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Na gut, hab hier schon viel gelesen und möchte gerne auch meinen Senf
dazugeben, also bleibt mir wohl nix anderes übrig als mich vorzustellen:

Ich bin 23, weibl. und habe nun nachdem ich vor über zwei Jahren
das erste mal zur Therapie gelaufen bin endlich eine Diagnose die mir
zutreffend scheint: Soziale Phobie

Ansonsten versuch ich mich durchs Studium zu schlagen und irgendwie
eine gute Mutter für meinen Sohn zu sein (zur zeit beides mit mäßigem erfolg)

Hoffe dass es mir gelingt hier tatsächlich aktiv zu sein und mich einzubringen
da ich das Gefühl habe was ich hier lese bringt mir was
und hoffentlich andere auch was von meinen Beiträgen haben
(ok ihr seht ich muss mir schon selbst mut zusprechen)

lg zora

17.11.2008 21:13 • 04.03.2009 #1


7 Antworten ↓


Hallo Zora,
herzlich Willkommen hier bei uns im Forum .
Liebe Grüsse
Iris

18.11.2008 08:46 • #2



Diagnose Soziale Phobie - wer spricht mir Mut zu?

x 3


Hallo, Zora,

willkommen hier im Forum!

Erstmal: Respekt! Studium und soziale Phobie ist schon eine explosive Mischung (wie ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß), Studium und Kind auch für Nichtphobiker eine Herausforderung, aber alles zusammen ist garantiert alles andere als einfach.

Magst Du noch ein bißchen über Dich erzählen?

Würde mich freuen, mehr von Dir zu lesen.

LG Solitudo

18.11.2008 08:53 • #3


Hi danke erst mal fürs Hallo,

finds schon echt schwer überhaupt was zu schreiben,
nur worte sind oft so mißverständlich
hab Angst doof rüber zu kommen

eigentlich war das irgendwie zu schaffen alleinerziehend mit Kind Uni und Phobie, aber vor etwas über einem Jahr ist die Angst vor allem im Leistungsbereich eskaliert nachdem kurz hintereinander sich erst meine Mutter suizidiert hat und mein damaliger Freund einen schweren Autounfall hatte der damit endete dass er jetzt ein schwerstpflegefall ist

Hat auch ziehmlich lange gedauert bis ich in der Therapie über meine Ängste reden konnte, hab sie auch zuerst nicht so erkannt, da ich nach für mich schweren sozialen Situationen mit meiner Meinung nach für mich ungünstigem Ausgang zu Hause (in Sicherheit) zusammengebrochen bin mit Weinkrämpfen, Trauer, Verzweiflung und Selbsthass.
Da musste mein aktueller Therapeut erst sagen, dass er die Stundenzahl gerne runterschrauben würde, da er mich soweit für stabil hält (er hatte bis dahin ne Dysthymie(=chronische leichte Depressionen) diagnostiziert), ehe ich meine selbstsichere, fröhliche Maske ablegen konnte. Ist halt nicht leicht zu sagen, dass einem andere Menschen Angst machen und dass man sich selbst für nicht mehr als ein Stück Dreck hält.

Naja ansonsten studiere ich Bio in Kiel, was mir eigentlich Spaß macht, wenn nicht diese Ängste mit den damit verbundenen Hemmungen wären.

Mein Sohn ist 5J alt und ich liebe ihn sehr, aber er bekommt halt leider viel zu oft meinen Stress ab, weil ich Nachmittags meist am Ende meiner Kräfte bin und hier auch niemand ist, der ihn mir mal abnehmen könnte.

lg

18.11.2008 16:14 • #4


Hallo Zora,
da ist ja einiges über Dir zusammengebrochen, sozusagen ein doppelter Schicksalsschlag. Das kann schon einen sonst stabilen Menschen zumindest eine ganze Zeit ziemlich aus dem Verkehr ziehen.
Aber psychische Probleme hattest Du ja vorher schon, wie Du schreibst. Soziale Phobie, also Angst vor Menschen, sozialen Kontakten? Hattest Du die Angst schon in Deiner Kindheit bzw. Jugend oder sind sie irgendwann scheinbar "einfach so" aufgetreten? Was meinst Du mit "schweren sozialen Situationen" mit für Dich "ungünstigem Ausgang"? Was hat Dein jetziger Therapeut mit Dir vor, eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie?
Hast Du mal über die Uni (Studienberatung, schwarzes Brett in der Mensa etc.) versucht, jemanden zu finden, der sich mal zeitweise (gegen ein geringes Entgelt) um Deinen Sohn kümmert, damit Du ein bißchen zu Dir selbst finden kannst?
Viele Grüße, Jens

18.11.2008 17:44 • #5


Hi,

mach dir mal keine Sorgen, du kommst überhaupt nicht doof rüber.

Tut mir sehr leid mit deiner Mutter und dem damaligen Freund. Dass nach solchen Erlebnisse Ängste verstärkt werden, ist ja vollkommen klar. Vor allem wenn man noch alleinerziehend ist und ständig doppelt belastet.
Aber wenn dein Sohn schon 5 ist und du auch noch studierst, zeigt das ja auch, dass du einiges zu leisten im Stande bist. Ich finde das jedenfalls ziemlich beeindruckend.

Jedenfalls gut, dass du deinem Therapeuten erzählts hast wie du dich fühlst, ansonsten kann die Therapie ja auch nicht viel bringen. Aber ich kenne das gut, muss mich auch immer zusammenreißen, meiner Therapeutin gegenüber nicht nicht nur eins auf tralala zu machen.

