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Hallo,
ja, habe ich auch! Vor dem schlafen geh'n ist es total schlimm und wenn ich morgens wach werde auch, weil ich Angst vor dem Tag habe...Wenn ich nur irgendwo nen Kratzer habe, ist das schon für meinen Kopf eine potenzielle Gefahr totkrank zu werden und ich könnte durchdrehen...Mir hat man auch gesagt, dass ich unter Verlustängsten leide, aber das hilft mir nicht viel weiter, denn es ändert ja nichts an der Angst...Ich hatte mal einen Traum, der war so furchtbar, darin kam ich als Tote vor, die unsichtbar alle Menschen, die ich mag, sehen konnte, meine Familie, etc., doch niemand mich sehen konnte, ein schreckliches Gefühl...Ich habe einfach Angst vor dieser Leere, einfach ganz alleine irgendwo im Nichts zu sein und dieses Gefühl des Ausgeliefert seins nicht ändern zu können. Hast du denn in der Therapie was hilfreiches gelernt, was ich vielleicht auch mal versuchen kann? Liebe Grüße, Yvonne

17.07.2010 14:54 • #21


Ich habe gelernt, das ich unbedingt die Ursache für die Angst finden muss. Inzwischen habe ich vermutlich den richtigen Auslöser gefunden.
Dann hatten wir mal, als es mir besonders schlimm ging eine Konfrontation gemacht. Das heißt, mein Therapeut stellte die Angst, also den Tod da und ich musste sie, die Angst wegdrücken und alles herausbrüllen, was ich für Angst und Wut über diesen Tod in mir spürte. Danach war ich erstmal befreit und hatte drei/vier Tage nichts mehr damit zu tun. Klappt sicher nur, wenn man richtig tief am Ende mit den Nerven ist. Heute befreie ich mich manchmal, wenn ich alleine zu Hause bin, indem ich mit der Faust gegen eine gepolsterte Sache schlage oder aus voller Kraft in ein Lissen brülle, dass nimmt mir den inneren Druck, die Anspannung und ... keine Ajnung, irgendwie fühle ich mich danach auch immer etwas freier.

Ich gehe auch weiterhin noch zur Therapie, weil es eben ein ewig langer Weg ist und ich einfach den Zuspruch einer außenstehenden Person brauche. Die Familie/Freunde verstehen diese Angst nicht, der Therapeut kann sie immerhin medizinisch bewerten und findet, zumindest für mich immer den richtigen Weg bzw. die richtigen Worte, damit ich mich besser fühle.

In der Zukunft ist es jetzt meine Aufgabe, dass ich für mich die richtigen Mittel finde um mich aufzubauen, wenn ich wieder so fertig bin von der Angst. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich diese Angst mein Leben lang haben werde, aber ich möchte eben auch erreichen, damit Leben zu können, um später mal sagen zu können, es war ein schönes Leben, trotz der Angst.

Finde einfach etwas, was dir Freude macht im Leben, dich begeistert, etwas womit die dich in Rihephasen ablenken kannst (ich denke abends jetzt immer an schöne Momente mit meinen Kindern und stelle mir vor, was ich am nächsten Tag alles machen möchte mit den Mäusen). Sollte dann doch wieder Angst aufkochen, denke ich ganz schnell an was anderes (z. B. wieviel Geld habe ich heute ausgegeben). Kein schönes Beispiel, ich weiß, aber einfach das Thema umlenken.

Dazu freue ich mich über jeden Tag, an dem ich keine Angst mehr habe, manchmal sind es jetzt auch schon mehrere Tage, ohne Angst. Der länste Erfolg waren mal drei Wochen ohne Angst, da waren wir in Kroatien im Urlaub.


Es gibt im Moment aber wieder viele Phasen, wo es stärker ist als ich, aber ich weiß, dass es auch mal wieder weniger wird. Daran glaube ich fest. Bin sonst kein bissl gläubig, aber, ich glaub an mich, daran dass ich irgendwann einen Kompromiss mit der Angst finde und daran, dass mein Therapeut für mich da ist, wenn es mir ganz schlecht geht.

So, vielleicht hilft dir das ja etwas weiter. Nicht aufgeben, wir schaffen das!


