App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

P

panicchief
Mitglied

Beiträge:
1001
Themen:
5
Danke erhalten:
5
Mitglied seit:
Hallo,

ich müsste demnächst einen Vortrag halten, alle Behandlungsversuche wegen meiner Panik davor waren letztlich nutzlos, Konfrontation damit in einer wirklich hervorragenden Klinik und bei anderen Gelegenheiten hat nichts geholfen.

Außerdem weiß ich nicht, ob ich mein Studium, das am Ende selbst psychisch Gesunde an ihre Grenzen bringt, beenden kann.
Es heißt ja immer so schön, man solle sich Ängsten stellen, aber ich traue mich einfach nicht bzw. habe die Erfahrung gemacht, selbst wenn man es tut und es geht einem dabei zu schlecht, kann es sogar schaden. Keine Spur von Stolz, wenn man sich danach total gedemütigt fühlt.

Mir ist klar geworden, dass ein alternativer Berufsweg für psychisch Kranke der bessere Weg sein könnte, habe mich eingehend informiert, aber nicht den Mut aufzugeben und was Neues anzufangen. Manchmal ist ja Kapitulieren schwerer als weiterzumachen.

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

Grüße

pc

09.08.2009 #1


46 Antworten ↓
P

Pilongo
Gast

Huhu,

Die eigene Unfähigkeit zu akzeptieren würde ich niemals aushalten.
Von daher fällt das in meinen Augen als Option auch für dich weg.
Wie lange hast du jetzt schon keine vorträge mehr gehalten? Einige Jahre, wenn ich mich recht erinnere, oder?
Da hast du schon eine sehr starke Vermeidungshaltung aufgebaut, und dein Gehirn suggeriert dir dann immer mehr, dass es einfach unmöglich ist, dass du es jemals noch schaffen kannst.
Kannst du aber.
Du musst dich halt einfach mal durchbeißen.
Denn, wie hier neulich jemand so schön schrieb: Der Weg aus der Angst führt immer durch die Angst!
Wenn du die Konfrontation aber ständig vermeidest, dann wird es nie klappen.
Versuch doch mal, dir den Vortrags-Termin als feste, unverrückbar und unausweichlich vorzustellen.
Ich hatte während der Zeit, in der ich teilweise 5 PAs am Tag hatte eine 2-Stunden-Präsentation zu halten in meinem Englisch-Kurs. Ich hab auch gedacht, es geht nicht, hab sie verschieben dürfen, weil 2 Monate vorher mein Papa gestorben ist, und musste sie dann aber halten. Nichthalten wären 0 Punkte, eine 6, gewesen, und das konnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Also hab ich mich, trotz Schweißausbrüchen und dem Gefühl, gleich umzukippen, vor die Klasse gestellt.
Und es ging. Und es gab dann 14 Punkte = 1,0 als Note.
Also scheint das echt nur in einem drin zu sein, das Gefühl, die Anderen merken die Aufregung.. denn ich wurde für meinen Vortrag sehr gelobt.
Einen Monat später war dann das Abi. Da konnte ich davor kaum schlafen vor Angst, immer mit dem Gefühl im Nacken, dass eine PA kommen könnte während der Prüfung und ich dann versagen würde.
Aber es kam nichts. Nicht in Mathe, nicht in Englisch, nichtmal in Geschichte, wo ich davor schon sehr nah an der Grenze zur PA war. Ich hab alle Prüfungen super meistern können. Nur in Deutsch, da hatte ich immer ein ungutes gefühl, innerliche Umnruhe, Herzrasen.. 6 Stunden lang. Na und? Ich saß drin und hab's ausgehalten, und hab mein Zeug gemacht, und gut war's.
Zum Einen ist man während einer Leistungsabnahme/einem Vortrag so abgelenkt, dass es eh nie zu einer richtigen PA kommt (zumindest bei mir) und zum Anderen hilft es, wenn man sich vorstellt, dass der Termin fest ist und es keine zweite Chance gibt. So war's bei mir beim Abi. Ich wusste ja, dass ich das nicht wiederholen kann, und obwohl ich riesen Panik hatte, dass ich versage oder dass mich eine PA heimsucht, hat es trotzdem geklappt. Ich glaub, dass die Psyche sich dann quasi selber austrickst, indem sie sagt: OK, die Angst ist da, aber das hier ist wichtig!
Und dann reißt sie sich am Riemen. Und dann klappt's auch
Übrigens: Das Gefühl, es nicht zu schaffen, hatte ich vor jeder Prüfung und vor dem Referat. Aber ich musste ja. Also musste es gehen. Und dann ging's auch.

