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Hallo,
Ich wußte nicht ao recht wo ich schreiben sollte weil nix so wirklich past.

es geht um meine Tochter sie wird im Februar 8 Jahre und will nicht mehr zur Schule, sie geht nun in die zweite Klasse, es hat ihr immer spaß gemacht sie ging gerne hin und hat auch keine Probleme gehabt mit dem lernen, sogar als die herbst ferien waren fand sie es doof weil sie lieber zur Schule gangen wäre.

Nach den ferien fing es dann an, sie hatte ne Blasen entzündung und mußte ständig auf Klo, ok hatte ich verständnis für und hatte sie auch drei Tage zu Hause gelassen.

Als sie dann wieder hin sollte wollte sie nicht s waren immer andere sachen erst das Pipi machen dann Spinnen im Klo, das mit der Blase war längst wieder ok, dann wars das sie nicht alleine sein wollte und nicht will das ich alleine bin, habe schon ein paar Stunden mit gemacht und das fand sie toll auch sagt sie das sie gerne in die Schule geht solange ich bei ihr bin.

Habe mich dann immer wieder mit ihr unterhalten und nun raus gefunden das sie Angst hat das sie stirbt oder ich und deswegen bei mir sein möchte sie hat Ansgt das ich sterbe.

Ich weiß wirklich nicht was ich tun, habe wirklich alles probiert, heute wars so schlimm das sie in der Schule abgehauen ist als ich versucht habe das sie hin geht, wir waren schon in der schule.

beim arst war ich auch schon und der hat ihr mit der Polizei gedroht, hat auch nix gebracht, ein beratungs gespräch habe ich auch schon, aber das dauert noch zwei wochen.

Wer hat tip für mich wie ich es am besten angehe, bin echt am verzweifeln.

LG Rosa

19.11.2007 10:03 • 30.12.2007 #1


10 Antworten ↓


SonneD
Hallo Rosa,

ich weiß nicht, ob ich dir wirklich helfen kann, da ich selbst noch keine Kinder habe.

Ich finde es aber gut, dass du versuchst, deine Tochter weiter dazu zu bringen, dass sie wieder zur Schule geht.

Ist denn vielleicht in der Schule nach den Herbstferien etwas vorgefallen, dass sie nicht mehr hin mag. Ist ja schon komisch, dass sie sonst immer gern gegangen ist. Vielleicht wird sie plötzlich von Mitschülern irgendwie "dumm angemacht"? Sowas passiert ja leider immer wieder

Vielleicht kannst du mal mit den Lehrern von ihr sprechen, ob ihnen etwas aufgefallen ist?

Wo hast du denn das Beratungsgespräch?

Viele Grüße von SonneD!

24.11.2007 13:21 • #2



Kind will nicht zur Schule

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Hallo rosa,
habe zwar selbst auch leider keine Kinder, aber ich war mal Kind und hatte übelste Verlustängste, die sich eigentlich bis heute gehalten haben. Überlege doch mal folgende Möglichkeiten:
- warst du mal krank in letzter Zeit, vllt im Krankenhaus? oder jemand anderer aus deiner Familie?
- war deine Tochter im Krankenhaus oder hat sie eine Situation erlebt, wo sie dich erwartete aber du nicht da warst?
- ist in eurem Verwandten-/Bekannten-/Freundeskreis jemand verstorben, und sie hat das vielleicht mitbekommen?
- habt ihr irgendwie über Tod und Sterben geredet oder hat sie so etwas woanders aufgegriffen, vielleicht auch im Fernsehen?
- gibt es Mitschüler, die sie schikanieren, ihr Angst machen?
- hast du irgendwann einmal gesagt, du wolltest dich am liebsten umbringen? (bitte nicht falsch verstehen, ich erkläre dir gleich, warum ich die Frage stelle)


