12

Hallo,

ich leide seit über einem Jahrzehnt nun an sozialen Ängsten, resultierend aus einem mangelnden Selbstbewusstsein und schwankend durch Isolation begründet an Depressionen. Ich studiere aktuell, verlasse meine Wohnung aber nie, weil ich tagsüber bereits bei einem Schritt vor die Tür Nachbarn begegnen könnte, die eine soziale Interaktion erzwingen könnten und habe negative Gedanken dazu in der Art dass sie mich für seltsam halten, wie ich auf sie wirke und reflektiere noch Stunden nach jeder sozialen Interaktion, wie ich wohl gewirkt habe, viele Dinge sind mir tage- oder wochenlang peinlich, bereiten mir kopfzerbrechen etc.

Ich weiß nicht, wie genau ich weiter machen soll, um mein Leben endlich in den Griff zu bekommen. Das Studium ist selbstverständlich deutlich schwerer, wenn man es als Fernstudium handhabt, auch wenn es mir recht gut gelingt.

Ich habe keinen Freundeskreis, keinen Kontakt zu Verwandten, im Prinzip niemanden. Ich habe inzwischen keine Hobbies mehr, die ich außerhalb betreibe.

Bei jedem versuch, mich wieder auf die Welt einzulassen ziehe ich mich bei Rückschlägen (hier reichen Kleinigkeiten aus die mich zum Grübeln bringen) für Wochen wieder nach Hause an meinen Computer zurück. (Bewältigungsstrategie, um abzuschalten, gegen Trauer/Frustration), um es danach wieder zu versuchen. Es wiederholt sich ständig.

Glücklich bin ich überhaupt nicht.

Ich hätte Lust auf viele Dinge, wie zum Beispiel Joggen zu gehen, in den Wald zu gehen, Menschen zu ignorieren und meine Umwelt wieder entspannt wahrzunehmen, aber ich bleibe fokussiert auf Menschen und meine Außenwirkung und kann absolut nichts genießen, sobald ein Mensch auf meinem Radar erscheint, weil ich in jedem Moment seine Aufmerksamkeit bekommen könnte, selbst wenn er mich nicht ansieht o.ä. und bin gedanklich absolut nur darauf konzentriert und fühle mich extrem unwohl und angespannt. Beim Joggen würde ich mich unwohl fühlen, weil ich damit aus der Masse heraussteche, ich fühle mich unwohl sobald ich irgendwie auffalle. Sei es optisch, durch Handlungen, oder sonst etwas. Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich einer unter tausenden bin. Auf einer Messe auf der sich 10.000 Menschen befinden, habe ich zum Beispiel überhaupt keine Probleme, weil ich genau weiß, dass hier niemand Zeit und Lust hat, nur mich zu beobachten. Dennoch kann man einfach nix tun, ohne irgendwie Menschen zu begegnen. Ich gedanklich nur darauf fixiert, wie ich auf andere wirke, wer mir an welcher Ecke begegnen könnte, ob ich die Aufmerksamkeit von fremden Menschen bekomme (unangenehm), was derjenige wohl über mich denkt, warum er mich so seltsam ansieht. Ich will gemocht werden, weiß dass es sinnlos ist, nicht jeder kann mich mögen, und es ist auch nicht erstrebenswert sich anzupassen um gemocht zu werden bzw. eigentlich ja nicht von Bedeutung. Am liebsten werde ich einfach ignoriert, oder besser noch begegne gar keinen Menschen. Auf einer Insel würde ich mich wohl fühlen, und irgendwie auch nicht. Es zieht mich zu Menschen, ich kann auch gut mit Menschen reden, aber dennoch fühle ich mich unwohl außerhalb meiner gewohnten Umgebung.

Trotzdem habe ich absolut keinen Fahrplan, und weiß nicht wie genau ich anfangen soll, und wie ich diesen Kreislauf mit dem Rückzug unterbrechen kann. Es macht mich einfach tieftraurig/ängstlich Menschen zu begegnen und es ist einfach nur unangenehm quälend, eine Belastung rund um die Uhr, ich kann nie entspannen. Es sei denn ich bin eben zuhause.

