Gast

Ich suche dringend Hilfe. Seit dem Jahr 2000 sind in meinem Leben für mich schlimme Dinge passiert. Ich hatte weiterhin Mut und habe gekämpft. Im Sommer 2001 geschah etwas was mir förmlich die Seele aus dem Leib riss. Es geht seither mit mir bergab. Diese Erlebnisse lassen mich nicht mehr los und lösen immer größere Ängste in mir aus. Ich kann die "Verletzungen" die mir zugefügt wurden nur sehr schwer, eigentlich gar nicht verkraften. ES beherrscht mich Tag und Nacht. Nachts träume ich die Geschehnisse bis ins kleinste Detail nach - ich kann dann an nichts anderes mehr denken. Mein Vertrauen wurde sehr stark missbraucht. Seither kann ich buchstäblich NIEMANDEM mehr richtig vertrauen und das ist wirklich sehr hart. Ich war früher ein sehr quirliger Mensch mit vielen Freunden - heute bin ich oft kaum in der Lage morgens aufzustehen. Ich schäme mich für mich selber, fühle mich absolut wertlos und traue mich kaum noch aus dem Haus.

In die Psychatrie möchte ich auf keinen Fall! Wer kann mir eine gute Kurklinik empfehlen in der man mir helfen kann. Ich isoliere mich immer mehr. Früher hab ich gerne Sport getrieben und getanzt - vielleicht gibts eine Kurklinik wo solche Dinge als Therapie eingesetzt werden. Ach ja, ich bin 30 Jahre alt. Wer kann mir Tipps geben? Ich bin gesetzl. krankenversichert. Kann mir jemand sagen, ob es die Möglichkeit gibt für meinen knapp 2-Jährigen Sohn eine Halbtagesmutter von der Kasse bezahlt zu bekommen? (Für den Zeitraum des Kuraufenthalts). Wie lange dauert in der Regel so eine Kur? Handelt es sich in meinem Fall um eine Psychosomatische Kurklinik?

Danke für Eure Antworten

Bille

09.09.2002 14:10 • 12.09.2002 #1


4 Antworten ↓


Gast


Hallo Bille,

ich kann dir nicht genau sagen, um welche Art von Klinik es sich handelt, aber in Gral Müritz gibt es direkt Mutter-Kind-Kurplätze! Das sind sehr schöne Anlagen, die nur einige Meter von der Ostsee entfernt sind!

Du müsstest dich erst mit deinem Hausarzt in Verbindung setzen - der könnte dir eine Kur verschreiben.
In deinem Fall würde ich dir aber sehr stark raten, einen Psychologen aufzusuchen, unabhängig von der Kur ... Ich glaube, mit einer Kur werden deine Träume, Ängste usw. nicht verschwinden, daher wäre eine psychologische Behandlung über einen längeren Zeitraum echt hilfreich!

Ich wünsche dir alles Gute!!

Gruß,
butterfly

Übrigens träume ich auch sehr stark und mich verfolgen ebenfalls viele Geschehnisse aus der Vergangenheit, aber ich denke, das ist eine Art des Körpers, die Vergangenheit zu verarbeiten?! (auch wenn's wehtut)

10.09.2002 06:34 • #2


Gast


Hallo Butterfly,
danke für Deine prompte Antwort! Ich war gestern abend noch bei meinem Hausarzt. Er hat mir eine Packung Zoloft und 4 Normoc-Tabletten mitgegeben. Vor etlichen Wochen habe ich Mareen eingenommen, schrecklich. Ich wurde davon schrecklich müde, apathisch und bewegte mich Zombiehaft - die Träume und die Angstgefühle wurden dadurch aber nicht besser, ich hatte eher den Eindruck es wurde schlimmer. Auch hoch dosiertes Johanniskraut hat mir nicht geholfen, dabei hatte ich so sehr gehofft, daß mir ein homöopathisches Mittelchen helfen kann. Diese "richtige" Psychopharmaka ist mir irgendwie etwas unheimlich, ich hatte eben mein Leben mal ziemlich gut im Griff und hab ausser hin und wieder mal ein Aspirin nichts eingenommen...

Bei einer Psychotherapeutin war ich bereits, 1 Mal. Danach war ich fix und alle und alles wurde nur noch schlimmer. Wir hatten wohl absolut nicht die selbe Wellenlänge, außerdem schaute sie während des Termins ständig auf die Uhr. Da ich sehr große Probleme habe wieder jemandem zu vertrauen kannst Du Dir vielleicht vorstellen wie ich mir vorkam...