So, nun die Begründung, warum ich dich das alles frage:
Zum einen hatte ich mit dreieinhalb Jahren eine Tablettenvergiftung. Damals konnten Eltern nicht bei ihren Kindern übernachten bzw. sie auch nicht besuchen. Ich war wohl 14 Tage bewusstlos, wachte irgendwann wieder auf, aber meine Eltern, zu denen ich eine sehr starke Bindung hatte, bis zuletzt, waren nicht da. Fremde Umgebung, fremde Leute, d.h. nur Ärzte und Schwestern aber keine Mama, kein Papa... Nach Wochen wurde ich entlassen, ich spielte bei schönem Wetter den ganzen Tag im Garten und hatte von dort stets das Wohnzimmer und Küche im Blick. Wehe wenn meine Mutter rausging, und wenn sie nur zur Toilette wollte, ich kam direkt reingerannt und war außer mir. Dann hatte sie auch so ein Beratungsgespräch und da sagte man ihr, dass ich unter sehr großen Verlustängsten leiden würde.

Es kommt noch hinzu, dass davor mein Vater einen schweren Autounfall hatte. Meine Mutter kam öfter per Notarztwagen wegen Herzattacken ins Krankenhaus.

Meine Mutter fing irgendwann an, ich weiß aber nicht warum, mit Selbstmord zu drohen. Ich hörte täglich diese deutlichen Worte. Es zog sich über Jahre hin und all diese Jahre hindurch hatte ich Panik, dass meine Mutter sich was antun könnte, wollte am liebsten so oft und so lange wie möglich bei ihr bleiben, damit ihr nichts passieren könne.

Ich begriff sehr früh, dass jeder Mensch und jedes Tier eines Tages sterben wird. Das setzte sich bei mir so fest, dass meine Angst um mir liebe Menschen und Tiere noch verstärkt wurde und ich oft stundenlang in meinem Kinderzimmer saß und weinen musste bei diesem schrecklichen Gedanken. Die Schule machte mir auch erst Spaß, aber irgendwann wollte ich lieber bei meiner Mama sein, oft, wenn ich merkte, ich muss wieder heulen, bat ich die Lehrerin, ob ich zur Toilette gehen dürfe. Dort weinte ich mich dann aus, damit es kein Mitschüler mitbekommen sollte...


Ich bin keine Psychologin, aber ich könnte mir vorstellen, dass irgend ein Erlebnis, welchem du vielleicht keinerlei Bedeutung beimisst, sie so reagieren lässt. Ich denke, deine Tochter hat eine sehr ausgeprägte Bindung zu dir (und der Arzt, der einem kleinen Kind mit der Polizei droht, anstatt zu versuchen, auf sie einzugehen, gehört m.E. erst mal selbst eingewiesen!).

Was ich mir für dich und deine Kleine wünsche würde, wäre, dass du erst einmal herausbekommst, was der Auslöser für ihr Verhalten war und dass du (bitte!) nicht den Fehler machst wie meine Eltern. Ich wurde überbehütet, konnte mich nie loslösen, wollte es auch nicht. Als ich ein größeres Kind war und täglich diese Verzweiflung und Angst um meine Eltern spürte, kam mir eines Tages die Idee, dass ich mich ja, wenn ich einmal beide nicht mehr habe, einfach umbringen könne, um damit die Trauer zu umgehen. Ich denke, v.a. meine Mutter "klammerte" wirklich so übertrieben stark, und nun bin ich an dem Punkt, wo ich immer wusste, dass ich ankomme, wenn das eintritt, wofor ich mich schon von Kind an so furchtbar fürchtete. Deshalb würde ich mir wünschen, dass du oder ein Arzt oder ihr gemeinsam deiner Tochter da schnellstmöglich heraushelft, damit sie niemals so wird wie ich und daran zugrunde geht.

Stelle doch deine Frage auch einmal im Expertenforum.

Liebe Grüße

Supergau

25.11.2007 00:29 • #3


Hallo,
Danke für eure Atworten.

Ich bin nun auch der Meinung das sie Verlustängste hat, da sie immer noch nicht hin wollte und die Lehrerin hat mir gesagt ich soll einfach sagen ok dann bleib zuhause aber dann bleibst du in deinem Zimmer und tust nix, das habe ich dann durch gezogen drei Tage und sie hat sone langeweile das sie selber sagt sie will morgen wieder hin.