Hat jemand eine Idee, welche Schritte ich hier unternehmen könnte? Therapie läuft immer noch, ganz grob wüsste ich wohl was ich tun könnte, aber wenn man sich nur schlecht fühlt, ist es schwierig sich zu motivieren irgendetwas zu therapiezwecken zu unternehmen. Freunde oder soziale Kontakte könnte ich mir natürlich nicht zaubern.

Liebe Grüße,

tox

07.06.2019 19:02 • 08.06.2019 x 1 #1


16 Antworten ↓


Hallo Tox
Mensch das hört sich wirklich beschissen an, das tut mir leid. Besonders wenn man keine Freunde bei sich hat ist das sehr schwer allein zu ertragen. Wie ist es mit Familie? Gibt es da Möglichkeiten, dass sie zu dir kommen? Du bist sicher in Behandlung, gibt ws da Medis die dir da raushelfen? Vielleicht hilft dir ein Haustier, dann bist du nicht so allein u hättest Verantwortung. Versuche kleine Schritte, versuche bewusst alles wahrzunnehmen? Was studierst du denn? Klappt das? Das ist doch schon mal super- da kannst du stolz auf dich sein. Liebe Grüsse

07.06.2019 20:05 • x 1 #2


Zitat von Andrea123-4:
Hallo Tox
Mensch das hört sich wirklich beschissen an, das tut mir leid. Besonders wenn man keine Freunde bei sich hat ist das sehr schwer allein zu ertragen. Wie ist es mit Familie? Gibt es da Möglichkeiten, dass sie zu dir kommen? Du bist sicher in Behandlung, gibt ws da Medis die dir da raushelfen? Vielleicht hilft dir ein Haustier, dann bist du nicht so allein u hättest Verantwortung. Versuche kleine Schritte, versuche bewusst alles wahrzunnehmen? Was studierst du denn? Klappt das? Das ist doch schon mal super- da kannst du stolz auf dich sein. Liebe Grüsse


Ich studiere Elektrotechnik/Informatik.. Ja, das klappt einigermaßen.. Werde aber länger benötigen, als wäre ich häufig dort. Bin zum Glück überdurchschnittlich intelligent, damit kann man einiges ausgleichen, sonst wäre ich verloren.

Einsamkeit ist auch ein Problem, das stimmt. Viel wichtiger wäre es mir aber, irgendwie wieder im Leben anzukommen. Das bedeutet mehr Regelmäßigkeiten reinzubekommen. Ich hätte viele Ideen. Ich würde gerne raus, spazieren. Mir die Natur, Wälder, Bäche, Bäume ansehen. Ins Fitness Studio gehen, meinen Körper formen, alternativ dazu eben mich auch draußen durch Joggen zu betätigen. Doch zu all dem komme ich nicht, weil allein der Gedanke daran, dass ich Menschen begegne mich bremst und sofort von meinem Vorhaben abbringt. Falls es mir doch gelingt mich zu überwinden, so ist meine Frustrationsschwelle doch sehr gering. Bin sehr sensibel geworden und grüble schnell über Dinge nach und ziehe mich eben wieder nach Hause an meinen Computer zurück. Da ist es natürlich schwer sich konstant zu motivieren. Ich suche nun eigentlich irgendwie einen Weg dennoch Motivation dazu zu finden. Hättest du da eine Idee?

Ein Haustier wäre übrigens ein guter Ansatz, werde mir eine Katze holen. Nein, mit Verwandten habe ich nichts mehr zu tun. Ich habe irgendwann angefangen gesellschaftliche Anlässe zu meiden und somit war ich auch schnell raus, weil sich niemand mit meinem Problem beschäftigen wollte bzw. alles was irgendwie nicht in die schöne Welt passt lieber ausgeblendet und verdrängt wird.

