Pfeil rechts
35

Sappy
Ich hatte damals als kleines Kind schon Angst vor Ärzten, Krankenhäusern usw und gelegentlich vor Einbrechern.
Als ich noch H zu mir nahm kam die Angst, eher Panik währenddessen vor. Hatte plötzlich die gegenteilige Wirkung. Also einen rasenden Puls, kalte Hände, Paranoia und starke Derealisationszustände. Wie gesagt, hörte dann mit ca. 18 Jahren auf und versuchte es noch einmal mit vielleicht 21. Es war genau das gleiche, also ließ ich es gänzlich.

Ich bin Friseurin. Mir wurde vieles abverlangt aber kaum was beigebracht. Das hat mich wahnsinnig gemacht. Es passierte tatsächlich auch mal ein absoluter Horror an einer Kundin. Unter Anleitung der Chefin arbeite ich an ihr, woraufhin ihr alle Haare ausgefallen sind. Meine Chefin schickte mich allein zu der Kundin um das zu erklären. Es war wirklich extrem schlimm. Ich habe so gezittert.

Ich bekomme das zeitlich nicht mehr alles so ganz zusammen. Das müsste schon länger her sein. So 7 Jahre vielleicht. Da begann ich erstmalig mit Opipramol und habe es (eigentlich) immer gut vertragen.

GABA? Was genau ist das? Klingt interessant.

Es ist so wahr was du sagst. Ich stecke fast meine gesamte Freizeit und unterbewusst sogar ständig tief in meinen Gedanken. Ich grüble und bekomme Angst. Bin wissbegierig. Möchte alles genauestens verstehen usw. Aber das macht mich langsam zum fertig. Es schlaucht und wie du schon sagst, ich könnte die Energie lieber in Progression stecken. Ich komme so ja ganz offensichtlich nicht weiter. Es ist auch für mich so wahnwitzig dass, sollte es ein Reizmagen, Reflux oder ähnliches sein und ich meine Ernährung anpassen muss, dann sind das fast genau die Dingw die ich sehr mag. Es ist zum heulen. Manchmal werd ich richtig trotzig und denke mir, ich lebe lieber mit den Konsequenzen als das jetzt untersuchen oder behandeln zu lassen. Aber das ist so falsch. Ich weiss aber manchmal Platzt mir wirklich die Hutschnur. Sobald ich wieder eine Pantoprazol genommen habe ist es als hätte ich kein einziges Problem. Der Pausentag ist wiederum kritisch

09.04.2021 21:02 • x 1 #101


moo
Guten Morgen Sappy,

aus irgendwelchen (meist familiären) Umständen hattest Du offenbar schon seit der Kindheit die Grundangst Kontrollverlust. Schreibe Dir das vielleicht mal auf, zur späteren Untersuchung.
Mit dieser Grundhaltung ausgerechnet H. zu konsumieren war leider äußerst unpassend, da es ja gerade den temporären Kontrollverlust fördert (!). Die Panik und die DP/DR waren ein Schutzmechanismus des Geistes gegen dieses situative Ausgeliefertsein.
Das Erlebnis mit der Friseurskundin kann man als traumatische Erfahrung bewerten. Eine unzureichende Ausbildung oder mangelnde Berufseignung verfestigen das Gefühl des Kontrollverlustes. Das Grübeln, das Verstehenwollen, das Bevorzugen spezieller Nahrungsmittel - all das sind Kompensationshandlungen gegen den Kontrollverlust.
Dass aufgrund der Chronifizierung der resultierenden Symptome Wut entsteht, ist nachvollziehbar, schwächt aber die Nebenniere zusätzlich, was wiederum Deine Stresshormone immer mehr eliminiert.
Über GABA kannst Du Dich überall informieren. Bist Du eine Leserin? Dann schicke ich Dir eine Buchempfehlung.

Dein Wissensdrang ist ja grundsätzlich gut aber er sollte effektiv genutzt und nicht durch Grübelei verheizt werden.

Deine ständige Selbstkritik darfst Du beruhigt ad acta legen. Indem Du aktiv an Deiner Geisteshaltung arbeitest, werden die Erfolgserlebnisse Schritt für Schritt Deine Wahrnehmung korrigieren.

Außerdem bin ich mir ziemlich sicher, dass Du nach Absetzen des Opipramols wieder einen Teil Deiner geliebten Sachen essen kannst.

Falls Du weiterhin als Friseurin arbeitest, überlege Dir einen Berufswechsel. Empfindsame Menschen kommen sowohl mit der chemischen Belastung sowie der Arbeitshaltung (Nackenverspannungen) oft schlecht zurecht.
Ich weiß: Lauter unangenehme Aktionen, aber bedenke dass das bisherige Leben zur jetzigen Lage geführt hat.
Du bist erwachsen, eine liebevolle Mutter und handlungsfähig. Nimm Dich so an, wie Du Dein Kind annimmst. Das ist die vernünftigste (und realistischste) Grundhaltung.

10.04.2021 07:30 • x 1 #102



Sodbrennen Erfahrungsberichte

x 3


Sappy
Guten Morgen Moo.
Ich muss den Text mal sacken lassen. Finde das höchst interessant und es ergibt so viel Sinn hinter meinem Verhalten, welches immer exzessiv war ( H, Kaffeekosnum etc. ) Darf ich dich fragen woher du dieses Wissen hast? Wie können wir das mit dem neuen Fred machen? Eröffne ich einen und wenn ja, unter welcher Kategorie. Ich muss mich ernsthaft bedanken für die Mühe die du dir hier mit mir machst. Finde das nicht selbstverständlich

10.04.2021 10:16 • x 1 #103


moo
Grüß Dich Sappy,

ja - lass ruhig mal sacken. Falls wir den bisherigen Beitragsverlauf in einen neuen Fred integrieren wollen, kann das sicher das @Psychic-Team regeln. Dein erster Beitrag hier im Sammelthema war die #81.
Mein "Wissen" ist größtenteils Erfahrung am eigenen Geist, viel Lektüre und regelmäßiger Austausch z. T. in Selbsthilfegruppen. Außerdem kontempliere ich viel (s. mein Thema hierzu).
Da wir beide offenbar einige Parallelen in unserer "Karriere" aufweisen, kann ich vielleicht den ein oder anderen Zusammenhang intuitiv erspüren; was aber nicht bedeutet, dass ich da immer richtig liege.
Deine eigene Akribie ist von großem Nutzen und es gilt, sie künftig auf die richtige Fährte zu lenken - weg von akuten Symptomen und den damit verquickten Ängsten hin zu einer klärenden Ursachenkenntnis und darauf aufbauender (dann freiwilligen!) Ermöglichung nötiger Veränderungen.
Du wirst in diesem Zuge Lust und Freude an diesem Prozess entwickeln. Sobald Du das wahrnimmst, bist Du 100%ig auf dem richtigen Weg.

10.04.2021 12:03 • x 2 #104




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag