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Hallo liebe Community!

Ich fang gleich mal mit meinem Problem an: in den letzten Wochen ist unsere Tochter (bald 4a alt) ziemlich anstrengend. Trotzphase halt. Man kann es ihr kaum recht machen. In letzter Zeit bin ich deshalb auch schnell gereizt und schrei auch rum (was mir dann auch leid tut), nur ich kann manmchmal einfach nicht mehr. Sie nervt mich dann nur. Obwohl sie sonst ein liebes Mädl ist und auch sonst sehr sozial und herzig.
Nun zu meinem Problem: Ich hadere schon immer damit, dass ich keine gute Mutter bin, dass mein Kind wahrscheinlich wegen mir einen psychischen Schaden davonträgt,. (bin ja selber ,,gesegnet" mit Zwangsgedanken und Angst).
Am Sonntag meinte mein Mann was denn in letzter Zeit los sei mit mir und warum ich so gereizt bin. Ich hab dann nur gemeint ob man nicht mal einen schlechten Tag haben darf. Er meinte ich wäre in letzter Zeit öfter gereizt. UND BUMM, da war er der Gedanke ich liebe mein Kind nicht mehr, ich kann sie nicht mehr lieben, ich hasse sie.
Nicht falsch verstehen, eigentlich glaub ich, bin ich schon gerne Mama (bin gerade sehr verunsichert), aber es gibt Tage da wäre ich gerne ganz alleine. Ich hatte auch schon den Gedanken bzgl. meiner Tochter, dass ich sie manchmal hasse und sie mir nur auf den Po geht, aber damals hab ich mir nicht viel gedacht zu den Gedanken und es wurde wieder besser. Meine Therapeutin meinte mal, was man hasst muss man auch lieben.
Am Sonntag war es wirklich schlimm, ich konnte mein Kind nicht mehr ansehen ohne wütend zu werden. Wenn sie wieder geweint hat weil eben irgendwas wieder nicht gepasst hat, bin ich entweder verbal aggressiv geworden oder habe einfach ihre Tür zugemacht und hab sie mal ,,ausspinnen" lassen. Mein Mann machte mir an dem Tag echt ein schlechtes Gewissen. Wie ich nur so sein könne. Ich hab ihm dann ins Gesicht gesagt, dass ich eh weiß dass ich eine sch. Mutter bin (mir kommen gerade wieder die Tränen).
Ich habe dzt. irgendwie keine Gefühle für sie, aber auch nicht für meinen Mann. Ich fühl mich gefühlskalt. Ich checke immer meine Empfindungen wenn meine Tochter bei mir ist. Ich lasse alle Situation der letzten Monate revue passieren. Frage mich warum ich nicht so eine Mutter bin die am Liebsten nur mit ihrem Kind spielt, stattdessen räume ich lieber die Wohnung auf (ich weiß ich bin schrecklich). Ich spiele schon hin und wieder mit ihr, aber ich habe das Gefühl dass ich keine Kraft und kein Interesse habe dafür in letzter Zeit. Muss auch dazu sagen mein Mann ist beim Spielen der fantasievolle, mich langweilen so Puppen und so eher. Mag mehr so Brettspiele.
Ich habe so eine Angst mein Kind nie mehr lieben zu können wie früher, dass ich sie vielleicht sogar wirklich hasse und nicht haben will. Und am größten ist meine Angst dass sie das alles spürt und einen Schaden davonträgt. Gestern habe ich sie gefragt ob sie das Gefühl hat dass ich sie lieb hab. Sie hat mich angelächelt und ja gesagt. Welche Mutter fragt ihr Kind bitte sowas?

Bis Sonntag war es eigentlich ganz ok, aber die Kommentare meines Mannes haben diese Gedanken extrem gemacht. Ich bin ständig in diesem Gedankenkarussel, will auch wenn meine Tochter im Kindergarten ist nichts im Haushalt tun. Wenn ich meine Arbeit (ich arbeite in Gleitzeit) erledigt habe, habe ich meist ein wenig was im Haushalt gemacht. Extrem ordentlich war ich noch nie, aber seit etwa 2 Jahren möchte ich immer alles sauber haben. Vielleicht ist der Haushakt das einzige dass ich ein wenig ,,unter Kontrolle" halten kann. Aber nicht mal den dzt. Ich sitze dann meist auf der Couch und heule, räume ein wenig zusammen und heule dabei.

