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saragossa
HalliHallo ihr Lieben
Durch ein paar Gespräche im Forum habe ich mir mal so eine Theorie zurechtgebastelt:
Ich bin sehr behütet aufgewachsen, was ja an sich überhaupt nix schlechtes ist. Meine Eltern sind sehr liebevoll und ich hatte eine wundervolle Kindheit. Auch heute noch kann ich meine Eltern zu meinen besten Freunden zählen. Aber kann es nicht sein, dass man durch dieses überhütete einfach schon anfälliger für soziale Ängste ist? Es war für mich nämlich sehr schwer das sichere, warme Elternnest zu verlassen...raus in die große, kalte weite Welt wo man sich erst mal selbst finden, beweisen und durchkämpfen muss

28.02.2015 00:10 • 22.03.2015 #1


67 Antworten ↓


RicoBee
Demgegenüber hast du dann diejenigen, die ihre sozialen Ängste auf ihre schwere Kindheit zurückführen. Nimmt man beides zusammen, kann man nur zum Schluss kommen, dass es letztlich völlig egal ist, was für eine Kindheit man hatte. Entweder es erwischt einen oder eben nicht.

28.02.2015 00:18 • #2



Überhütet aufwachsen Grund für soziale Ängste?

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alice01
Hallo Saragossa

ich finde es eine tolle Idee, dieses Thema hier zu starten und bin schon gespannt darauf wie andere darüber denken.
Ich bin davon überzeugt, dass dies bei mir auch dazu beigetragen hat. Ich habe mich lange gegen diesen Gedanken gewehrt, weil es sich ein wenig so anfühlt als würde man seine Eltern dafür verantwortlich machen, dabei ist man doch super dankbar dafür, dass man eine so tolle und unbeschwerte Kindheit geschenkt bekommen hat. Das ist auch in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Nichts desto trotz bin ich in den letzten Jahren auch zu dieser Theorie gekommen...

Lg
Alice

28.02.2015 00:19 • #3


Wenn man nur behütet und liebevoll aufwächst, dann sollte das soziale wenig Probleme bereiten. Bei überhütet kann ich mir das schon vorstellen.
Die Eltern sind ja Vorbild im Kindesalter. Was haben sie dir den vorgelebt? Haben sie viele Freunde, gehen fort.... oder sind sie eher nur für sich. War deine Mami daheim oder arbeiten. Wenn sie daheim war hat sie viel mit dir unternommen - Spielplatz oder so, wo du mit anderen Kindern Erfahrungen sammeln konntest.....

28.02.2015 00:21 • #4


saragossa
Zitat von RicoBee:
Demgegenüber hast du dann diejenigen, die ihre sozialen Ängste auf ihre schwere Kindheit zurückführen. Nimmt man beides zusammen, kann man nur zum Schluss kommen, dass es letztlich völlig egal ist, was für eine Kindheit man hatte. Entweder es erwischt einen oder eben nicht.


Find nicht, dass das vollkommen egal ist. Es ist ja jeder Mensch anders und die Kindheit prägt einen ja x.

28.02.2015 00:29 • #5


shg-admos
Ich glaube es geht auch um Urvertrauen. Wenn man Urvertrauen durch eine harmonische Erziehung bekommen hat, dann ist vieles leichter. Vermutlich kriegt man dann auch eher keine Angststörung. Letztlich bliebt einem jedoch immer nur eine Möglichkeit: Die Verantwortung für sich selbst und sein eigenes Sein komplett zu übernehmen und anzunehmen (meiner Meinung nach)....

28.02.2015 00:42 • #6


alice01
Zitat von shg-admos:
Ich glaube es geht auch um Urvertrauen. Wenn man Urvertrauen durch eine harmonische Erziehung bekommen hat, dann ist vieles leichter. Vermutlich kriegt man dann auch eher keine Angststörung. Letztlich bliebt einem jedoch immer nur eine Möglichkeit: Die Verantwortung für sich selbst und sein eigenes Sein komplett zu übernehmen und anzunehmen (meiner Meinung nach)....


