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Wenn dich deine Freunde so gut ablenken, dann mach doch vielleicht etwas mehr als bisher mit ihnen. Ein großer Teil meines Weges aus der Angst bestand darin, mir den Tagesablauf dermaßen voll zu packen und mich überall hin aufzuraffen, dass ich Abends bloß noch ins Bett und Schlafen wollte. Ich bin dadurch wieder viel aktiver geworden, viel unabhängiger, viel glücklicher auch am Ende meiner Therapie. Und weil ich so vieles andere im Kopf hatte hatte die Angst oft gar keine Chance.
Ein weiterer riesen Schritt war auch, die Attacken auszuhalten und einfach meinem Körper zu vertrauen. Das war sehr schwer, weil ich wirklich Todesängste hatte. Aber danach kam nie wieder eine so starke Attacke wie damals, und mein Arzt meinte das ist auch so üblich. Dass man, wenn man sie einmal übersteht, die Attacke in dem Ausmaß nicht mehr kommt. Ich war auch sehr streng zu mir, wie du. Ich wollte IMMER gut, ach was, perfekt sein. Aber das schafft kein Mensch auf Dauer. Erst durch die Attacken hab ich gelernt, dass man Schule auch mal hinten anstellen und sich Zeit für Freunde nehmen muss, wenn man glücklich sein will. Mittlerweile bin ich zwar immer noch gut, aber kein Perfektionist mehr wie früher. Ich gebe wie schon gesagt das Beste, aber wenn mein Bestes nur eine 3 ist, dann stört mich das auch nicht weiter. Ich bin durch die Angst nachsichtiger geworden und achte besser auf mich. Ich finde auch rückblickend, dass die Angst mir sehr geholfen hat. Zum Ende meiner Therapie hin hab ich mir die Angst oft als riesen böses Monster vorgestellt, mit einem kleinen rosa Briefumschlag in den Pranken. Sie wollte mir nie etwas tun, sie wollte aber, dass ich diesen Brief lese. Und wenn ich weg gerannt bin vor der Angst hat sie mich nur umso vehementer verfolgt, denn sie wollte ihre Aufgabe erledigen, mir diesen Brief zu geben. Der Brief war immer irgend eine Message aus meinem Unterbewusstsein, je nach Situation eine Andere. Wenn die Angst kam, bin ich in mich gegangen und hab überlegt, was sie mir diesmal ausrichten soll. Und irgendwann hat mir die Angst dann auch keine Angst mehr gemacht. Sie wollt ja nur was ausrichten
Freut mich, dass du gleich mehrere Therapeuten gefunden hast. Am Besten rufst du jeden an und sprichst aufs Band. Warte nicht bis einer persönlich rangeht, das verschwendet unnötig viel Zeit. Und lass dich nicht verunsichern, wenn's nicht gleich klappt mit dem Termin. Zum Vergleich: Ich hab 30 Therapeuten angerufen, davon hatten 8 sofort einen Notfalltermin für mich frei. Man muss also schon hartnäckig sein. Darum auch mein Tipp mit der Schulpsychologin. Die kann dir evtl. jemanden vermitteln, damit du nicht so lange warten musst.
Mit der Therapie bist du leider total falsch informiert! Es gibt verschiedene Form der Therapie. Du kannst ja zum Arzt auch in die Praxis (ambulant) oder ins Krankenhaus (stationär) gehen. Und der Therapeut ist nichts anderes als ein Arzt für den Kopf, für die Seele. Du kannst eine ambulante Therapie wählen, also in gewissen Abständen in die Praxis gehen, reden, dir Tipps geben lassen und Übungen machen. Oder du kannst stationäre Therapie in einer Klinik machen. Auch da gibt es wieder unterschiedliche Formen der Therapie. Man kann sowohl die ganze Zeit über dort bleiben und auch dort übernachten, oder man kann teilstationär hingehen, also Vormittags bis Nachmittags Therapie, Abends heim ins eigene Bett zum Schlafen, Frühmorgens am nächsten Tag wieder hin. Du kannst dir das aussuchen wie du willst.
Wichtig ist einfach nur, dass du eine Verhaltenstherapie gegen die Ängste machst. Dabei bekommst du viele Tipps wie man mit den Attacken umgehen kann, aber ich habe es als sehr hilfreich empfunden nebenher auch eigene Strategien für mich selber heraus zu finden. Ich hab z.B. Vieles ausprobiert was mir hier im Forum geraten wurde. Was nicht geholfen hab hab ich verworfen, den Rest beibehalten. Ich hab zeitweise im Bad getanzt am Morgen um die Angst zu vertreiben oder bin alle paar Minuten auf den Heimtrainer, damit mein Herz nicht mehr so hämmert. Gestört war das irgendwie schon, aber es hat geholfen, und nur das zählt ja
Es war übrigens schon gut dass die Fenster zu waren, wir hatten Listening Comprehension, und zwar volle 2 Stunden lang. Aber nicht so wie in der Schule, sondern mit Akzenten aus ganz England (war in Englisch Sprachpraxis die Prüfung) und das war echt sauschwer. Ich war ja erst vor drei Wochen selber in England und hab eigentlich jeden verstanden, aber da war ein Genuschel dabei, das war echt heftig. Zudem gab es auf unseren Test Papern nur die Antworten und Linien zum Schreiben, die Fragen wurden im Text gestellt, danach hatte man je Frage 5 Sekunden Zeit zum Antworten. Das heißt man konnte sich auch nie auf die Fragen vorbereiten indem man vorher mal Alles durchliest, denn man kannte die Fragen ja nicht. Und die Technik hat Alles nochmal erschwert: Kassettenrecorder von Anno-Dazumal vor's Mikro gestellt, ganz toll. Man hatte also doppelt das Rauschen und Knistern drin. Neenee, ging echt gar net. Zum Glück hatte ich im ersten Test schon 100 Punkte, dann brauch ich diesmal nicht mal die Hälfte richtig haben und hab trotzdem bestanden. Aber einige haben große Angst, dass sie durchgefallen sind. Es lief bei keinem so richtig gut.
Liebe Grüße und gute Nacht,
Bianca, die heut im Poll planschen war
10.07.2010 22:27 •
#24
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