Ich heule gerade nur mehr. Wie kann man von heute auf morgen der Meinung sein, das eigene Kind nicht mehr zu lieben? Im Internet habe ich danach gesucht und natrülich viele Beiträge gefunden von Müttern die ihre Mutterschaft bereuen, ihr Kind nicht mögen,. .
Ich will meiner Tochter dass nicht antun, ich will ihr so gerne Liebe schenken, aber zurzeit geht es nicht. Sie nervt mich nur und das macht mir extreme Angst.
Ich wünschte es gäbe eine Pille um zu lieben. Jedes Mal wenn ich meine Tochter anschaue könnte ich heulen, wenn ich ihre Kleidung in den Kasten räume weine ich,.

Entschuldigt den langen Text.

Vielleicht kennt ja wer die Situation. Bitte lieb sein, ich bin sowieso schon am Boden.

Lg Dany

24.06.2020 08:19 • 29.06.2020 #1


11 Antworten ↓


Hazy
Liebe Dany

Natürlich liebst du dein Kind und das weisst du tief im Inneren auch. Aber du hast derzeit so viel mit dem Thema "Kontrolle" zu tun, dass du das selbst in Frage stellst.

Ich kenne solche Gedanken auch, dass man das Kind nicht mehr sehen kann, wenn es dauernd ausrastet, trotzig ist und heult. Ich neige dann auch dazu, die Ruhe zu suchen und wäre am liebsten ganz woanders. Und ich halte das für größtenteils normal. Viele Mütter würden das so ganz offiziell gar nicht zugegeben, aber aus vielen Gesprächen mit anderen Mamas ist mir bewusst geworden, dass fast jeder mal an seine Grenzen gerät und einfach nur weg will.

Es klingt, als hättest du derzeit seelisch einiges aus dem Buckel und es ist gut, dass du in Therapie bist. Ich würde dir raten, das ganz offen und ehrlich anzugehen. Und wenn es hart auf hart kommt, suche dir einen Platz in einer (Tages)Klinik, um wieder zu Kräften zu kommen und die Zeit zu finden, dich in Ruhe mit deinen Problemen auseinandersetzen zu können.

Dein Mann scheint mir da entweder wenig einfühlsam, oder vielleicht ist er sich auch der ganzen Problematik nicht bewusst. Vielleicht hilft da ein offenes und ehrliches Gespräch über deine Gefühle weiter.

Ich drücke dich und sage dir nochmal: Du liebst dein Kind und du bist bestimmt auch eine tolle Mama. Meine Therapeutin sagt immer: Man kann nur gut für jemanden Anderen sorgen, wenn man auch gut für sich selbst sorgt.

Alles Gute
Hazy

24.06.2020 08:57 • x 2 #2




Hallo Hazy! Herzlichen Dank für deine lieben Worte. Hab gleich wieder losgeheult.
Ich weiß einfach nicht wo diese Liebe derzeit sein soll. Ich hatte schon soooooo viele diverse Zwangsgedanken.
Im Prinzip ähnelt der Gedanke ein bisschen meinem 1. Zwangsgedanken. Vor unserer Hochzeit 2011 war ich wochenlang total fertig weil ich nicht mehr wusste ob ich meinen Mann liebe oder nicht. Gut man könnte sich ja trennen, wollte ich aber nicht. Meine damalige Therapeutin meinte, dass ich aufgrund meiner argen Verlustängste mir wahrscheinlich schon bevor etwas passiert (mein Mann hat einen schweren Unfall oder ähnliches) sage dass ich ihn nicht liebe, damit es wenn was passiert nicht so schlimm ist. Klingt ja irgendwie "logisch".
Perfektionistisch bin ich leider sowieso und Kontrolle brauch ich auch. Wobei ich glaub dass es schon etwas besser ist.

Seit ca. 2 Wochen habe ich auch wieder vermehrt Ängste (dass ich schwer krank bin und sterben werde, dass ich druchdrehe und verrückt werde,...). Also eigentlich meine größten Ängste.
Beruflich arbeite ich auch mit psychisch kranken Menschen, was manchmal ja ganz toll triggert. wobei ich meine Arbeit gerne mache.

Meist wenn meine Ängste wieder extrem sind kommt irgendein Zwangsgedanke. Aber jedes Mal erwischt er mich wieder. Ich müsste es echt schon besser wissen. Aber mein Hirn rafft es scheinbar nicht.

Vor etwa 2 Jahren war ich voll verheult bei meiner Therapeutin weil ich solche Angst hatte zu sterben und mein Kind ohne mich aufwächst und ich sie nicht beschützen kann. Damals sagte ich: "Ich liebe mein Kind so sehr, dass es weh tut". Und jetzt auf einmal soll die Liebe weg sein? Ich versteh nichts mehr.