Grüße,
Morticia

18.11.2008 17:50 • #6


Hi nochmal,

zweiter Anlauf...

bin gerade völlig durcheinander

aber mal der Reihe nach:

Also ich habe einen neuen Mann kennengelernt und war die erst Zeit sehr glücklich, doch dann wurde es auch da schwierig. ich hab es nicht so ganz verstanden. er hatte auch einen schweren Schicksalsschlag erlitten und sich von da an immer weiter von mir entfernt und nun endlich ist es raus: er war spielsüchtig und ist nun rückfällig geworden.
ich war erst mal völlig schockiert. ok, ich wusste das er depressiv ist und so weiter, aber damit hatte ich nicht gerechnet. Konnte auch erstmal nicht viel mit dieser Aussage anfangen, obwohl es schon einiges erklärt hat. habe jetzt den ganzen tag im i-net verbracht um mich zu informieren und einiges zu verstehen. hat mich aber ganz schön fertig gemacht, da dass keine kleinigkeit ist.

Zudem steck ich selbst voll in der sch.... bin seit anfang Januar krankgeschrieben, weil ich nicht mehr zur Uni gehen konnte.
Arzt meinte es geht bei mir schon in richtung persöhnlichkeitsstörung und ne mittelschwere Depressive Episode hab ich auch. soll in die Klinik.
gut hab auch welche (4 Stück in ganz Deutschland) gefunden, wo ich mit kind hin kann für ne Akut-behandlung, aber von wegen akut: wenn sie alle unterlagen haben komm ich auf die warteliste und dann noch min. 4 monate. aber im oktober muss ich irgendwie wieder soweit sein zur uni gehen zu können sonst ist mein platz weg.

therapie läuft auch nicht vernünftig. hab keine richtige sondern nur nen psychiater, der, aus mir nicht bekannten gründen, keinen antrag auf ne therapie stellt, und ich hab nicht den mumm ihn darauf anzusprechen.
außerdem ist er kein verhaltenstherapeut, will aber irgendwie solche ansätze einbringen, mit expositionsübungen für die ich imo nicht die kraft habe, auch weil ich zwar starke ängste und vermeidungsverhalten habe, aber viel schlimmer ist mein innerer kritiker, der nach jeder durchgestandenen angstsituation mich fertig macht bis ich nicht mehr kann. sodass ich mir nicht vorstellen kann mit solchen übungen weiterzukommen, da der gewünschte effekt nach dem motto: "so schlimm war es doch gar nicht" bzw. "es war zwar schlimm aber du hast es geschafft" sich wohl nicht einstellen würde.

vielleicht ist das auch die angst die da aus mir spricht, aber ich glaube ich müsste das anders herum angehen und erst meinen selbstwert stärken oder umdenken lernen, bevor ich mich an sowas mache

hab auch keinen kontakt zu meinen kommilitonen mehr (bloß nicht, die hab ich nur enttäscht und die stehen mir nicht nah genug, als dass ich ihnen meine schwäche eingestehen kann )

bin nur froh so gute freundinnen zu haben, die nicht zugelassen haben dass ich mich ganz vor ihnen zurück ziehe
aber die wohnen alle in anderen städten, sodass wir nur telefonieren
sehen tu ich eigentlich niemanden seit zwei monaten

hab auch angst, dass die krankenkasse für meinen sohn als begleitperson nicht zahlt.

so dass war jetzt ne ganze menge und ziehmlich konfus aber es musste mal raus!

04.03.2009 21:15 • #7


Hi,
wollt noch sagen , danke für eure antworten
auch wenn ich hier nicht weiter geschrieben habe

@Jens
weiß nicht ob du das noch liest, aber ich versuch doch noch deine Fragen zu beantworten:

Ja psychische probleme hatte ich schon von der Grundschulzeit an, mir fehlte es an Selbstvertrauen und, da ich mich von den anderen durch meine sehr guten schulischen Leistungen und vielleicht auch durch meine Art unterschied, war ich schnell eine Außenseiterin. Ich war auch schon immer sehr sensibel und hatte in der Zeit schon die ersten Suizidgedanken. So ging dass immer weiter was zu depressionen und der Angst vor Menschen und sozialen Situationen jeglicher Art führte, da ich immer zurückweisungen fürchte

"schwere soziale Situationen mit für mich ungünstigen Ausgang"
weiß auch nicht so genau wie ich das erklären soll: wenn ich irgendwie eine leise kritik mir gegenüber in die aussage jemand anderes reininterpretiert habe, oder wenn ich meine in meinem sozialverhalten einen fehler gemacht zu haben, oder sonst etwas passiert ist was mich aus der bahn geworfen hat

was mein therapeut mit mir vorhat hab ich, wie in meinem vorigen beitrag schon geschrieben, noch nicht ganz durchschaut

und für meinen sohn hab ich inzwischen ne babysitterin vor allem damit ich zur gruppentherapie gehen kann
und ansonsten geht er ganztags in den kindergarten aber trotzdem fühl ich mich oft überfordert, was aber etwas besser geworden ist seit ich nicht mehr zur uni gehe
wir gehen jetzt einmal die woche schwimmen
will versuchen es zu schaffen ihn bei einem Verein anzumelden
schieb das aber noch fleißig vor mir her

04.03.2009 21:41 • #8




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