht stimmt. Vom Kopf her sind wir uns im Klaren darüber, dass wir sterben werden.
Und das gibt uns die Möglichkeit, jeden Tag bewusst und dankbar zu leben bzw. am störenden Gefühl aktiv zu arbeiten (in meinen Fall mittels Klopfen).
Des Weiteren sollte man sich als Einzelner nicht zu wichtig nehmen. Natürlich bin ich wichtig für die kleine Familie, die noch da ist. Aber für die Menschheit an sich, spielt einer mehr oder weniger keine Rolle. Keiner ist generell wichtiger als der Andere und wir alle haben die eine Gemeinsamkeit, dass wir nicht ewig leben.
Habe Vertrauen, dass Deine Lieben es auch ohne Dich schaffen werden, auch wenn sie Dich natürlich vermissen würden.
Versuche aufzuhören, dagegen an zu kämpfen, denn Du kannst nicht gewinnen, nur Kraft verlieren.
Ja, das Leben ist schön! Und ich hoffe, dass ich noch lange leben werde. Doch wer sagt, dass es nicht noch mehr gibt? Wir haben eine Seele, die niemand sehen oder wissenschaftlich belegen kann aber wir wissen, dass da noch etwas ist, was uns ausmacht.
Ich ziehe auch Kraft aus diesem Spruch:
"Das ist das Ende!" sagte die Raupe.
"Das ist erst der Anfang!" sagt der Schmetterling, breitet seine Flügel aus und fliegt davon.
Ja, das ist spirituell und auch das ist ein Teil, der mir geholfen hat.
Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest!
Probiere doch auch das "Klopfen" mal aus!
Alles Liebe!

15.11.2017 23:43 • x 2 #88


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C
Mensch, immer so lange Texte.

Das Problem ist, der Tod ist eigentlich, machen wir uns nichts vor, ein Tabuthema. Er macht Angst. Als ich letztes Jahr die schlimmen Panikattacken hatte fiel mir irgendwann auf, es hat was mit dem Tod zu tun. Die Gedanken darüber.
Bei mir drehte es sich mehr um meine Eltern, die ich sehr gern hab. Wir wohnen zwar 250 km auseinander, haben aber ein sehr enges und gutes Verhältnis, telefoniere täglich, manchmal mehrfach.

Man wird selbst älter und sieht die Eltern altern. Da kommt irgendwann ein Punkt, wo es einem auffällt.
Ich sehe immer die Zeit und denke mir, was sind 10 Jahre? Nichts. 80 wird nicht jeder und meine Eltern sind in 10 Jahren 80. Ich hatte letztes Jahr häufig Gedanken und Träume, wie ich am Grab meiner Eltern stehe, dabei leben sie und sind gut drauf.

Es ist (war) bescheuert.

Wir müssen akzeptieren, dass das Leben mit der Geburt beginnt und mit dem Tod endet. Weiterhin muss man einsehen, ich kann nächstes Jahr einen Herzinfarkt bekommen oder in 5 Jahren an Krebs sterben. Dann wäre ich so alt wie meine ehemalige Zahnärztin, die mit 47 an Krebs starb. Das ist nun mal so.

Ja, wir haben Angst davor, aber mal GANZ ehrlich, können wir es ändern? Nein!

Was kann man tun? Tja, ich würde sagen, sich damit abfinden, bestimmte Dinge nicht ändern zu können. Das Leben ist nicht unendlich. Und was man sich auch fragen muss, will ich mich ständig mit dem Tod befassen, Angst davor haben, obwohl ich vielleicht noch 40 oder 50 Jahre lebe? Nein, denn das kann es doch nicht sein. Wir sollten uns mit den schönen Dingen befassen und das Leben leben, so lange wir es haben.

#2


J
hei
find echt spannend was du geschrieben hast.
ich habe panik vor allem im moment...
eine zeit lang hat es mich beruhigt, zu wissen, dass ich wenn es unerträglich werden sollte, mich umbringen könnte. doch mittlerweile hab ich auch angst vor dem tod (ich war schon n paar mal an der kante wegen Dro., das hat wohl auch die panikattacken ausgelöst).
ich versuch einfach, nicht zu sehr daran zu denken. das is sowieso das einzige, was funktioniert.
jedenfalls hab ich mir das mit der religion auch schon überlegt, jedoch finde ich, dass religiöse menschen eigentlich verrückt sind. ich mein, wenn jemand sagen würde: Mich verfolgt der geist meiner verstorbenen schwester, sie gibt mir kraft und hoffnung und ist immer da" dann würde man diese person wahrscheinlich als paranoid bezeichnen und in eine klinik sperren. Sagt jedoch jemand dasselbe, nur anstatt verstorbene schwester 'gott', dann is das völlig in ordnung?!
gläubige sind fest davon überzeugt, jemand sei da, der nicht da ist und alles habe einen grund usw. für mich ist das völlig paranoid...