Manchmal hab ich das Gefühl dass ich meine Kleine gerne in die Arme nehmen möchte, aber ich tu es nicht aus Angst dass ich nichts fühle. Oder mein Kopf sagt dann, siehst du, du fühlst nix für sie.

Was ich auch noch sagen muss, ich bin eine der Mütter die sich mit anderen zwar auch mal lobend über mein Kind äußert, aber meist mecker ich nur über mein Kind. Das heißt ja wahrscheinlich auch dass ich sie nicht liebe oder?

Oder letzte Woche hatten wir einen Arzt Termin. Natürlich wieder Trotzanfall. Ich hab sie so laut angeschrien dass ich mich selbst erschreckt hab. Und dann saß sie auf der Treppe und ich hab sie am Arm genommen (nicht fest) und die Treppe runterrutschen lassen. Ich kann sie mit meinem Rücken kaum mehr tragen, und normal geht sie ja die Treppen selbst runter. Also auch dieses Erlebnis für mich ein Zeichen von ich liebe sie nicht.


Ich bin echt verzweifelt und habe ihr gegenüber so ein schlechtes Gewissen. Und vor allem hab ich es mir immer so schön vorgestellt Kinder zu haben. Wir basteln schon 2 Jahre an einem 2. Alle Freunde bekommen derzeit Babys nur wir nicht. Bin aber gerade fast froh dass ich nach der langen Zeit noch nicht schwanger bin, sonst hätten 2 Kinder eine Mutter die sie nicht liebt.

Lg und danke fürs lesen

24.06.2020 11:08 • #3


Auch die Kommentare meiner Mutter dass sie in letzter Zeit das Gefühl hat dass mein Kind ständig meine Nähe sucht und ich sie aber immer abweise. Welche Mutter die ihr Kind liebt macht so was?

Ich glaub diese Coronazeit trägt vielleicht auch zu meinem Zustand bei.
Ach was weiß ich warum ich so einen Knall hab.

24.06.2020 11:43 • #4


Icefalki
Du bist ein Kontrollfreak, aus Angst, dass ohne Kontrolle dein Leben zerbricht. Und wenn dein Kind gerade seine Grenzen austestet, merkst du, dass nix mit Kontrolle ist. Was dann zu Stress führt, und natürlich in Selbstkasteiung, weil man ja ein schlechter Mensch ist.

Dann hab doch mal schlechte Laune, hab mal Zorn auf diesen kleinen Wicht, der dir gerade den letzten Nerv raubt. Und zieht dich mal raus, wenn der Stress überhand nimmt. Wenn dein Mann das besser händeln kann, soll er doch. Ist doch ok. Ausser, du beginnst wieder, ich muss ja alles perfekt können.

Perfekt sein wollen ist sehr anstrengend und da Perfekt etwas damit zu tun hat, Angst vor Niederlagen zu haben, wird perfekt immer perfekter werden müssen, denn gut ist nie gut genug.

Wirst lernen müssen, dass ohne extremen Perfektionismus, der eine viel grösser Schwäche darstellt, als das lächelnde Gegenteil, die Welt viel einfacher sein kann. Beschäftige dich nicht mit Nebenkriegsschauplätzen, sondern nur damit, dass Perfekt nix anderes ist, als Angst vor Fehlern, Zurückweisung und Angriffspunkte.

24.06.2020 14:17 • x 4 #5


Calima
Zitat von Dany89:
In den letzten Wochen ist unsere Tochter (bald 4a alt) ziemlich anstrengend. Trotzphase halt. Man kann es ihr kaum recht machen.


Kinder sind der perfekte Spiegel ihrer Umgebung. Sie drücken aus, was wir unterdrücken: Zorn, Verzweiflung, Trotz. Wenn wir kontrollieren wollen, sind sie das Chaos, wenn wir sie sich selbst überlassen, suchen sie nach Halt, Struktur und Nähe.

Sich so zu zeigen, ist die einzige Sprache, die sie in diesem Alter gut genug beherrschen, um in vollem Umfang auszudrücken, was sie bewegt. Natürlich können sie sprechen, aber diese Urgewalt an Gefühlen, die wir als Erwachsene längst gelernt haben zu unterdrücken, zu kanalisieren und auszuhalten, kann der Wortschatz eines Kindes nicht bändigen. Und so sind eben ganz Gefühl. Mit jeder Faser ihres kleinen und doch bereits so klugen und mächtigen Ichs.