Ich glaube außerdem, dass du gar keine Angst vor dem Vortrag selber hast, sondern vor der Tatsache, dass Andere sehen könnten, dass du eine PA hast, dass du schwach und fehlbar bist.
Da würde ich an deiner Stelle ansetzen, mit offenen Gesprächen und einem Outing
Da nimmst du dir selber viel von dem Druck, den du dir scheinbar machst.

So, und wenn ich mein Abi trotz PA und Horror-Visionen geschafft hab, dann wirst du doch wohl auch so eine popelige Präsentation halten können

Alles Gute,
Pilongo

07.06.2009 08:16 • #31


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Angst vor Vortrag

x 3


G

GastB
Gast

Hallo pc,

hast du es schon mal so versucht: Ohne Zuhörer, nur für dich, den Vortrag "üben" wollen.
Aber mit einer Änderung, und zwar:

Du stellst (vorgestellt) erstmal an den Rand der "Bühne". Dann gehst du los zum Pult. Während du hingehst, achtest du ganz genau darauf, was du empfindest, körperlich, seelisch und auch was für Gedanken dir in den Kopf kommen.

Wenn du am Rednerplatz angekommen bist, fängst du an zu reden. ABER: Du fängst nicht mit deinem vorbereiteten Vortrag an, sondern du sagst den Zuhörern genau das, was du bereits bis dahin gefühlt und gedacht hast - UND auch das, was du da im Moment denkst und empfindest.
Also z.B. vielleicht sowas wie: "Hallo du eingebildeter Lackaffe von Privatdozent, jetzt führe ich dir mal hier meine gesammelten Werke vor. Ich hoffe, du wirst dich nicht allzu sehr langweilen, sonst gibst du mir ja ne schlechte Note.
Und ihr anderen, schlaft bitte einfach weiter und belästigt mich gefälligst nicht, ok!?! Schließlich bin ich nicht hier, um euch den Klassenclown zu machen. Ich mach das bloß, damit ich die bessere Note bekomme. Und außerdem, um festzustellen, ob ich einen Vortrag halten kann oder nicht. Also bitte, haltet euch zurück!
So, jetzt auf in medias res. Also, heute erzähle ich euch was von .... mal sehen, wie gut ihr mitdenken könnt. .... "

Dann achtest du immer weiter darauf, wie du dich fühlst, was genau du fühlst, wo es sitzt, was du denkst usw. - und sobald du etwas davon feststellst, sagst du es deinen Zuhörern. Alles! Auch wenn du zwischendurch mal denkst: "Mann, dieser Satz ist ziemlich doof, den ich da aufgeschrieben habe" - dann sagst du: "Jetzt seh ich grad nen Satz, den ich gar nicht aussprechen möchte, der kommt mir jetzt total dämlich vor. Also, ich glaube, ich sage es jetzt mal einfach so: ....."
Oder, wenn du zwischendrin "siehst", dass einer vorne lacht, kannst du z.B. sagen: "Jaja, lach du nur, mein Freund - wer zuletzt lacht, lacht am besten" oder "schön, dass es Ihnen so viel Spaß macht" oder irgendetwas sonst.

Verstehst du, was ich meine? (Das waren natürlich nur meine Phantasien, nichts, was du so übernehmen sollst.) Übe zu Hause, alles, alles wahrzunehmen, anzunehmen und mitzuteilen. Das ist nach meiner Erfahrung sehr nützlich, es stärkt die Wahrnehmung, erleichtert sehr und macht einen dann beim realen Vortrag viel natürlicher und flexibler. Denn man kann und sollte sogar bei einem Vortrag tatsächlich wenigstens etwas Natürlichkeit und Spontaneität aufweisen - genau dann empfinden die Zuhörer es als einen guten, authentischen Vortrag.
Es geht keineswegs nur um den sachlich-fachlichen Inhalt. Selbst in einer Uni nicht. "Draußen" schon gar nicht.

Und das solltest du so oft zu Hause so üben, bis du merkst, dass einiges an Verkrampfung von dir abgefallen ist. Vielleicht kriegst du zu Hause eines Tages einen Lachanfall dabei - das wäre am besten.