Liebe Grüße Nadine

17.07.2010 20:08 • #22



Angst vorm Tod/Sterben

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Ich danke dir auf jeden Fall sehr für den Zuspruch!
Ich glaube ich beschäftige mich auch viel zu sehr mit dem Thema "Tod", habe heute auch wieder Beiträge im Internet gelesen, darin ging es um Nahtoderfahrungen, usw...da gab es dann auch negative, die habe ich erst gar nicht gelesen, aber furchtbar, dass es auch so etwas gibt..
Ich hoffe es, dass ich irgendwann den konkreten Auslöser finden werde, bislang tappe ich noch völlig im Dunkeln...
Ich wünsche dir jedenfalls ein schönes Wochenende und bin echt froh, dass ich mich hier im Forum über dieses Thema austauschen kann...
Liebe Grüße aus Köln, Yvonne

17.07.2010 20:15 • #23


Gern doch und übe dich weiter so gut in Geduld, man braucht wohl im Schnitt 5mal so lang etwas in der Art wieder loszu werden, wenn überhaupt. Da ich mich 15 Jahre lang damit gequält habe, kannst du ausrechnen, wie lange ich angeblich brauchen werde es loszuwerden.


Dir auch ein schönes WE, spiele jetzt mit meinem Mann auf der Wii.

17.07.2010 20:36 • #24


ich schliesse mich euch an.
ich habe panische angst vorm sterben. am schlimmsten ist es immer abends, wenn es heisst es geht bald ins bett. ich habe angst vorm einschlafen, da ich immer denke ich wache nie mehr auf.
oder wenn ich alleine bin, da habe ich immer angst vorm plötzl. herztot.
ganz schlimm diese angst und ich weiss nicht wie ich sie los werde

18.07.2010 20:03 • #25


Hast du schon eine Therapie Sissi?

Ist wirklich ganz wichtig! Ohne Therapie würde es mich heut zum Beispiel nicht mehr geben. Erzähl doch mal ein bisschen von dir und deinen Ängsten, oder gibts von dir irgendwo einen Kennenlernbericht?

Liebe Grüße und Kopf hoch, gemeinsam sind wir stark!

18.07.2010 22:55 • #26


Hallo Sissi,
mich würde das auch interessieren, was Bero dich gefragt hat...Also, tausch dich gerne mit uns aus, geteiltes Leid ist halbes Leid, sagt man ja so schön...
Ich kenne das mit der Angst, dass sie abends/nachts am schlimmsten ist, wobei ich auch morgens schlimm finde, weil ich Angst vor dem Tag habe...
Viele Grüße

19.07.2010 18:42 • #27


Hallöchen Drachenblut!

Heut hat es mich auch wieder tagsüber erwischt, aber so richtig heftig. War froh, dass ich alleine war und keiner mein Panikschrei mitbekommen hat. Wollte eigentlich ein Mittagsschläfchen machen, da kams volle Lotte hoch. Danach war mit Schlafen natürlich nichts mehr.

Liebe Grüße!

19.07.2010 18:50 • #28


Oh nein, das tut mir leid:-((Gab es denn einene speziellen Auslöser, oder war das dieser bekannte Moment, kurz bevor man eindöst? Ich hoffe, dass es dir dafür jetzt besser geht...
Liebe Grüße, Yvonne

19.07.2010 19:07 • #29


Mini26
Ich kenne sowas leider auch, wenn man schon so im Halbschlaf ist und dann geht es plötzlich los, dann ist natürlich Schluß mit ruhr, da kann oder will ich dann garnicht mehr schlafen und bleibe so lange wach bis mir die augen von alleine zufallen.

19.07.2010 19:16 • #30


Ich glaube das kennt so gut wie jeder hier, leider...Darin spiegelt sich die unfähigkeit zu entspannen wieder, zumindest bei mir...Ich halte mich tagsüber auch extra lange wach, damit ich abends so richtig müde bin und mich nicht unruhig im Bett hin und her wälze...
@Bero:Habe das gerade gelsesn mit deinen Großeltern, tut mir echt leid!!
Meine Oma hat vor ein paar Monaten auch die Diagnose Darmkrebs bekommen, dazu muss ich sagen, dass sie jetzt 83 Jahre alt ist und es ihr ansonsten echt gut geht...Sie haben den Tumor komplett entfernt und gesagt, dass sie sich keine Sorgen machen braucht und lediglich zur Vorsorge in kürzeren Abständen erscheinen soll...Also, nur diese Diagnose ist noch lange kein Todesurteil. Mein Opa ist mit 84 Jahren an Liungenkrebs gestorben, er hat sehr viele Jahre geraucht und war ansonsten kerngesund, bis zu dem Zeitpunkt. Ich kenne diese Ängste und Gedanken die du beschreibst, habe auch darüber nachgedacht, von wegen genetische Disposition, usw...Mein Freund ist was das Thema angeht sehr unängstlich und mein Ruhepol, er meinte kürzlich mal zu mir, dass es früher nicht so viele Menschen gab, die an Krebs gestorben sind, weil die Menschen oftmals nicht so alt wurden. Und im Alter geht der Körper an irgendetwas "kaputt", sei es eine Herzerkrankung, oder eben Krebs. Ich glaube mal gehört zu haben, dass man hellhörig werden soll, wenn jüngere Familienmitglieder(Bruder, Schwester, etc)an Krebs erkranken, aber ganz sicher weiß ich das auch nicht. Dennoch, dieser Satz von meinem Freund hat mich dann schon ein Stück weit beruhigt...

