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Bridget007
Hallo,

ich bin neu hier und möchte gern von meinen Problemen erzählen, die mich hierher geleitet haben.
Ich leide ungefähr seit Ende 2011 an teilweise starkem Zittern der Hände...Zu dieser Zeit ging es mir psychisch sehr schlecht und ich war mit der Diagnose "Depression" 6 Wochen in einer psychosomatischen Klinik. Ich war danach noch 1 Jahr in Therapie und habe in dieser Zeit auch Psychopharmaka genommen...
Seit Mitte 2013 nehme ich keine Medikamente mehr und habe auch die Therapie erfolgreich abgeschlossen...Es geht mir sehr gut..

In letzter Zeit aber wird das Zittern der Hände (das nie ganz weg war...aber fast..) immer schlimmer...Ich habe demnächst einen Termin beim Hausarzt, um erstmal körperliche Sachen auszuschliessen....
Aber irgendwie habe ich immer mehr das Gefühl, dass es rein psychische Ursachen hat...Denn ich habe festgestellt, dass das Zittern kaum da ist, wenn ich alleine bin oder mit mir sehr nahen Personen zusammen bin....
Ich komme gerade von einem Seminar, da sass man in den Pausen zusammen zum essen und trinken..Das war eine absolute Qual für mich, da mir die Hände dermassen gezittert haben, dass ich kaum was essen konnte...Ich konnte teilweise den Arm mit der Gabel nicht vom Teller hochnehmen...Auch beim Kaffee trinken ging es mir so....Und ich habe dann versucht, diese ganzen Situationen zu vermeiden, habe nichts getrunken...usw....
Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, bin gerne mit Menschen zusammen und habe auch keine Probleme, auf fremde Menschen zuzugehen....Ich versteh einfach nicht, was hier mit mir los ist...und die Angst vor dem Zittern wird immer schlimmer....Gibt es hier Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.....?....Wie kommt man aus dieser Spirale raus...?
Ich würde mich sehr über Antworten freuen....

14.06.2016 19:19 • 19.06.2016 #1


11 Antworten ↓


Hotin
Hallo Bridget007,

Zitat:
Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, bin gerne mit Menschen zusammen und habe auch keine Probleme,
auf fremde Menschen zuzugehen....

Sagen wir mal Du hast Recht mit diesem Satz.
Kann es sein, das Du immer unbewusst befürchtest, unter anderen Menschen negativ aufzufallen,
oder Dich sogar zu blamieren?

Zitat:
und die Angst vor dem Zittern wird immer schlimmer...

Zitat:
Wie kommt man aus dieser Spirale raus...?


Eventuell kommst Du da raus, wenn Du die Steuerung Deiner Hände wieder
dem Unterbewusstsein überlässt. Das kann das viel besser, als Du bewusst
versuchst Deine Hände ruhig zu halten.
Oder einfach gesagt. Versuche mal immer häufiger Deine Hände zu vergessen.
Einfach oft nicht mehr darauf zu achten, was die machen. Die machen
instinktiv bestimmt genau das richtige.

Viele Grüße

Bernhard

14.06.2016 22:31 • x 1 #2



Angst in Gesellschaft zu trinken und essen

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Bridget007
Hallo Bernhard,

vielen Dank für deine Nachricht....

..Ob ich mich unbewusst fürchte, etwas "falsch" zu machen..?...Hmm, das kann schon sein...Im Mittelpunkt stehe ich nicht gerne...

..Aber wie soll ich vergessen, an meine zitternden Hände zu denken?...Sobald ich in "fremder" Gesellschaft bin, geht die "Panik" los...,
Ich sehe mein Getränk vor mir und schon gehen die Gedanken los "....das Glas kannst du nicht halten, du zitterst gleich wieder..."..ich kann das nicht besser beschreiben...Das macht mich total fertig, weil ich inzwischen schon Angst habe, irgendwohin zu gehen, wo man etwas isst oder trinkt....
Auch beim Essen ist mir das schon passiert, ich war nicht mehr fähig, die Gabel zu heben...Schon gar nicht, wenn ich das Gefühl habe, jemand beobachtet mich...Ich finde das selbst total merkwürdig und komme damit überhaupt nicht klar, weil ich nicht weiss, was da in mir gerade passiert.....

