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M

Mr.Froussard
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Hallo,

ich habe gelesen, dass heulen helfen soll Stress abzubauen.

Das würde ich ebenfalls gerne hinkriegen, aber leider kann ich nicht mehr Heulen.

Irgendwie kriege ich keine Träne raus. Selbst wenn es mir noch so dreckig geht.



Gibt es irgendwelche Tricks die helfen es wieder zu lernen richtig heulen zu können?

22.04.2011 #1


45 Antworten ↓
P

Pilongo
Gast

Es steht doch bereits im Text: Vielleicht liegt's auch einfach am Geschlecht. Männer sind schlicht und ergreifend keine Heulsusen, die bauen ihren emotionalen Stress meist anders ab. Manche indem sie nicht darüber reden, Andere indem sie wütend werden, wieder Andere machen einfach so lange Sport bis nichts mehr geht und dann is wieder gut. Ich hab in meinem Leben eigentlich nur sehr selten Männer weinen gesehen. Nicht einmal auf Beerdigungen weinen sie. Ich weiß noch, als meine Uroma gestorben ist da saß unsere Familie in einer Reihe und alle Frauen waren am Weinen. Die Männer hatten auch Taschentücher bekommen, falls es los geht. Und die haben sich alle nahezu synchron die Stirn abgewischt weil es in der Kirche so verdammt heiß war. Das war ein Bild, das werd ich nie wieder vergessen. Nur einer hat geheult, aber der war immer schon recht emotional.
Das gilt natürlich nur falls Mr.Froussard auch wirklich ein Mister ist. Aber vielleicht muss dann ein anderes Mittel zum Stressabbau her das auch zum Geschlecht passt.

Ansonsten schließe ich mich den Anderen an. Ich glaube du machst es dir zu leicht. Es ist einfacher zu sagen "meine Nerven sind überreizt" als zu sagen "schei., ich leb mein Leben nicht so wie es sein sollte" oder "Ich pass einfach nicht genug auf mich auf". Das Eine lässt sich vermeintlich leicht durch Stressabbau lösen, das Andere impliziert tiefer greifendes Fehldenken das erst mühsam wieder durchbrochen werden kann. Das ist mit Arbeit verbunden und Selbsterkenntnis und schreckt deswegen ab. Andererseits hilft der Therapeut umso besser je früher man hin geht und mit der Therapie beginnt.

Wenn du jetzt die Tränen raus drückst macht das doch unterbewusst wieder Druck. "Ich muss Stress abbauen", "Ich muss jetzt heulen" - das wird auf Dauer eher schaden als nützen, es ist zusätzlicher Stress! Und anscheinend stehst du bereits unter Druck. "Ich habe keine richtigen Probleme, es sind nur die Nerven", "ich brauche keine Therapie, ich schaff das allein". Das sind Alles Erwartungshaltungen mit hohen Erwartungen an dich selbst. Die machen aber, gerade wenn man sowieso bereits an Ängsten und Panik leidet, nur noch mehr kaputt. Der erste Schritt ist zu akzeptieren dass ein Problem vorhanden ist, sich einzugestehen dass man allein nicht mehr weiter kommt, und dann fruchtet im Normalfall auch die Therapie.

Und Weinen muss nicht Stress abbauen. Es kann.
Zitat:
Weinen ist gesund, haben Experten herausgefunden, weil die Tränen Stress abbauen können.

Das ist wie aus der Werbung: "Dieses Produkt kann Ihnen helfen Falten nachweislich zu reduzieren!" Kann - muss aber nicht. Was nachweislich Stress reduziert ist ein Hund. Körperlich und geistig behinderten Menschen wurde über einen längeren Zeitraum hinweg Blut abgenommen, dann wurde der Stresspegel bestimmt. Die Menschen mit Therapiehund hatten gleichbleibend deutlich weniger Stressanzeiger im Blut als die ohne. Aber ob das jetzt nur für Behinderte gilt oder auch für gesunde Menschen, ob eine Angststörung auch schon als Behinderung zählt, das weiß ich nicht. Ich weiß nur dass auch die HEK neulich geschrieben hat dass Menschen mit Hund seltener krank werden als solche ohne.

Ich hab übrigens einen einzigen Film gefunden, bei dem muss ich immer heulen. Immer. Egal wie oft ich ihn schon angeschaut habe, es ist beinahe schon gruselig. Es ist ein Kinderfilm, und es geht eigentlich nur um Pferde, aber der Film macht mich jedes Mal total fertig.