Kurz Zusammengefasst dreht sich alles um folgende Dinge:

-Grübeln darüber, wann und wie man Menschen begegnet
-Grübeln darüber wie man auf Menschen wirkt, ob man ins Bild passt
-Gemocht werden
-Depressionen, weil man einsam ist (Zuhause und unter Menschen)
-Depressionen, weil man bei sozialer Interaktion zu viel in Äußerung interpretiert und alles negativ auslegt
-Tage oder wochenlang über jede kleine Interaktion nachdenkt, sich peinlich berührt fühlt, man hätte es besser machen können und hat komisch gewirkt
-kein Selbstwert
-keine Freunde
-vielleicht sogar hochsensibel

..und am Ende viele Ausreden finden, weshalb man Dinge nicht tun kann, um möglichst keinen Menschen zu begegnen und emotional nicht frustriert zu sein.

Zuhause ist es einsam, aber bei weitem nicht so stressig wie unterwegs. Aber mir fällt die Decke auf den Kopf und ich bin trotzdem unglücklich. Das ist auch keine Lösung. Ich will hier raus. Es ist wie mein eigenes Gefängnis.

07.06.2019 20:19 • x 1 #3


Wie lang leidest du denn bereits? Schade, dass Deine Familie nicht für Dich da ist. Wenn ich einen Notfallplan für Dich hätte, würde ich ihn Dir gerne geben. Ich kann Dich gut verstehen, und du hast ja tolle Ideen, wozu du Lust hast. Was passiert denn, wenn Du dich raustraust? Wie fühlst Du dich da? Ist die Überwindung zu schwer? Und draussen- wie gehts dir da? Du kannst ja auch dir Ziele sichen, wo du weisst, es sind nicht viele Leute da. Vielleicht wäre es auch schön in ein Hundeheim zu gehen und Tiere auszuführen. Tiere spühren ja wenn es einem nicht so gut gehen u da könntest du testen ob ein Hund auch ok ist, dann müsstest du mit ihm Gassi gehen u wärst nicht alleine u man bekommt leicht Gleichgesinnte , wenn man möchte, man hat ein Thema. Aber, wie gesagt, ein Tier - heisst Verantwortung- das muss man sich genau überlegen.

07.06.2019 20:27 • x 1 #4


Meine Gefühlslage schwankt unter Menschen.

1) Wenn es wenige Menschen sind, fühle ich mich angespannt, befürchte, dass ich deren Aufmerksamkeit bekommen könnte und unangenehm auffalle. -> enormer Stress, ich nehme nichts mehr wahr, bis auf den Menschen und bin gedanklich fixiert darauf

2) Wenn es viele Menschen sind, fühle ich mich zunächst wohl als Beobachter, sofern ich am Rand stehe und den Überblick über die Situation behalte. Wenn ich beobachte ergreift mich oft die Depression, weil jeder glücklich erscheint. Viele Menschen nicht alleine unterwegs sind und gut eingebunden scheinen, und man selber ist es nicht. Ansonsten greift auch oft einfach Fall 1. Falls ich mitten in einem Raum im Tumult stehe, drehe ich durch. Wenn ich mich in irgendeiner Ecke befinde, aus der ich alles im Überblick habe nicht.

3) Wenn ich in Bewegung bin und unter SEHR vielen Menschen habe ich keine Probleme. Beispiel große Innenstädte/Messen.

4) Falls ich Aufmerksamkeit bekomme, also Augenkontakt etc. unwohl/ängstlich fühlen

5) Falls eine soziale Interaktion stattfindet wird über diese noch stundenlang gegrübelt, egal wie positiv, negativ sie auch war oder wie intensiv. Es reicht auch eine non-verbale Handlung, die unfreundlich wirkt o.ä. und man ist sehr schnell frustriert

Tja.. und wenn man keinen Menschen zu Gesicht bekommt fühlt man sich ebenfalls unwohl, weil man die ganze Zeit damit beschäftigt ist nach ihnen ausschau zu halten. Beobachtet gerade jemand aus einem Fenster? An welcher Ecke wird der nächste Mensch kommen? Kann man sich gerade wirklich gehen lassen, oder muss man aufpassen?