Die Lehrer sagen es ist nix vorgefallen wenn sie dann mal da war hatte sie spaß und man hat ihr nicht angemerkt das sie eigentlich nicht wollte.

Ich bin dann immer alleine weg gegangen und bei jeder gelegenheit hat sie mich auf Handy angerufen und gefragt wann ich wieder komme, mein Mann war dann zuhause.

Auch gestern Abend waren wir auf Geburtstag, Oma war da und sie hat ständig angerufen, hat sie auf Klo eingeschlossen mit dem Telefon, dann habe ich das Handy ausgemacht und sie rief dann Privat bei den Freunden an.

Mir ging es ne Zeit auch nicht besonders, wegen Rückenschmerzen und Luftnot, denke sie hat viel mit bekommen aber ist schon länger her und nun gehts mir auch wieder besser.


Gestorben ist keiner, das ich mich umbringen will hab ich auch nie gesagt.


Sie sagt nun auch sie hätte Angst in der Schule auf Klo zu gehen, zu viele Spinnen und die Toiletten kann man schlecht abschließen sie hat dann Angst sie bekommt die nicht mehr auf, und wenn sie nicht abschließt reißen die Kinder die Türen auf.

Probleme mit den Kindern hat sie nicht, sie ist sehr beliebt sie wäre auch Klassensprecherin geworden.

Das ist eine Familien Beratungsstelle wo ich hin muß.

@ Supergau was meinst du kann man tun gegen die Verlustängste was hätte dir damals geholfen wie gehst du da heute mit um.

Wie alt bist du wenn ich fragen darf?

LG Rosa

25.11.2007 20:17 • #4


Hallo rosa,
- es ist schlimm, dass dein Kind reagiert,
- es ist schlimm, wie sie reagiert
aber
- es ist gut, dass sie nach außen überhaupt reagiert
- und es ist das beste, dass Du auf Ihre Reaktion reagierst

Und weißt du, warum? Weil Du ihr so eine Chance geben kannst, nicht in einem solchen Chaos zu enden wie ich. Hatte dir ja beschrieben, dass ich von Kleinstkind an unter sehr starken Verlustängsten litt. Das zog sich hin bis zur Jugend, übers Erwachsenenalter und ist bis heute so. Ich bin mittlerweile 43, am 6. August ist meine Mutter gestorben, mein Vater vor 15 Jahren, und seinen Tod habe ich bis heute nicht verarbeitet.

Damals hätte mir geholfen, wenn man auf mich eingegangen wäre, mir gezeigt hätte, dass nicht jedesmal, wenn man nicht bei Mama und Papa, den Menschen, an denen einem eben etwas liegt oder auch nicht bei den geliebten Tieren ist, etwas passieren muss. Wenn Deine Kleine auch nur annähernd so "tickt" wie ich damals, dann leidet sie unter fürchterlichen Verlustängsten, die sie verzweifeln lassen und sie versucht, indem sie versucht, dass ihr immer zusammen seid, irgendwie die Situation zu kontrollieren. "Wenn ich dabei bin, dann kann ich entweder etwas tun, helfen, oder es kann nichts passieren".

Aber mir hätte keiner helfen können, weil ich es lange Zeit einfach mit mir alleine abgemacht habe. Ich weiß noch, dass ich oft nachts wach lag und Angst hatte, dass ich die Schritte meines Vaters im Treppenhaus wahrnehmen würde, er zur Tür reinkäme und mir sagen würde, dass meine Mama gestorben sei. Was ein Kind mit einer solchen Veranlagung durchmacht, ist einfach nur grausam. Bis heute ist es so geblieben. Und mittlerweile bin ich an dem Punkt angelangt, vor dem ich mich am meisten gefürchtet hatte.

Ich musste auf meinen zwölften Geburtstag notfallmäßig operiert werden. Als ich das mitbekam und checkte, dass ich dort bleiben muss, habe ich steif und fest behauptet, dass das nicht ginge, dass meine Klassenlehrerin mich, wenn ich nicht zur Schule käme, verhauen würde... Der Arzt nahm meine Mutter zur Seite und fragte sie, was das denn für eine Schule sei. Meine Mutter kannte mich aber und erklärte ihm, dass es eine Ausrede sei, weil ich mit nach Hause, nicht weg von meinen Eltern wollte. Die Ausreden Deiner Tochter haben mich gerade daran erinnert.

