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Ich habe mich im Studium auch intensiv mit Medizingeschichte beschäftigt, eine faszinierende Thematik.

Grob vereinfacht liegt der Beginn der modernen Medizin ungefähr in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Entwicklung war eng verknüpft mit den damals neuen Naturwissenschaften und der entsprechenden Denk - und Arbeitsweise.

Was alleine die drei Forscher Ehrlich, Koch und von Behring für die Menschheit erreicht haben , ist gewaltig.

Aber ich wollte niemanden mit langatmigen Vorträgen langweilen, sondern Eure Meinung wissen.

Im Grunde war die Menschheit vor sagen wir mal 200 Jahren Krankheiten ziemlich hilflos ausgesetzt, die Ärzte konnten und wußten nicht viel.

Aber lebten die Menschen wirklich schlechter ?

14.02.2014 20:19 • 15.02.2014 #1


11 Antworten ↓


Naja sie konnten zumindest an heute banalen Erkrankungen sterben. Außerdem gab es viel Aberglauben und zweifelhafte Behandlungsmethoden. Aber heute ist es oft schon zuviel "des Guten". Heute werden für meine Begriffe viel zu viele Menschen durch die Mühlen sämtlicher Behandlungsmethoden gedreht und Ärzte entscheiden oft zu Gunsten ihres Geldbeutels anstatt zum Wohle des Patienten. Nicht umsonst liest man immer wieder, wie viele unnötige Operationen es gibt.
Sehr zu kritisieren ist auch der massenweise Einatz von Antibiotika. Man liest immer wieder, dass immer mehr Resistenzen auftreten. Es wird praktisch gar nicht mehr geforscht und neue Antibiotika auf den Markt gebracht. Wenn es so weiter geht, sagen Experten, kann es sein, dass wir da bald wieder gewaltige Rückschritte machen. Dann wirken selbst Reservemittel nicht mehr. Und das sind die Ärzte schuld mit ihrer wahllose Verschreiberei.

14.02.2014 21:00 • #2



Geschichte der Medizin

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So ganz ist das ja nicht die Wahrheit,dass sich die Menschen früher
nicht helfen konnten...
die ganzen Ureinwohner diverser Länder hatten ausgesprochen hilfreiche
medizinische Mittel,die eben vorwiegend aus Pflanzen bestanden.
Die meisten Leiden und Krankheiten konnten damit sehr gut behandelt werden,
allerdings änderte sich das erst,
als Reisende immer neue Krankheiten einschleppten,wogegen das
medizinische Wissen der Ureinwohner nicht mehr mithalten konnte.

Das kann man mit der heutigen Zeit überhaupt nicht vergleichen,
allein der Bevölkerungsdichte wegen nicht,denn wo viele Leute auf einem Fleck
sind,entstehen und verteilen sich auch Krankheiten dementsprechend schneller.

14.02.2014 21:25 • #3


buchenbaum
hallo MitSouKo63, das sehe ich auch so. Alles begann mit der Globalisierung.

14.02.2014 22:41 • #4


@MitSou: Ja, Du hast Recht. In anderen Kulturen der Vergangenheit, z.b. in der arabischen Welt oder im antiken Rom gab es auch eine hochentwickelte Medizin. Aber sie ist mit unserer Medizin nur bedingt vergleichbar.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Menschen früher einfach eine andere Einstellung zu Krankheit, Schmerz und Tod hatten. Sie waren fatalistischer, eher bereit, ihr Schicksal hinzunehmen. Im Vertrauen auf Gott, der in unserer Zeit ja kaum noch eine Rolle spielt.

15.02.2014 10:29 • #5


Zitat von Kater Carlo:
Aber lebten die Menschen wirklich schlechter ?


Schlechter nicht unbedingt, aber auf alle Fälle kürzer.

Zitat von Kater Carlo:
Ich könnte mir vorstellen, dass die Menschen früher einfach eine andere Einstellung zu Krankheit, Schmerz und Tod hatten. Sie waren fatalistischer, eher bereit, ihr Schicksal hinzunehmen.