als ich total verzweifelt war, hab ich mir tatsächlich überlegt, gläubig zu werden. nur um mich zu beruhigen und die panik loszuwerden. Aber meine zurzeit grösste angst ist, verrückt zu werden; also ist religion keine gute lösung^^

Naja, wie gesagt, ich finde deinen text echt spannend und das mit der seele macht sinn.
jedenfalls ist meine Devise: Entweder sterben wir im Alter und in diesem Fall freuen wir uns drauf und schlafen friedlich ein, oder wir sterben unerwartet durch einen unfall oder so, und in diesem fall haben wir gar keine zeit darüber nachzudenken

Lebe und denke nicht an morgen (oder ans sterben )

#3


C
Vielleicht macht es die Sache einfacher, wenn man an ein Leben nach dem Tod glaubt. Denkbar. Ich glaube da aber nicht dran.

#4


M
Guten Morgen Bini,

als ich Deinen Beitrag gelesen habe, konnte ich mich und meine Ängste ganz genau darin wieder finden...
Bei mir ist das nun seit etwa 4-5 Wochen so und langsam habe ich Angst, dass das gar nicht mehr weggehen könnte..
Wie lange hast du diese Ängste?
Auch das , wie du beschreibst das du nicht gerne mit Anderen darüber sprechen magst, weil du Angst hast du könntest sie verunsichern geht mir haargenauso!
Ich habe mich an unseren Pfarrer gewendet, der auch sehr lieb war und es mir ei bisschen geholfen hat, einfach damit, dass ich all meine Fragen mal mit jemandem teilen konnte...
Ach übrigens , wir sind auch in einem ähnlichen Alter! Ich bin 22 Jahre alt...
Gestern war ich beim Hausarzt, der hat mir jetzt Medikamente aufgeschrieben..ich habe für mich festgestellt, das diese Gedanken besonders in Stressituationen auftreten, bezeihungsweise ich sie dann nicht mehr steuern kann...ist das bei dir vielleicht ähnlich? Dies wäre ja ein Ansatz dem entgegenzuwirken.
Ich würde mich sehr freuen mich mit dir austauschen zu können!

Viele Grüße!

#5


M
hallo bini, bin auch 22 und mir geht es haargenau gleich wie dir!
hab das alles schon durch, viel zum thema gelesen, gehört und geschrieben.
das problem ist nur das wirklich jeder seine eigene
vorstellung vom "leben danach"hat.
das allerschlimmste wäre für mich wenn einfach das licht ausgeknipst wird und dann ist sense.
na klar, uns wäre es somit auch herzlich egal aber der gedanke hat mich schon so einige nächte um den schlaf gebracht.
aber buddhisten wiederrum möchten unbedingt ins nirvana oder ins "nichts".
also ich weiss auch nicht, aber ich bin im moment auch ganz froh es noch nicht zu wissen (;
geniesse das leben, jeden tag, jeden moment.. es ist schön einfach hier zu sein auf dem planet erde.
aber eins noch: viell. ist das jenseits ja der perfekt ort und wir dürfen das einfach nicht wissen, den sonst würde doch jeder sorglos mit dem leben umgehen?! das tröstet mich jedenfalls manchmal. und ich weiss seid heute mal wieder was leid und trauer bedeuten.. schönen tag wünsch ich dir!!

#6


M
Jetzt sind wir quasi schon zu dritt und alle etwa im gleichen Alter!
Würde mich so freuen mehr und öfter von euch zu hören...seit einigen Tagen geht es mir etwas besser...ich habe zwar nach wie vor die Gedanken daran, allerdings "packen" sie mich nicht mehr so sehr, sodass dieses beklemmende Gefühl, das mich so runtergezogen hat, weg ist....nehem auch keine Medis mehr....
Wie geht es dir denn bini? Schreib doch nochmal was...
Melanie, gab es bei dir einen "Auslöser"? Wie lange hast du diese Ängste denn schon?