19.07.2010 19:33 • #31


Mini26
habe mir jetzt mal bissl entspannungsmusik organisiert, werde ich mal vorm schlafen reinhören, vielleicht hilft es...

19.07.2010 19:48 • #32


@ Mini, dass habe ich abends manchmal. So große Panik, dass ich bis fühs gegen 3 wach bleibe, nur um nicht schlafen zu müssen. Am schlimmsten wenn mein Mann auf Dienstreise ist und ich alleine mit den Kindern bin, dass ist jedesmal der blanke Horror!
Wenn mein Mann da ist, dann versuche ich immer vor ihm einzuschlafen (in der Hoffnung er beschützt mich).

19.07.2010 21:47 • #33


Hallo Drachenblut!

Irgendwie habe ich eine innere Verbindung zu dir!

Mein Opa ist 71 geworden und an Lungen- und Leberkrebs gestorben. Hatte früher mal geraucht, die letzten Jahre aber nicht mehr, vbielleicht hatte er zu spät aufgehört. Den Alk. hatte er bis zum schluss nicht eingestellt. Meine Oma raucht und trinkt und ist 73 Jahre. Bei ihr ist es Brustkrebs (2. Mal) und nun sind Metastasen in Wirbelsäule und Becken aufgetaucht. Ich weiß, dass genetische Vorbelastungen kein Beweis für eine eigene Erkrankung sind, sondern nur ein höheres Risiko, dennoch mache ich mir da meine Gedanken. Ich denke, dazu muss ich meinen Therapeuten nochmal befragen, sonst frisst mich wohl die Angst doch auf.

Zu meinem Anfall heute Mittag. Mmh, ich neige dazu, zuviel nachzudenken, aber ich glaube nicht, dass ich schon vorm einschlafen war. kann das aber nicht so genau sagen. Ihr kennt das sicher, dass man, wenn man ins Bett geht, ob am Tag oder abends, dass man den Tag nochmal Revue passieren lässt. Dabei ist es irgendwie ausgebrochen, wodurch, weiß ich aber nicht.

Ich finde es sehr schwer, das hinzunehmen. Hemdchen hat mal in einem Bericht geschrieben, dass man es einfach zu lassen soll, es als seins anerkennen soll. Ich finde das total schwer, im Moment noch unmöglich um ehrlich zu sein.


Liebe Grüße nadine

19.07.2010 22:09 • #34


Mini26
naja, ich denke das es bei mir jetzt dadurch bei mir nach einer langen ruhephase auch wieder etwas problematischer geworden ist da mein freund seit einem monat eine neue arbeit hat und in der woche auf montage ist. das belastet mich sehr. mag nicht gern alleine sein. habe zwar noch meine kleine maus, aber die möchte ich mit meinen problemen nicht belasten. bin nun auch wieder jede nacht ewig lange auf bis mir die augen zufallen nur um nicht zu viel nachzudenken, lenke mich mit pc und tv ab.

19.07.2010 22:15 • #35


@ Mini

Das kenn ich gut, aber leider bekommen die kleinen das alles voll mit, auch wenn wir uns noch so große Mühe geben. Sie sind wesentlich sensibler als wir Erwachsenen. Und ich merk es immer, wenn mein Mann schon merkt, dass bei mir wieder Krisenstimmung ist, dann weiß ich, meine Mäuse haben es unbewusst auch mitbekommen. Echt nicht feierlich! Vermutlich sind meine beiden auch deshalb so unausgeglichen, aber wer weiß das schon so genau. Ich versuche immer über meinen Therapeuten herauszufinden, wie ich am besten zu Hause mit den Ängsten umgehen soll und er sagt mir immer wieder, dass es wichtig ist, den Kindern zu zeigen, dass es mir nicht gut geht, ich aber trotzdem für sie da bin und sie lieb hab. Denn mal ehrlich, hast du den Nerv während einer PA dich mit deinem Kind zu beschäftigen und so zu tun, als wäre die Welt in Ordnung? Mir gelingt das nicht und so werde ich schnell laut, genervt und aggressiv. Wenn es mir dann wieder besser geht, erkläre ich es den beiden und versichere ihnen, dass sie nicht Schuld daran sind.
Es ist jedesmal hart für mich zu sehen, dass ich nicht gut umgehen kann mit den Mäusen, denn die können ja nichts für meine Krankheit.

