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moo
Liebe Foris,

dieser Frage ging ein kürzlich verstorbener Philosoph eine Weile lang nach, doch im möchte mir selber darüber meine Gedanken machen. @Theophanus z. B. hat sich bereits intensiv zur Rolle der Musik in seinem Leben geäußert, doch ich möchte hier weniger über Interpreten, Genres etc. sprechen, sondern über die Wirkung von Musik, von Melodien, von Gesang (auch vom eigenen @hereingeschneit ) von Frequenzen, Rhythmen und natürlich warum wohl diese Wirkung zustande kommen mag.

Und das alles natürlich aufbauend und hinführend zu der Frage, ob man Musik im weitesten Sinne als Sprache bezeichnen kann. Vielleicht ein Aufhänger: In Unheimliche Begegnung der dritten Art von Steven Spielberg kommt letztendlich die Kommunikation mit Außerirdischen via Tonfolgen zustande.

Ich möchte diesem Thread, sofern sich überhaupt jemand beteiligt, absichtlich keine Struktur geben, also sind auch Links, Beispiele und raumgreifende Exkurse willkommen!

Thanks up in music
moo

21.12.2022 14:34 • 06.12.2023 x 8 #1


139 Antworten ↓


C
Hallo @moo,

also ich werde bestimmt was dazu schreiben.

Musik ist vielleicht die Sprache der Emotionen. Das ist sicher etwas verkürzt, aber man kann mit Musik viele Emotionen evozieren und/oder transportieren.

21.12.2022 15:41 • x 5 #2


A


Ist Musik eine Sprache?

x 3


superstes
Danke lieber Moo, das ist für mich ein persönlich wichtiges und hochinterssantes Thema !

Musik ist wahrhaftig Weltumfassend, und trotz...Babylonischer Sprachenvielfalt ein den Menschen zugetan verbindendes Medium. Weil längst, schon seit den 70'iger Jahren entstand der Begriff Weltmusik, Musiker aus allen Sparten öffneten sich für Musik und ihre Instrumente aus den entlegnetsten Orte der Welt. Sie trafen sich, hörten sich zu und fanden Möglichkeiten gemeinsam zu musizieren.
Es sind leider immer noch sehr wenige Musikliebhaber, die sich dafür öffnen können, weil nur wenige in dieser schnellen Zeit voller wegwerfmusik... hörend innehalten können und bereit sind, sich darauf einzulassen. Für mich war es in den 70'iger sehr schwer, eine Schallplatte zu kaufen. Häh ! was für eine Musik ist das ! Es gab damals dafür noch keine eigene Sparte, keine Begriffe und schon gar keine Nachfragen nach diesen Medien. das Internet gab es sowieso nicht, eine Bestellung dauerte oft viele Monate, bis ich dann meine erwünschte Schallplatte kaufen konnte.
Das Radio, speziell der damalige Südwestfunk mit seinem herausragenden Musikkenner
Joachim Ernst Berendt, hat in mir damals diese neue Musihwelt geöffnet, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Er ist in entlegenste Ecken der Welt gereist, hat wunderbare Musiker getroffen und deren Musik aufgenommen und sie uns Hörer am Radio geschenkt.
Ein Beispiel, Musik aus Afrika, die Sk laven brachten sie in die Staaten mit, es war ihre Musik die lange von den Weißen ignoriert und verachtet wurde ,Nachdem immer mehr junge Menschen sich in den 50'ger Jahren für diese ryythmische Musik sich begeisterten...suchte man....einen Weißen der Rock'n Roll singen kann und man fand ihn endlich in Elvis Presley,
Die Erfinder desBlues, des Jazz, der Gospel hatten dagegen niedrige Plattenauflagen. Bis Anfang der 60'iger die Beat und Rockmusiker jene Musik dieser Bluesmusiker nachspielten und dann Millionenfach verkauften
Die Komponisten und Texter dieser Musik hatten davon nichts, sie führten ihr armes Dasein und musizierten für wenig Geld. J.E.Berendt bereiste Anfangs der 60'iger die USA und besuchte diese Musiker, Er lud sie zu einer Europatournee Folkbluesfestival 1962-1966 ein. Ein begeistertes Publikum feierte endlich diese Musiker (ich gehörte damals auch dazu)
Und gaben ihnen ihre Würde zurück. Später kam auch noch Ruhm und Geld dazu.