Viele Grüße,

Madita

#7


M
mmhh, einen wirklichen auslöser finde ich nicht.
klar hab schon einige todedfälle miterlebt, bin auch seid heute wieder in der situation, leider ;(
bei mir is es einfach eher dieses "was kommt danach" frage spielchen.
sterben an sich finde ich gar nicht mal soo beängstigend. denn wenn man sehr alt wird und das leben genossen hat, ist es irgendwann okay zu gehen, glaube ich jedenfalls (;
es ist eher die angst plötzlich aus dem leben gerissen zu werden, und die ist sehr gross bei mir..
ja und vom vielen denken bekommt man natürlich mal schmerzen um die brust oder atemnot.. dann wirds noch schwieriger ruhig zu bleiben.
aber ich geb nicht auf, ich schaff das! wir schaffen das!!
angst, ich lach dir ins gesicht (; denn der himmel kann noch laaaaange warten!!

gab es bei euch auslöser?
was sind eure schlimmsten ängste rund ums thema tod?

würd mich freuen was von euch zu hören!
lg

#8


M
@ madita so ca. 6 monate panikattacken..
seid den letzten 3 monaten auch angststörungen.
die Angst vor dem Tod ist aber am schlimmsten. eindeutig.

#9


Lady_Di
hey leute,

ich hab mir mal so eure texte durchgelesen und finde mich in dem Problem auch wieder wobei ich denke das das absolut normal ist bei einer angststörung, sich verstärkt und angstvoll mit dem thema tod auseinanderzusetzen. Es liegt einfach an der befürchtung das mit einem was nicht stimmt und man schwer krank seien könnte. Bei einer Angststörung (ich habe seit 6 JAHREN eine) hat man das ständige Gefühl einer bedrohung und vermutet immer das schlimmste. Die themeninhalte/sorgenpunkte ändern sich ständig und gehen immer mehr ins detail oder werden vielfältiger. Deshalb spricht man ja auch von Gedankenspiralen. Tod ist bei mir auch immer ein großes Thema. Und immer noch aktuell. Meine Therapeutin sagt wer Angst vor dem tod hat, hat eigentlich angst vor dem leben. Es ist halt eine Urangst, die bei uns eben halt tagtäglich present ist, weil wir und ständig bedroht fühlen.
Wenn man die Angststörung angeht und an den Kern kommt lösst man das Problem. Oft sind es z.B. Verlustängste oder Angst vor dem allein sein.
Ich bin übrigens 21.

glg Diana

#10


K
Hallo,
ich habe zwar nicht mehr das zarte alter von 22 bin 34 aber habe diese Ängste seit ich 26 bin...
ich habe auch Angst vor dem Tod und was danach kommt...Glaube hin oder her...ich bin katholisch und glaube an Gott wenn ich auch oft ziemliche Durststrecken habe weil ich nicht weis was ich oft verbrochen habe das soviele Sachen die letzten 3Jahre passiert sind...

2007 im 4.Schwangerschaftsmonat erfahren das mein Kind Tod ist und es wurden Wehen eingeleitet damit es abgeht...
2008 ist der Vater meiner beiden grossen Kinder beim Arbeitsunfall ums Leben gekommen wir hatten ein sehr gutes Verhältnis und er war immer so lebenslustig...das war auch noch so ein einschneidendes Erlebnis wo man oft über den Tod nachdenkt ...

Ich weis auch oft nicht wie ich es einordnen soll aber es ist auch einer meiner grössten Ängste das ich meine Kinder nicht mehr sehe und sie ohne Mutter aufwachsen...und einfach "WAS KOMMT DANACH??"

Tja die Antwort bekommen wir in diesem Leben nicht...

Lg Kerstin

#11


G
Zitat von kerstin32:
2007 im 4.Schwangerschaftsmonat erfahren das mein Kind Tod ist und es wurden Wehen eingeleitet damit es abgeht...
2008 ist der Vater meiner beiden grossen Kinder beim Arbeitsunfall ums Leben gekommen wir hatten ein sehr gutes Verhältnis und er war immer so lebenslustig...das war auch noch so ein einschneidendes Erlebnis wo man oft über den Tod nachdenkt ...

Oh, Kerstin, das tut mir wahnsinnig leid für dich!