Tränen machen allerdings unsexy. Sie befördern irgend einen Botenstoff an die Luft der das andere Geschlecht sofort weniger interessiert am Weinenden macht. Aber ich vermute das gilt nur für fremde Personen, beim eigenen Partner wird das sicherlich von anderen Gefühlen überlagert.
Mir tut Weinen nur bedingt gut. Meistens fühl ich mich danach genau so wie vorher, nämlich mies.

Alles Gute!

13.03.2011 00:31 • #26


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Heulen zum Stress abbauen

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S

Sabo
Mitglied

Beiträge:
202
Themen:
4
Mitglied seit:
Hallo

Ich weiß nicht, ob es jemand von euch gelesen hat, ich habe in einem anderen thread vor ein paar Tagen schon mal jemandem das Weinen empfohlen. Und es hilft...es hilft wirklich. Trotzdem hab ich das Bedürfnis hier mal das ein oder andere los zu werden, bitte entschuldigt, wenn ich hier nicht jeden persönlich anspreche, da müsste ich jetzt viel hin und her blättern

Also erstmal weinen unter der Dusche ist leichter...stimmt, warmes Wasser öffnet unsere Gefäße, auch die Tränendrüsen. Außerdem gibt es einen netten Nebeneffekt, wer unter der Dusche weint hat weniger dicke Augen

Filem und Musik helfen...stimmt bedingt, nur dann wenn es uns berührt und es berührt uns nur dan, wenn wir uns in die besungene/verfilmte Situation hineinversetzen können und/oder sie selbst einmal erlebt haben.

Ich habe keine Probleme, trotzdem geht es mir schlecht...glaub ich nicht, ich habe schon einige deiner Beiträge gelesen und was du schreibst ist sicher nicht falsch, aber du bist sehr rational. Ich war früher auch so, alles musste doch eine logische Erklärung geben, für alles muss es doch irgendwelche wissenschaftlichen Texte im Netz geben...Blödsinn, nicht alles ist rational erklärbar (ich lese gerade ein Buch, über eine Frau, mit generalisierter Angststörung und ich könnt bei jeder ihrer PAs heulen). Du magst jetzt gerad keine offensichtlichen Probleme mit ausschlaggebender Tragweite haben aber erinnere dich an die Vergengenheit. Manchmal istr uns der Auslöser gar nicht bewusst, weil wir ihn schon 20 Jahre mit uns herumtragen bevor PAs oder Unruhe oder what ever aufteten. Und glaub mir, wenn du ein wenig in der Vergangenheit wühlst, dann fällt dir das weinen vielleicht auch leichter, auf jeden Fall hilöft es dir eher, wenn du Gefühle zu lässt und diese die Tränen auslösen, als wenn du irgendwas rausquetscht, das hilft dir vielleicht die ersten Male, weil du daran glaubst, aber dann wird es aufhören. Ich hab viele Sachen ausprobiert und hatte genau diesen Effekt (Das muss helfen, also hilft es mir jetzt, aber irgendwann sagt der Körper, dass du aufhören sollst ihn zu verarschen).
Sorry, wenn das jetzt sehr direkte Worte sind, aber ich weiß wovon ich rede, und wenn ich früher aufgehört hätte, alles mit Logik zu betrachten, dann hätte ich mir viele Jahre leiden erspart und schon viel früher angefangen, mir zu helfen

Tränen sind ein Zeichen von Schwäche...wie hier schon richtig beschrieben, absoluter Blödsinn, Tränen sind ein Zeichen von Stärke. Wir zeigen, dass wir unsere Gefühle zulassen, auch wenn sie noch so bitter sind, und dass wir bereit sind und mit unserem schlimmsten Feind auseinanderzusetzen, dem schlechten Gefühl. Und es berfreit uns auch deshalb, das Weinen, weil wir damit den kampf aufnehmen erlebtes zu verarbeiten.

Und noch einen Mutmacher an alle Frauen unter uns, ich zitiere an diesem Punkt mal kurz einen Freund von mir, der vor einigen Tagen zu mir sagte "schei., du siehst auch noch verdammt gut aus, wenn du weinst" so unsexy kann weinen also nicht sein

13.03.2011 17:55 • #30


Zum Beitrag im Thema ↓


N
sprichst du von zeit zu zeit mit anderen menschen darüber - evtl. in einer therapie? manchmal braucht es nur ein einziges statement, um so wie in einen luftballon eine nadel reinzupieksen und dann kommt der druck und die tränen raus.

