Ich möchte mal eine Geschichte posten, sie handelt jetzt nicht von einem meiner Tiere, sondern es ist eine sehr schöne Geschichte von meiner ältesten Tochter. Sie hat sie in einem anderen Forum gepostet, aber ich weiss, dass sie nichts dagegen hat, dass ich sie hier veröffentliche.
Leider sind die dazu gehörigen Fotos verschwunden (worden), aber das geht glaub ich hier eh nicht mit Fotos.
Mopsi - mein Traum wird wahrHallo
Da hier auch einige Pferdefreund unterwegs sind wollte ich gerne meine persönliche Geschichte erzählen wie ich zu meinem zweiten Pferd gekommen bin.
Also, alles fing damit an das ich eine Ausbildung zur Pferdewirtin Fachrichtung Rennreiten begonnen habe.
Zuvor habe ich nur auf Freizeitpferden geritten und Rennpferde nur vom Boden aus gekannt.
Am 1. Oktober 2006 begann ich meine Ausbildung und durfte nach einigen Tagen schon ein paar Pferde traben.
Nach ca. zwei Wochen durfte ich das erste Mal mit auf die Bahn zum galoppieren.
Ich war so fasziniert von der Geschwindigkeit und den Bewegungen des Pferdes ....
Der Herbst kam und damit auch die jungen Pferde vom Gestüt zum anreiten.
Ich weiß noch das der LKW auf den Hof gefahren kam um die "erste Truppe" junger Pferde zu bringen.
Wir stand schon am Eingangstor und waren gespannt was uns erwartete.
Die anderen kannten die Prozedur ja schon, aber für mich war das alles neu und aufregend...
Die Klappe des LKW´s wurde geöffnet und vier kleine "Babygesichter" schauten mich an.
Ein kleiner Fuchs stach mir besonders ins Auge und ich schloss ihn direkt in mein Herz.
Jeder durfte sich ein Pferd zum runterführen aussuchen und ich nahm natürlich den kleinen Fuchs.
Er ging brav mit mir mit und verhielt sich tadellos als ich ihn in seine Box brachte.
Die erste Zeit hatte ich nicht so viel Kontakt mit ihm, da ich ja erst die Ausbildung angefangen hatte und noch nicht beim einreiten helfen durfte.
Trotzdem nahm ich mir die Zeit ihn öfters "zu besuchen".
Dann durfte ich ihn endlich das erste Mal reiten.
Er war kleiner als all die anderen Pferde und gefräßig.
Eigentlich heisst er Glad Eagle, aber ab dem Tag hieß er "Mopsi".
Ich ritt den kleinen Hengst fast jeden Tag und mochte ihn dementsprechend auch sehr gern.
Bald fiel es mir schwer auch die anderen Pferde zu reiten weil sie immer mehr Temperament bekamen und ich sie auf der Bahn kaum halten konnte.
Aber der Mopsi war immer brav, leicht zu händeln und ging bei mir auch schon bald schön am Zügel.
Wenn andere ihn ritten hatte ich das gar nicht gerne und war immer ein bisschen eifersüchtig
Die anderen mochten ihn auch nicht so wirklich, weil er klein, dick und gefräßig war und sich auch nicht so wie die "Überflieger" von sich aus anbot.
Er war einfach ein bisschen faul
Aber wenn man ihn anfeuerte und aufmunterte konnte er auch gut mit dem Tempo der anderen mithalten.
Es ist so das im Rennsport die Pferde immer hintereinander in einer Gruppe (Lot genannt) trainiert werden.
Man hat einen Sicherheitsabstand den man einhalten muss und darf auch nicht zu nah ranreiten bzw. zu weit wegbleiben.
Ich hatte eigentlich nie Probleme mit ihm. Er ging auch das Tempo locker mit.
Wenn andere ihn ritten meckerten sie immer rum das er faul wäre und kein Rennpferd.
"Dicker fauler Haflinger"
"Aus dem wird nie was"
"Der wird nie ein Rennpferd werden"
"Schnappi" (weil er einen Überbiss hatte)
Dann fingen die ersten Pferden an "Arbeiten" zu gehen.
Eine Arbeit ist eine Vorbereitung zum Rennen und kann bei jungen Pferden auch ein Test sein ob sie schon reif fürs Rennen sind.
Die ersten Arbeiten sind auf Sand.
Dabei gehen zwei Pferde nebeneinander ins Training und werden dann in der "Zielgeraden" immer schneller.
Dann folgt die "Grasarbeit"
Eine Rennbahn hat meistens zwei Bahnen.
