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Hallo,

vor ein paar Wochen habe ich diese Seite entdeckt und dachte, daß es mir gut tun würde, eure Beiträge zu lesen....Leider hat es mich ein wenig runtergezogen, weil es soviel Menschen gibt, die solange etwas gegen ihre Beschwerden suchen und plötzlich hatte ich furchtbare Angst, daß ich mein Leben lang mit der Symptomatik mit dieser Intensität leben muß.
Ich habe seit 4 Jahren starke Beschwerden, was meinen Reizmagen angeht. 3 Magenspiegelungen, 1 Aufenthalt in einer psychosomatischen Abteilung, seit 2 1/2 Jahren Gesprächstherapie, Akupunktur, Homöphatie, diverse Medikamente und zwischendurch auch mal für 8 Monate das Antidepressivum Cepramil....Ich war zwischenzeitlich sogar für 1 Jahr krankgeschrieben, weil ich nichts mehr machen konnte...nicht mehr arbeiten, nicht mehr bahn fahren, nicht mehr ausgehen, ich konnte noch nicht einmal mehr menschen in meine wohnung lassen, weil ich immer angst hatte, daß ich mich gleich übergeben muß.Es ist ein einziges Auf und Ab. Zurzeit versuche ich es mit einer Hypnosetherapie nach Milton-Erickson und Shiatsu.
Das was mir scheinbar am meisten geholfen hat, war wenn ich ernst genommen wurde und leider das Antidepressivum, was mich nach einem halben Jahr Krankschreibung aus meinem Loch herausgeholt hat. Ich habe mir alles in harter arbeit zurückeroberte: ich bin wieder bahn gefahren, bus, ich bin wieder ausgegangen, habe sogar wieder eine beziehung begonnen und bin auch wieder arbeiten gegangen.... Ich wollte es nur gerne ohne schaffen und habe es relativ schnell wieder abgesetzt (8 Monate). Nach nun 1 1/2 Jahren bin ich wieder realtiv weit unten angekommen, obwohl ich dachte, daß ich die beschwerden zumindest meistens im Griff habe....Aber scheinbar ist das so, daß es sofort wieder losgeht, wenn Themen berührt werden (z.B. im Privatleben), die hinter diesem Symptom stehen. Denn ich denke, bei der Reizdarm-, magen-problematik geht es ausschließlich um die Psyche. Nur scheinbar ist auch bei Euch wie bei mir das Symptom oft so übermächtig, daß man sich gar nicht, um das "Dahinter" kümmern kann. Ich bin mittlerweile ziemlich verwirrt, durch die Dinge, die meine Therapeutin sagt, wie ich z.B. vielleicht handeln sollte und mit meinen Gefühlen umgehen sollte, damit das Symptom vielleicht besser wird. Freunde versuchen mir zu helfen und sprechen immer davon, daß man das akzeptieren muß und versuchen muß, trotzdem damit sein Leben zu leben....Da werde ich manchmal richtig wütend. Es ist so schwer mit ständiger Übelkeit, Sodbrennen, Magenschmerzen alles zu machen, was man gerne machen möchte...Was ich aber interessant finde, ist das ich scheinbar einen Einfluß auf mein Symptom habe...Geht euch das auch so? Z.B. heute sitze ich im Büro und bin froh, daß ich den Tag gleich irgendwie überstanden habe. Habe kaum gegessen, kaum getrunken...Aber wenn ich gleich nach Hause fahre, wird es sich etwas besseren das Symptom....So geht es mir öfter...Wenn ich irgendwo bin und ich das Gefühl habe, ich muß jetzt nach hause, weil mein Magen zu blöd ist und ich gehe dann, wird es in dem Augenblick etwas besser....Beobachtet das von Euch auch Jemand?
Ich könnte noch soviel erzählen, denn jeder von uns hier hat seine ganz persönliche Odysee hinter sich oder steckt mittendrin - wie ich. Vor allen Dingen von den Ängsten, die sich irgendwann an das Symptom koppeln...Ich weiß nicht genau, ob ich froh bin, daß ich diese Seite gefunden habe oder ob ich jetzt noch mehr Angst habe....
Viele Grüße aus Hamburg, L.