Was wir Erwachsenen lernen müssen ist, diese emotionalen Urgewalten zu übersetzen. Ein Kind, das sich weigert, dieses oder jenes zu tun, möchte nicht den Erwachsenen ärgern, sondern sehnt sich nach Selbstbestimmung. Da helfen oft kleine Tricks. Anstatt darauf zu bestehen, dass das Kind sich JETZT anzieht, kann man es fragen, ob es lieber die blaue oder die rote Hose anziehen möchte. Eine von beiden muss sein, aber es darf aussuchen. In vielen Fällen eröffnen solch kleine Entscheidungsfreiräume dem Kind die Möglichkeit, sich zu beruhigen, weil das Bedürfnis nach Selbstbestimmung befriedigt ist.

In diesem Alter geraten fast alle Eltern irgendwann an den Punkt, an dem sie das Kind am liebsten an der Babyklappe abgeben würden. Ohne Rücknahmerecht.

Es ist anstrengend und es schmerzt, immer wieder mit den eigenen inneren Geistern konfrontiert zu werden, die man doch so vortrefflich unter dem Deckel halten kann. Da steht dieser Zwerg und brüllt einem die ganze Wut dieser Welt entgegen, weil man das Brot "falsch" geschnitten hat. Und man selbst sehnt sich danach, ebenfalls laut heraus zu schreien, dass man sich Dankbarkeit wünscht, weil man immer für das Kind da ist. Oder dass man einfach mal gerne seine RUHE hätte. Die innere Schere schnipselt das aber postwendend fein säuberlich zurecht, denn als gute Mutter/ guter Vater hat man solche Bedürfnisse nicht zu haben.

Weil unerfüllte Bedürfnisse aber niemals Ruhe geben, findet man einen Nebenkriegsschauplatz und motzt das Kind an, dass es sich sein S.cheißbrot doch gefälligst selber machen oder sonstwo hin schieben kann.

Und genau das ist der Mist. Was wir wirklich brauchen, sprechen wir nicht aus. Oft deswegen nicht, weil wir es selbst in diesem Augenblick gar nicht wissen. Stattdessen schlagen wir genauso um uns, wie unser Kind und stürzen dieses damit erst recht in Verzweiflung. Wenn es nicht versteht, warum die Mama wütend ist - nämlich, weil sie grade ganz dringend Sehnsucht nach einer Umarmung hat oder ein halbes Stündchen schlafen möchte - glaubt es, dass es schuld daran ist, dass die Mama so böse wird.

Und das macht Angst davor, die Liebe zu verlieren. Diese Angst bringt Kinder dazu, angepasst und "brav" zu sein oder extrem zu klammern. Dass sich die Mama im Moment auch sehr ungeliebt fühlt, weiß es nicht.

Darüber muss man sprechen. Nicht in der akuten Situation, sondern wenn man gemütlich aneinandergekuschelt in emotionaler Sicherheit ist. Das löst die Trotzphase nicht auf. Aber es hilft, sich gegenseitig zu verstehen.

Mit dem Schulalter wird das dann ein Weilchen besser, Ungefähr 4-5 Jahre lang. Dann kommt die Pubertät, in der man sie dann gerne wieder zur Adoption freigeben würde. Nur will sie dann keiner .

Du liebst dein Kind. Du kannst es nur an manchen Tagen überhaupt nicht leiden. Und das ist völlig normal und okay.
_________________
Solange die Leute über dich reden, kannst du davon ausgehen, dass sie dein Leben spannender finden, als ihr eigenes,

24.06.2020 15:01 • x 3 #6


Calima
Doppelt

24.06.2020 15:02 • #7


Hallo! Herzlichen Dank für eure Antworten. Es geht mir ein wenig besser, aber dieser sch. Gedanke dass ich mein Kind hasse ist noch immer da. Ab und zu denk ich mir was das für ein Blödsinn ist, ich mag mein Kind doch. Aber kurz darauf kommen wieder so Gedanken dass ich sie sicher hasse. Wenn sie nicht bei mir ist werde ich immer ganz unrund. Diese Angst und das kribbeln in den Beinen, ich kann das alles nicht zuordnen.
Dann hab ich intelligenterweise noch nach Müttern im Internet gesucht welche ihr Kind hassen. Die Kommentare haben mich teilweise erschreckt, aber dann dachte ich mir hey du bist ja genauso wie die, warum erschreckst du dich?
Wenn meine Tochter bei mir ist und ich mit ihr knuddle, fühlt es sich recht gut an aber ich checke ständig was ich fühle. Und dann fühle ich mich einfach nur schrecklich weil ich nicht diese unbändige Liebe für sie empfinde wie früher.
Ich habe ständig das Gefühl mein Leben ist aus und einfach nicht mehr lebenswert wenn ich meine Kleine nicht mehr liebe. Ich will sie doch lieben weil sie es verdient dass sie geliebt wird. Sie ist doch noch ein Kind, zwar immer wieder mal lästig und extrem anstrengend, aber es gibt echt extremere Kinder.
Sobald ich aus dem Haus gehe werde ich total nervös, weiß aber nicht warum. Zuhause geht's halbwegs. Außer wenn meine Tochter heimkommt werde ich wieder nervös weil ich sofort checke ob ich mich freue sie zu sehen oder nicht.
Ich will einfach mein Leben wieder zurück. Diese ständige Denkerei ist echt anstrengend.