Ich drücke dir die Daumen.

Gruß,
GastB

07.06.2009 14:12 • #34


Zum Beitrag im Thema ↓


G
Hallo pc,

stehst du denn hinter den Aussagen in deinem Vortrag?

Oder musst du da Dinge sagen oder meinst sie sagen zu müssen, die du so gar nicht vertreten kannst?

Davon hängt sehr oft die Sicherheit oder Unsicherheit ab.

#2


P
Hallo GastB,

eigentlich schon. Nicht, dass mich das Thema unbedingt fesseln würde, aber irgendwie identifizieren kann ich mich schon damit, da hatte ich auch schon wesentlich langweiligere.

Ist wirklich nur von der psychischen Seite her ein Problem, glaube ich.

pc

#3


G
Wenn man sich damit nicht wirklich identifiziert, was man sagen will, ist das auch psychisch.

Und welche Vorstellung hast du von deinen Zuhörern?

Werden sie an deinem Vortrag interessiert sein?

#4


P
Jedenfalls daran, wie ich mich schlage (falls es dazu überhaupt kommt), weniger am Inhalt, man besucht die Veranstaltung ja nur wegen des Scheines.

Grüße

pc

#5


W
Hallo P.c!Aber doch nicht alle??Könntest Du ein bißchen Humor mit einbauen??Liebe Grüße

#6


G
Hallo pc,

ich wollte auf dasselbe wie wild hinaus.

Weißt du, es gibt im ganzen Leben fast keinen Vortrag, der nicht aus reinem Pflichtgefühl besucht wird! Ob das die Laudatios bei der Filmpreisübergabe sind oder die Ansprache des Bundespräsidenten zum Tag X oder der Bundeskanzlerin oder des Leiters des Kaninchenvereins zum 50. Vereinsjubiläum - fast immer sind das Pflichtübungen des Redners, denen man auch pflichtschuldigst, aber meist entsetzlich gelangweilt, zuhört.

Ein guter Redner ist einer, dem die Leute trotzdem noch gerne zuhören.
Und das geht fast immer nur so, dass der Redner
- sich vorstellt, er sei der Zuhörer seines eigenen Vortrags, der sich wünscht, es möge doch mal ein amüsanter oder interessanter Vortrag sein oder am besten beides - und deswegen
- Humor in seinen Vortrag einbaut
- langsam und deutlich spricht, damit nicht schon das Zuhören allein zum Einschlafen verführt

Die anderen gucken bloß aus Langeweile, wie sich der da vorne "schlägt". Weil der Vortrag an sich so langweilig ist.

#7


P
Hallo wild,

kann gut sein, dass es den ein oder anderen Teilnehmer wirklich interessiert.
Zitat:
Könntest Du ein bißchen Humor mit einbauen??

Ich befürchte fast, der Humor kommt ganz von alleine, dafür muss ich gar nichts tun, deshalb habe ich ja so Angst davor .

Na ja richtig gemeine Reaktionen dürfte es eigentlich nicht geben, selbst wenn ich durchdrehe.

Grüße

pc

#8


W
Hallo P.c!Nimms mal bitte etwas lockerer.Also was könnte passieren?Dass alle schnarchen Das glaub ich nie.
Dass Du sehr angespannt bist schon eher.Wie kannst dem entgegen wirken??liebe Grüße

#9


P
Hallo GastB,

stimmt eigentlich, auch wenn ich an öffentliche Vorträge oder auch bestimmte Vorlesungen denke, ich bisher so besucht habe, dann war dafür dieser Unterhaltungs- oder "Eventfaktor" im Vergleich zum reinen Informationsbedürfnis oft ausschlaggebender.

Aber so perfektionistisch will ich jetzt gar nicht denken, sonst kann es gar nicht klappen.

Grüße

pc

#10


W
Zitat von panicchief:
Aber so perfektionistisch will ich jetzt gar nicht denken, sonst kann es gar nicht klappen.
pc



Und schon wieder bist ein Stückchen weiter-Prima

Du schaffst das-da bin ich überzeugt.Grüße

#11


G
Zitat von panicchief:
Aber so perfektionistisch will ich jetzt gar nicht denken, sonst kann es gar nicht klappen.

Ich seh da eigentlich nichts Perfektionistisches dran ...