29.11.2001 17:18 • 21.04.2008 #1


21 Antworten ↓


Hallo,

ich habe zwar keine so starken Beschwerden wie du, aber das Gefühl, dass ich manchmal unbedingt nach Hause muss wegen meinem Magen kenne ich ziemlich gut! Oft wird mir dann richtig schlecht, und ich bekomme fast Panik. Wenn ich dann im Auto sitze, ist es meistens schon wieder etwas besser. Ich kann dich gut verstehen. Momentan gehts mir auch wieder etwas schlechter, und das zieht alles herunter. Ich frage mich auch oft, warum es einem nicht einfach mal ein paar Wochen/Monate richtig gut gehen kann?

Gruß
RS

30.11.2001 08:50 • #2



Reizmagen

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Hallo L.,

könnten meine Worte sein ( fast ) die Du da schreibst. Am Wochenende bekomme ich auch Besuch, lieben Besuch! Denke ich daran, wird mir aber trotzdem jetzt schon komisch, bekomme einen Druck im Magen und Darm, Übelkeit. Habe Angst davor ich könnte mich ja bei meinen Kindern oder Kollegen mit einer Magen- Darmgrippe angesteckt haben und prompt damit am Wochenende erkranken. Ich glaube, dass das Ganze viel damit zu tun, dass man keine Schwäche zugeben will, denn eigentlich, wenn es denn tatsächlich so wäre, was wäre daran so schlimm? Man würde sich entschuldigen und zurückziehen. Na und? So weit bin ich aber auch noch nicht. Mir wäre es megapeinlich vor anderen meine Schwäche zu zeigen.

Ich habe mich auch damals gefragt, ob es so sinnvoll ist, sich hier so häufig "rumzutreiben", ob man dann nicht noch verzweifelter wird oder sich manche Symptome vielleicht noch zusätzlich einbildet. Meine Freundin regte sich furchtbar darüber auf, wenn ich davon berichtet, was es wieder hier im Forum Neues gab. Eine zeitlang habe ich mich dann auch hier gar nicht mehr blicken lassen. Andererseits hat das aber auch nicht zu einer Besserung geführt und außerdem habe ich hier sehr liebe Freunde gefunden, wenn auch nur durch Mailkontakt, aber man tauscht sich aus und baut sich gegenseitig auf. Mehr können wir glaub ich, nicht erwarten, denn leider ist ja noch kein Allheilmittel gefunden.

Mit dem kaum essen, kaum trinken, das kenne ich auch gut. Aber das ist besser geworden, seit sich auch mein Appetit wieder gebessert hat. Vor 2 Jahren, als es mir auch so ging, habe ich fast 10 kg abgenommen. Wog bei 173 noch 52 kg. Das war arg wenig. Jetzt wiege ich fast 60 kg.

Eine beschwerdefreie Zeit

wünscht Angie

30.11.2001 10:54 • #3


hallo angie,

ich habe gelesen, daß du kinder hast?! ich bin ende 20 und denke immer darüber nach, ob ich jemals kinder bekommen sollte, wenn es mir immer so schlecht geht....wie machst du das nur? ich stecke jetzt nicht in der situation, kinder zu bekommen, da ich meine beziehung gerade beendet habe, aber ich denke schon oft daran. ich schaffe es im augenblick gerade, für mich und meine 2 katzen zu sorgen. und irgendwie arbeiten zu gehen....naja, ich bin mehr anwesend als daß ich arbeite, denn meine freunde sagen mir, ich soll unbedingt weiterarbeiten und mich möglichst nicht krankschreiben lassen...interessant....ich hatte früher auch immer angst, mich mir krankheiten anzustecken, wenn ich besondere pläne für ein wochenende oder einen bestimmten tag hatte. besonders schlimm war immer die vorstellung, mich mit einer magen-dram-grippe anzustecken, denn übergeben ist furchtbar schlimm für mich...ich tue es auch nicht...du? aber heute denke ich oft, na hoffentlich stecke ich mich mal an, dann ist mir wenigstens aus einem "richtigen" grund schlecht. heute habe ich davor keine angst mehr...ich glaube aber, daß das etwas damit zu tun hat, daß ich jetzt seit 4 jahren fast permanent probleme habe...ich weiß aber, daß es auch bessere zeiten gibt als die, die ich habe und ich bin immer noch fest davon überzeugt, daß ich es einges tages soweit im griff haben werde, daß ich mich damit arrangieren kann...trotzdem ist es manchmal schwer, durchzuhalten...meine schlechten phasen habe ich übrigens immer dann, wenn es in meinem privatleben nicht so gut läuft. z.b. trennung oder umzug oder dergleichen...
wie lange hast du deine beschwerden schon? bist du in eine psychotherapie gegangen oder versuchst du immer nur gegen das symptom zu arbeiten? bin mir immer noch nicht sicher, ob das gut ist, daß ich mich hier einklinke, aber irgendwie ist es "beruhigend", daß ich nicht die einzige bin......
Viele Grüße, L.