(und ja, es baut druck ab, oft.)

bei mir war das 2 monate vor dem beginn der pas so, dass ich gar nicht heulen konnte. obwohl ichs vorher konnte. das hat mir schon gezeigt, dass etwas elementar nicht in ordnung war.

und jetzt merk ichs phasenweise auch wieder, wenn ich "funktionieren" will, geht das heulen nicht.

bist du dir deiner probleme hinter dem stress bewusst? deiner gefühle? da würd ich mal rumwühlen drin...

#2


M
Hallo neko,

Probleme habe ich eigentlich keine. Mein einziges Problem ist nur diese verdammte Nervosität.

Die Gefühle durch die sich die Nervosität zeigt sind aber immer unterschiedlich.

Zurzeit ist es ein unruhiges Gefühl im Brustkorb und ein starker Bewegungsdrang.


Das Heulen wenn man an Panikattaken leidet nicht so richtig funktioniert kann ich mir vorstellen. Um Heulen zu können muss der Parasympathikus aktiviert werden. (daher wirkt Heulen auch beruhigend) Aber der Parasampatikus ist leider etwas faul wenn die Nerven schlecht sind.

Der Sympathikus hingegen wirkt dem Tränenfluss entgegen.




Ich glaube es wäre besser gewesen wenn ich früher wo ich noch heulen konnte, öfter mal das heulen trainiert hätte.

Wobei. Möglicherweise könnten Augentropfen helfen zu heulen.

#3


N
ich wett mit dir um 1000 euro, dass du nicht keine probleme außer der nervosität hast.

jeder hat probleme.


und dass du vor deinen wegläufst... das wird nicht gut enden.

also kümmer dich mal darum...


die nervosität und die angst kommt nicht von nichts.

#4


M
Von nichts kommen Unruhe und Angst auch nicht.

In den meisten Fällen wird es auch sicherlich einen Auslöser geben. Wobei der bei Angst-, Depressions- und Somatisierungs-Patienten weitaus geringer sein kann als bei "Gesunden").

Meiner Einschätzung nach liegt das Problem dann darin, dass das Vegetative Nervensystem dann dermaßen empfindlich ist, dass einen schon Kleinigkeiten aus der Bahn werfen.


(Menschen die wirklich starke Nerven haben, kann dagegen nicht so leicht aus der Bahn werfen. Z.B. sieht man das immer wieder in Berichten über Entwicklungsländer. Die Menschen dort haben es weitaus schwerer, kommen aber nahezu spielend darüber hinweg, während wir hier in Europa unter nahezu paradiesischen Umständen leben und dennoch eine relativ hohe Depressionsrate haben.)

Bei meinem letzten Rückschlag war es so, dass ich Angst hatte wieder nervös zu werden und dann war ich tatsächlich nervös geworden.

Wenn mein Veg. Nervensystem ausreichend robust wäre, hätte ich - normalerweise - nur kurz darüber gelacht. Bzw. ich wäre kurz nervös geworden, hätte mich dann aber schnell wieder beruhigt und der Fall wäre erledigt.



Aber dadurch, dass mein Parasympatikus zu schwach gegensteuert, bin ich selbst gegen solche Kleinigkeiten exterm empfindlich.



Daher hoffe ich, dass ich wieder lerne heulen zu können.

Wenn ich den Schritt erstmal geschafft habe kann ich über das Heulen den Parasympatikus trainieren schneller und stärker einzusetzen.

#5


D
das wünsche ich dir auch ganz arg! hast du es schonmal mit traurigen filmen versucht?bei mir geht das dann ratz fatz und ne packung tempo is leer...wobei ich dann mein eigenes rausweine, gar nicht so sehr über den film, der is nur auslöser

#6


N
nochmal: dass dein parasympatikus gerade eine krise durchmacht, IST EIN SYMPTOM.

und nicht die ursache.

#7


N
und wie willst du den wunsch zu heulen nachkommen, wenn es für dich nur ein sympatikusparasympatikus-problem ist??

willst du um deinen armen kleinen parasympatikus heulen?


face the truth.


es muss weh tun, wenn was weitergehen soll und wenn du einen weg raus finden willst. sonst holt es dich immer wieder ein.

und wenn du dich an dein problem rantastest, findest du hier sicher auch viel beistand!!

nur lass es mal zu...