Natürlich hat J.S.Berendt später noch den Begriff Weltmusik kreiert und mit seinen Reisen auch Musiker ganz entfernter Musikrichtungen zum gemeinsamen Musizieren gebracht, Später entstand dann der Begriff Fusion.

Der US-amerikanische Gitarrist Ry Cooder hatte etwas ähnliches 1996 mit Kubanischer Musik hinbekommen. Er besuchte in dem verarmten Land Musiker der 40' und 50'iger Jahren die schlecht ihr Dasein fristeten, machte diese sehr erfolgreichen CD Buenas Vista Sacial Club, daraus auch dann später dieser berühmte Film entstand. Ein großes Geschenk an diese Musiker, ein noch größeres an die Welt.

Echte Musik, (da bin ich streng) ist eine Sprache die unter die Haut geht und uns oft mehr berührt, als vieles anderes.

21.12.2022 17:31 • x 7 #3


moo
Grüß Dich @Cbrastreifen,

manchmal bin ich sprachlos, wie völlig unberührt (m)ein Gegenüber ist, während mir bei einer bestimmten Passage ein Schauer nach dem anderen durch den Körper wallt. Manchmal sind es ganz subtile Stimmungswechsel, Pausen, Endungen, die mich staunend zurück lassen - dann wieder die schiere Wucht eines groß angelegten Finales. Dabei ist es weniger von Belang ob es sich um ein Philharmonieorchester handelt oder eine Sologitarre.

Je älter ich werde, umso mehr spielen natürlich Erinnerungen an Lebensabschnitte mit rein, zu denen die jeweiligen Stücke quasi Soundtrack waren. Aber auch erstmals Gehörtes kann mich packen wie eine neue Liebe .

Gerne habe ich Musik mit gutem Wein verglichen. Die etwas vordergründigen Barrique-Stücke fassen einen von Beginn an an und die noblen, perfekt Gelagerten muss man sich im Laufe der Trinkerkarriere erkunden, man versteht sie nicht sogleich. Es gibt Lieder, die ich schon lange kenne und höre und nach Jahren fällt mir erst ihre Größe, ihre Einzigartigkeit auf. In diesem Zuge lerne auch ich mich in gewisser Weise neu kennen.

21.12.2022 17:41 • x 9 #4


C
[url=/post2773735.html#p2773735]Zitat von moo[/url]
Dabei ist es weniger von Belang ob es sich um ein Philharmonieorchester handelt oder eine Sologitarre.

Ja, das geht mir auch so. Ich hatte mal bei einer live Aufführung von Mozarts Requiem eine halbe Stunde eine Gänsehaut und bin immer wieder auch hingerissen von den Gitarrensoli meiner Helden, aber eben auch manches der hier schon erwähnten Weltmusik und was man halt so mag.
Zitat von moo:
Je älter ich werde, umso mehr spielen natürlich Erinnerungen an Lebensabschnitte mit rein, zu denen die jeweiligen Stücke quasi Soundtrack waren.

Am intensivsten (im Bezug auf die Häufigkeit) hört man Musik vermutlich in den jungen Jahren und da gibt es irgendwie einen Schnitt, nachdem ich zwar immer noch einzelne neuere Lieder gut finde, aber mir die neuen Formen im Grunde fremd bleiben, vermutlich aber nur, weil ich einfach nicht mehr so viel davon höre, oder weil nicht immer, wie von Dir beschrieben, die großen Emotionen dran hängen, wie bei der Musik zur ersten Liebe oder ähnlichen Phasen.

Zitat von moo:
Gerne habe ich Musik mit gutem Wein verglichen. Die etwas vordergründigen Barrique-Stücke fassen einen von Beginn an an und die noblen, perfekt Gelagerten muss man sich im Laufe der Trinkerkarriere erkunden, man versteht sie nicht sogleich. Es gibt Lieder, die ich schon lange kenne und höre und nach Jahren fällt mir erst ihre Größe, ihre Einzigartigkeit auf. In diesem Zuge lerne auch ich mich in gewisser Weise neu kennen.