Na ja, jedenfalls hat mir mein Hausarzt ebenfalls davon abgeraten in eine psychosomatische Klinik zu gehen, VORERST. Er hat mich zu einer anderen Therapeutin überwiesen und mich dazu überredet diese "neuen" Medikamente zu schlucken. Hab ich dann auch getan - ich schluckte gem. Anweisung je eine halbe Tablette von den Pillen gestern abend, gleichzeitig. Ergebnis: ich habe ca. 3 Stunden geschlafen. Ich bin seit 3 Uhr wach und bin aufgestanden. Fühlen tu ich mich äusserst seltsam, eben wie wenn ich 3 Kannen Kaffee intus hätte - gleichzeitig bin ich aber müde?!?!? Mir ist das richtiggehend unheimlich. Hab daraufhin heute morgen den Arzt angerufen: Dosierung wurde geändert. Ich musste dann heute morgen 1/4 Normoc und eine 1/2 Zoloft schlucken. Morgen früh soll ich den Arzt dann wieder anrufen. Angstgefühle habe ich momentan keine mehr und auch die Grübelei hat aufgehört. Ich fühl mich lediglich noch lustlos und eben müde. Ich weiß nicht ob eine Mutter-Kindkur für mich so optimal ist. Ich würde so gerne meine Probleme verarbeiten und mit der Vergangenheit abschliesen, zu Hause habe ich das bis jetzt nicht geschafft. Ich weiß nicht ob ich das mit meinem Zwerg schaffe, da kann ich mich ja dann nicht voll und ganz auf mich konzentrieren... Ausserdem möchte ich ihn momentan sehr ungern aus seiner gewohnten Umgebung "reissen". Wie sich mein Hausarzt ausgedrückt hat brauch ich für so einen Kuraufenthalt wohl eh ein Gutachten von dieser Psychotherapeutin. Ich nehm also nochmals meinen Mut zusammen und mach einen Termin aus.

Wie kommst Du mit Deinen Gefühlen klar? Nimmst Du Medikamente? Heilt die Zeit wirklich alle Wunden?

Bitte antworte mir

Liebe Grüße

Bille

10.09.2002 10:32 • #3


Gast


Hallo Bille,

ich finde es ersteinmal gut, dass du dir einen Termin bei der Therapeutin holst. Es wäre falsch, gleich in eine Klinik zu rennen!

Vor paar Monaten hatte ich mich das erste Mal entschlossen, Medikamente zu nehmen (Seroxat) ... vor drei Wochen habe ich sie dann abgesetzt, weil eine positive Wirkung kaum zu spüren war!
Ich habe zuvor Medikamente abgelehnt und stehe auch jetzt wieder auf diesen Standpunkt!
Die Müdigkeit & Lustlosigkeit kann bei dir noch eine Weile anhalten, da es bestimmt die ersten Nebenwirkungen sind! Die Verträglichkeit solcher Tabletten ist bei Jedem unterschiedlich!

Ob die Zeit alle Wunden heilt?
Ich denke schon ... nur leider gibt es Wunden, die so wahnsinnig tief stecken, dass es einfach besser ist, sich Hilfe zu suchen!
Wenn man ständig am Grübeln und Zweifeln ist, kann man depressiv werden und das wiederum macht einen erneut unzufrieden! Das ist irgendwann ein absoluter Kreislauf und diesen zu durchbrechen, braucht viel Kraft aber auch Geduld!!

Solche Therapeuten, die schon bei dem ersten Gespräch so abwesend sind, sind echt wertlos!
Das sind solche, mit denen ich schon oftmals konfrontiert wurde - "tolle" Psychologen, die mit uns ihr Geld machen, aber sich eigentlich nicht für unser Wesen & unsere Probleme interessieren! Für die sind wir ein "Fall" ... mehr nicht!
Lass dich aber nicht entmutigen! Es gibt auch sehr gute Therapeuten, die ihren Beruf und ihre Begabung echt ernst nehmen!!

Mit etwas Geduld und positivem Denken wirst du das schon meistern!

Ich finde es sehr vernünftig, dass du dein Kind nicht aus der gewohnten Umgebung reissen willst ... aber denk trotzdem auch an dich und deine Gesundheit!! Denn ein kleines Kind spürt auch, wenn es der Mutter nicht gut geht!!

Also Kopf hoch und alles Gute!

Bis später,
butterfly

11.09.2002 06:52 • #4


Gast


Hallöchen Butterfly,

konnte leider erst für den 10. Oktober einen Termin bei der Psychotherapeutin bekommen. Wo ich herkomme gibts leider nur wenige Therapeuten. Allzu viele "Versuche" sind somit leider nicht drin, ausser ich nehm´ eine längere Autofahrt in Kauf...

Durch die Medikamente bin ich momentan ganz schön "Gaga". Ich habe nun schon mehrmals gelesen das würde sich nach ca. 2 Wochen legen. Hoffentlich.

Liebe Grüße

Bille

12.09.2002 11:51 • #5



Dr. Reinhard Pichler


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