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Hallo, ich bin Justus

Ich war vor über einem Jahr in der Geschlossenen nach einer Überreaktion, ausgelöst durch eine Angst von mir.
Seit ich auf der Geschlossenen für ein paar Tage war, hat sich meine Klaustrophobie stark verstärkt, insbesondere JEMALS wieder in die Geschlossene zu müssen. Es kam davor und danach nie wieder vor, aber NIE wieder.
Ich habe aber halbe Panikattacken deswegen, was nicht sonderlich hilfreich ist, weil sie meine Angst noch mehr verstärken, deshalb wieder dahin zu müssen weil ich überreagiere, weil ich so Angst davor habe und wollte wissen, wie mit klaustrophoben Patienten dort umgegangen wird, ich habe nichts dazu gefunden?

Ich habe jetzt eine Therapeutin, die konnte ich noch nicht dazu fragen, ich gehe auch nur einmal alle 4 Wochen hin, weil öfter halte ich es nicht aus, weil vor dem ganzen Psychopersonal und alles was damit zusammenhängt habe ich auch furchtbare Angst!?

Ich würde mich gerne dagegen behandeln lassen, sehe aber keinen Weg!

Wer hat Tipps oder Infos für mich?

Gruß Justus

20.11.2011 21:27 • 14.08.2012 #1


14 Antworten ↓


Hat niemand einen Rat oder so

Gruß Justus

24.11.2011 12:42 • #2



Klaustrophobie, Angst vor der Geschlossenen

x 3


Hallo Justus,

ich bin auch ein extremer Klaustrophobiker.
In sofern kann ich dich verstehen.
Ich weiß allerdings nicht wie mit Leuten wie uns in der geschlossenen umgegangen wird.
Ich hab auch total Angst das mein Therapeut irgendwann sagt 'steig mal in den Aufzug und halte die Angst aus' ich glaube ich würde ohnmächtig werden oder sonst was.
Aber ohne Therapie kommt man da eben von alleine nicht raus.

Ich wünsche dir viel Kraft

24.11.2011 13:28 • #3


Danke für deine Antwort.
Ich war vorhin in der Psychiatrie nochmals.

Ich habe rausgefunden:
Die Psychiatrie hat einen Patientenfürsprecher!
Der sich für die Rechte der Patienten einsetzt. Natürlich tut er das nicht wirklich und ist auch nur ein Professor bzw. Doktor, wie jeder andere auch. Aber man muss ja so tun, alsob man die Rechte des Patienten ernst nehme!
Wenn man was erreichen will, muss man es, wenn man "noch" als geistig halbwegs "normal" gilt. GANZ Wichtig!
Wichtig: Auch als "psychisch kranker" Patient hat man das Anrecht auf eine sog. Patientenverfügung, was ist wenn man eingeliefert wird etc. pp....!

Also habe ich dem Patientenfürsprecher eine Nachricht zukommen lassen, dass ich unter Klaustrophobie leiden würde und was passieren würde, falls ich jemals wieder in die Geschlossene müsse und seit einiger Zeit unter Angstattacken leiden würde, was ist falls das wieder passieren würde? Mir sei klar, dass es gewisse Vorgehensweisen hier in der Klinik gebe, ich jedoch mit meiner Klaustrophobie Probleme hätte.
Und dass es mir schon eine starke Erleichterung wäre, wenn ich ab dem ersten Tag 15 min. mit Begleitung raus dürfte (geht sonst erst ab dem dritten Tag)? Ob dies irgend möglich sei?
Weiter wolle ich gerne die alte Station nochmals sehen, die jetzt umgebaut wird um das Geschehene adäquat zu verarbeiten und mit meinen Ängsten besser umgehen zu können.
Dann noch wie er mich erreichen kann.

So in etwa, kurz zusammengefasst!

Mal schauen was zurück kommt....!

Gruß Justus

24.11.2011 13:43 • #4


Ich hoffe die antworten noch!

Gruß Justus

30.11.2011 20:14 • #5


Zitat von Justus:
Weiter wolle ich gerne die alte Station nochmals sehen, die jetzt umgebaut wird

Das kannst Du doch. Die Handwerker, die umbauen, sind doch auch drin.

Da fällt einer mehr auch nicht viel auf.

Merken: Je mehr man fragt, desto weniger darf man.

01.12.2011 12:45 • #6


Zitat von saidndone:
Das kannst Du doch. Die Handwerker, die umbauen, sind doch auch drin.

