Das würde ich auch so sehen, Renate.

Hauptsache ist ja, wie der Arzt so drauf ist. Wenn man ihn gut kennt, kann man ihn aber vielleicht trotzdem mal darauf hinweisen, wie sich sein Personal den Patienten gegenüber benimmt (als Arzt bekommt man das vielleicht gar nicth so mit).
Meine Mutter hat nen Hausarzt, da hat die Sprechstundenhilfe, wenn man sich z.B. nach Ergebnissen übers Telefon erkundigt hat, immer den Namen dazu gesagt. Also so nach dem Motto "Ja Frau X, ihre Blutwerte waren soweit ok, aber die Leberwerte sind katastrophal."
Wenn man dann in nem kleinen Kaff wohnt und die Person vielleicht durch den Beruf vielleicht sogar ein bisschen bekannt ist in dem Ort, dann spricht sich sowas schnell rum. Aus schlechten Leberwerten wird dann ne Säuferin usw.
Ein Fall der mir passiert ist war bei der Suche nach ner Therapeutin. Ich suche ja im Moment ne Psychotherapeutin und telefoniere die Praxen ab. Bei der einen Praxis wurde ich aber sowas von unfreundlich 'empfangen'. Die hat gleich zu Beginn klargestellt, dass ein Termin bei ihnen sowieso nicht zu holen sei und was ich denn überhaupt für ne Therapie brauche. Als ich dann meinte "das kann ich ja nicth wissen, ich weiß ja nicht mal, wo meine Beschwerden herkommen" wurde die noch pampiger und meinte, ich soll mir darüber doch erstmal klar werden und Termine gäbe es sowieso erst in nem Jahr.
Da hab ich dann erstmal so geschaut

. Es ist für mich sowieso nicht einfach, die Ärzte anzurufen, weil ich Angst vor dem Termin habe, aber da dann noch derart abgekanzelt zu werden (noch dazu in ner
psychotherapeutischen Praxis), das fand ich echt den Hammer!
Aber es gibt auch positive Beispiele. Eine andere Ärztin hat sich, obwohl sie auch keinen Termin für mich hatte, sehr viel Zeit für mich genommen, mich genau gefragt, was ich habe und mir dann zu Internetseiten und Nummern geraten, die mir weiterhelfen können.
Also es gibt solche und solche. Aber manche nehmen sich wirklich zu viel raus. Wahrscheinlich hatten die noch nie mit Ängsten oder ernsthaften medizinischen Problemen zu tun, sonst wüssten sie, in welcher Verfassung Menschen zum Arzt gehen und wären freundlicher.