#12


M
hey lauter junge leute hier buuhh, bin erleichtert den manchmal hab ich so das gefühl eine vorahnung zu haben. also z.b bevor ich ins auto steige, überkommt mich so ein ungutes gefühl und dann hoff ich immer wieder heil nach hause zu kommen.
wie geht es euch damit?
kennt ihr dieses gefühl auch? ich glaube ich bin schon so auf angst getrimmt, das ich diesen unterbewussten fluchtgedanken nicht mehr ausschalten kann.
der is bei mir einfach immer auf"on" und deswegen fühl ich mich so gehetzt und hab immer diese todesgedanken!?
schlaft schön ihr lieben

#13


S
Hallo,

ich kann mich dem Beitrag von Bini1988 auch voll anschließen.Sie spricht mir voll aus dem Herzen.Mir war als wenn ich das alles selber geschrieben haben könnte.Ich bin allerdings schon 54 Jahre.Ich habe eigentlich schon als Jugendliche diese Angst vor dem Tod verspürt.Nur damals ist mir bei intensiven Gedanken immer fast schlecht geworden und irgendwie ganz ulkig , so das ich schnell an was anderes gedacht habe.Es war einfach nicht auszuhalten. Seit einigen Monaten oder vieleicht auch 1-2 Jahren ist dieses Gefühl nicht mehr da. Jetzt verfolgen mich diese Gedanken und stehen einfach als *beep* Tatsache da und ich habe das Gefühl sie lähmen mich fast.Alles was ich mache hinterfrage ich "wozu eigentlich,wenn ich jetzt sterbe ist es sowieso alles egal".Und wenn ich in 50 Jahren sterbe...ja wo ist da der Unterschied? Mitnehmen kann ich doch eh nichts, noch nicht einmal das eventuell schöne Leben das ich hatte. Eigentlich macht es doch keinen Unterschied ob ich jetzt das Leben genieße?! Mich hält im Moment nur der Gedanke aufrecht, das ich mich wenn ich nun schon mal da bin, nicht quälen will und selber ein Ende setzten kann ich nicht, weil ich ja ebend Angst vor dem Tod habe. Das ist doch total Irrsinnig oder ? Manchmal habe ich das Gefühl verrückt zu werden.
Reden kann ich auch mit niemanden darüber, weil sich meine Fanmilie dann entweder Sorgen macht oder wie Bini schon geschrieben hat, kommen die womöglich dann auch auf so blöde Gedanken. Es ist aber schwer immer gute Mine zu machen und innerlich fühlt man sich wie gelähmt.
LG schiffis

#14


Pueppi
Hallo Bini!

Ich bin 20 Jahre alt und leide seit etwa 4-5 Jahren an Angst vor dem Tod.
Bei mir kommt die Panik fast jeden Abend, wenn ich allein im Bett liege und schlafen möchte, dann habe ich das Gefühl meine Gedanken nicht kontrollieren zu können.
Und dann kommen die Ängste, meist vor sehr unwahrscheinlichen Dingen, wie Krieg, Terroranschläge, Amokläufe etc.
Es gibt keinen bestimmten Auslöser, die Ängste kommen aber immer abends.
Daraus resultieren dann oft auch schlimme Albträume 4-5 Nächte in der Woche.
Das schlimmste in meinen Träumen ist nicht der Tod selbst (ich wache meist vorher auf), sondern die Angst, die ich in den Traumsituationen (zB ein Amoklauf) erleide und die Ungewissheit, ob mir was passieren kann.
Inzwischen geht es schon so weit, dass ich mich in der Berufsschule erschrecke, wenn jemand eine Tür knallt und auf jedes Geräusch, das ungewöhnlich ist genau aufhorche, obwohl ich weiß, dass diese Angst irrational ist.

Ich würde diese Angst so gern unter Kontrolle bekommen, aber Psychologen schicken mich nach 3-4 Sitzungen nach Hause, weil sie sagen ich sei gesund.
Ich habe von Techniken gehört, die einem helfen sollen solche panikbringenden Gedanken kontrollieren zu können.
Hast du damit Erfahrung gemacht?

Liebe Grüße,
Julia.

#15


P
genau dasselbe hatte ich auch jahrelang. das hat bei mir angefangen als ich 14 war, kann mich noch genau dran erinnern, ich hab im bett gelegen und dann wurde mir richtig bewusst dass ich sterben werde. damit kam ich ganz lange nicht klar, mittlerweile habe ich aber keine große angst mehr davor. warum? zum größten teil wegen den gründen, die du schon genannt hast, dass energie nie völlig verschwindet etc. dann glaube ich auch, dass es sehr viel gibt, was wir menschen niemals verstehen können. nach dem tod kann quasi ALLES passieren, niemand wird es je wissen, also ist es sinnlos drüber nachzudenken. ich denke mir nur, egal was kommt, es wird schon seine richtigkeit haben ^^

#16


C
Hallo ihr alle!