Zitat:
Sie sagt nun auch sie hätte Angst in der Schule auf Klo zu gehen, zu viele Spinnen und die Toiletten kann man schlecht abschließen sie hat dann Angst sie bekommt die nicht mehr auf, und wenn sie nicht abschließt reißen die Kinder die Türen auf.


Diese Aussage finde ich etwas merkwürdig. Hat sie nun Angst, weil die Türen sich nicht schließen oder weil sie sich nicht öffnen lassen? Warum fährt sie solche Panik, dass andere Kinder die Türen aufreißen könnten? Ich würde an diesem Punkt auf jeden Fall nachhaken!

Irgendwie scheint Deine Tochter nicht "nur" unter sehr stark ausgeprägte Verlassensängsten zu leiden. Diese stehen, wie ich meine, wohl im Vordergrund, aber meiner Meinung nach ist es durchaus möglich, dass irgend etwas in der Schule vorgefallen sein muss, von dem die Lehrer vielleicht nichts wissen und vielleicht ist es Deiner Tochter peinlich, darüber zu reden oder sie hat einfach Angst davor. Denn dass sie regelrecht aus der Schule flüchtet, finde ich schon extrem.

Es ist zwar lieb von Dir gemeint, dass du mal in der Schule ein paar Stunden mit gemacht hast, aber auf lange Sicht bringt das Deiner Tochter gar nichts. Meine Mutter brachte mich mit drei Jahren in den Kindergarten und ich habe geschrien wie ein Präriehund, das ging drei Tage so, ununterbrochen, und dann hatte ich es gepeilt und mich eingefügt. Allerdings hielt meine Mama es dann so, dass ich nicht hingehen musste, wenn ich absolut nicht wollte. So hatte ich das Gefühl, dass ich es ausschließlich freiwillig mache. In der Schule geht das aber natürlich nicht.

Ich würde an Deiner Stelle versuchen, ihren Aussagen noch enger auf den Grund zu gehen und mich daran machen, dass sowohl du als auch sie, dass ihr beide gemeinsam beginnt, ein kleines Stückchen voneinander loszulassen. Nur ein klein wenig, in wenigen kleinen Schritten, damit sie merkt, dass Mama nicht überall dabei sein kann und damit sie Vertrauen fassen kann, dass nichts passiert, wenn ihr getrennt seid.

Mich haben diese Ängste mein ganzes besch***** Leben lang begleitet und lösen immer noch, zu alledem, was sich da sowieso schon zusammengebraut hat, heftige Panikattacken aus. Das geht schon los, wenn mich eine Freundin abholen will, die sonst immer sehr pünktlich ist. Wehe, sie ist fünf Minuten über der Zeit, dann denke ich schon das schlimmste und die Angst kriecht hoch in mir.

Ich würde mir für deine Tochter wünschen, dass sie alle und vor allem die richtige Hilfe erhält, damit sie zum einen ein wirklich weitgehend angstfreies Leben führen kann und nicht zu einem Supergau mutiert, zu dem ich selbst geworden bin. Deine Tochter, die fängt gerade an zu leben, da steht alles offen, es für sie zum Positiven zu wenden. Bei mir ist es zu spät und irgendwie sinnlos. Aber vielleicht kann meine eigene Sinnlosigkeit wenigstens deiner Tochter helfen, das hoffe ich wenigstens.

Mich würde wirklich interessieren, wie es weitergeht. Wenn du möchtest, dann schreibe bitte hier weiter und auch, wie das Beratungsgespräch verlaufen ist.

26.11.2007 00:25 • #5


Hi,
Finde es voll toll wie du schreibst, kann nun meine Tochter auch einwenig verstehen und dadurch besser damit umgehen.

Es ist einfach schwierig für mich, was soll ich tun?

