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Hallo,
ich hab seit Ewigkeiten seelische Probleme. Bin nun am Verzweifeln, verlier so langsam die Lust am Leben. Bin mittlerweile 31 Jahre, steh kurz vor den Abitur-Vorklausuren, Abi auf dem 2. Bildungsweg, hab seit Januar wieder eine Beziehung und werd nun absolut nicht fertig mit der Belastung.
Meine Probleme begannen bereits in der Kindheit, meine Mutter meinte mir ihre Ängste und Sorgen mitteilen zu müssen, sie hat alles auf mich übertragen, mir, einem Kind von 4 oder 5 Jahren, dass nicht mit diesen zurechtkam und sich irgendwann für diese Probleme verantwortlich machte. Da stand ein riesen Berg vor mir der nicht lösbar war, und dieser Berg wuchs und wuchs und wuchs. Eine Sorge meiner Ma waren die Feiern auf die mein Vater ohne sie gegangen ist, sie hatte kein Vertrauen zu ihm und das spürte ich. Hier liegt ein großes Problem was ich heute mit mir herumtrage, das Vertrauen in einer Beziehung. Eine weitere Erfahrung die mir mein Vertrauen nahm waren meine Mitschüler in der Realschule, auf einemal war ich die doofe, die keinen Spaß versteht und die immer rot wird. Meine beste Freundin wandte sich von mir ab und ich fühlte mich völlig verlassen. Zu Hause war immer schlechte Laune, meine Eltern redeten nicht um Probleme zu lösen sie schwiegen sich an. Meine Mutter kam mit diesem Schweigen nicht klar und war ständig, besonders am Essenstisch während den Mahlzeiten, am heulen. Mir wurde das zuviel und ich blieb auf meinem Zimmer um zu essen. Mit 17 begann dann die Magersucht... hab erst gekämpft mal was zu erreichen was die wenigsten konsequent schaffen, abzunehmen! Irgendwann so nach 2 Jahren begann ich aber zu kämpfen um wieder mit dem essen zu beginnen. Das hab ich dann geschafft, aber das war ja auch nur ein Symptom das es zu überwinden gab. Die Problematik ist geblieben.
Jede Beziehung die ich hatte war von Zweifeln und Misstrauen geprägt, ich bekam extreme Panikanfälle wenn es auch nur im geringsten um eine andere Frau bzw. die Ex ging. Das hat sich auch nach Jahren diverser Therapien nicht geändert. Ich hab nun einen Partner der mir sehr viel bedeutet, der meine Probleme aber nicht länger mitmachen will. Ich steh nun vor der Entscheidung mich entweder zu trennen oder irgendwie zu versuchen mich zu ändern, ich weiß aber nicht wie ich meine Ängste in den Griff bekommen kann. Desweiteren hab ich absolut kein Selbstwertgefühl, ich denk ich bin es nicht wert das mein Partner mit mir zusammen ist, daraus entstehen weitere Probleme wie Eifersucht usw. ... Ich hab mir bei meiner Hausärztin, mit der ich schon die Magersucht durchgestanden habe, Duloxetin geholt weil ich momenten durch den Lernstress echt am Ende bin... aber ich fühl mich nicht wohl mit den Dingern... Ich weiß einfach nicht weiter

05.09.2009 21:33 • 06.09.2009 #1


20 Antworten ↓


P
Herzlich willkommen seelenkrank!
Du hast sicher ein Vertrauensproblem was viele hier haben.
Warum haben deiner Meinung nach die Therapien nichts gebracht?
Wie lange nimmst Du Duloxetin?
Liebe Grüße

05.09.2009 23:26 • #2


A


Habe kein Selbstwertgefühl. kann nicht vertrauen*heul*

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Die Therapien haben nicht so recht Wirkung gezeigt, könnt ich mir zumindest denken, weil ich immer auf eine direkte Antwort, bzw. auf ein Patentrezept gewartet hab um meine Probleme zu lösen. Die erhielt ich natürlich nicht, aber leider auch keine Hilfestellung zur Umsetzung...
Hab vor 3 Jahren das letzte mal Antidepressiva genommen, hab es aber abgesetzt als ich die damalige Beziehung beendet habe. Von den Duloxetin hab ich nun erst vier genommen...

05.09.2009 23:37 • #3


P
Na, da solltest auf die Wirkung mal noch warten.
In der therapie soll schon der patient auf die eigene Lösung kommen.
Nur das macht auf Dauer Sinn.
Das wäre schön, wenn es ein Patentrezept gäbe.
Aber da wir unterschiedliche Menschen sind gibt es das halt nicht

05.09.2009 23:44 • #4


S
Ja, ich weiß. Aber entweder bin ich zu dumm oder ich wurde nicht richtig an eine Lösung herangeführt... ich weiß langsam nicht mehr ob ich mir mit den Ängste auf eine Art absichtlich Schmerzen zufüge weil ich vielleicht gar nicht anders will als mit Ängsten zu leben oder ob es doch eine andere Erklärung gibt.
Hast du Erfahrung damit?

