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Hallo,

ich bin neu hier und hoffe, hier Hilfe zu finden. Im RL werde ich nämlich oft wegen meiner Angst belächelt.

Ich leide unter der Angst, dass unsere Wohnung oder Häuser generell einstürzen könnten, weil die Möbel zu schwer sind. Ich weiß z.B., dass eine Betondecke 150kg/m² aushält, unser Kleiderschrank wiegt aber viel mehr. Ich bekomme richtig Herzrasen udn Schweißausbrüche, wenn ich unseren schweren Kleiderschrank nur ansehe. Wie kann der Beton bei dem Gewicht NICHT einstürzen? Alles ist doch irgendwann vergänglich oder gibt an Kraft nach. Es ist bestimmt nur eine Frage der Zeit udn dann landet der Schrank eine Etage tiefer.

Auch mein Sohn (3 Jahre) darf in der Wohnung nicht hüpfen oder rennen, weil ich den Betonboden dann vibrieren spüre. Einfach nur Horror!

19.09.2010 20:44 • 11.08.2020 #1


38 Antworten ↓



Angst vor einstürzenden Häusern

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Hallo,ich persönlich kann deine Angst nicht nachvollziehen,aber wie man sieht kann Angst jeden Bereich des Lebens angreifen.Hast du schon mal mit einem Arzt oder Psychologen geredet? Geht es dir "nur" zu hause so,oder auch in öffentlichen Gebäuden?liebe Grüße,Yorki

20.09.2010 09:55 • #2


Zitat von stefanieb:
Auch mein Sohn (3 Jahre) darf in der Wohnung nicht hüpfen oder rennen, weil ich den Betonboden dann vibrieren spüre. Einfach nur Horror!

Hallo Stefanie..,
so gibst du aber deine Angst an dein Kind weiter. Ich würde versuchen die Zähne zusammenzubeißen und den kleinen Sohn in seiner Bewegungsfreiheit nicht einschränken zu wollen. Wie sind den unsere Ängste entstanden? So ähnlich, als uns beigebracht wurde uns vorm Unerklärlichen zu fürchten.

Man kann durch eine falsche Erziehung alles bewirken, auch die Angst vorm Klopapier oder belegten Broten.

Ist nicht böse gemeint.

20.09.2010 10:18 • #3


Herzlich Willkommen hier im Forum stefanieb !
Hast Du schon mal an eine Therapie gedacht?
Und seid wann hast Du diese Ängste?

20.09.2010 10:31 • #4


und warum machst du den kleiderschrank nicht leichter?

20.09.2010 10:44 • #5


Zitat von yorki:
Hallo,ich persönlich kann deine Angst nicht nachvollziehen,aber wie man sieht kann Angst jeden Bereich des Lebens angreifen.Hast du schon mal mit einem Arzt oder Psychologen geredet? Geht es dir "nur" zu hause so,oder auch in öffentlichen Gebäuden?liebe Grüße,Yorki


Mir geht es nur zu Hause so und bei meiner Mutter. Bei jemand anders habe ich keine Angst, dass was passieren könnte. Ich war deswegen noch nicht beim Psychologen. Was kann der, was andere Menschen nicht können, wenn ich diese um Hilfe bitte?

Zitat von vent:
Hallo Stefanie..,
so gibst du aber deine Angst an dein Kind weiter. Ich würde versuchen die Zähne zusammenzubeißen und den kleinen Sohn in seiner Bewegungsfreiheit nicht einschränken zu wollen.


Das ist mir absolut klar. Deshalb bin ich ja hier. Weil es hier Menschen gibt, die wissen, was es bedeutet, Angst vor etwas zu haben und die mir deshalb besser helfen können als jemand anders. Ich habe meinen Sohn vor ein paar Tagen Ball in der Wohnung spielen lassen und es war nicht so schlimm wie immer, weil ich mich einfach auf was anderes konzentriert habe. Ich möchte meine Angst auf keinen Fall auf die Kinder übertragen, ich gehe bei einem Panikanfall auch immer aus dem Raum, damit sie es nicht mitbekommen.

Zitat von pax:
Und seid wann hast Du diese Ängste?


Seit meiner Kindheit. Da hatten wir ein Fachwerkhaus, das ganz schlimm gewackelt hat bei jedem Schritt.


Zitat von GastB:
und warum machst du den kleiderschrank nicht leichter?


Der Kleiderschrank ist einer der leichtesten, den ich kenne. Für MICH kann es nur nicht leicht genug sein. Alles, was mehr als 100kg auf die Waage bringt, ist für mich schwer.