Aber genau das könnte doch gerade gut behütet aufgewachsenen schwer fallen, weil ja immer die Eltern da waren, die einen aufgefangen haben und man deshalb nicht unbedingt selbst Verantwortung übernehmen musste.
Und wenn man dann "in die große weite Welt auszieht" ist man überfordert...
Oder?

28.02.2015 00:56 • #7


saragossa
Glaub ich auch Alice, ich hab halt bemerkt wie schwer es mir gefallen ist in der "Erwachsenenwelt" klarzukommen, mehr als es normalerweise sein sollte.

28.02.2015 01:12 • #8


Das ist nicht so einfach. Gut behütet kann ja viel bedeuten.
Nehmen wir ein Beispiel: Mutter geht mit Kind auf den Spielplatz. Das Kind turnt am Klettergerüst, ebenso ein anderes, das aber das Kind immer wieder ärgert und ihn vielleicht runterschubst. Jetzt geht die Mutter her und zieht sein Kind weg und sagt, komm geh auf die Schaukel, da hast du deine Ruhe.

Sie könnte aber auch hergehen und das andere Kind zurechtweisen und darauf achten, dass das eigene ohne weitere "Schäden" weiter klettern kann.
Beide Male hat sie ihr Kind behütet, darauf geachtet, dass ihm nichts passiert und dennoch hat es Auswirkungen auf den späteren Charakter des Kindes oder wie es mit anderen Menschen umgehen kann.

28.02.2015 01:16 • #9


alice01
Und inwieweit meinst du unterscheiden sich die Auswirkungen?

28.02.2015 01:22 • #10


Das eine lernt unangenehme Situationen zu meiden, sich unterzuordnen, somit wenig Selbstbewusstsein.
Das andere lernt zum einen, die Mami ist in schwierigen Situationen da und hilft und zudem lernt es, dass man sich nicht immer alles gefallen lassen muss.

28.02.2015 01:26 • #11


alice01
Hm..ja da ist was dran!
Trotzdem hat in beiden Fällen die Miutter entschieden...
Aber es ist schon richtig, das Kind eifert der Mutter als Vorbild dann im Normalfall nach!

28.02.2015 01:33 • #12


Hotin
Hallo saragossa,

Zitat:
Aber kann es nicht sein, dass man durch dieses überhütete einfach schon
anfälliger für soziale Ängste ist?


Das wird oft so sein. Es kommt vermutlich nicht auf das "behütet" an.
Es kommt darauf an, das Eltern dem Kind bei bringen Entscheidungen zu treffen
und diese dann auch zu verantworten.

Ein Kind sollte lernen, das es nicht schlimm ist Fehler zu machen und das man die meisten Fehler
selbst korrigieren kann. Dies schafft Selbstbewusstsein.
Wenn Kindern Wünsche zu schnell und zu einfach erfüllt werden, wie sollen sie dann
als Erwachsene Spaß daran haben für schönes zu kämpfen. Vermutlich fehlt ihnen dann
auch die Erfahrung und das Selbstbewusstsein sich aus schwierigen Situationen wieder raus zu ziehen.

Somit sehe ich das wie alice.
Zitat:
Aber genau das könnte doch gerade gut behütet aufgewachsenen schwer fallen, weil ja immer
die Eltern da waren, die einen aufgefangen haben und man deshalb nicht unbedingt selbst
Verantwortung übernehmen musste.


Viele Grüße

Hotin

28.02.2015 02:01 • x 1 #13


alice01
Hallo Hotin,

du hast wirklich tolle Ansätze und einleuchtende Erklärungen!
Du bringst viel Klarheit und viele neue Ansätze in die Fragenstellungen, die uns hier so umtreiben!
Es ist schön jemanden wie Dich hier kennenlernen zu dürfen!
Vielen Dank dafür!