Also im Prinzip wirklich Ruhe hat man nie .

07.06.2019 20:33 • #5


Überwinden selbst ist möglich, aber die Stimmung kippt sehr schnell Richtung Depression/tiefer Traurigkeit nach der Anspannung/Ängstlichkeit, so dass ich draußen dann eigentlich nix mehr genießen kann bzw. die Tätigkeiten, die ich jeweils vor hatte. Und danach habe ich erstmal stundenlang mit der negativen Stimmung zu kämpfen, selbst wenn ich wieder zuhause bin. Es ist jedes Mal dasselbe... so dass ich dann gar keine Lust habe mich zu überwinden, selbst wenn ich es könnte. Weil ich ziemlich genau weiß, wie es endet und wie ich mich aktiv unter Menschen fühlen werde. Und dass mir eben keine Ruhe bleibt, um die Sache, die ich eigentlich primär machen möchte zu genießen oder aktiv wahrzunehmen, weil ich damit beschäftigt bin über irgendwelche unwichtigen Menschen nachzudenken, die mir irgendwie begegnen und von denen ich eigentlich nichts habe, egal wie ich auf sie wirke.

07.06.2019 20:48 • #6


Ja das meiste trifft auf mich zu also weiß ich nur zu gut in welcher Situation du dich befindest. Bei mir ging es soweit, dass ich kaum aus dem Fenster gucken konnte und dachte das alle Negativ über mich denken.

Ich konnte erst wieder raus, nachdem ich vom Krankenwagen abgeholt werden musste wegen einer Hyperventilation. Danach bekam ich Angstlösende Tabletten und konnte wieder raus.

Ich besitze kein Haustier, aber ich denke ein Hund kann da sehr viel helfen, da du jeden Tag raus müsstest und auch andere Menschen mit Hunden treffen könntest aber bloß keine Schmusekatze.

Was mir geholfen hat, war dass ich eine Ausbildung begonnen habe und ständig raus gehen musste irgendwann löst sich die Angst von selbst und dir sind andere Menschen total egal du musst einfach alle um dich ausblenden und dich auf dich selbst konzentrieren niemand ist Perfekt alle Kochen mit Wasser.

07.06.2019 21:21 • x 1 #7


Icefalki
Und warum versucht du kein Antidepressivum? Manchmal braucht man mal ne Pause und Depris kann man nicht einfach wegzaubern.

07.06.2019 21:23 • x 1 #8


So ein Mist- das ist echt ne Hausnummer , die Du da bei dir trägst. Versuche Dich an kleinen Dingen zu erfreuen u festzuhalten. Versuch mal ein Pfefferminzkaugummi zu kauen und schmecke die Minze. Versuch dir was gutes zu tun. Gibt es nicht Menschen die dir da yhelfen können in deiner Umgebung- Sozalarbeiter o Betreuer? Du hast sicher auch schon Medis ausprobiert, helfen Sie nicht? Ich wünsche Dir du kommst da raus- das Leben will auch Dich

07.06.2019 21:31 • x 1 #9


Ich halte nichts von Medikamenten. In den zehn Jahren habe ich vermutlich so gut wie jedes Medikament mal ausprobiert. Entweder sie haben nicht gewirkt, mich aggressiv gemacht, oder die Symptome anderweitig verschlimmert. Eines von denen war ausschlaggebend für meine damalige (freiwillige) Einweisung in die Psychiatrie. Abgesehen davon ändern Medikamente nicht die Situation, negative Denkmuster, oder ähnliches. Ich hätte nicht plötzlich die sozialen Kontakte die ich bräuchte. Meine Depression ist auch begründet, das bedeutet, falls ich einen Grund habe glücklich zu sein, das heißt (selten) mal gute Gespräche, Kontakte habe, ist die Depression verflogen und ich befinde mich auf der Sonnenseite. Aber ich möchte auch nicht einfach irgendwen als Freund/in haben. Ich bin einfach unglücklich über meine Gesamtsituation. Weiß aber auch nicht wie ich am besten damit anfange, die Ängste zu bewältigen. Vieles erscheint mir auch einfach sinnlos, wie z. B. alleine in die Stadt zu gehen, um zu trainieren/abzuhärten. Außerdem würde ich gerne viele Dinge tun, bin aber auf Grund meiner Angst viel zu demotiviert um damit anzufangen, und weiß nicht wie ich mich hier motiviere. Sport würde helfen, das weiß ich. Vor allem Ausdauersport... Wie gesagt, ich würde gerne Joggen, traue mich aber nicht. Wirkt antidepressiv und ist gesünder. Und irgendwie, bleibt dann alles doch wieder beim Alten und man macht nichts. Ich muss dazu sagen, dass ich das Training gegen die Angst alleine absolvieren müsste, in Anwesenheit anderer Personen, ist sie nicht vorhanden. Wahrscheinlich, weil ich mich dann "integriert" in die Gesellschaft fühle und nicht wie ein Außenseiter (alleine).