Da fällt einer mehr auch nicht viel auf.

Merken: Je mehr man fragt, desto weniger darf man.


Nein, das kann ich nicht!

Der Eingang ist gesperrt und als ich eine Weile davor war, wurde ich gefragt was ich da denn mache!?

Gruß Justus

01.12.2011 13:16 • #7


Zitat von LaCuppycake:
Hallo Justus,

ich bin auch ein extremer Klaustrophobiker.
In sofern kann ich dich verstehen.
Ich weiß allerdings nicht wie mit Leuten wie uns in der geschlossenen umgegangen wird.
Ich hab auch total Angst das mein Therapeut irgendwann sagt 'steig mal in den Aufzug und halte die Angst aus' ich glaube ich würde ohnmächtig werden oder sonst was.
Aber ohne Therapie kommt man da eben von alleine nicht raus.

Ich wünsche dir viel Kraft


Wenn du in richtiger Therapeutischer Behandlung bist, dann wird der Therapeut mit dir zusammen in den Aufzug steigen. Das habe ich durch. Ich fahre heute wieder mit dem Fahrstuhl. Die angst geht nie wieder weg, aber du lernst damit zu leben. Wenn du auf der Autobahn siehst bald kommt ein Tunnel dann bereitest du dich drauf vor und fährst durch. Die Angst hat auch was positives, du beobachtest viel mehr deine Umwelt wie die anderen. Du siehts Dinge und registrierst Dinge die andere nicht wahrnehmen. Weil du deine Umwelt gerade wegen der angst andres betrachtest, du bist aufmerksamer, geistig aktiver wie alle anderen Menschen.

07.12.2011 22:44 • #8


Es ist schon etwas her, aber Heute habe ich wieder dran gedacht!

Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse, dass ich danach nichtmehr geantwortet habe.

Ich habe letzte Sitzung bei meiner Psychiaterin (bei der ich schon seit Oktober letzten Jahres bin) zum ersten Mal halbwegs normal reden können, weil davor meine Angst zu groß war.

Ich habe Monatelang(!) gebeten und immer wieder darum gebeten, die alte Geschlossene (die renoviert wird) nochmal ansehen zu dürfen und immer hieß es: "Es geht, ABER der Schlüssel, die Tür, Sie müssen den fragen etc. pp."

Nach Monatelangem Kampf war ich dann selbst da, weil die Tür der alten Geschlossenen (auf der keine Patienten mehr sind, da der Altbau renoviert wird) offen stand. Ich war soooo angepisst.
Auf jeden Fall habe ich es mir das selbst angesehen, aber selbst danach fiel es mir schwer loszulassen und ich schrieb zusammen mit meiner Psychiaterin einen Notfallplan, was ist wenn ich mal wieder in die Geschlossene komme, was beachtet werden sollte etc. pp.
Mit ging es aber erst wirklich besser, als ich erfuhr, dass die damalige Ärztin die mich in die Geschlossene geschickt hat, nichtmehr in der damaligen Klinik tätig ist.

Ich konnte nun zu 90% davon loslassen und leide nun nichtmehr täglich unter Ängsten was ich davor tat, aber ich denke immernoch täglich daran und Heute hatte ich zum ersten Mal seit 3 Wochen oder so wieder eine "Angstattacke" was ist wenn man mich dahin schickt!? und so die ich davor jedoch fast täglich hatte.

Es hat sich also stark gebessert, es belastet mich aber immernoch irgendwo.

Ich bin mir nicht sicher, woher weiß ich ob es eine starke Angststörung ist oder eine Traumafolgestörung?

25.05.2012 15:50 • #9


Auch wenn du es nicht Glauben kannst, für alle Menschen in der geschlossenen gelten die gleichen rechte wie für alle anderen Menschen in Deutschland. Und in den geschlossenen abteilungen nehmen das auch sehr ernst und setzten sie um. Um auf deine frage wirklich Antworten zu können, müsste man wissen, welche befürchtungen du genau bei der geschlossenen hast und was dir wichtig ist, was du machen kannst und meinst was nicht geht. Und vor allem, warum du befürchtest dort eingewiesen zu werden, weil du Suizidgedanken hast oder selbstverletzende Handlungen begehst nehme ich an. Viel andere Gründe gibt es ja für eine Zwangseinweisung nicht.

25.05.2012 16:07 • #10


Zitat von prinzessin22589:
Auch wenn du es nicht Glauben kannst, für alle Menschen in der geschlossenen gelten die gleichen rechte wie für alle anderen Menschen in Deutschland. Und in den geschlossenen abteilungen nehmen das auch sehr ernst und setzten sie um.