Sie muß zur Schule, und ich versuche ihr das klar zu machen aber in ihr streubt sich etwas.

Gestern war sie noch voll davon übersteugt das sie hin will, und heute morgen auch noch bis wir vor der Schule waren, da wollte sie wieder nicht.

habe sie einfach wieder mitgenommen, vielleicht ein fehler, aber die Direktoren hatte mir ja das ok gegeben das ich mich nicht aufregen soll sondern sie einfach wieder mit nehmen soll, damit sie selber sagt sie will, habe keine Ahnung ob es was bringt und ob es richtig ist, gestern hatte ich schon das Gefühl als ob ihr die drei Tage zuhause in ihrem Zimmer langweilig waren und sie freiwillig hin will.

Wenn sie aber wirklich so große Angst hat so wie du es beschreibst denke ich ist es der falsche Weg.

Ich werde berichten wie es weiter geht.

LG Rosa

26.11.2007 09:37 • #6


Hallo Rosa,
gerade deshalb, weil mir gleich beim Lesen deines Beitrags Parallelen zwischen deiner Tochter und meiner Kindheit aufgefallen sind, habe ich dir geschrieben und damit auch bezweckt und gehofft zu erreichen, dass du deine Tochter besser verstehst.

Dass diese Situation für dich ebenso schwierig ist, kann ich vollstens nachvollziehen.

Was die Direktorin sagt, finde ich nicht ok. Wenn sie gesagt häte, dieses eine Mal, dann wäre es okay gewesen. Aber sie kann doch nicht sagen, du kannst deine Tochter so lange zuhause lassen, bis sie sagt, sie will. Das ginge eine Zeit lang, aber dann wäre der Zwang dahinter wegen der Schulpflicht, und ich glaube, wenn es so weit ginge und du zwischenzeitlich vielleicht ein paar kleine Schritte mit ihr voran gekommen wärst, dann wäre eine Zuführung durch die Polizei der absolute Supergau!

Ich habe gerade darüber nachgedacht, was meine Mutter getan hätte in der selben Konstellation. Ihr wäre bewusst gewesen, dass ich irgendwann in die Schule MUSS, dass ich mich nicht hätte auf Dauer drücken können. Und so, wie ich sie kenne bzw. kannte, hätte sie Tricks angewandt. Sie wäre beispielsweise einen Kompromiss mit mir eingegangen. Etwa: wenn du zur Schule gehst und auch dort bleibst, dann komme ich dich abholen und dann machen wir Nachmittags was zusammen (bummeln gehen, gemeinsam spielen, was nun auch immer, eben das, was deine Tochter am meisten mag). Die meisten Kinder freuen sich auf ein Versprechen, vor allem auch, wenn es eingehalten wird. Meine Mutter wäre dann aber auch konsequent gewesen. Dies würde zum einen bewirken, dass deine Tochter sieht, dass ihr nichts geschieht und dass du deine Versprechen hältst, wenn sie ihren Teil auch erfüllt.

Eventuell hätte meine Mutter versucht, zwischen mir und anderen Kindern Kontakt herzustellen, sie eingeladen zu einem Kindernachmittag und, unbemerkt, das Thema auf meine Ängste gelenkt. Dann hätte ich wohl aufgefasst, dass die anderen Kinder keine Angst und auch gar keinen Grund dazu haben.

Ich erzähle dir einmal zwei von vielen Dingen, die ich während meines Psychiatrieaufenthaltes erlebt habe:

