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saragossa

saragossa
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HalliHallo ihr Lieben huhu
Durch ein paar Gespräche im Forum habe ich mir mal so eine Theorie zurechtgebastelt:
Ich bin sehr behütet aufgewachsen, was ja an sich überhaupt nix schlechtes ist. Meine Eltern sind sehr liebevoll und ich hatte eine wundervolle Kindheit. Auch heute noch kann ich meine Eltern zu meinen besten Freunden zählen. Aber kann es nicht sein, dass man durch dieses überhütete einfach schon anfälliger für soziale Ängste ist? Es war für mich nämlich sehr schwer das sichere, warme Elternnest zu verlassen...raus in die große, kalte weite Welt wo man sich erst mal selbst finden, beweisen und durchkämpfen muss

29.01.2025 #1


69 Antworten ↓
Hotin

Hotin
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Hallo alice01,

um etwas besser zu verstehen, wie Menschen miteinander kommunizieren
ist es notwendig das mit der Angst viel umfangreicher zu sehen.
Wir reden hier im Forum nur immer darüber, was die Angst in uns macht. Dies ist aber nur ein Teil, um den es geht.
Wenn wir Kontakt mit einem anderen Menschen haben senden wir ständig Signale an den anderen und dieser sendet Signale zurück. Dies sind Blick, Körperhaltung, Stimme, angenehm oder unangenehm, Mimik, lachen oder bitterernst, vielleicht sogar aggressiv und einiges anderes.

Um zwischenmenschlich sicherer zu werden solltest Du beobachten, was
da abläuft und wie Du damit "spielen" kannst.
Das, was wir sagen, also der Inhalt wird manchmal gar nicht so sehr beachtet, wenn Du dazu die falschen Signale sendest. Das gute hier im Forum ist, das wir diese andere Faktoren hier nicht sehen. Würde ich neben Dir sitzen, könnte es sein das ich Dir unsympathisch bin. Meinen Text würdest Du dann viel kritischer sehen oder plötzlich nicht mehr glauben.
Wer lacht, obwohl er schlechte Laune hat, macht seinem Gegenüber wenig Angst. Schaust Du böse, obwohl es Dir gut geht, bekommt der andere Angst.
Somit sind wir Menschen mit unsere Art oft sehr stark dafür verantwortlich,
was andere über uns denken. Und umgekehrt genau so.

Um nun eine angenehme Kommunikation aufzubauen, solltest Du Dir Mühe geben so auf andere zu
zu gehen, das Du ihnen wenig Angst machst.
Meistens sind sie dann freundlich und machen Dir auch wenig Angst.

Wer nach einiger Zeit merkt, das er vor Dir wenig Angst haben muss, wird vermutlich seine Maske für kurze Zeit abnehmen. Und Du solltest auch immer entscheiden, wie ehrlich sage ich meinem Gegenüber was ich
habe, was ich denke und was ich will.
Das ist ein wesentlicher Teil des Selbstbewusstsein. Du bist Dir jederzeit bewusst, was Du tust
und wie Du die Begegnung mit einem anderen Menschen steuerst.

Zitat:
Weil sobald ich versuche etwas vorzuspielen, Gelassenheit oder Selbstbewusstsein, kommt mein "innerer Kritiker" und schreit in meinem Kopf, dass ich das, was ich da spiele ja gar nicht bin. Und wie falsch und unehrlich das ist.


Das scheint mir ein schwerer Denkfehler zu sein. Du sollst ja nicht ständig lügen. Aber wenn Du immer und überall die volle Wahrheit sagst, wirst Du meistens an die an die Wand gedrückt, wenn das jemand ausnutzen will.
Also prüfe immer, mit wem Du zu tun hast, ob der andere ein fairer Mensch ist.

Zitat:
Dieses Rollenspiel ist für mich die größte Herausforderung im Umgang mit anderen. Vor allem auch, weil ich ständig überlege, was von mir erwartet wird. Und dieses Gedankenkarusell führt letztendlich dazu, dass ich mich super unwohl in meiner Haut fühle. Ich glaube deshalb bin ich auch nicht so gesellschaftsfähig...


Solange Du nicht weißt, was Da abläuft und diese Regeln nicht zu Deinem Vorteil benutzt wirst
Du Dich bestimmt unwohl fühlen.