07.06.2019 22:00 • x 1 #10


Als Student bin ich natürlich in der Theorie an der Quelle, aber es ist für mich auch eine Hürde, in die Übungen mit kleinen Gruppen zu gehen. Aus Angst mich dann zu blamieren, weil ich Lösungen nicht habe (viele gehen ohne Lösung in die Übungen), oder anderweitig komisch zu sein. Aber auch was Menschen angeht, wäre das natürlich der optimale Platz, um Leute kennenzulernen. Andere hätten da eine deutlich schlechtere Ausgangsposition. Oder halt, weil ich schon von vornherein demotiviert bin, weil ich zwei Mal umsteigen muss, ohne Ende Menschen begegne etc.

Das ist dann aber immer so.. Ich hab die Übung nicht... Ich mach sie mal.. Ah, jetzt hab ich sie, brauch nicht hingehen.
Ich müsste dann sinnlos bzw. zu Trainingszwecken eine Stunde zur Uni und eine Stunde zurück. Wir bekommen die letzten Lösungsschritte stets auch Online... Müssen also nicht anwesend sein.

ODER

Ich hab die Übung nicht, ich kann da nicht hingehen. Was ist wenn ich dran komme? Ach, keine Lust, ich mach sie später... Mach ich dann auch, aber Trainingsmöglichkeit verpasst.

07.06.2019 22:17 • #11


Icefalki
Ist natürlich unschön, dass Medis dir nicht helfen. Was joggen betrifft, ich mache das auch. Mit Musik in den Ohren, krieg ich von anderen gar nichts mit.

07.06.2019 23:32 • x 1 #12


Hab mir ein Anfängerset zum Joggen gekauft. Pulsuhr, Smartphone Armband, Bluetooth Kopfhörer.. Bin noch krank, sollte geliefert werden sobald ich gesundet bin. Dann werde ich das auch mal ausprobieren, vielleicht früh morgens erstmal. Lebe leider mitten in einer Metropole. Hier ist nahezu rund um die Uhr jemand auf der Straße/an jeder Ecke anzutreffen.

Ich bin überfürsorglich erzogen worden, war Einzelkind, habe also nie gelernt, mich Problemen zu stellen, oder mich mit der Welt auseinander zu setzen. Daher ist mein "Panzer" gegen die Welt und Frustrationsschwelle extrem gering. Das ist so mein Hauptproblem. Früher von den Eltern beschützt worden, nun alleine. Wenig dazu gelernt. Irgendwie auch von den Eltern im Stich gelassen worden. Im Rahmen einer Scheidung wurde mir dieser Schutz mehr oder weniger von einem auf den anderen Tag entzogen, und ich musste damit zurecht kommen.

Wenn es Probleme gab, wurden sie für mich gelöst, ich selbst habe keine Probleme gelöst. Egal, ob mit anderen Schülern oder ähnliches. War allerdings auch immer ein ruhiges, stilles Kind.