26.09.2010 21:56 • #6


wir wohnen in einem älteren bauernhaus, das zum teil holzwurm hat.

ich frage mich auch dauern, ob und wie lange das gebälk wohl haltet..

auch ist mein mann etwas übergewichtig, dann denke ich, wenn der jetzt auch etwas leichter wäre, wäre das risiko auch kleiner

aber das ist nur eine angst vor so vielen

27.09.2010 07:26 • #7


Zitat von stefanieb:
Seit meiner Kindheit. Da hatten wir ein Fachwerkhaus, das ganz schlimm gewackelt hat bei jedem Schritt.
Ah so.

Zitat von stefanieb:
Der Kleiderschrank ist einer der leichtesten, den ich kenne. Für MICH kann es nur nicht leicht genug sein. Alles, was mehr als 100kg auf die Waage bringt, ist für mich schwer.
Zitat von stefanieb:
Ich weiß z.B., dass eine Betondecke 150kg/m² aushält, unser Kleiderschrank wiegt aber viel mehr.
Das widerspricht sich jetzt aber, Stefanie. Wiegt euer Schrank mit Inhalt nun mehr als 150 kg/m² oder nicht?

27.09.2010 08:29 • #8


Zitat:
Ich weiß z.B., dass eine Betondecke 150kg/m² aushält, unser Kleiderschrank wiegt aber viel mehr.


Verrechne dich da mit deiner Einschätzung mal nicht. Zum Einen ist Beton nie gleich Beton, und du kannst nicht von einem Haus auf ein Anderes schließen. Zum Anderen musst du bedenken dass du ja nicht das Zimmer voll mit Kleiderschränken hast, also jeder qm voll gestellt ist, sondern sich das Gewicht auf die Fläche des ganzen Bodens verteilt. Und dann hält euer Boden auf jeden Fall der Belastung eines Kleiderschrankes Stand.

Und bitte tu deinem Sohn den Gefallen und schränke seine Bewegungen wegen deiner Angst nicht derartig ein. Zum einen wird er auf diese Art und Weise später mal selber Ängste entwickeln, zum Anderen ist es für Kinder enorm wichtig rennen, toben, kullern, eben spielen zu können. Nicht nur für die Seele, sondern auch für den Körper, die Muskeln, die Organe. Dein Sohn soll doch später gesund sein, oder?
Und damit meine ich die körperliche Gesundheit ebenso wie die geistige.

Wenn deine Ängste dich derartig beschäftigen und einschränken, hast du es dann schon einmal mit einer Therapie versucht? Ich meine, Ängste in der Kindheit hat vermutlich Jeder von uns. Normalerweise relativieren die sich aber mit dem Erwachsenwerden, man begreift dass die Ängste "kindisch", also nicht real waren, und legt sie ab. Dass du das nicht alleine geschafft hast lässt vermuten dass mehr dahinter steckt. Und da würde ich an deiner Stelle mit psychologischer Hilfe ansetzen und arbeiten. Es ist ja kein Zustand sich andauernd über Festigkeit von Gebäuden und die relative Kraftverteilung seiner Schränke Gedanken machen zu müssen.


Liebe Grüße,
Bianca

27.09.2010 12:58 • x 1 #9


Zitat von Pilongo:
Wenn deine Ängste dich derartig beschäftigen und einschränken, [...] und die relative Kraftverteilung seiner Schränke ...

Da kommt mir gerade ein Gedanke - ist nicht absurd, so etwas kommt real vor:

Vielleicht hast du als Kind mal ein etwas bedrücktes, bedrohlich wirkendes Erwachsenengespräch mit angehört, wo du nur ein paar dir scheinbar bekannte Wörter herausgehört und dir darauf dann einen kindlichen, aber völlig falschen Reim gemacht hast ...?

Etwa sowas: "Diese schweren Einschränkungen ... das kann ja auf Dauer nicht gutgehen ... eines Tages bricht er zusammen."

Sie sprachen über einen kranken oder finanziell oder sozial stark eingeschränkten Menschen. Über den sie sich deutlich Sorgen machten.

Das Kind fühlte die Sorge, kannte das Wort Schränke", aber nicht "Einschränkungen" - und verstand daher:
"Diese schweren Schränke ... das kann ja auf Dauer nicht gutgehen ... eines Tages bricht er zusammen."

Und seitdem beobachtete es voller Panik sowohl das Gewicht von Schränken als auch die Tragfähigkeit von Fußböden.

? Könnte das passen? Was meinst?

27.09.2010 15:56 • #10


Zitat von GastB:
Zitat von stefanieb:
Seit meiner Kindheit. Da hatten wir ein Fachwerkhaus, das ganz schlimm gewackelt hat bei jedem Schritt.
Ah so.


Hab nochmal genau nachgedacht. Es ist das erste Mal 3 Jahre nach dem Tod meines Vaters passiert. Da war ich etwa 11 Jahre alt.