Eine Sandbahn zum täglichen Training und eine Grasbahn (da wo auch die Rennen stattfinden)
Ich kann mich noch gut an die erste Grasarbeit von meinem Mopsi erinnern.
Ich durfte ihn dabei noch nicht reiten, deshalb ritt ein Jockey ihn.
Bei Rennpferden macht man die Steigbügel meist kürzer bis sehr kurz als bei anderen Pferden.
Besonders wenn die Pferde eine Arbeit gehen, da sie dort meist sehr schnell werden und aus Spaß am rennen schwerer zu halten sind.
Auf der Stallgasse sagte ich dem Jockey noch das er lieber die Steigbügel ein bisschen kürzer machen soll, aber er lachte mich nur aus.
Später sorgte er wochenlang für Gelächter weil er die Steigbügel ganz lang gelassen hatte und der "Taugenichts" mit ihm abgegangen ist und er ihn nicht halten konnte und der "dicke Haflinger" sogar eines unserer besten Pferde überholt hatte....
Dann stand Mopsis erstes Rennen an und ich durfte ihn führen
Ich war sooo aufgeregt und sagte ihm immer weieder das er es schaffen würde und gewinnen kann wenn er es möchte.
Leider wurde er nur 5. aber ich war trotzdem stolz.
Das nächste Rennen wurde er 4.
Im Stall galt er sowieso als "Nichtskönner".
"Der wird nie ein Rennen gewinnen"
Doch ich glaube immer an ihn
Von Tag zu Tag mochte ich ihn mehr.
Bei anderen Pferden hatte ich nie das 100% Vertrauen doch mit ihm konnte ich alles machen.
In der Frühstückspause kuschelte ich bei ihm in der Box.
Dann gewann er 4 Rennen hintereinander und auf einmal wollten die anderen gewusst haben das er gut ist.
Ja...ja
Eine Zeit lang war es schwer für mich zu arbeiten, da gar nichts mehr klappte und ich kaum Pferde halten und reiten konnte.
Ich wollte schon die Ausbildung abbrechen, wollte aber meinem Mopsi nicht im Stich lassen.
Er war der einzigste mit dem ich keine Probleme hatte und dem ich 100% vertraute.
Ich ging sogar Abends noch am Stall vorbei um ihn Gras zu bringen und ihn zu streicheln.
Ich hatte ihn richtig lieb
Dann stand er den ganzen Winter wegen einer Verletzung.
Da war er eine Zeit lang richtig böse weil er nicht raus durfte, trotzdem glaubte ich an ihn und kümmerte mich noch mehr um ihn.
So langsam wurde er wieder fit und ich durfte ihn wieder reiten.
Er war wieder gesund und lief auch wieder Rennen, nur nicht mehr so erfolgreich.
Daraufhin kam er in eine andere Box ohne Fenster und wurde als "Eintagsfliege" abgestempelt...
Ich mochte ihn dafür umso mehr weil ich wusste das er gut ist und das er noch besser sein wird als viele andere Pferde im Stall.
Einmal durfte ich auch mit ihm alleine auf die Rennbahn fahren.
Da war ich sooo Stolz. Ich und "mein kleiner Mopsi" auf großer Reise.
Es war eine schöne Zeit und ich war jedesmal froh so ein tolles Pferd wie ihn reiten zu dürfen.
Ich vermisste ihn sogar wenn ich frei hatte oder in der Berufsschule war...
Dann neigte sich meine Ausbildung dem Ende zu.
Ich ritt insgesamt ca. 130 Pferde doch der Mopsi war einfach der beste und ich hing sehr an ihm.
Meine Prüfung bestand ich mit gut und war stolz drauf
Habe auch mit Mopsi in der Box "gefeiert" (Es gab Leckerlie für ihn)
Dann sollte er am 5.7.2009 in Hamburg bei einem Rennen antreten.
Ich war sooo stolz, denn in Hamburg zu einem Rennen zu fahren ist was besonderes.
Ich kaufte mir auch extra schöne Sachen die ich anziehen wollte, wenn ich ihn im Führring präsentiere.
Dann kam aber der Tag, der alles veränderte. Der 4. 7. 2009
An diesem Tag ritt ich mal nicht den Mopsi, sondern ein anderes Pferd.
Der Tag fing schon blöd an......
Ich ritt dieses Pferd, als es plötzlich durchging und mit mir im vollem Galopp gegen die Reithalle rannte.
Ich fiel runter und merkte direkt das mein Fuß gebrochen war.