15.06.2016 16:56 • #3


Hallo Bridget,

Ich hatte das auch vor noch einigen Monaten.

Vielleicht nicht so extrem wie du, aber ich habe auch ständig Angst davor gehabt, in Gesellschaft zu essen oder zu trinken, weil die Hände gezittert haben. Ich konnte teilweise nicht mal was ordentlich aufschreiben oder den Pin eingeben an der Kasse beim bezahlen.

Habe es schon oefter hier geschrieben, was mir geholfen hat.

Hier im Forum stiess ich durch Zufall auf ein Thema, welches sich mit Adrenalin befasste und die Folgen eines zu hohen Adrenalinpegels. Nämlich, Herzrasen, Herzstolpern und eben auch enorme Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur. Was zur Folge hatte, dass ich extrem eingeschränkt war in diversen Handlungen.

Dieser Thread befasste sich auch mit den Auswirkungen eines Vitamin D3 Mangels und ich fand mich komplett darin wieder.

Gib doch einfach mal oben in der Suchleiste Vit. D3 ein. Da findest du sicher was für dich.

LG

15.06.2016 17:28 • x 1 #4


Bridget007
Hallo Kathi,

vielen Dank für deine Nachricht...Daran habe ich überhaupt noch nicht gedacht...
Ich werde mich da jetzt mal reinlesen und auch mal meine Hausärztin daraufhin ansprechen....

Verspannungen im Schulter-Nackenbereich plagen mich auch sehr....

Vielen Dank für deine Tips...Ich werde weiter berichten...

Liebe Grüße

15.06.2016 20:45 • #5


Ja mach das bitte.

Interessiert mich auch, wie es bei dir weitergeht.

Wünsche dir alles Gute und lass dich vom HA nicht abwimmeln wegen Vitaminstatus ueberpruefen. Kostet allerdings wohl um die 30 Euro.

Da ich so gut wie nie in die Sonne gehe, wusste ich, dass ich einen D3 Mangel habe.

Nehme aber auch noch Schuesslersalze zusätzlich.

LG Kathi

15.06.2016 22:49 • #6


Hallo Bridget,

ich hab genau die gleichen Probleme,
Allerdings ist essen bei mir weniger ein Problem.
Bei mir kommt das aber auf die Tagesform an.
Manchmal ist es mehr und an anderen Tagen weniger.
Ich hab aber auch festgestellt, dass wenn ich in Gesellschaft Alk. trinke
meist nach schon einem B. die Anspannung nach lässt
und ich fast Beschwerden frei bin.
Ich weiß aber auch dass Alk. keine Lösung ist und ich deswegen auch selten trinke.

liebe Grüße

16.06.2016 11:54 • #7


Weltverlust
Hi,

lies dir das mal durch, speziell den Abschnitt "Welche Symptome treten auf" https://www.psychic.de/soziale-phobie.php

16.06.2016 13:44 • #8


Hotin
@ Bridget007

Hallo Briget007.

Zitat:
Aber wie soll ich vergessen, an meine zitternden Hände zu denken?...Sobald ich in "fremder" Gesellschaft
bin, geht die "Panik" los...,
Ich sehe mein Getränk vor mir und schon gehen die Gedanken los "....das Glas kannst du nicht halten,
du zitterst gleich wieder..."


Du beschreibst das sehr schön, wie so etwas abläuft.
Jeder Mensch lernt irgendwann einmal seine Hände und seine Beine zu benutzen.
Wenn er das kann, schiebt er das was er gelernt hat in sein Unterbewusstsein.
Ab diesem Zeitpunkt funktioniert die Bewegung scheinbar automatisch.
Aus irgendeinem Grund, hast Du Dir überlegt, Dass Deine automatische
Handbewegung nicht gut genug aussieht für andere Menschen. Vielleicht ist Dir auch nur einmal aufgefallen,
dass Deine Hände in einer Situation unruhig waren. Wenn Du jetzt versuchst, ab sofort Deine Hände immer
besonders ruhig zu halten, arbeitest Du gegen Deine Natur. Bitte strecke mal Deine Hand aus und versuche
sie mal ruhig zu halten. Du kannst dann beobachten, dass Arm und Hand irgendwann anfangen zu Zittern.
Das ist normal. Muskeln kann man nicht lange anspannen, ohne das sie zu zittern anfangen.

