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Ersteinmal Hallo,

ich bin auf dieses Forum über die Google Suche gestoßen denn die Stichwörter die ich eingab waren doch sehr treffend im Bezug auf diese Seite.

Ich arbeite in einem großen Konzern und habe ständigen Leistungsdruck. Ich bin 27 Jahre jung.

Nunja derjenige der es selbst nicht erlebt hat kann es auch nicht nachvollziehen. Ich habe sehr große Panik vor Leuten zu reden. Eine Sprechangst die man so an sich nicht erklären kann. Zittern, erröten, Herz schlägt wie verrückt und man kriegt kein Wort raus. Ich hatte schon sehr viele Blackouts deswegen und hätte noch mehr Chancen wahrnehmen können doch die Angst vor Präsentationen war schon immer ein Stein auf meinem Weg. Es ist nicht nur " Lampenfieber " , es ist eine Art Panikattacke die mich sehr sehr belastet. In der Schulzeit ging ich schon ALLEN Referaten aus dem Weg. Wirklich ALLEN.

Nunja nun ist es soweit. Ich habe am Mittwoch eine Präsentation. Diese geht ca. 30 Mins. Und seitdem dieser Termin offiziel steht habe ich Herzklopfen, Schlafstörungen und Versagensängst die mich nicht mehr loslassen. Alleine der Gedanke vor 60 Leuten zu reden die einen von oben bis unten anschauen und zuhören macht mich verrückt. Ich hatte am Mittwoch diese Woche vor 10 Leuten eine kleine Präsentation die ich nur mit 100mg Propranolol (Beta Blocker) grade noch so geschafft habe. Ich war kurz vor dem Versagen allerdings liesen die Symptome etwas nach wie Zittern und Atemnot.

Und jetzt zum eigentlich Punkt dieses Themas. Ich habe mir Ratiopharm Diazepam 10mg besorgt. 10 Tabletten. Würde mir 5mg Diazepam die Angst und die Symptome nehmen ohne sedierend und Müde zu wirken ? Bitte ich brauche eure Hilfe ich bin am verzweifeln.

Euer K.

17.10.2014 08:32 • 23.10.2014 #1


18 Antworten ↓


Lazarus
Dazu wird dir gleich sicher jemand anderes etwas sagen können, was ich kurz aufgreifen will ist, wäre es nicht eher empfehlenswert das Problem an sich anzugehen und es zu lösen, damit diese Medikamente nicht mehr notwendig sind? Nur so ein Gedankengang...

17.10.2014 08:55 • #2


Hallo darkaan,

zuerst mal herzlich willkommen bei uns!

Es ist nicht für dich schwer, vor gesammelter Mannschaft einen Vortrag zu halten. Dieses Problem, traue ich mich zu behaupten, hat der Großteil der Menschen.

Nun mit Diazepam einen Vortrag zu halten finde ich etwas gefährlich. Wenn du den Wirkstoff noch nie genommen hast, kannst du auch nicht wissen, wie dein Körper reagiert. Die Nebenwirkungen gehen von Müdigkeit bis zu Benommenheit, oft Sehstörungen uvm.
Wenn ich du wäre, würde ich es mir nicht zutrauen, diese Medikament vor einem Vortrag einzunehmen.

Ich würde dir vorschlagen, kauf dir in der Apotheke die Rescue Tropfen der Bachblüten Therapie, die helfen in solch Situationen sehr gut.
Und bedenke, der Großteil der Menschen, die dort bei deinem Vortrag sitzen, könnten es nicht so gut schaffen wie du und haben auch gar nicht diese "beobachtenden" Gedanken.

Bereite dich gut vor, dass ist schon die halbe "Miete"! Stelle dich zu Hause vor den Spiegel und trage deinem Spiegelbild den Vortrag vor. So wirst du sicherer und einem guten Gelingen steht nichts mehr im Wege!