Zum einen war da eine junge Patientin, die tagelang nichts essen konnte. Eines Abends saß ich neben ihr und bemerkte, dass sie die Abdeckung kurz anhob, einen scheuen Blick darunter wagte und den Deckel geschwind wieder fallen ließ, so, als würde ein Vieh druntersitzen und sie wolle nicht, dass es raus kann. Ich vermutete, dass sie wohl Angst vor ihrem Essen habe und sie es deshalb tagelang verweigert hatte. Ich habe mir nichts anmerken lassen und fragte sie, ob sie mir was abgeben würde. Ich hatte meine "Hintergedanken" dabei. Sie gab mir etwas ab, und dann sagte sie zu mir, dass sie Angst hätte davor, dass irgend etwas mit ihrem Essen nicht stimmen könne und dass sie deshalb tagelang nichts zu sich genommen hätte. Ich sagte ihr, das sei alles kein Problem, wir könnten ja dann immer gegenseitig unsere Rationen teilen und dann würde sie sehen, dass mir absolut nichts passiert. Sie wollte, dass ich niemandem davon erzähle, was ich auch einhielt. Dieses "Spiel" ging einen Tag lang, sie sah, dass mir nichts passiert war und auf einmal ging alles automatisch. Sie haute rein wie ein Bauarbeiter. Ich hatte erreicht, dass sie Vertrauen fasst. Mehr wollte ich gar nicht.

Dann war auf der Geschlossenen ein Mitpatient, der an extremem Verfolgungswahn litt, er hatte sein Zimmer neben meinem. Abends sagte er dann: "damit Ihr alle bescheid wisst, morgen bin ich tot. Ich habe gehört, wie die Pfleger am Dienstzimmer mit "denen" (damit meinte er die, die ihn verfolgten) abgesprochen haben, dass sie sie nachts reinlassen, damit sie mich umlegen können."

Das ist kein Witz und auch nicht zum lachen, denn der Mann hatte wirklich Todesangst.

Da sagte ich zu ihm: "mach dir mal keine Sorgen. Erstens ist mein Zimmer direkt neben deinem und ich kann sowieso nachts nie schlafen, würde also hören, wenn da jemand käme. Und wenn dir einer was antun will, denen haue ich so ein paar auf die Lichter, dass sie auf der Intensivstation oder Leichenhalle landen. Und du wirst sehen, dass wir morgen früh gemeinsam frühstücken und dir rein gar nichts passiert sein wird, du kannst mir vertrauen."

Natürlich war nichts passiert. Beim Frühstück frage ich ihn dann, ob er mir denn nun vertrauen würde, weil ich meine Versprechen eingehalten habe und er war wirklich erleichtert. Von da an, wenn er wieder so einen Schub hatte, erinnerte ich ihn nur daran, dann war er wieder beruhigt.

Bei beiden ging es letztlich um irgend eine massive Angst, bzw. eher schon Panik. Was sie brauchten, war zunächst Vertrauen. Das konnten sie bei mir erhalten.

Und so ist das wahrscheinlich nicht viel anders bei deiner Kleinen. Sie hat panische Angst, und du schreibst ja selbst, dass dein Verhalten ihr gegenüber falsch ist. Es ist selbstverständlich von dir gut gemeint, aber, so denke ich, der völlig falsche Weg. Wenn sie Angst hätte vorm Aufzugfahren, damit kann man sich arrangieren. Dann benutzt man eben die Treppen. Aber es geht keinesfalls, zumindest nicht auf Dauer, dass sie der Schule fernbleibt. Ansonsten würden sich ihre jetzt schon bestehenden Ängste vielleicht noch auf vieles andere ausdehnen.

Bei mir hat sich das dann auf so vieles ausgedehnt bis ins Erwachsenenalter. Selbst als ein Kollege sich mal zwei Stunden nicht gemeldet hat, bekam ich diese Panik, malte mir die tollsten Unfallbilder im Kopf aus, alles kam in Betracht, aber nicht, dass ihm gar nichts passiert war, und dem war glücklicherweise so.

Ich hoffe nur, dass deiner Tochter wirklich geholfen wird. Sie ist noch klein, am Anfang ihres Lebens und ich wünsche ihr wirklich von Herzen ein Leben ohne diese fürchterlichen Ängste.

Wäre dir dankbar, wenn du berichten würdest, wie es nun weitergeht.

27.11.2007 01:45 • #7


Hallo,
Wollte mal besrichten was so passiert ist, naja eigentlich nicht viel, sie will immer noch nicht und es ist jeden Morgen ein Kampf, mal schaffe ich es und dann wieder nicht.