Ich war mal 2 Wochen da, weil ich eine Panikattacke hatte, aus der ich nichtmehr rauskam und vorallem nicht in der Geschlossenen.
OFFIZIELL war ich nur 3 Tage Zwangseingewiesen und die restliche Zeit freiwillig(!) und das zur einer Zeit, wo ich nichtmal alleine für 5 Minuten raus durfte. Dass ich offiziell "freiwillig" da war erfuhr ich erst hinterher.
Dies wird übrigens oft so gehandhabt.

Zitat von prinzessin22589:
Und vor allem, warum du befürchtest dort eingewiesen zu werden, weil du Suizidgedanken hast oder selbstverletzende Handlungen begehst nehme ich an. Viel andere Gründe gibt es ja für eine Zwangseinweisung nicht.


Das erste Mal hatte ich eine Panikattacke am Flughafen.
Ich war nie Suizidal.
Seitdem traue ich mich aber phasenweise kaum noch aus dem Haus, aus Angst ich könnte irgendwo wieder eine Panikattacke bekommen und mich nicht richtig verständigen und dann wieder gegen meinen Willen zwangseingewiesen werden und dann länger festgehalten werden als eigentlich erlaubt. Das ist mein absoluter totaler Albtraum und ich habe ein Jahr gebraucht um überhaupt darüber zu sprechen.

09.06.2012 23:04 • #11


Ich habe nun was gefunden, was mir meine Frage zumindest teilweise beantwortet:
http://youtu.be/MRM_15O5a6c?t=9m50s "Ask Dr. Tony" - February 2011 - Part 1
(bei 9:50) anfangen.

Ich habe es auch mit meiner Psychiaterin besprochen und ich habe ihr auch gesagt, dass ich denke, dass ich aufgrund meines Autismus' nicht richtig dazu in der Lage bin soziale Situationen richtig einzuschätzen und dadurch dass viele Psychiater keine bis wenig Ahnung von Autismus haben es dazu kam.
Aber dass es das ja nicht besser macht, da ich dadurch auch nicht besser lerne soziale Situationen einzuschätzen indem man mich "überfordert" und mich permanenter Reizüberflutung in einem geschlossenen Raum aussetzt.
Ich weiß, dass das alle keine Absicht war und man mir nur helfen wollte, aber das macht es einfach nicht besser für mich!

Gruß Justus

22.06.2012 12:58 • #12


Das ist wohl garnicht mal soooo selten:
"Betroffene erleben die Zwangseinweisung häufig als gewaltsam und unnötig, etliche erkennen aber gar nicht, dass sie formalrechtlich zwangsweise untergebracht werden. Ein Teil der Betroffenen wird durch Ereignisse im Umfeld der Zwangseinweisung, z. B. Polizeimaßnahmen oder Fesselung oder den Umgebungswechsel schwer belastet, manche verarbeiten die Situation als traumatische Erfahrung und reagieren langfristig mit Stressreaktionen und massiver Ablehnung psychiatrischer Hilfe. Andere Betroffene sind nach Besserung der psychischen Störungen imstande, im therapeutischen Gespräch Hilfe anzunehmen."
http://de.wikipedia.org/wiki/Unterbringung

Ich werde mich jetzt auch über die genaue Gesetzeslage erkundigen und notfalls mit einem Anwalt darüber sprechen und/oder eine Patientenverfügung aufsetzen, in der Hoffnung sowas passiert nichtmehr.
Dass sich damals nicht an die rechtliche Situation gehalten wurde und ich statt 3 Tage wie erlaubt gewesen wäre, ohne jeglichen richterlichen Beschluss und gegen meinen Willen 14 Tage lang festgehalten wurde und ich das nichtmal wusste, wie das rechtlich ist, erschreckt mich schon sehr und hat das Ganze für mich im Nachhinein so schlimm gemacht!
Dieser Willkür möchte ich NIE wieder ausgesetzt sein!

Gruß Justus

22.06.2012 14:55 • #13


Bei mir wurde nun gutachterlich von einem Professor bestätigt, dass damals eine Fehlbehandlung passiert ist.

09.08.2012 19:26 • #14


Ein Nachgespräch über die Vorkommnisse wurde nun von Seiten der mich damals behandelten Ärztin mit der Begründung abgelehnt, dass es inzwischen zu lange her sei.

14.08.2012 14:49 • #15



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