20.07.2010 06:59 • #36


Mini26
da gebe ich dir allerdings recht. ich weiß nicht genau ob meine das so genau mitbekommt, da meine jetzigen PA´s nicht mehr so heftig sind wie früher und ich dadurch etwas ruhiger geworden bin. ich sage ihr dann ich lege mich etwas hin und sie kann sich dann auch gut selbst beschäftigen, fragt auch nicht weiter nach. versuche eben trotzdem immer stark zu sein. vielleicht ist das auch falsch, ich weiß es nicht. aber natürlich ist es nicht immer leicht. meine ist ein ziemlicher wildfang und möchte am liebsten immer auf achse sein...da muß ich mit, egal was ist, möchte sie ja auch noch nicht alleine weg lassen, man weiß ja nie. ist auch so ne angst... obwohl viele aus ihrer schule alleine raus gehen möchte ich das nicht. habe das schon einige male versucht aber wenn sie ein paar minuten weg ist werde ich panisch und schaue doch nach.

20.07.2010 07:30 • #37

Sponsor-Mitgliedschaft

@Bero:Das stimmt, irgendwie haben wir eine Verbindung...^^
Mein Opa hat die letzten Jahre auch nicht mehr geraucht, aber viele, viele Jahre zuvor...Klar, wenn ma nwüßte, dass man mindestens 70, oder 80 Jahre alt wird, wäre man wohl gelassener. Mich macht diese Ungewissheit so verrückt, besonders diese Horrorgedanken, die ich bekomme.
Frage mich, wie ihr das überhaupt so lange aushalten könnt, wenn eure Männer lange nicht bei euch sind...ich war Samstag eine Nacht alleine und bin fast wahnsinnig geworden, eine ganze Woche...oje...

20.07.2010 12:26 • #38


@ Mini

Meine sind auch wahnsinnige Wildfange, aber gerade dass ist die beste Therapie für uns, denn dadurch werden wir abgelengt und geben der ganzen Sache keinen Freiraum. Es ist dann zwar schwer sich zu motivieren, aber alle mal besser als sich wieder selbst zu bemittleiden wie schlecht es einem geht, gell!?

@ Drachenblut

Es war die ersten Jahre, als mein Mann nur selten Dienstreisen hatte der reinste Horror für mich. Ich habe nur geheult und eine Panik nach der anderen gehabt. Jetzt, wo er öfters mal weg ist, auch mal mehrere Tage, da gehts langsam besser, auch nicht immer, aber so, dass man mit Leben kann. Letztes Jahr musste er eine Woche nach Dubei. Ich war fix und fertig! Nicht nur die Dienstreise und alleine sein, sondern weil er ja fliegen musste, sehr lange dazu. Ich habe panische Angst vorm Fliegen. Denke immer, die Dinger stürzen ab. Das war echt schlimm, als er aber da war, ging es von Tag zu tag besser. Der Rückflug war nochmal horror, aber danach empfand ich die meisten Inlandsdienstreisen nicht mehr so heftig. Er ist aber auch so lieb und meldet sich in regelmäßigen Abständen. Obwohl er die Zeit nicht dazu hat, räumt er sie für mich ein. Dafür bin ich ihm sehr dankbar!
Wenn ich heute mal wieder eine Nacht alleine bin, bleibe ich nicht mehr so lange auf, weil ich nämlich möchte, dass die Nacht ganz schnell vorbei geht und ich meine Sicherheit, also mein Männlein dann wiedersehe. Und ich schaue mir vorm Bett gehen nochmal meine Kinder an und bewundere sie, wie sorglos sie schlafen können. Dann rede ich mir ein, obwohl ich gewiss nicht gläubig bin, dass der liebe Herr im Himmel meinen Kindern seine Mama nicht wegnehmen kann und mir somit nichts passiert.
Ist sicher auch nicht immer so einfache, aber manchmal hilft es und jedes mal wo es hilft, freue ich mich, dass ich es ohne Angst geschafft habe.

20.07.2010 12:56 • #39


Mini26
@bero, das stimmt absolut, ablenkung ist wirklich die beste therapie für uns, ich habe mir auch vorgenommen egal was ist, einfach versuchen mein leben ganz normal zu leben wie alle anderen auch. und ich denke es funktioniert immer besser. ist schon schöner das leben zu genießen anstatt immer trtübsal zu blasen und sich einzuigeln. und unsere kinder geben uns noch die nötige kraft.

20.07.2010 17:45 • #40



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Prof. Dr. Borwin Bandelow