Zitat von GastB:
Zitat von stefanieb:
Der Kleiderschrank ist einer der leichtesten, den ich kenne. Für MICH kann es nur nicht leicht genug sein. Alles, was mehr als 100kg auf die Waage bringt, ist für mich schwer.
Zitat von stefanieb:
Ich weiß z.B., dass eine Betondecke 150kg/m² aushält, unser Kleiderschrank wiegt aber viel mehr.
Das widerspricht sich jetzt aber, Stefanie. Wiegt euer Schrank mit Inhalt nun mehr als 150 kg/m² oder nicht?


Der Schrank wiegt mehr als 150kg/m², ist aber immer noch leichter als so manch anderer Kleiderschrank, den ich kenne. So war das gemeint. Also im Verhältnis zu anderen Kleiderschränken ziemlich leicht.

Zitat von Pilongo:
Zitat:
Ich weiß z.B., dass eine Betondecke 150kg/m² aushält, unser Kleiderschrank wiegt aber viel mehr.


Verrechne dich da mit deiner Einschätzung mal nicht. Zum Einen ist Beton nie gleich Beton, und du kannst nicht von einem Haus auf ein Anderes schließen. Zum Anderen musst du bedenken dass du ja nicht das Zimmer voll mit Kleiderschränken hast, also jeder qm voll gestellt ist, sondern sich das Gewicht auf die Fläche des ganzen Bodens verteilt. Und dann hält euer Boden auf jeden Fall der Belastung eines Kleiderschrankes Stand.

Warum muss man bei Aquarien dann um Erlaubnis fragen? Die wiegen manchmal nur 750kg. Das müsste ein ganzer Raum doch locker aushalten.

Und bitte tu deinem Sohn den Gefallen und schränke seine Bewegungen wegen deiner Angst nicht derartig ein. Zum einen wird er auf diese Art und Weise später mal selber Ängste entwickeln, zum Anderen ist es für Kinder enorm wichtig rennen, toben, kullern, eben spielen zu können. Nicht nur für die Seele, sondern auch für den Körper, die Muskeln, die Organe. Dein Sohn soll doch später gesund sein, oder?
Und damit meine ich die körperliche Gesundheit ebenso wie die geistige.

Das hatte ich doch schon geschrieben, dass ich das auf alle Fälle verhindern möchte Ist nur leichter gesagt als getan, wenn man erst mal so eine Angst hat.

Wenn deine Ängste dich derartig beschäftigen und einschränken, hast du es dann schon einmal mit einer Therapie versucht?


Ich habe heute mit meinem Mann darüber geredet. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es höchst wahrscheinlich Verlustängste oder dergleichen sind, weil ich das nur dort habe, wo meine Kinder oder ich uns langfristig aufhalten und bei meiner Mutter zu Hause. Bei fremden Menschen interessiert es mich nicht die Bohne, ob da das Haus einstürzt oder nicht. Auch nicht, wenn ich zu Besuch bin.

Ich wurde 10 Jahre lang von meinem Stiefvater missbraucht, vielleicht hat das auch damit was zu tun. Es fing an, als ich 9 Jahre alt war.


Zitat von GastB:
Vielleicht hast du als Kind mal ein etwas bedrücktes, bedrohlich wirkendes Erwachsenengespräch mit angehört, wo du nur ein paar dir scheinbar bekannte Wörter herausgehört und dir darauf dann einen kindlichen, aber völlig falschen Reim gemacht hast ...?

Etwa sowas: "Diese schweren Einschränkungen ... das kann ja auf Dauer nicht gutgehen ... eines Tages bricht er zusammen."

Sie sprachen über einen kranken oder finanziell oder sozial stark eingeschränkten Menschen. Über den sie sich deutlich Sorgen machten.

Das Kind fühlte die Sorge, kannte das Wort Schränke", aber nicht "Einschränkungen" - und verstand daher:
"Diese schweren Schränke ... das kann ja auf Dauer nicht gutgehen ... eines Tages bricht er zusammen."

Und seitdem beobachtete es voller Panik sowohl das Gewicht von Schränken als auch die Tragfähigkeit von Fußböden.

? Könnte das passen? Was meinst?


Vielleicht, vielleicht auch nicht. Das Unterbewusstsein nimmt ja so viele Informationen auf, auch welche, die wir eben bewusst nicht wahrnehmen.

27.09.2010 22:39 • #11


Oh je, da hast du mehrere sehr schlimme Erlebnisse gehabt.
Dass du da starke Phanasien entwickelt konntest, ist sehr leicht einzusehen.

Hast du dir vielleicht während des Missbrauchs manchmal gewünscht und vorgestellt, dass der Boden sich öffnet und dein Stiefvater hineinstürzt und weg ist ?
Kann das sein?