Alles Gute und Kopf hoch, du schaffst es

17.10.2014 08:55 • #3


Ich danke euch für eure Antworten. Aber es ist wirklich nicht bekämpfbar mit Bachblüten, Neurexan oder irgendwelchen Homöopathieschen Mitteln.
Es ist eine Art Phobie, eine Art Flucht in diesen Momenten. Ich merke das aber auch beim anderen Geschlecht. Wenn ich mit einem hübschen Mädchen das ansatzweise meinem Geschmack entspricht rede bemerke ich die gleichen Symptome. Angst, Herzklopfen und Klos im Hals. Es ist eine sehr große Last. Beta Blocker verhalfen mir etwas und nahmen die körperlichen Symptome. Allerdings war ich ein Tag danach komplett " Ausgelaugt " und die Batterie war aufgebraucht. Es ist eine Krankheit mit Sicherheit die ich allerdings erst sehr spät bemerkt habe. Ich habe leider auch keine Zeit mehr einen Arzt aufzusuchen bzw. gestern ein Telefonat geführt aber da der Terminkalender so gefüllt sei habe ich den Termin erst ende nächster Woche bekommen.

Es geht tatsächlich darum Diazepam zu nehmen. In sehr geringen Mengen. Um Müdigkeit, Gedächtsnistörungen und Suchtpotenzial aus dem Weg zu gehen.Hat denn niemand Erfahrung diesbezüglich ? Es ist so schwer für mich sodass ich gerade in der Arbeitszeit in meinem Büro Hilfe suche.

17.10.2014 09:07 • #4


novemberrain
Hallo Darkaan,

die Präsentation ist in meinen Augen eine gewisse Art "Notfall" und dafür ist ein Diazepam geeignet.

Daher würde ich folgendes tun:
Teste es ein paar Tage vorher und dann weißt Du, wie es wirkt.

Ich selbst habe es noch nie genommen, aber lies mal hier im Forum, es geht den Meisten damit super.
Wie gesagt- nur als Notfallmedikament und nicht zur Dauermedikation.

Viel Glück und berichte, wie es lief

17.10.2014 10:41 • x 3 #5


Zitat von novemberrain:
Hallo Darkaan,

die Präsentation ist in meinen Augen eine gewisse Art "Notfall" und dafür ist ein Diazepam geeignet.

Daher würde ich folgendes tun:
Teste es ein paar Tage vorher und dann weißt Du, wie es wirkt.

Ich selbst habe es noch nie genommen, aber lies mal hier im Forum, es geht den Meisten damit super.
Wie gesagt- nur als Notfallmedikament und nicht zur Dauermedikation.

Viel Glück und berichte, wie es lief


Vielen Dank Ich werde am Samstag eine halbe 5mg einnehmen und die Wirkung beobachten. Aber eine soartige Situation die am Mittwoch stattfinden wird zu simulieren wird schwer. Der Tag bereitet mir dauerherzklopfen allein nur wenn ich daran denke. Ich hoffe einfach nur das alles super verläuft es ist so schlimm.

17.10.2014 10:56 • #6


novemberrain
Zitat von darkaan:
Aber eine soartige Situation die am Mittwoch stattfinden wird zu simulieren wird schwer. Der Tag bereitet mir dauerherzklopfen allein nur wenn ich daran denke.


Na bitte, die besten Voraussetzungen, um das Medikament zu testen.
Immer schön den worst case vor Augen und Du wirst in heller Aufruhr sein.

17.10.2014 11:06 • #7


Also ich habe damals Diazepam bekommen, als ich mit einem Bandscheibenvorfall außer Gefecht gesetzt war. Aber ich hatte eine weitaus höhere Dosis als du. Ich musste es wieder absetzen, da mein Kreislauf in den Keller ging.
Das mit dem austesten ist schon mal gut.

Kannst du diese Präsentation nicht schon mal vor Freunde oder Familie üben? Evtl. nimmt das ein bißchen den Druck

Alles Gute und lass von dir hören, wenn du es hinter dir hast.

17.10.2014 11:39 • #8


Hi darkaan

Wie oben schon geschrieben, dürften Viele dieses Problem haben (ich habe es auch). Allerdings würde ich von solchen Mittelchen als dauerhafte Lösung absehen. Denn dagegen kann man sicherlich etwas unternehmen. Langfristig gesehen würde ich Dir zu einem Kommunikationstraining raten (also keine Jubel"wir haben uns alle lieb"-trainings), sondern ein Training, was Dir erstmal aufzeigt, wie Du auf Dich und auf Andere wirkst und wie Du versuchen kannst, mit Stresssituationen umzugehen (denn mehr ist es ja im Endeffekt nicht; es ist zumeist reiner Stress zu versagen). Dazu, wie Du Vorträge am besten aufbereiten kannst und sie vortragen kannst.