30.11.2001 13:28 • #4


Liebe/r RS,

wenn es nach einer meiner freundinnen geht, dann ist diese krankheit ein art prüfung, die uns das leben stellt und die wir irgendwie meistern müssen. sie sagt immer, daß alles seinen grund hat...und man den grund anschließend verstehen wird....ich hoffe, daß es ein "anschließend" gibt bzw. daß es mir mal gut genug geht, um das alles zu verstehen...

ich bin jetzt schon seit 2 1/2 in therapie. ich habe sicherlich eine menge über mich gelernt und habe gesehen, daß es 1000 gründe für meinen magen geben kann, daß er so weh tut, aber irgendwie habe ich scheinbar noch nicht das richtige gemacht oder muß noch mehr geduld haben....also kann ich auch dir nur sagen: hab geduld. und gib nie auf, etwas zu suchen, was dir helfen kann....auch wenn ich schon viel versucht habe, werde ich nicht damit aufhören, weiterzusuchen....

lieben gruß, L.

30.11.2001 13:32 • #5


Hallo L.,

komme gerade vom Internisten, der nun einen Lactosetest durchführen will und anschließend eine Darmspiegelung. Sollte das nichts ergeben, will er noch weitere Nahrungsmittelallergien ausschliessen. Das Schlimme ist, dass ich schon wieder jetzt einen kneifenden Bauch habe, weil ich weiss, dass es bei diesem Test zu Unwohlsein, Durchfall und dergleichen kommen kann. Außerdem muß ich in kurzer Zeit 2 ltr von dem Lactosepräparat zu mir nehmen. Grausige Vorstellung! Habe dem Arzt schon gesagt, dass das dann aber auch mein Kopf sein könnte. Das wird aber durch Bluttests ausgeschlossen.

Ein Magen- Darmmensch war ich schon in der Kindheit bei aufregenden Situationen, damals war das aber noch nicht belastend. Ging dann weiter kurz nach meiner Scheidung vor 10 Jahren mit "Blinddarmschmerzen" und öfter Unwohlsein. Trat aber noch nicht häufig auf und gab lange Pausen dazwischen. Seit ca. 3 Jahren steigern sich die Beschwerden. Mir ist eigentlich keinen Tag mehr "normal". Entweder es krampft im Bauch oder mir ist übel oder ich habe Durchfall oder der Blinddarmschmerz ist wieder da oder alles zusammen! Geht mir total an die Psyche! Habe schon fast alle Ärzte durchlaufen, Heilpraktiker, Akupunkturbehandlung und Hypnose mit eingeschlossen. Geholfen hat auf Dauer nichts. Johanniskraut hat mir mal einige Monate richtig gut geholfen, dann ging alles von vorne los. An eine organische Erkrankung glaubt niemand so richtig, aber ich muss wohl die Tests und die Spiegelung über mich ergehen lassen, damit das endlich ausgeschlossen ist. Dieser blöde Bauch bestimmt wirklich das Leben, wie Gisela hier schon schreibt. Ich will aber dahin kommen, dass ich meinen Bauch regiere und nicht er mich, denn durch ihn nehme ich mir viel Lebensqualität und habe auch schon einige Beziehungen damit zerstört, die mir eigentlich wichtig waren. Es ist ein Riesenunterschied, wenn ich Fotos von mir vor 3 Jahren sehe und jetzt, dieses Leiden gräbt sich ins Gesicht. Aber ich werde kämpfen und die Hoffnung nicht aufgeben, dass ich eines Tagen wieder " die Alte" bin.