Dadurch, dass man sich selbst leicht umstößlich empfindet, also wenig Mittel um sich zu verteidigen und keine Schlägkräftigkeit, vor allem auf verbaler Weise, fühlt man sich wie ein Fähnchen im Wind. Das widerrum bedingt Angst, weil man fürchtet sich nicht im Zweifel zur Wehr setzen zu können, oder durchsetzen zu können.

Dazu eben schlechte Erfahrungen mit Menschen, damals Mobbing in der Schule erlebt. Generell vermute ich erstmal nur böse Absichten hinter den Intentionen anderer Menschen. Das Urvertrauen ist beschädigt. Und eben ein geschädigtes Selbstbild.

Meine Bewältigungsstrategie war schon immer mich vor den Computer zu pflanzen, Dinge auszusitzen.

08.06.2019 14:36 • x 1 #13


Zitat von tox:
Dazu eben schlechte Erfahrungen mit Menschen, damals Mobbing in der Schule erlebt. Generell vermute ich erstmal nur böse Absichten hinter den Intentionen anderer Menschen. Das Urvertrauen ist beschädigt.


Schon mal an eine Tagesklinik gedacht?

08.06.2019 14:52 • x 1 #14


Wäre eine Idee, um einen geregelten Tagesablauf rein zu bekommen. Hatte mir unsere Tagesklinik damals mal angesehen für einige Tage... War jetzt nicht sooo der Hit. Aber man könnte es versuchen. Befindet sich gleich neben der richtigen Psychiatrie, dort war ich drei Monate freiwillig stationär untergebracht... Eigentlich wollte ich dort nicht mehr hin, weckt unangenehme Erinnerungen.

08.06.2019 15:08 • #15


Zitat von tox:
Wäre eine Idee, um einen geregelten Tagesablauf rein zu bekommen. Hatte mir unsere Tagesklinik damals mal angesehen für einige Tage... War jetzt nicht sooo der Hit. Aber man könnte es versuchen. Befindet sich gleich neben der richtigen Psychiatrie, dort war ich drei Monate freiwillig stationär untergebracht... Eigentlich wollte ich dort nicht mehr hin, weckt unangenehme Erinnerungen.


Joa verstehe das sehr gut habe auch einmal ADs genommen und das endete auch in der Psychiatrie durch eine Einweisung durch mich, weil durch die ADs einige Symptome sich verstärkt haben und ich damals nicht wusste was das alles ist.

Hatte einen kurzen Aufenthalt von 15 Min habe mich schnell wieder ausgewiesen. Und wenn du dich nicht traust zu Joggen versuche es mal Seilspringen ist genauso effektiv.

Ich war noch nie in einer Tagesklinik aber das wäre meine erste Anlaufstelle, weil du da in ner Gruppe bist mit Leuten die das gleiche Problem haben.

08.06.2019 16:44 • x 1 #16


Erfahrungsgemaess sind Gruppen in Kliniken generell nicht so top, weil es meistens darin endet, dass man sich gegenseitig depressiv redet, oder Ängste von anderen noch übernimmt. Im Prinzip bemitleidet man sich die ganze Zeit nur gegenseitig, hat aber auch nicht so die Lösungen.

Ich war mal in einer Selbsthilfegruppe mit Moderation und der Moderator hat die Leute alleine gelassen und einer fing an zu erklären wie man sich am besten umbringt und die Spirale ging weiter in diese Richtung. War zum Glück stabil, aber andere sind gleich auf diesen Zug aufgesprungen. Fand ich etwas bedenklich.
Da war ich dann auch nur einmal, als die Borderliner /Svv Leute die Gruppe dazu animiert haben in diese Richtung tätig zu werden. Und stolz von seinen Erlebnissen Richtung Suizid weiter gefaselt.
Unglaublich.

Und konkret wird man bei uns bunt durcheinander gewürfelt. Wir haben nur eine Tagesklinik für alles. Junkys, Alk., Borderline, Depressive, Missbrauchsopfer und Angst erkrankte jedweder Richtung.

Vorteil wäre nur, dass man dann eine Beschäftigung hätte. Gemeinschaftliches basteln, kochen usw

08.06.2019 18:56 • #17




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Reinhard Pichler