Mache erst mal hier Stopp.
Habe ich so geschrieben, das es verständlich ist?

Viele Grüße

Hotin

03.03.2015 23:07 • x 2 #44


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Überhütet aufwachsen Grund für soziale Ängste?

x 3


alice01

alice01
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Hallo Hotin,

vielen Dank für Deine Sicht der Dinge.
Verständlich und plausibel ist das schon, was du geschrieben hast. Ich muss darüber aber erst einmal gründlich nachdenken, wie ich das mit meiner Wahrnehmung und mit meinen Gedanken zusammen bringe. So habe ich mir das glaube ich noch gar nicht so bewusst gemacht, höchstens unbewusst bemerkt.
Da steckt wahrscheinlich auch der Grund dahinter, warum mich viele als arrogant abstempeln und nur die, die sich die Mühe machen mich näher kennenlernen zu wollen bemerken, dass mein Verhalten eher auf meine Unsicherheit als auf Arroganz zurückzuführen ist.
Andersherum habe ich bemerkt, dass viele auf meiner neuen Arbeit super freundlich zu mir sind. Das könnte deiner Theorie nach daran liegen, dass ich einfach super happy und dankbar war und bin, dass mein Wechsel dorthin geklappt hat und ich deshalb "positiver" auf die anderen zugegangen bin...

Hm,... ich glaube, so langsam wird mir begreiflich was du meinst!

Woher holst du nur diese Denkanstöße und diese andere Sicht auf die Dinge? Das ist mir schon oft hier im Forum aufgefallen (auch bei Themen, bei denen ich mich nicht beteiligt habe). Ich finde das schwer beeindruckend! Schwer vorstellbar, dass du mit deiner Sicht der Dinge, genauso Probleme hast wie wir anderen und umso mehr tut es mir Leid für Dich. Du tust hier so vielen gut hier im Forum! Ich hoffe, du kannst trotzdem viel für dich mitnehmen!
Nochmals vielen lieben Dank! Blumen

Ich werde weiter über deine Worte grübeln!

Lg
Alice

04.03.2015 00:10 • x 1 #45


Zum Beitrag im Thema ↓


RicoBee
Demgegenüber hast du dann diejenigen, die ihre sozialen Ängste auf ihre schwere Kindheit zurückführen. Nimmt man beides zusammen, kann man nur zum Schluss kommen, dass es letztlich völlig egal ist, was für eine Kindheit man hatte. Entweder es erwischt einen oder eben nicht.

#2


alice01
Hallo Saragossa Mr. Green

ich finde es eine tolle Idee, dieses Thema hier zu starten und bin schon gespannt darauf wie andere darüber denken.
Ich bin davon überzeugt, dass dies bei mir auch dazu beigetragen hat. Ich habe mich lange gegen diesen Gedanken gewehrt, weil es sich ein wenig so anfühlt als würde man seine Eltern dafür verantwortlich machen, dabei ist man doch super dankbar dafür, dass man eine so tolle und unbeschwerte Kindheit geschenkt bekommen hat. Das ist auch in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Nichts desto trotz bin ich in den letzten Jahren auch zu dieser Theorie gekommen...

Lg Freunde
Alice

#3


R
Wenn man nur behütet und liebevoll aufwächst, dann sollte das soziale wenig Probleme bereiten. Bei überhütet kann ich mir das schon vorstellen.
Die Eltern sind ja Vorbild im Kindesalter. Was haben sie dir den vorgelebt? Haben sie viele Freunde, gehen fort.... oder sind sie eher nur für sich. War deine Mami daheim oder arbeiten. Wenn sie daheim war hat sie viel mit dir unternommen - Spielplatz oder so, wo du mit anderen Kindern Erfahrungen sammeln konntest.....

#4


saragossa
Zitat von RicoBee:
Demgegenüber hast du dann diejenigen, die ihre sozialen Ängste auf ihre schwere Kindheit zurückführen. Nimmt man beides zusammen, kann man nur zum Schluss kommen, dass es letztlich völlig egal ist, was für eine Kindheit man hatte. Entweder es erwischt einen oder eben nicht.


Find nicht, dass das vollkommen egal ist. Es ist ja jeder Mensch anders und die Kindheit prägt einen ja x.