Liebe Grüße

Angie

30.11.2001 14:54 • #6


hallo,

ja, ich werde auch weitersuchen nach dingen die diese leider erträglich machen. aber manchmal fällt mir das verdammt schwer. besonders in phasen in denen es mir mal wieder schlechter geht. wie im moment. leider kann das niemand verstehen, der nicht selbst davon betroffen ist. vielleicht bekommt man hier in der zukunft noch ein paar gute ratschläge zu lesen. hoffe ich zumindest...

gruß

rs

02.12.2001 20:05 • #7


hallo rs,

das problem ist ja, daß dir nicht unbedingt das hilft, was mir hilft oder umgekehrt. z.b. haben manche leute einen durchschlagenden erfolg mit der akupunktur...ich fühl mich nur gut, weil ich irgendwo hingehen kann und mir anfangs einbilden kann, daß das vielleicht hilft...ich weiß ja nicht, was du schon alles versucht hast...
ich bin mir z.b. was meine ernährung angeht nicht sicher, ob sie nicht vielleicht doch eine sehr große rolle spielt oder ob es tatsächlich rein psychosomatisch ist...es ist nicht so, daß ich mich total schlecht ernähre, aber ich esse z.b. gerne schokolade. aber bisher habe ich nicht die disziplin an dem tag gelegt, mich sehr "basisch" zu ernähren...denn ich esse oft sehr schlecht und bin dann froh, wenn ich irgendwas esse. vielleicht würden dir ja aber diese dinge helfen. oder die homöophatie?! es gibt 1000 sachen, die man ausprobieren kann. aber ich denke am wichtigsten ist die psychische komponente. arbeitest du daran?
viele grüße, L.

03.12.2001 17:20 • #8


hallo angie,

ich kann dich schon sehr gut verstehen. es nimmt mit - psychisch und körperlich und man versucht, aber immer wieder sich zu motivieren....einer meiner standardsprüche ist: alles wird gut! weil einem nichts anderes übrig bleibt, bis man irgendwas gefunden hat, das linderung bringt...ich denke bei dir könnte das vielleicht auch die therapie sein..aber das ist leider ganz und gar kein zuckerschlecken...aber sehr wahrscheinlich aber trotzdem der weg, den man beschreiten muß...

viele grüße, L.

04.12.2001 14:52 • #9


Hallo L.,

ich denke auch, dass bei den meisten von uns ein großteil teil der beschwerden psychisch bedingt sind.

dass die symptome besser werden, wenn man sich aus der unangenehmen situation entfernt, kenne ich auch. zu hause habe ich auch weniger probleme. vielleicht nimmt man es auch nur nicht so stark wahr. angenehmer beruflicher stress (z.b. zeitdruck) wirkt sich meistens auch positiv auf meinen magen aus. interessant war vor kurzem ein gespräch am kafeeautomaten in der firma. dort standen zwei damen, die sich über ihre empfindlichen verdauungsorgane unterhalten haben. ich glaube, dass immer mehr menschen sich mit solchen beschwerden rumplagen müssen. ein entfernter bekannter hat bereits im alter von 24 jahren einen magendurchbruch erlitten (durch stress).

es ist zwar blöde, aber irgedwie hilft mir das. reizmagen/darm ist eine krankheit, über die man offen sprechen kann. bei der sozialphobie ist dies leider nicht möglich. hier kann ein outing fatale folgen haben.

schöne grüße ins benachbarte hamburg.