#8


D
...und trotz allem sind wir froh und erleichtert, wenn das ein oder andere symptom sich in luft auflöst

#9


M
Danke für den Tipp mit dem Film dunklerauenwald

Aber leider konnte ich noch nie bei Filmen weinen. Insgesamt kann ich mich kaum daran erinnern irgendwann im Erwachsenenalter noch mal richtig geheult zu haben. Nur höchstens ein oder zwei mal als die Nerven wirklich blank lagen.

...

Wobei ich es eben gerade geschaft habe ein bisschen zu heulen

Es waren zwar insgesamt nur ca. drei Tränen. Aber immerhin

Das ist auf jeden Fall etwas worauf ich aufbauen kann. Zudem fühle ich mich jetzt schon wesentlich besser

Heulen scheint wirklich enorm zu helfen.

#10


M
Zitat von neko:
nochmal: dass dein parasympatikus gerade eine krise durchmacht, IST EIN SYMPTOM.

und nicht die ursache.


Ich sehe es genau umgekehrt.

Das Symptom ist, dass mich Kleinigkeiten leicht aus der Bahn werfen und ich mich ständig nervlich überspannt fühle.

Die Ursache ist, dass mein Vegetatives Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) zurzeit überempfindlich reagieren.

#11


A
hallo Mr. F.,
mit dem Heulen ist das nicht so schlicht. Es kommt darauf an, was dich zum Heulen bringen könnte. Trauer bringt mich nicht zum Heulen und TV-Storries á la Lessie auch nicht.

Mich bringt WUT zum Heulen, so richtig Wut aus dem Herzen und dem Kopf heraus. Ich kriege den buchstäblichen 'dicken Hals' und Kurzschluss im Gehirn und peng , entladen sich Flüsse aus den Fenstern zu meiner 'Seele', wie man ja auch manchmal die Augen lyrisch bezeichnen möchte.

Ich glaube, daß ich so reagiere, um in der Wut keine Torschlußreaktionen der gewalttätigen Art zu zulassen.

Liebe Grüsse

#12


A
Aber der Parasympathikus macht das nicht ohne Reize deines Hirns. - Sprich auf Gefühle, Gedanken. Gefühle enstehen aus psychichsen Reizen. Die Gefühle, dei den Parasympathikus anregen sind meist psychisch belastend! Man hat nciht einfach so Angst. Ich dachte es auch, nur von 'Stress' aber falsch gedacht. Meine Therapeutin bringt mich regemäßig dazu totale Heulkrämpfe zu bekommen. Es tut wirklich gut...

#13


B
Ich heule schon seit einer Stunde und es wird garnichts besser.......!!

Belle

#14


D
reich dir mal ein taschentuch..ganz bestimmt löst sich irgendetwas in dir durch das weinen..

#15


B
Danke, ja Du hast wahrscheinlich Recht, grad kommt alles hoch und muß wohl irgendwie raus... Nur beruhigen kann ich mich garnicht und ich habe auch momentan nicht das Gefühl befreit zu sein....

Gut das keiner zu Hause ist, sonst würde ich nur wieder schräge Blicke ernten! Ich bin es soooo leid!

Belle

#16


D
ich guck dich jedenfalls freundlich an

#17

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B
Das ist lieb von Dir... Danke... Langsam wirds etwas besser und grad kommt draussen ein bisschen Sonne raus... vielleicht ist das mein Papa im Himmel, der mir zulächelt...
Ich versuch mal dran zu glauben, dann wirds schon wieder

Danke Dir nochmal!

Belle

#18


F
Ich finde auch, dass Heulen gut ist, um Stress abzubauen. Das mit dem Film ist ne gute Idee. Manchmal hilft mir auch, wenn ich meine Gedanken aufschreibe in mein Tagebuch, dass ich da weine.

#19


M
Ich glaube jetzt gelingt es mir langsam wieder heulen zu können. (zwar noch nicht so richtig, aber immerhin schon ein bisschen)

Früher wäre mir das extrem peinlich gewesen. Aber wenn es mir hilft wieder gesund zu werden kann mir das relativ egal sein.

Zudem merke ich jetzt schon wie befreiend es sich anfühlt

Scheinbar ist Heulen tatsächlich so eine Art Notventil der Seele.

#20


A


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