Das denke ich auch. Damals hat man wohl noch nicht so in sich hineingespürt wie heute und jedes einzelne Wehwehchen analysiert und ihm große Beachtung geschenkt. Weil andere Dinge wichtiger waren: die Arbeit, die Versorgung der Familie. Man musste funktionieren und tat das dann auch bis zum bitteren Ende. Oft blieb kranken Menschen auch gar nicht viel Zeit, über ihr Schicksal nachzudenken: Weil viele Krankheiten und deren Symptome noch nicht bekannt waren und die Untersuchungsmethoden noch nicht ausgereift waren, wurden die Krankheiten erst im Endstadium oder gar nicht erkannt. Bei manchen Krankheiten (Geschlechtskrankheiten, Brustkrebs...) war es so, dass die Betroffenen zwar merkten, dass etwas nicht stimmt, sich aber schämten, damit zum Arzt zu gehen, und stattdessen ihre Beschwerden einfach hinnahmen. Und man hätte es sich ja gar nicht leisten können, sich auszukurieren: Die meisten mussten hart arbeiten, um sich und ihre Familien durchzubringen. Krankengeld und sowas gab es ja noch nicht.

15.02.2014 10:56 • #6


Viele Leute würden eher MIT ihren (körperlichen) Krankheiten sterben als AN ihnen! Das sieht man immer wieder an alten Menschen, die dazu bequatscht werden, sich operieren zu lassen und im Anschluss zum Pflegefall werden oder sterben. Gerade wieder erlebt.

15.02.2014 11:05 • #7


@Juwi Vor allem Dein zweiter Absatz !

15.02.2014 11:09 • #8


Zitat von Kater Carlo:
Aber lebten die Menschen wirklich schlechter ?


Ja, auf jeden Fall.
Ich möchte jedenfalls nicht tauschen. Keine nennenswerte Zahnärztliche Versorgung und wenn dann nur unter großen Schmerzen, eine Blinddarmentzüdung bedeutete in den meisten Fällen den sicheren Tod (ich hätte also meine Kindheit sehr wahrscheinlich eh nicht überlebt) und der Großteil der Bevölkerung arbeitete hart von morgens bis abends für fast nichts.

Ganz abgesehen mal davon, dass ich als Frau nichts hätte mit meinem Intellekt anfangen dürfen, irgendeinen Trottel hätte heiraten und entweder gaaaanz viele Kinder zur Welt bringen müssen oder irgendwann im Kindbett verreckt wäre.

Es gab keine Deos (mit 24h Sportschutzwirkung), die Leute haben sich nicht wirklich gewaschen und ihre Kleidung nur sehr selten, alles muss bestialisch gestunken haben, jedenfalls für unsere heutigen Nasen. Nein, danke.

15.02.2014 13:12 • #9


Ich würde sagen ja, diese Menschen lebten schlechter. Mussten sie ja unter schwierigeren Bedingungen ihr Leben meistern, auch in Bezug auf Krankheiten und starben früher und mussten auch lernen, damit umzugehen.

15.02.2014 15:49 • #10


waage
Heute hat die Medizin soviele Möglichkeiten zu helfen, trotzdem kommen immer mehr Krankheiten hinzu.
Wir essen zuviel, bewegen uns zu wenig. Tiere bekommen immer mehr Medikamente ,die wir durch unseren hohen Fleischkonsum zu uns nehmen. Also wird der Mensch krank. Sicher konnte man sich früher noch gesünder ernähren.

Jedoch hat sich alles so viel weiterentwickelt , daß man es nicht vergleichen kann. Die Menschen von heute könnten nicht mehr so leben wie früher.

15.02.2014 15:59 • #11


Ihr habt Recht, wir leben heute besser als unserer Vorfahren vor 200 Jahren in der angeblich guten alten Zeit. Die Menschen hatten sicher eine andere Einstellung zum Leben und Sterben, weil ihnen gar nichts anderes übrig blieb.

Aber viele Menschen fanden einen Ausgleich in der religiösen Bindung, die heute sehr selten geworden ist.

Allerdings kam mir der Gedanke, dass in der sogenannten "dritten Welt" viele Menschen heute noch so leben müssen , wie bei uns vor 200 Jahren. Gerecht ist das nicht...

15.02.2014 18:17 • #12



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