Einen humorhaltigen Vortrag mit Spaßfaktor zu halten ist nach meiner Erfahrung wesentlich einfacher und lustvoller als einen tiefernst-sachlichen.

Oder hast du Angst vor den Ovationen?

#12


P
Schlafen können sie von mir aus ruhig, am besten alle, als Monolog fiele es mir deutlich leichter. Aber ganz so langweilig kriege ich es dann wohl auch nicht hin.

Zur Schulzeit (lang ist's her) habe ich das Problem oft so gelöst, dass ich mich selbst zum Horst gemacht habe und als Clown hat man ja immer einen Teil der Zuhörer auf meiner Seite, aber das geht absolut nicht, das würde das Lehrpersonal verständlicherweise als Respektlosigkeit auffassen.

Bin ratlos, habe mir wiegesagt von therapeutischer und handwerklicher, also rhetorischer Seite aus alles x-fach beibringen lassen und durchexerziert, aber es hilft alles nichts. Auch bestimmte Medis direkt vor dem Vortrag zu nehmen, wäre eine Möglichkeit, die ich schon mit Ärzten durchgesprochen habe.

Grüße

pc

#13


W

Ovationen


Du machst dir zuviele Gedanken,und da stellst Dir sicher selber das Bein.Das wird P.c.Liebe Grüße

#14


G
Gehst du bei deinem Vortrag davon aus, dass die anderen den Inhalt sowieso kennen?

Oder willst du ihnen möglichst doch etwas beibringen?

#15


P
@ wild: Danke Wild, schon mal als Vorschuss ? Na ja mal sehen, ob ich überhaupt hingehen kann, daran könnte es schon scheitern.

@ GastB:
Zitat:
Oder hast du Angst vor den Ovationen?

Eine seltsames Gefühl, nach positiver Resonanz bei Vorträgen etwas abzuheben, habe ich schon erlebt, vielleicht wegen dem Druck, daran wieder anzuknüpfen zu müssen. Von daher könnte das mit reinspielen.

Nach der Erfahrung aus anderen solchen Veranstaltungen würde ich sagen, manchmal sind die Themen, die bei dieser Art von Prüfung nach dem Zufallsprinzip verteilt werden, so spezielle Randgebiete, dass sie außer dem Bearbeiter und dem Dozenten keiner richtig kennt. In meinem Fall sind dieses Mal einige Sachen dabei, die wirklich von Nutzen, weil prüfungsrelevant in dem Gebiet sind.

Von daher könnte es man schon so sehen, dass man wenigstens etwas Sinnvolles dabei tut, wenn man es so rüberbringt, dass die anderen was Neues lernen bzw. wiederholen, falls sie schon davon gehört haben.

Grüße

pc

#16


G
Zitat:
In meinem Fall sind dieses Mal einige Sachen dabei, die wirklich von Nutzen, weil prüfungsrelevant in dem Gebiet sind.

Von daher könnte es man schon so sehen, dass man wenigstens etwas Sinnvolles dabei tut, wenn man es so rüberbringt, dass die anderen was Neues lernen bzw. wiederholen, falls sie schon davon gehört haben.

Genau, das finde ich auch.

Solange du das Gefühl aufrechterhalten kannst, dass du damit auch deinen Kommilitonen wenigstens ein bisschen hilfst, kannst du dein Selbstwertgefühl während des Vortrags aufrechterhalten.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei!

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

G
Zitat von panicchief:
Zitat von GastB:
Oder hast du Angst vor den Ovationen?

Eine seltsames Gefühl, nach positiver Resonanz bei Vorträgen etwas abzuheben, habe ich schon erlebt, vielleicht wegen dem Druck, daran wieder anzuknüpfen zu müssen.

Also hast du auch schon mal gute Erfahrungen mit dir als Vortragendem gemacht.

Es ist völlig ok, nach einer guten Tat oder Leistung Dank, Lob, Bewunderung und Komplimente entgegenzunehmen.

#18


P

M
Hallo,

was mich jetzt einmal interessieren würde: Wovor hast du denn genau Angst?Was glaubst du was du in diesen Situationen falsch machen würdest bzw warum es für andere lustig sein könnte?Sorry fals ich das jetzt irgendwo überlesen haben sollte^^

Vorträge konnte ich persönlich irgendwann auch gar nicht mehr halten.


Grüße :

#20


A


x 4


Pfeil rechts




Dr. Reinhard Pichler
App im Playstore