17.10.2014 11:49 • #9


Ich habe auch schon vor Referaten Tavor genommen und ich habe sehr gut präsentieren können, ABER, es kommt halt darauf an, wie oft du eine Präsentation hast. Wenn es nur ein bis zweimal im Jahr ist, wäre es nicht schlimm, diese Situationen mit Tavor oder Diazepam zu meistern. Aber wenn du regelmäßig eine Präsentation halten musst, würde ich es nicht machen, aufgrund des Abhängigkeitpotentials.

(Falls du die Diazepam nimmst, würde ich auf jeden Fall vorher einen Test machen, wie du darauf reagierst.

17.10.2014 12:44 • #10


Zitat von islandfan:
Ich habe auch schon vor Referaten Tavor genommen und ich habe sehr gut präsentieren können, ABER, es kommt halt darauf an, wie oft du eine Präsentation hast. Wenn es nur ein bis zweimal im Jahr ist, wäre es nicht schlimm, diese Situationen mit Tavor oder Diazepam zu meistern. Aber wenn du regelmäßig eine Präsentation halten musst, würde ich es nicht machen, aufgrund des Abhängigkeitpotentials.

(Falls du die Diazepam nimmst, würde ich auf jeden Fall vorher einen Test machen, wie du darauf reagierst.


Ich sehe es nicht als Dauerlösung.. Das habe ich immer mit mir selber vereinbaren können da ich generell kein Suchtpotenzial habe.. Es ist eben " situationsbedingt " .. es ist eine Qual,
eine Situation aus der man am liebsten flüchten möchte, ein Herzklopfen und Adrenalin Ausstoß schier unaufhaltsam.. Die Luft bleibt weg und dann kommt der Blackout.. der Ausschuss und die Kollegschaft lachen sich in die Faust und du stehst da wie der größte Versager in Baden Württemberg.. es ist einfach nur Schlimm.. Ein Horror.. Es ist eine Art Phobie - ich kann es leider nicht besser beschreiben.

Ich finde es gut jmd zu haben der Erfahrung damit gemacht hat. Wieviel hast du genommen ? was für ein gefühl war das ? Konntest du denn noch alle Informationen im Hirn abrufen ? Sieht man den Augen an das man eine Art " Sedierung " erleidet ?

Vielen Dank an alle und es tut so gut nicht GLEICH ALS ANGSTHASE oder VOLLIDIOT DER ALLES ÜBERTREIBT dargestellt zu werden .. man geht sachlich ins Thema finde ich sehr gut

17.10.2014 13:02 • #11


Also ich habe komischerweise das Problem, dass ich unterrichten kann und total selbstbewusst bin, aber wenn ich bewertet werde und unter Beobachtung stehe, es mir sehr schwer fällt. Ich habe das Problem, dass ich bei Referaten (ich habe nochmal angefangen zu studieren) total zittere. Das Hauptproblem ist aber meine Zunge, die fühlt sich wie gelähmt an, so dass ich lalle und das hört sich schrecklich an, ich habe dann meine Stimme nicht mehr unter Kontrolle.
Ich habe letztes Mal 1 mg Tavor genommen und das war genau die richtige Dosis. Ich war recht selbstbewusst und konnte das Drumherum gut ausblenden. Ich hatte keine Angst, habe nicht gezittert, war aber ganz klar im Kopf. Da ich auch eine gute Note erhalten habe, kann mein Vortrag nicht schlecht gewesen sein.

Aber es kann natürlich auch nach hinten losgehen, wenn man zuviel nimmt, denn dann ist man vielleicht zu ausgelassen. Ich nehme in Notsituationen immer 1 mg, für mich ist das die optimale Menge. Man kann das nicht an den Augen sehen, man ist normal, vielleicht ein wenig euphorisch, so als hätte man gute Laune (aber nicht übertieben).
Wie viel du brauchst, kannst du am besten ausprobieren.


PS: An alle: Das soll keine Werbung für einen leichtfertigen Umgang mit Benzodiazepinen sein! Wer es in Notsituationen wenige Male im Jahr nimmt, hat auch kein Problem. Leute, die sich damit ständig zudröhnen, haben ein ernstes Problem! (Für alle, die mich eventuell kritisieren)

17.10.2014 13:18 • #12


@Islandfan : Ich danke dir dafür .. Es ist auch neben den Symptomen die ich genannt habe ein sehr starkes zittern an den Fingern ... Ich stehe am Flipchart und muss mich echt darauf konzentrieren die Kappe vom Edding zu öffnen und konzentriert EIN WORT zu schreiben ..