05.09.2009 23:50 • #5


P
Ja hab ich schon.
Nun, es gibt Phasen, da kommt so einiges an unverarbeiteten Dingen hoch.
Das kann Angst erzeugen.
Wenn man dann noch in der Kindheit nicht so ein Vertrauen gelernt hat, kann das auch zu Irritationen des Selbstbewußtseins führen.
Was bei Dir nun diese Ängste auslöst könnte das Schweigen sein, welches Du offensichtlich lernen musstest.
Wäre das möglich?

05.09.2009 23:58 • #6


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Das ist auf jeden Fall ein Thema, ich fühl mich sofort hintergangen wenn mein Partner mir nicht alles erzählt was so ist, z.B. Telefonanrufe, sms oder sowas... er weiß das auch, aber je mehr schlechte Laune ich verbreite durch die Ängste die ich hab umso weniger geht er auf mich ein und erzählt mir was so ist. Er meint ich würd meine schlechte Laune immer an ihm ablassen obwohl er mir keinen Grund dafür gibt. Aber Kleinigkeiten lösen leider schon Panikattacken aus und die bekommt er dann auch immer ab, tut mir ja auch immer leid aber ich weiß nicht wie ich die unter Kontrolle bekomme

06.09.2009 00:08 • #7


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Offensichtlich erwartest Du von Deinem Freund das radikale Gegenteil was Deine Eltern vorgelebt haben.
Könntest Du das nicht auf die Mitte bringen?
So sieht es in der Tat nach einem Kontrollzwang aus. Da versteh ich Deinen Freund schon auch.

06.09.2009 00:19 • #8


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So siehts aus, ich weiß das ja auch. Aber sobald ich in einer Panik stecke bin ich total gefangen. Was gibt es denn für Methoden das sie einen nicht so überrollen?

06.09.2009 00:23 • #9


P

Aber ich werd Dir wieder nicht das Patentrezept für Dich verraten können

06.09.2009 00:25 • #10


S
Ja leider gibt es das nicht. Hast du auch noch einen Tipp für mein Selbstwertgefühl... wie krieg ich aus meinem Kopf, das er nicht auf der Suche nach einer besseren Frau ist?

06.09.2009 00:30 • #11


P
Indem Du Dir selbst Deine Stärken klar machst.
Was zeichnet Dich aus, was kannst Du gut.......

06.09.2009 00:31 • #12


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Das mach ich doch schon immer, bekomm auch von außen viel Bestätigung... aber irgendwie kommt das nicht in meinem Herz an, hab oft das Gefühl die Verbindung Herz/Bauch mit meinem Gehirn klappt ganz und gar nicht.

06.09.2009 00:35 • #13


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Das kann ich verstehen, doch solltest Du tief in Deinem Inneren die Ruhe finden.
Weiß Dein Freund von Deiner Zerrissenheit diesbezüglich?
Redet Ihr darüber?

06.09.2009 00:42 • #14


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Ja wir reden da schon drüber, aber er kann irgendwie nicht verstehen das es für mich sooo schwer ist. Er denkt das ist eine Sache die ich ganz einfach ändern kann.

06.09.2009 00:45 • #15


P
Kannst Du Ihm nicht anhand von Beispielen von Deiner Kindheit und der Beziehung deiner Eltern die Sachlage erklären.
Was ist für Dich in einer Beziehung wichtig.
Dann solltest Du auch noch versuchen, nicht das krasse Gegenteil leben zu wollen.
Geduld braucht man schon, um Muster zu verändern.
Lass Dir Zeit dazu.

06.09.2009 01:00 • #16


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Ich hab ihm schon alles erzählt, er weiß bescheid. Ich hab ihn auch gebeten mir Zeit zu geben aber er will so nicht weiter machen ihm ist das zu viel schlechte Laune und zu viel Stress...

06.09.2009 01:04 • #17

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P
Wer sagt Dir dass Du immer schlechte Laune haben solltest?
Versuche positiver sehen zu können und warte auch mal die Wirkung der Tabletten ab.
Ich bin jetzt müde und gehe gleich ins Bett.
Vielleicht fehlt Dir ja auch der Schlaf um ausgeglichen sein zu können?

06.09.2009 01:08 • #18


S
Schlaf fehlt mir auch ohne Ende.... das funktioniert auch nicht richtig...

Wünsch dir eine erholsame Nacht, und danke für deine Zeit!

06.09.2009 01:12 • #19


P
Gerne.
Schlaf wäre aber ganz arg wichtig.
Vielleicht kannst ja mal Baldrian nehmen.
Wünsch Dir auch eine erholsame Nacht.
Bis dann

06.09.2009 01:14 • #20


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