#5


shg-admos
Ich glaube es geht auch um Urvertrauen. Wenn man Urvertrauen durch eine harmonische Erziehung bekommen hat, dann ist vieles leichter. Vermutlich kriegt man dann auch eher keine Angststörung. Letztlich bliebt einem jedoch immer nur eine Möglichkeit: Die Verantwortung für sich selbst und sein eigenes Sein komplett zu übernehmen und anzunehmen (meiner Meinung nach)....

#6


alice01
Zitat von shg-admos:
Ich glaube es geht auch um Urvertrauen. Wenn man Urvertrauen durch eine harmonische Erziehung bekommen hat, dann ist vieles leichter. Vermutlich kriegt man dann auch eher keine Angststörung. Letztlich bliebt einem jedoch immer nur eine Möglichkeit: Die Verantwortung für sich selbst und sein eigenes Sein komplett zu übernehmen und anzunehmen (meiner Meinung nach)....


Aber genau das könnte doch gerade gut behütet aufgewachsenen schwer fallen, weil ja immer die Eltern da waren, die einen aufgefangen haben und man deshalb nicht unbedingt selbst Verantwortung übernehmen musste.
Und wenn man dann "in die große weite Welt auszieht" ist man überfordert...
Oder?

#7


saragossa
Glaub ich auch Alice, ich hab halt bemerkt wie schwer es mir gefallen ist in der "Erwachsenenwelt" klarzukommen, mehr als es normalerweise sein sollte.

#8


R
Das ist nicht so einfach. Gut behütet kann ja viel bedeuten.
Nehmen wir ein Beispiel: Mutter geht mit Kind auf den Spielplatz. Das Kind turnt am Klettergerüst, ebenso ein anderes, das aber das Kind immer wieder ärgert und ihn vielleicht runterschubst. Jetzt geht die Mutter her und zieht sein Kind weg und sagt, komm geh auf die Schaukel, da hast du deine Ruhe.

Sie könnte aber auch hergehen und das andere Kind zurechtweisen und darauf achten, dass das eigene ohne weitere "Schäden" weiter klettern kann.
Beide Male hat sie ihr Kind behütet, darauf geachtet, dass ihm nichts passiert und dennoch hat es Auswirkungen auf den späteren Charakter des Kindes oder wie es mit anderen Menschen umgehen kann.

#9


alice01
Und inwieweit meinst du unterscheiden sich die Auswirkungen?

#10


R
Das eine lernt unangenehme Situationen zu meiden, sich unterzuordnen, somit wenig Selbstbewusstsein.
Das andere lernt zum einen, die Mami ist in schwierigen Situationen da und hilft und zudem lernt es, dass man sich nicht immer alles gefallen lassen muss.

#11


alice01
Hm..ja da ist was dran!
Trotzdem hat in beiden Fällen die Miutter entschieden...
Aber es ist schon richtig, das Kind eifert der Mutter als Vorbild dann im Normalfall nach!

#12


Hotin
Hallo saragossa,

Zitat:
Aber kann es nicht sein, dass man durch dieses überhütete einfach schon
anfälliger für soziale Ängste ist?


Das wird oft so sein. Es kommt vermutlich nicht auf das "behütet" an.
Es kommt darauf an, das Eltern dem Kind bei bringen Entscheidungen zu treffen
und diese dann auch zu verantworten.

Ein Kind sollte lernen, das es nicht schlimm ist Fehler zu machen und das man die meisten Fehler
selbst korrigieren kann. Dies schafft Selbstbewusstsein.
Wenn Kindern Wünsche zu schnell und zu einfach erfüllt werden, wie sollen sie dann
als Erwachsene Spaß daran haben für schönes zu kämpfen. Vermutlich fehlt ihnen dann
auch die Erfahrung und das Selbstbewusstsein sich aus schwierigen Situationen wieder raus zu ziehen.

Somit sehe ich das wie alice.
Zitat:
Aber genau das könnte doch gerade gut behütet aufgewachsenen schwer fallen, weil ja immer
die Eltern da waren, die einen aufgefangen haben und man deshalb nicht unbedingt selbst
Verantwortung übernehmen musste.