28.09.2010 09:29 • #12


Liebe Steffi,

Wenn an deiner Angst vor dem Einstürzen so viele Dinge gekoppelt sind, wenn da so viel Negatives in deiner Kindheit war, dann nimm dir doch ein Herz und wende dich an einen Therapeuten.
Mit Hilfe eines Spezialisten seine Kindheit aufzuarbeiten und mit seinen Ängsten aufzuräumen ist keine Schande, sondern ein großer Schritt zurück in ein normales und angstfreies Leben ohne große Einschränkungen. Die Therapie wird von der Krankenkasse bezahlt, es entstehen also keine unnötigen Kosten, außer vielleicht 10€ Praxis-Gebühr falls du keine Überweisung vom Hausarzt hast. Ein Therapeut ist nichts anderes als ein Arzt, aber eben einer für die Seele. Wenn ich mir den Fuß verstauche geh ich zum Orthopäden, wenn ich die Grippe hab zum Hausarzt, und wenn der Seele der Schuh drückt zum Psychologen.
Das ist nichts Anderes als ein Arzt der sich auf die Seele spezialisiert hat.
Du findest über diese Seite sogar etliche Anschriften, hier hab ich auch meinen Therapeuten gefunden, und ich bin bis heute sehr froh an ihn geraten zu sein, denn er war wirklich kompetent und konnte mir super helfen:
https://www.psychic.de/psychotherapeuten.php

Liebe Grüße,
Bianca

28.09.2010 09:34 • #13


Hallo, ich wollte mich nochmal zu Wort melden. Ich werde auf jeden Fall eine Therapie machen, wenn ich wieder Panikattacken bekommen sollte. Bis jetzt kamen keine mehr dazu. Und das schon seit fast 2 Wochen. Normalerweise habe ich täglich Angstattacken. Ich weiß jetzt, woher meine Angst kommt und ich habe dies akzeptiert und seitdem geht es mir gut. Meine Angstattacken entstehen durch Verlustängste. Ich habe sie vor allem bei meiner Mutter und mir zu Hause, weil mein Peiniger damals immer damit drohte, dass ich alles verlieren werde, wenn ich je ein Wort über den Missbrauch aussprechen werde. Damals hatte ich vor allem Angst davor, meine Mutter zu verlieren. Ich glaube , das hat sich so in mein Hirn eingebrannt, dass ich diese Angst vor einstürzenden Häusern entwickelte.

Mir wird manchmal noch mulmig, aber dann sage ich "Stopp! Lass das nicht zu. Du weißt, dass nichts passiert, es ist nur Deine Verlustangst!" und schwupps, ist die Panikattacke schon wieder weg. Ich hoffe, dass ich irgendwann ganz frei von dieser Angst sein werde. Aber mir ging es schon lange nicht mehr so gut wie jetzt. Es stört mich noch nicht einmal mehr, wenn mein Sohn mit einem Luftballon zu Hause spielt oder auf der Couch herum hüpft. Ganz im Gegenteil, ich hab sogar mitgemacht

10.10.2010 19:57 • x 1 #14


23juni2009
na das ist ja schön zu hören das du das rausgefunden hast aber noch viel schöner das du mit deinen attacken scheinbar sehr gut klarkommst.

das dir dein einreden so gut hilft freut mich

lg david

10.10.2010 19:59 • #15


Zitat von 23juni2009:
das dir dein einreden so gut hilft freut mich

lg david


Naja, es ist nicht wirklich Einreden. Einreden bringt nichts. Man muss es verstehen und akzeptieren. Man muss die Ursache herausfinden, dann ist alles plötzlich ganz einfach.

10.10.2010 20:18 • #16


23juni2009
hm das meinte ich ja habe mich etwas missglücklich ausgedrückt

10.10.2010 20:21 • #17


Macht doch nichts

10.10.2010 21:42 • #18


Hallo stefanieb,

ich kann deine Ängste sehr gut nachvollziehen, mir geht es genauso. Allerdings habe ich überhaupt keine schlimmen Erlebnisse in der Kindheit gehabt, es muß wohl andere Gründe geben. Diese Angst ist warscheinlich sehr selten, ich hab nur von dir einen Beitrag gefunden. Deshalb würde ich mich gerne mit dir austauschen und wissen wie es dir momentan geht.

LG

03.08.2012 23:20 • #19


Du solltest auf alle Fälle eine Therapie machen, egal ob jetzt aktuell die Panik da ist oder nicht. Du hast ein schweres Trauma erlebt und dies solltest du unbedingt aufarbeiten. Das ist das beste was du für dich und deine Familie tun kannst.

04.08.2012 08:51 • x 1 #20



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Prof. Dr. Borwin Bandelow