Ja, das ging früher noch besser, als man noch mehr oder minder gezwungen war, eine LP oder MC ganz zu hören. Da sprangen dann manche Stücke ins Ohr, andere starteten langsamer und heute nimmt man sie deshalb vielleicht weniger wahr.

@ alle:

Kennt Ihr das eigentlich, dass sich bestimmte Stücke immer wieder von selbst abspielen, im Kopf? Irgendwie intensiver als der bekannte Ohrwurm, der ja dann doch wieder vergeht.
Ich hatte das mal bei Morzarts Requiem, was ich dann eine Zeit lang komplett gemieden habe.

Ein anderes seltsames Erlebnis. Ich war mal auf einem Konzert mit einem Klavierduo, bei dem ein Stück gespielt wurde, was ich noch nicht kannte, war so ein Jazz Abend und das ist nicht zwingend meine Musik, aber in der Nacht träumte ich von diesem Stück oder war halbwach und ich hatte das empfinden, nahezu jeden Ton von dem Stück zu erinnern, bzw. auch dieses Lied spielte sich einfach von selbst ab, aber eben erstaunlich präzise, dafür, dass ich das Stück nicht kannte. Da war aber nur einmalig.

21.12.2022 18:57 • x 4 #5


hereingeschneit
Danke für die persönliche Einladung hier hin

Ich schreib jetzt mal rein, dass die Glocke bimmelt und wenn ich mal Zeit und Muse habe vielleicht auch mal eigene Gedanken dazu. Bei deiner Einladung hast du aber @Liucid vergessen, den juckt es doch schon in den Fingern.

21.12.2022 19:05 • x 3 #6


Chingachgook
Mich hat immer die Frage beschäftigt, warum Musik in uns all die Dinge auslösen kann, die sie auslöst. Ob es ein evolutionärer Vorteil war? Wohl kaum.
Woher kommt das unvergleichliche Glück, das eine Melodie bescheren kann, woher die Euphorie ? Welche Hirnrareale werden stimuliert und warum sind wir empfänglich für sehr künstliche Töne, die von Instrumenten erzeugt werden, die es in der Natur nicht annähernd gibt.

Vielleicht ist Musik ja eher eine Botschaft aus einer Welt auf die wir zugehen, als aus einer Welt, aus der wir stammen?

Von allen Kunstformen kann die Musik am ehesten als Medikament dienen, sie kann Trost spenden, die Stimmung heben, die Weltsicht ins Zuversichtliche wandeln.
Aber sie verleitet auch am stärksten zum Konsumieren. Sie ist am ehesten als Hintergrundschwingung zu mißbrauchen.

Aber wenn nichts anderes mehr hilft, hilft sie immer noch.

Sie verändert die Schwerkraft, erzeugt Energie, kann an verborgene Kräfte und an längst vergangene Träume erinnern.

Ohne Musik wär´s schwer auszuhalten..............

21.12.2022 19:05 • x 7 #7


Mariebelle
Musik ist eine Sprache.
zB Flamenco und Tango,da wird alles ausgedrueckt u transportiert,was es an menschlichen Leidenschaften so gibt.


21.12.2022 19:09 • x 4 #8


C
Vielleicht ist es aber auch gar nicht die Musik, die selbst die Gefühle hervorruft, sondern die den, ja Soundtrack ist ein treffendes Wort von @moo, also den Soundtrack zu emotional aufgeladenen Momenten liefert.
Möglicherweise hatte man keinen Zugang zu einer bestimmten Art von Musik oder einfach bislang kein Interesse oder Kontakt und wenn es die Musik ist, die die große Liebe hört oder ein anderer bewunderter Mensch, haben die Lieder automatisch einen bestimmten Stellenwert.

21.12.2022 19:22 • x 1 #9


hereingeschneit
Mir kommt gerade so der Gedanke, ob vielleicht die Zeit im Mutterleib auch viel Einfluss darauf hat, was wir gerne hören oder nicht, ob die Gefühle der Mutter (muss nicht mal bei ihr in Bezug zur Musik sein) da prägend sind.