Das Pferd hatte sich an der Hüfte verletzt und blutete stark.
Ich kam ins Krankenhaus und wurde operiert und bekam 2 Schrauben in meinem Fuß
Das Pferde wurde notoperiert und überlebte knapp diesen Unfall.
Nach ein paar Tagen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und wollte (bevor ich von meinen Eltern nach Hause gefahren wurde) noch meinen Mopsi besuchen.
Ich hatte meinen Eltern schon viel von ihm erzählt und wollte ihnen ihn unbedingt zeigen....
Ich humpelte mit Krücken durch die Stallgasse und war vor Freude schon ganz aufgeregt.
Ich ging zu seiner Box, doch dort war er nicht drin.
Verstutzt ging ich weiter und guckte in die anderen Boxen, doch ich fand ihn nicht.
Dann sagte mir meine Kollegin das er verkauft ist und eine Welt brach für mich zusammen!
Ich hab tagelang geheult..... doch das Leben musste ja weiter gehen.
Prognose mit dem gebrochenen Fuß weiter im Rennsport zu arbeiten ..... ungewiss
Ende August des selben Jahres kaufte ich mir mein erstes eigenes Pferd.
Er lenkte mich die erste Zeit ab und es war schön mit ihm, doch den Mopsi konnte ich nie vergessen.
Ich hielt mich immer auf dem laufenden wo er denn war und wenn er Rennen lief schaute ich sie mir im Internet an,
Dann lernte ich meinen Freund kennen, der damals auch auf der Rennbahn arbeitete.
Auch er half mir das ich den Mopsi nicht aus den Augen verlor und machte auch einmal Fotos als er bei ihm auf der Rennbahn lief.
Da hatte er sogar gewonnen
Dann las ich von ihm nur noch im Internet und das er den Trainier und Besitzer wechselte.
Die Zeit verging.
Am 21. 1 2013 las ich das letzte Rennen von ihm.
Nach zahlreichen Suchanfragen im Internet, die alle ins Leere verliefen war ich mir sicher das er tot ist und das ich ihn nie wieder finden würde
Schaute jeden Tag Pferdeanzeigen durch, doch alles erfolglos.................
Doch dann schrieb mir auf einmal jemand im Forum das sie ihn hat!
Ich war überglücklich
Schrieb mit ihr. Ob ich ihn besuchen kann, wie es ihm geht etc.
Sie schrieb nicht zurück.....
Ich wartete zwei Wochen dann kam endlich eine Antwort.
Ihm würde es gut gehen und sie hat ihn vor dem Schlachter bewahrt.
Wir tauschten uns aus und schrieben dann über Fbook.
Da ich auch noch andere Pferde von früher suche, stöberte ich auch noch durch Pferdeanzeigen und entdeckte auf einmal eine Verkaufsanzeige von Mopsi!
Wieder war ich zutiefst geschockt.
Jetzt hatte ich ihn endlich gefunden und dann soll er wieder verkauft werden
Ich schrieb die Person an warum sie ihn denn verkauft.
Wir schrieben hin und her und schrieben und schrieben und schrieben....
Eine Bekannte wollte ihn haben und hatte schon einen Termin mit ihr ausgemacht.....
Ich war sooo am heulen. Was sollte ich nur machen?
Dann entschied ich mich einfach..... ich sagte zu das ich ihn nehme!
So bekloppt! Ich hatte weder das Geld, noch einen Stall, noch ein Zugfahrzeug, noch einen Anhänger
Aber irgendwie ging dann alles innerhalb von 4 Tagen und ich konnte es auch auf der Fahrt nicht glauben.
Bald würde der Mopsi mir gehören!
Endlich waren wir nach langer Fahrt (knapp 7 Std) endlich angekommen.
Ich kam auf den Hof an und wollte nur eines: Zu Mopsi!
Als ich ihn sah, bekam ich einen Schock! Er war klapperdürr!
Ich ging in seine Box und nahm ihn erstmal in die Arme und heulte und heulte und heulte.....
Ich war soooo froh... sooo glücklich ihn wieder zu sehen und gleichzeitig so geschockt wie schlecht er aussah....
Gefühlschaos
Die Fahrt nach Hause schien ewig zu dauern.
Über 8 Stunden waren wir unterwegs.
Endlich am Stall angekommen, durfte er sich erst einmal die Beine vertreten
Mein Mopsi!
4 Jahre hat es gedauert bis ich ihn wiedersehen konnte und jetzt wird er für immer bei mir bleiben

Quelle: Frettchen4You-Autorin Jackymaus