Seit meiner Kindheit habe ich große Angst vor dem Tod, die mal stärker und mal schwächer ist. Momentan bin ich in einer Phase, in der mich die Angst sehr einnimmt, weil ich einfach keinen Weg finde, damit umzugehen. Ich verstehe auch nicht, warum das anderen so leicht fällt, da ich mir nicht vorstellen kann, dass man den Tod tatsächlich "akzeptiert". Wenn überhaupt, so kann man ihn verdrängen.
Um das zu spezifizieren: Ich habe keine Angst vor dem Sterben oder dem Leiden, sondern tatsächlich vor dem Zustand des Totseins, da ich weder verstehen noch akzeptieren kann, dass die eigene Existenz, die Erinnerungen, die Gefühle ganz einfach ausgelöscht sind. Es erscheint mir falsch und inakzeptabel, dass es mein Ich dann einfach nicht mehr geben soll, dass es "meine Welt" nicht mehr gibt. Damit kann ich mich einfach nicht abfinden! Kennt ihr diese Ängste, wie geht ihr damit um? Wie könnt ihr die eigene Vergänglichkeit akzeptieren?
Ach und... religiöse Theorien helfen mir kaum. Zwar wage ich nicht zu behaupten, dass ich wüsste, was nach dem Tod kommt, doch selbst wenn die spirituellen Ansichten einer Fortexistenz des Ichs stimmen, ist meine Existenz so wie ich sie kenne ausgelöscht. Insofern hilft mir das kaum. Abgesehen natürlich davon, dass es prinzipiell sehr schwer fällt zu glauben, wenn man fest in der Naturwissenschaft verankert ist. Insofern wäre ich dankbar, wenn hier niemand versucht, mich zu bekehren. Denn das würde mir nicht weiterhelfen...

Ich danke für etwaige Antworten!
Mit besten Grüßen

#17

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Schlaflose
Je älter man wird, umso umso mehr gesundheiltiche und sonstige Einschränkungen hat man, die einem das Leben erschweren. Man hat schon alles gemacht, gesehen, erlebt und es gibt nichts mehr, was einen am Weiterleben reizt. Daher ist man froh, sterben zu dürfen und das Elend hinter sich zu lassen.

Viele Grüße

x 1 #18


K
hallo,

Also Schlaflose ich denke und weiß das es nicht allen alten Menschen so geht das wäre ja schlimm!

Und Cat ich weiß genau was du meinst so geht es mir auch schon seit meiner Kindheit! Ich weiß auch das man den Tod akzeptieren muss den er ist das einzige was sicher passieren wird... und leider musst du Ihn akzeptieren den du hast keine andere Wahl!! Ich kann es leider auch nicht da hilft mir auch alles wissen und reden nichts und auch die versch. religionen und Ansichten helfen mir nicht weiter!

Ich weiß auch nicht was man dagegen tun soll den jedesmal wenn ich darüber nachdenke das ich zum Beispiel meinen Sohn einfach nicht mehr berühren kann ,ihn nicht mehr sehen kann dann könnte ich durchdrehen und bekomme sofort das Gefühl zu ersticken. Danach bin ich dann tief traurig

Leider hatte ich in meinen Leben schon viele Verluste , das ich diese nicht richtig Verarbeite habe ist vlt. auch ein Grund warum diese Angst so doll bei mir ist. Man sollte sich doch mit so jungen Jahren nicht solche Gedanken machen. Aber für mich sind diese Gedanken auch täglich präsent!

liebe grüße

x 1 #19


G
Hallo Cat Flavored Soda

Bei deinem Text musste ich schmunzeln, wegen der ersten Zeilen:

"Seit meiner Kindheit...."

Wenn ich auf Wanderschaft gehe, zu einem bestimmten Ort und mir die ganze Zeit Gedanken mache und Sorgen mache über diesen Ort, den mir niemand beschreiben kann, dann versaue ich mir meine schoene Wanderung ...

Früher oder später ereilt uns der Tod... Das kann man nicht verhindern. Also, was nutzt die Angst davor?

x 1 #20


A


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Prof. Dr. Borwin Bandelow
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