Nun danke ich werde diesen Samstag bevor ich weggehe ( natürlich ohne Alk. & Nikotin ) 1 mg ( wie ich das mit den 10mg Ratiopharm Diazepam teile muss ich schauen ) einnehmen und beobachten. Ich werde berichten. Danke euch.

17.10.2014 13:28 • #13


Na klar, ich bin mal gespannt darauf, was du berichtest!

17.10.2014 13:30 • #14


So es ist vorbei.. gestern war es soweit.. UND ICH BIN SO HAPPY WIE NOCH NIE ! Ich habe mich nicht wieder erkannt. Ich habe eine Glatte 1 bekommen lt. der Dozentin
sogar " eine 1 mit +++ dahinter " oh mein gott... ich bin einfach nur so froh.. ich würde so gerne wieder präsentieren.. es hätte noch Stunden so gehen können..
Ich war nicht ich selbst bzw. ich wusste selber was ich tue habe mich nicht 1x versprochen und die aufregung war gleich NULL.

Dosierung 1 std vorher : 5mg Diazepam + 50mg Propronolol .. Das ist meine Kombi die ich ab sofort in solchen immer verweden werde.. Ich verspüre keinerlei Nebenwirkungen und weder gestern eine Sedierung Müdigkeit oder sonstwas gespürt.. Es war einfach toll.. zwischen 12 Leuten die präsentiert haben der Beste zu sein ist einfach so toll..Ich konnte vor Freude gestern nicht mehr einschlafen so gut drauf war ich ! Danke an euch auch !

23.10.2014 08:22 • #15


novemberrain
HERZLICHEN GLÜCHWUNSCH !

23.10.2014 08:29 • #16


hi darkaan

Erstmal Gratulation dazu.

Allerdings begibst Du Dich in eine gewisse Medikamentenabhängigkeit, wenn Du beim nächsten Mal erneut Medikamente nimmst ohne das Grundübel zu beseitigen.

23.10.2014 10:19 • #17


Zitat von holger014:
hi darkaan

Erstmal Gratulation dazu.

Allerdings begibst Du Dich in eine gewisse Medikamentenabhängigkeit, wenn Du beim nächsten Mal erneut Medikamente nimmst ohne das Grundübel zu beseitigen.


Danke Holger014.

Ich bin dieser Problematik bewusst. Ich muss aber ein ABER hinzufügen. In wie weit man Abhängigkeit definiert das ist ein sehr großer ausbaubarer Begriff. Ab wann ist jmd Abhängig ?

Es ist bei mir situationsbedingt. Ich werde diese Medikamente bzw. Dosierung so nur bei bestimmten Situationen anwenden. Gerade bei Präsentationen. Manchmal überlege ich mir vllt mal beim abends weggehen eventuell etwas einzuschmeißen um " Frauen " ansprechen zu können aber ich habe Disziplin die mir sagt " HÖR AUF DAS PACKST DU AUCH SO ANSONSTEN WIRST DU ABHÄNGIG GRADE WAS DIAZEPAM BETRIFFT " Es war einfach ein Erlebnis das ich bis zum jetztigen Zeitpunkt nie hatte und hätte mir gewünscht ich hätte diese Medikamente schon damals gehabt. Denn beruflich wichtige Referate habe ich immer " geschwänzt " und somit mir sehr viele negative Bewertungen geerntet.

23.10.2014 12:03 • #18


Hallo darkaan

Du bist genau dann abhängig, wenn es eben nur noch damit funktioniert und Du nix gegen das eigentliche Problem getan hast.
Längerfristig solltest Du also das Hauptübel anpacken.

Das Problem bei Deiner Überlegung ist halt genau diese, dass Du beim nächsten Mal wieder in Panik gerätst, erneut die Tabletten nimmst, wieder merkst es klappt... und wieder nix an dem Hauptproblem getan hast... dann kommt das nächste Referat... usw. usf. Das bedingt irgendwann die Abhängigkeit - wenn vielleicht nicht pysisch (ich weiss nicht, inwieweit diese Sachen auch für den Körper gefährlich sein können), aber eben psychisch. Die Abhängigkeit wird dann halt über den Kopf erfolgen....

Wobei ich Dich natürlich verstehen kann, bei mir sind es aktuell Schlafprobleme, die ich auch in den Griff bekommen muss.

23.10.2014 20:04 • #19




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