07.12.2001 12:32 • #10


hallo psychic,

leider habe ich die erfahrung gemacht, daß man auch nur solange über seine empfindlichen verdauungsorgane reden kann, bis die symptomatik und damit die lebenseinschränkungen eine gewissen grenze erreicht haben...denn meine symptome sind leider sehr massiv - gerade seit zwei monaten wieder extrem - d.h. ich muß ständig irgendwelche verabredungen absagen oder ich treffe schon gar keine verabredungen mehr..oder ich gehe trotz beschwerden und kann bis zu einem gewissen beschwerdegrad sogar spaß haben..aber es ist eben ständig da und mein umfeld leidet mit...und ich setzt mich unter druck, weil ich doch möchte, daß sich niemand sorgen um mich machen muß oder weil ich eben auch einfach mal gesund sein möchte...naja, wir alle kennen das: mehr druck, die beschwerden verschlimmern sich...naja, was ich damit sagen will, ist, daß einige menschen in meinem umfeld auch nicht damit klar kommen...
noch vor vier jahren war ich jemand, der als sehr selbstbewußt, sympathisch und offen beschrieben wurde....naja, heute bin ich streckenweise auch noch so....aber nicht mehr oft.
ich bin nun auch seit 2 1/2 jahren in therapie, es hat mir sicherlich geholfen, mich besser zu verstehen und vielleicht auch eine ahnung davon zu bekommen, was meinen reizmagen verursacht...aber symptomatisch hat sich leider nicht viel getan. obwohl ich 2 jahre einigermaßen damit gelebt habe und es mich "erst" seit 2 monaten wieder so runterreißt...vielleicht ist es die falsche therapie? vielleicht mache ich etwas falsch? wer weiß das schon...
naja, ich denke ich werde euch auf dem laufenden halten, was meine "selbstversuche" angeht.
akupunktur schlägt nicht an....habe jetzt 11 behandlungen hinter mir, ich mache shiatsu, das entspannt mich immerhin für ein paar stunden; ich habe zwei hypnosebehandlungen nach milton-erickson hinter mir (mal schauen), am di. gehe ich zu einer heilpraktikerin, die bioresonanz macht...das kostet alles sehr viel geld, aber ich verkauf alles, wenn ich nur wieder gesund werde...das blöde ist ja, das eine hilft bei dem einen und bei anderen nicht...wir werden sehen.
sozialphobie: aber sie ist nicht so schlimm, daß du nicht arbeiten gehen kannst?! oder warst du auch schon soweit, daß es nicht ging? macht man dann eine verhaltenstherapie? benachbarte hh? wo lebst du?
viele grüße aus dem grauen hh
L.
p.s.: ich find es nicht blöd, daß dir das hilft, daß du leute kennst die sogar schon einen magendurchbruch hatten. ich bin noch "ne nummer heftiger" ich guck mir manchmal berichte über menschen im wachkoma an oder mit ms und welche geschichte mich ganz besonders berührt hat, war die des mädchens, die gegen fast alles allergisch ist und seit 2 jahren nichts anderes macht als in einem leeren raum zu sitzen. sie kann noch nicht mehr fernsehen oder an den computer,weil sie auch gegen elktorsmog allergisch ist...und sie ist weiter tapfer...(die geschichte war letzte woche im stern)

07.12.2001 15:47 • #11


Hallo L.,

kenne das so gut, was Du da schreibst! Setzte mich selbst auch immer so unter Druck. Im Moment höre ich von allen Seiten wieder von Magen-Darmgrippen. Weißt Du wie ich mich dann fühle? Nun ist auch noch ganz plötzlich vor 2 Tagen mein Exfreund gestorben. Das hat mich auch wieder mächtig runtergerissen. Er hat schon seit dem Sommer über alle Möglichen Wehwechen geklagt, aber niemand fand etwas außer einem erhöhten CRP-Wert, der selbst nach einer Antibiotikabehandlung nicht runterging. Vor 5 Wochen bekam er dann die Diagnose Lungenkrebs, und nun ist er schon tot. Wir hatten immer noch Kontakt, aber vor einigen Wochen bekam ich eine Abschiedskarte, mit der ich nichts anfangen konnte. Nun weiß ich, was sie zu bedeuten hatte. Dieser Freund kam übrigens auch aus Hamburg. Ich wohne in der Nähe von Hannover, also auch nicht allzu weit entfernt.



Liebe Grüße

Angie

11.12.2001 19:04 • #12


hallo angie,

das ist natürlich sehr traurig und macht das alles nicht einfacher...
was ich mich frage, ist, warum du angst vor einer magen-darm-grippe hast..?! die hatte ich früher auch...aber da meine übelkeit und das unwohlsein schon zum dauerzustand geworden sind, denke ich mir manchmal: "ja, her mit der magendarmgrippe, dann weiß ich wenigstens warum, mir schlecht ist.."
seit meiner letzten magen-darm-grippe hatte ich nie wieder eine...das ist jetzt fast 6 jahre her...aber damals hat das dann auch alles mit dem magen angefangen. danach nach der letzten grippe hat sich das langsam eingeschlichen und ende 97 ist es dann schlimm geworden..
ich drück dir die daumen für alles, was du anpackst!!
lieben gruß aus hh
L.