21.12.2022 19:25 • x 6 #10


Mariebelle
Also Metal transportiert fuer mich nix,ist nur aggro,mochte ich noch nie.

21.12.2022 19:26 • x 1 #11


Mariebelle
Zitat von hereingeschneit:
Mir kommt gerade so der Gedanke, ob vielleicht die Zeit im Mutterleib auch viel Einfluss darauf hat, was wir gerne hören oder nicht, ob die Gefühle der Mutter (muss nicht mal bei ihr in Bezug zur Musik sein) da prägend sind.

Ja,und was im Elternhaus so gehoert wurde.Ich bin mit Vielem aufgewachsen.

21.12.2022 19:28 • x 1 #12


Mariebelle
Ich mag auch irische Musik sehr gerne.
Die ist oft tragisch,klagt von Leid u Abschied.
Diese Tradition wurde dann durch irische Einwanderer in den US weitergefuehrt.

Nur die deutsche Musik hat sich hier nie etablieren koennen.
Warum? Ich weiss es nicht.

21.12.2022 19:34 • x 3 #13


Chingachgook
Zitat von hereingeschneit:
Mir kommt gerade so der Gedanke, ob vielleicht die Zeit im Mutterleib auch viel Einfluss darauf hat,

Mit Sicherheit.
So mancher Jugendliche sucht unbewußt in hämmernden Beats den Herzschlag seiner Mutter wieder.

21.12.2022 19:35 • x 6 #14


Windy
Musik ist Gefühl, natürlich ist es eine Sprache, eine direktere als unsere verbale. Mein Musikthera sagte mal, wo die menschliche Sprache aufhört fängt die Musik an, weil sie sehr viel mehr ausdrücken kann und ich finde, da hat er mal wieder weise Worte gesprochen. Musiktherapie ist das Beste was mir passieren konnte, bzw. die die beste Therapieform, die mir hilft.

21.12.2022 19:38 • x 6 #15


Mariebelle
Zitat von Windy:
Musik ist Gefühl, natürlich ist es eine Sprache, eine direktere als unsere verbale. Mein Musikthera sagte mal, wo die menschliche Sprache aufhört fängt die Musik an, weil sie sehr viel mehr ausdrücken kann und ich finde, da hat er mal wieder weise Worte gesprochen. Musiktherapie ist das Beste was mir ...

Ja,stimme zu.Das ist so unmittelbar und geht direkt in das Gefuehlszentrum.Aehnlich ,wie bei Kunsttherapie.

21.12.2022 19:40 • x 1 #16


klaus-willi
Zitat von Mariebelle:
Nur die deutsche Musik hat sich hier nie etablieren koennen.
Warum? Ich weiss es nicht.

Einspruch euer Ehren.
Das stimmt nicht,wenn es Musik im allgemeinen geht dann hat Deutsche Musik von Mozart ,Beethoven oder auch Bach nicht nur die USA, sonder auch China und andere Länder erreicht.
Auch viele klassische Weihnachtslieder aus Deutschland sind in den USA sehr wohl bekannt.
Ich kann bei Musik eine Gänsehaut bekommen,oft auch bei klassischer Musik.
Da stoße ich oft aus Aussagen wie Opa-Musik oder das gejodele.

Bei diese Musik meinte mein Bruder ob ich das Gejaule abstellen könnte als sie im Auto lief.
Ich höre dabei die einzelnen Instrumente und es erzeugt bei mir ein Wohlbefinden.

21.12.2022 19:53 • x 2 #17

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Mariebelle
Liebster Klaus,ich rede von meiner Generation u der meiner Kinder.

21.12.2022 19:55 • #18


Chingachgook
Rammstein und Kraftwerk sind ebenfalls weltweit erfolgreich. Die Einstürzenden Neubauten in speziellen Kreisen auch.
Die Toten Hosen werden in Lateinamerika sehr gerne gehört.

21.12.2022 19:57 • x 4 #19


klaus-willi
Die Skorpions waren auch Deutsche.
Nena war glaube ich mal auf Platz 1 mit 99 Luftballons.

21.12.2022 19:58 • x 4 #20


A


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