Du hast Recht, wenn Du sagst, wie soll ich nicht an meine Hände denken.
Das Gehirn kann das Wort "nicht" gar nicht bearbeiten. In dem Moment, wenn
Du sagst ich will nicht an meine Hände denken, denkst Du ja genau an Deine Hände.
Das funktioniert also so nicht.

Deine Situation ist grundsätzlich einfach zu lösen. Wie schnell Du das hin bekommst, ist eine andere Frage.

Es gibt zwei Wege, auf denen Du zu einer Lösung kommen kannst.
Dies ist nur meine persönliche Meinung!
Zitat:
1. bin gerne mit Menschen zusammen und habe auch keine Probleme, auf fremde Menschen zuzugehen....

ich war nicht mehr fähig, die Gabel zu heben...Schon gar nicht, wenn ich das Gefühl habe, jemand beobachtet mich..


Erkennst Du den Widerspruch? Solange Du Dir selbst nicht die Wahrheit sagst, kannst Du so ein Problem
schlecht in den Griff bekommen.
Der erste Satz scheint nicht ganz zu stimmen. Damit Dich aber Deine Hände nicht verraten, versuchst Du
sie besonders ruhig zu halten

2. Falls Du jedoch darauf bestehst, gerne auf Menschen zuzugehen, ist es überflüssig darauf zu achten, wie
ruhig Deine Hände sind. Achte darauf, wie Du über Deine Mimik und Deine entspannte Körperhaltung den
anderen Menschen zeigst.
Ich bin gern mit euch zusammen. Schaut mal, wie entspannt und angstfrei ich in eurer Nähe bin.

Um Deine Hände zu beobachten hast Du dann weder Zeit noch Interesse.
Du bist dann entspannt.


Viele Grüße

Bernhard

16.06.2016 13:45 • x 1 #9


lissy200073
Ich hätte auch nicht gedacht das sich so eine soziale Phobie im Laufe der Zeit Entwickeln kann.
Ich spielte damals in einer Big Band Saxophon, ging beim Spielen frei in Hallen umher ...
arbeite jetzt seit 20 Jahren in einem Altenheim meist Nachts und natürlich allein.
Nach und nach merkte ich andere Symptome der Phobie, bekam vor den Dienstübergaben, wo sich ja dann alle zusammen trafen Durchfall, Herzklopfen, hatte totale Angst mich in diese Situation überhaupt zu begeben.
Einmal mußte ich sogar die Übergabe Unterbrechen weil ich dachte ich kann nicht mehr Reden. Konnte dann nicht mehr Schlucken, teils dachte ich kann keinen Fuß mehr vor den anderen Setzten.
Mein Hausarzt hat mit dann TAVOR als Notfallmedi verschrieben

16.06.2016 16:07 • x 1 #10


Bridget007
Vielen Dank an alle, die sich bis jetzt hier beteiligt haben...Ich war seit gestern im Krankenhaus und bin gerade erst zurück gekommen...
Als das Zittern (auch an den Beinen) immer schlimmer wurde und noch Herzrasen dazu kam, bin ich gestern zum Arzt, der mich in die Notaufnahme schickte, nachdem er ein EKG gemacht hatte...
Nach einigen Untersuchungen und auch mehrfachen Bluttests wurde jetzt Morbus Basedow, also eine Schilddrüsen-Überfunktion diagnostiziert...Diese sei auch für meine sämtlichen Symptome verantwortlich...
Ich werde jetzt mit Tabletten eingestellt und dann warten wir mal ab...Ich hoffe sehr, dass sich die Beschwerden bessern (und dadurch natürlich auch die Angst, die sich durch das Zittern breit gemacht hat.....

...ich werde weiter berichten....

17.06.2016 18:06 • #11


Weltverlust
Da wünsche ich dir, dass die Medikamente helfen und du wieder gesund wirst.

19.06.2016 08:35 • #12



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