Kann die Liebe zum eigenen Kind einfach so weg sein?

Danke schon mal für eure Antworten.

Lg

29.06.2020 21:16 • #8


Calima
Zitat von Dany89:
Kann die Liebe zum eigenen Kind einfach so weg sein?

Nein. Dein Problem ist in meinen Augen nicht fehlende Liebe, sondern deine Grübelei. Es scheint sich zu einer Art fixen Idee entwickelt zu haben, permanent deine Gefühlszustände abzufragen.

So wie ein Hypochonder ständig seine Körpersymptome checkt, überprüfst du, was du empfindest. Und so wie ein Hypochonder Anzeichen für lebensbedrohende Krankheiten findet, findest du *unpassende* Gefühle, die sich für dich falsch anfühlen.

Es ist aber - wie bei den Hypochondern - keine Realität, sondern das Ergebnis fehlerhafter Bewertungen. Was sich verschoben hat, sind nicht deine Empfindungen für dein Kind, sondern deine Denkmuster.

Das ist insofern bedenklich, als unser Denken auch unsere Realität macht. Wenn du dir immerzu suggerierst, dein Kind zu hassen, wirst du irgendwann tatsächlich nicht mehr in der Lage sein, normal und liebevoll mit ihm umzugehen.

Also bleibt dir nur, dein Koofgef.icke zu unterlassen. Wenn du das allein nicht schaffst, musst du dir Hilfe suchen.

29.06.2020 21:33 • x 1 #9


Naja nachdem ich ja sowieso seit langem unter div. Zwangsgedanken, gen. Angststörung und Hypochondrie leide, und ich schon etliche Zwangsgedanken durch habe, hab ich auch diesmal noch ein kleines Fünkchen Hoffnung dass auch dieser Gedanke wieder vergeht.
Naja mal schauen.

29.06.2020 21:42 • #10


FeuerWasser
Zitat von Dany89:
Am Sonntag meinte mein Mann was denn in letzter Zeit los sei mit mir und warum ich so gereizt bin. Ich hab dann nur gemeint ob man nicht mal einen schlechten Tag haben darf.

Ein Mann hat da leicht reden. Er ist mutmaßlich auch nicht derjenige der 24h mit dem Kind zu tun hat. Er geht arbeiten, ist den ganzen Tag außer Haus, kommt am Abend heim, Kind quengelt, ist ja nicht so schlimm. Du stehst morgens auf und hast bis zum schlafen gehen ein quängeliges, bockiges Kind. Das nervt auch eine "gesunde" Mutter. Du bist mit den Vorbelastungen mutmaßlich stressanfälliger. Vielleicht könnte man Stress rausnehmen wenn dich dein Partner mehr unterstützt und die Omas, damit du auch mal Zeit für dich hast. 1-2 Stunden am Tag wo du dich hinlegen- und ausruhen kannst.

Davon abgesehen, hat man ein Kind auch nicht immer gleich lieb. Vorallem in der Trotzphase nicht. Viele Mütter schämen sich und würden das wohl nicht laut sagen aber denen geht es gewiss gleich wie dir.

29.06.2020 21:55 • #11


kritisches_Auge
Ich vermute, dass du sogar sehr fürsorglich bist und dein Kind über alles liebst. Der Trotz ist für die Entwicklungsphase wichtig, aber das soll jetzt nicht Thema sein, du hast gemerkt, dass du dich über dein Kind ärgerst und das hat dir einen Riesenschrecken eingejagt und vehemente Schuldgefühle gemacht. Das Dumme an Schuldgefühle ist, dass ich mich unwohl fühle, mit mir selber nicht im Reinen und dass es dann zu Grübeleien kommt.

Jede Mutter ist einmal ärgerlich und wütend auf ihr Kind, aber das dauert nur Sekunden, der Zustand geht vorüber, aber dir machte das solche Angst, dass es zu dem Grübeln kam.

Du darfst einmal wütend auf dein Kind sein, da passiert gar nichts, ich spreche aus Erfahrung.

29.06.2020 23:57 • x 1 #12



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