Mittlerweile ist es so das sie gerne möchte und sich Abends freut hin zu gehen, sie sagt immer wieder ich will ja, aber dann legt sie den Schalter um und dann geht nix mehr, sobald sie vor der Schule steht.

Die Kinder in der Schule fragen sie ständig was los ist ,warum sie immer abhaut und warum sie nicht zur Schule will, sie findet das doof und ich glaube das ist nun ihr Problem, dadurch sagt sie das sie auf Klo muß und immer vor der Schule obwohl sie vorher da war, und wenn wir dann zuhause sind kommt auch was also sie steigert sich da nun voll rein.

ich war nun gestern bei der Familienberatung mit ihr da war eine sehr nette Frau und sie möchte sie sehr hat mit ihr gemalt, und auch geredet aber sobald das Thema Schule kam hat sie abgeblockt, sie durfte sich Mutmach Steine aussuchen das fans sie toll aber heute morgen hat sie der Mut verlassen und sie hat sich so gefreut das heute ein Töpferkurs anstand und danach ein besuch auf dem Weihnachtsmarkt und Pommes essen.

Das ist erstmal das neuchste und ich hoffe das nächste mal habe ich bessere Nachrichten.

LG Rosa

05.12.2007 11:02 • #8


Hallo Gast, wie groß ist die Schule bzw. wieviel Klassen gibt es in der Schule.....und die Angst, dass die Tür der Toilette nicht abschließbar ist.....
Ich möchte nur ausschließen, dass sie bei den Toiletten jemanden begegnet sein könnte.....ich finde diese Blasenentzündung schon verdächtig......und auch dass sie Angst hat um dich.....
manchmal werden Kinder eingeschüchtert, indem ihnen angedroht
wird, dass einem in der Familie was passiert......
Vielleicht sollte sie zu einer Psychologin, die mehr aus ihr heraus-
bringen kann......
Und Mädchen, die sowas erlebt haben, die bilden sich ein, dass es jeder ihnen ansieht und von daher die soziale Phobie.

Wie gesagt, nur ein Hinweis, aber es könnte was dran sein, so wie sie sich verhält.....

lg Seelchen

06.12.2007 23:15 • #9


Hallo Seelchen,
Ich habe mir da auch schon meine Gedanken gemacht aber das kann ich eigentlich sicher ausschließen.
Es ist eine sehr kleine Schule, naja was heißt klein, also 8 Klassen, nur Lehrerinen und einen Hausmeister.

Meine Tochter geht nun seit drei Tagen wieder hin aber auch nur weil ich eine Pause komme und mit ihr auf Klo zuhause gehe.

Mir ist auf gefallen seit sie wieder hingeht, möchte sie auch nirgends woanders auf Klo, sie will immer das alle zu ihr kommen, weil sie auf kein fremdes Klo will.

Donnerstag geht sie Kegeln, eine Weihnachtsfeier vom Fußball sie wollte da auch nicht hin wegen den Toiletten, habe ihr dann gesagt sie soll Handy mit nehmen und wenn sie muß komme ich, das war dann ok.

Der Arzt hatte noch festgestellt das sie laut ULtraschall eine Entzündete Schilddrüse hat, er meint es könnte daher her kommen, die Angst und ich weiß aus eigenener Erfahrng das es so sein kann. Muß nun noch Blut abnehmen lassen was nicht einfach wird.

LG Rosa

12.12.2007 09:21 • #10


Hallo Gast, ich bin neu hier und dein Thema hat mich sehr aufgewühlt. Ich denke, das du dem nachgehen solltest, das deine Tochter nicht allein ( nicht Mehr) auf öffentliche Toiletten gehen mag. Ich habe 3 Kinder und als Betrachterin von außen sehe ich da, das da etwas vorgefallen sein könnte. So wie du das beschreibst, gibt dir deine Tochter ganz wertvolle Infos...Türen aufreisen, Blasenentzündung, Angst um dich. Ich finde es gut, das du sie ernst nimmst. ich würde da mal dran bleiben. Aus Erfahrung kann ich sagen, das eine Spieltherapie einiges aufdecken kann.Alles Gute

30.12.2007 23:03 • #11



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