Viele Grüße

Hotin

x 1 #13


alice01
Hallo Hotin,

du hast wirklich tolle Ansätze und einleuchtende Erklärungen!
Du bringst viel Klarheit und viele neue Ansätze in die Fragenstellungen, die uns hier so umtreiben!
Es ist schön jemanden wie Dich hier kennenlernen zu dürfen!
Vielen Dank dafür! Blumen

Lg
Alice

x 1 #14


Schlaflose
Überbehütet aufzuwachsen kann für die Entwicklung eines Kindes genauso schlecht sein wie vernachlässigt zu werden.
Unter Überhütung verstehe ich z.B. dass die Eltern dem Kind nichts erlauben zu machen, was sie als gefährlich erachten, dem Kind alles abnehmen, was unangenehm ist, nicht zulassen, dass es sich gegenüber anderen durchsetzen lernt, dass es mit negativen Erlebnissen und Erfahrungen konfrontiert wird und damit zurechtkommt u.ä. Wenn man dann als Erwachsener plötzlich allein zurechtkommen soll, ist man überfordert und entwickelt Ängste.

x 1 #15


L
Zitat von saragossa:
HalliHallo ihr Lieben huhu
Durch ein paar Gespräche im Forum habe ich mir mal so eine Theorie zurechtgebastelt:
Ich bin sehr behütet aufgewachsen, was ja an sich überhaupt nix schlechtes ist. Meine Eltern sind sehr liebevoll und ich hatte eine wundervolle Kindheit. Auch heute noch kann ich meine Eltern zu meinen besten Freunden zählen. Aber kann es nicht sein, dass man durch dieses überhütete einfach schon anfälliger für soziale Ängste ist? Es war für mich nämlich sehr schwer das sichere, warme Elternnest zu verlassen...raus in die große, kalte weite Welt wo man sich erst mal selbst finden, beweisen und durchkämpfen muss

ich denke auch, dass ein teil der sozialen ängste daher kommt. auch beim gegenteil, wenn man vernachlässigt wurde, kann das der fall sein. jeder mensch reagiert ja auf andere dinge mit ängsten. kommt also drauf an, was man psychisch aushält. denn jeder mensch ist anders. ich find deine theorie gut.

#16


RicoBee
Zitat von saragossa:
Find nicht, dass das vollkommen egal ist. Es ist ja jeder Mensch anders und die Kindheit prägt einen ja ...

Schon, aber wenn sowohl überbehütete Kindheit als auch schwere Kindheit soziale Ängste fördern, ist jeder, der nicht komplett durchschnittlich aufgewachsen ist - also die grosse Mehrheit - gefährdet. Was wiederum bedeutet, dass es völlig egal ist, was für eine Kindheit man hatte.

#17

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Schlaflose
Zitat von RicoBee:
Schon, aber wenn sowohl überbehütete Kindheit als auch schwere Kindheit soziale Ängste fördern, ist jeder, der nicht komplett durchschnittlich aufgewachsen ist - also die grosse Mehrheit - gefährdet. Was wiederum bedeutet, dass es völlig egal ist, was für eine Kindheit man hatte.


Ich würde aber doch sagen, dass sowohl eine überbehütete und als auch schwere Kindheit eher die Ausnahmen sind. Die überwiegende Mehrheit ist durchschnittlich aufgewachsen. Das gilt für diejenigen, die jetzt im Erwachsenenalter sind.
So wie Kinder heutzutage aufwachsen ist wieder eine andere Geschichte. Es gibt ja kaum noch Familien, wo beide Elternteile während der gesamten Kindheit und Jugendzeit ihrer Kinder zusammen sind. Wie sich das später auf die Psyche dieser Kinder auswirkt, wird sich noch zeigen.

x 1 #18


RicoBee
Zitat von Schlaflose:
Zitat von RicoBee:
Ich würde aber doch sagen, dass sowohl eine überbehütete und als auch schwere Kindheit eher die Ausnahmen sind.

Gerade bei letzterem würden dir wohl eine Menge Richter, Gutachter und Psychologen widersprechen - zumindest seit ungefähr 15 oder 20 Jahren Wink

#19


Schlaflose
Zitat von RicoBee:
Gerade bei letzterem würden dir wohl eine Menge Richter, Gutachter und Psychologen widersprechen - zumindest seit ungefähr 15 oder 20 Jahren Wink


Das habe ich doch geschrieben. Ich beziehe mich dabei auf Leute, die jetzt mitten im Erwachsenenleben stehen, also so ab 30.

#20


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