Lg
Alice

28.02.2015 02:08 • x 1 #14


Schlaflose
Überbehütet aufzuwachsen kann für die Entwicklung eines Kindes genauso schlecht sein wie vernachlässigt zu werden.
Unter Überhütung verstehe ich z.B. dass die Eltern dem Kind nichts erlauben zu machen, was sie als gefährlich erachten, dem Kind alles abnehmen, was unangenehm ist, nicht zulassen, dass es sich gegenüber anderen durchsetzen lernt, dass es mit negativen Erlebnissen und Erfahrungen konfrontiert wird und damit zurechtkommt u.ä. Wenn man dann als Erwachsener plötzlich allein zurechtkommen soll, ist man überfordert und entwickelt Ängste.

28.02.2015 09:04 • x 1 #15


Zitat von saragossa:
HalliHallo ihr Lieben
Durch ein paar Gespräche im Forum habe ich mir mal so eine Theorie zurechtgebastelt:
Ich bin sehr behütet aufgewachsen, was ja an sich überhaupt nix schlechtes ist. Meine Eltern sind sehr liebevoll und ich hatte eine wundervolle Kindheit. Auch heute noch kann ich meine Eltern zu meinen besten Freunden zählen. Aber kann es nicht sein, dass man durch dieses überhütete einfach schon anfälliger für soziale Ängste ist? Es war für mich nämlich sehr schwer das sichere, warme Elternnest zu verlassen...raus in die große, kalte weite Welt wo man sich erst mal selbst finden, beweisen und durchkämpfen muss

ich denke auch, dass ein teil der sozialen ängste daher kommt. auch beim gegenteil, wenn man vernachlässigt wurde, kann das der fall sein. jeder mensch reagiert ja auf andere dinge mit ängsten. kommt also drauf an, was man psychisch aushält. denn jeder mensch ist anders. ich find deine theorie gut.

28.02.2015 09:15 • #16


RicoBee
Zitat von saragossa:
Find nicht, dass das vollkommen egal ist. Es ist ja jeder Mensch anders und die Kindheit prägt einen ja ...

Schon, aber wenn sowohl überbehütete Kindheit als auch schwere Kindheit soziale Ängste fördern, ist jeder, der nicht komplett durchschnittlich aufgewachsen ist - also die grosse Mehrheit - gefährdet. Was wiederum bedeutet, dass es völlig egal ist, was für eine Kindheit man hatte.

28.02.2015 15:16 • #17

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Schlaflose
Zitat von RicoBee:
Schon, aber wenn sowohl überbehütete Kindheit als auch schwere Kindheit soziale Ängste fördern, ist jeder, der nicht komplett durchschnittlich aufgewachsen ist - also die grosse Mehrheit - gefährdet. Was wiederum bedeutet, dass es völlig egal ist, was für eine Kindheit man hatte.


Ich würde aber doch sagen, dass sowohl eine überbehütete und als auch schwere Kindheit eher die Ausnahmen sind. Die überwiegende Mehrheit ist durchschnittlich aufgewachsen. Das gilt für diejenigen, die jetzt im Erwachsenenalter sind.
So wie Kinder heutzutage aufwachsen ist wieder eine andere Geschichte. Es gibt ja kaum noch Familien, wo beide Elternteile während der gesamten Kindheit und Jugendzeit ihrer Kinder zusammen sind. Wie sich das später auf die Psyche dieser Kinder auswirkt, wird sich noch zeigen.

28.02.2015 16:55 • x 1 #18


RicoBee
Zitat von Schlaflose:
Zitat von RicoBee:
Ich würde aber doch sagen, dass sowohl eine überbehütete und als auch schwere Kindheit eher die Ausnahmen sind.

Gerade bei letzterem würden dir wohl eine Menge Richter, Gutachter und Psychologen widersprechen - zumindest seit ungefähr 15 oder 20 Jahren

28.02.2015 17:36 • #19


Schlaflose
Zitat von RicoBee:
Gerade bei letzterem würden dir wohl eine Menge Richter, Gutachter und Psychologen widersprechen - zumindest seit ungefähr 15 oder 20 Jahren


Das habe ich doch geschrieben. Ich beziehe mich dabei auf Leute, die jetzt mitten im Erwachsenenleben stehen, also so ab 30.

28.02.2015 18:56 • #20



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