12.12.2001 09:25 • #13


ich bin mir sicher, dass die psychische komponente bei mir nur eine untergeordnete rolle spielt. der hauptgrund liegt aber sonstwo.

reizmagen als diagnose wird wohl immer schnell verwendet wenn die ärzte keinen anderen grund finden. aber vielleicht gibt es in ein paar jahren neue erkenntnisse darüber? ich vermute mal, dass es bei vielen eventuell auch mit allergischen reaktionen auf gewisse nahrungsmittel oder zusatzstoffe zu tun hat. oder ein noch unbekannter virus? bakterium? heliobacter pylori wurde auch erst vor ein paar jahren entdeckt.

gruß
rs

12.12.2001 15:00 • #14


Zitat von Angie2:
Hallo L.,

könnten meine Worte sein ( fast ) die Du da schreibst. Am Wochenende bekomme ich auch Besuch, lieben Besuch! Denke ich daran, wird mir aber trotzdem jetzt schon komisch, bekomme einen Druck im Magen und Darm, Übelkeit. Habe Angst davor ich könnte mich ja bei meinen Kindern oder Kollegen mit einer Magen- Darmgrippe angesteckt haben und prompt damit am Wochenende erkranken. Ich glaube, dass das Ganze viel damit zu tun, dass man keine Schwäche zugeben will, denn eigentlich, wenn es denn tatsächlich so wäre, was wäre daran so schlimm? Man würde sich entschuldigen und zurückziehen. Na und? So weit bin ich aber auch noch nicht. Mir wäre es megapeinlich vor anderen meine Schwäche zu zeigen.

Ich habe mich auch damals gefragt, ob es so sinnvoll ist, sich hier so häufig rumzutreiben, ob man dann nicht noch verzweifelter wird oder sich manche Symptome vielleicht noch zusätzlich einbildet. Meine Freundin regte sich furchtbar darüber auf, wenn ich davon berichtet, was es wieder hier im Forum Neues gab. Eine zeitlang habe ich mich dann auch hier gar nicht mehr blicken lassen. Andererseits hat das aber auch nicht zu einer Besserung geführt und außerdem habe ich hier sehr liebe Freunde gefunden, wenn auch nur durch Mailkontakt, aber man tauscht sich aus und baut sich gegenseitig auf. Mehr können wir glaub ich, nicht erwarten, denn leider ist ja noch kein Allheilmittel gefunden.

Mit dem kaum essen, kaum trinken, das kenne ich auch gut. Aber das ist besser geworden, seit sich auch mein Appetit wieder gebessert hat. Vor 2 Jahren, als es mir auch so ging, habe ich fast 10 kg abgenommen. Wog bei 173 noch 52 kg. Das war arg wenig. Jetzt wiege ich fast 60 kg.

Eine beschwerdefreie Zeit

wünscht Angie

28.01.2008 19:28 • #15


Hallo!
Ich bin neu hier auf dieser Seite. Ich kann mich gut mit den genannten Beschwerden identifizieren. Ich fühle mich so hilflos. Ich lebe seit 3 Jahren in einem privatem Chaos. Dies hat wahrscheinlich zu meinen Beschwerden geführt. Ich kämpfe täglich mit Übelkeit, manchmal hab ich wahnsinnigen Brechreiz. Noch geh ich zur Arbeit. Diese muß ich hin und wieder fluchtartig verlassen. Wenn das Gefühl aufkommt brechen zu müssen, werde ich total nervös. Fühle mich dann nur noch in meinen eigenen 4 Wänden sicher. Für mich ist es nicht möglich irgendetwas zu unternehmen. Manchmal schaffe ich es spazieren zu gehen, aber nur allein. Ich kenn auch diese Blinddarmbeschwerden und Luftnot. Ich bin in ärtzlicher Behandlung. Organische Untersuchungen hat man bei mir noch nicht vorgenommen. Man geht nur von der Psyche aus. Ich habe eine Kur beantragt. Weiß nicht wie lang ein Mensch so einen Zustand durchhält. Ich habe Angst vor jedem Tag, gerade wenn ich arbeiten muß. Aber was ist wenn man deswegen den Job verliert. Der Druck in mir ist so groß und mich plagen diese Zukunftsängste. Vielleicht hat jemand einen Tip für mich.

09.03.2008 13:17 • #16


hallo,
ich hoffe, diese seite ist überhaupt noch aktiv, denn die beiträge sind ja schon ziemlich alt.
leider habe ich diese seite erst jetzt entdeckt.
ich möchte euch auch mal meine geschichte erzählen, vlt. macht sie einigen mut, denn trotz allen rückschlägen, kann ich euch versichern, es geht weiter und man kann auch spaß haben, allerdings ist es oft sehr schwer.
ich habe seit nun fast 11jahren panikattacken. mit 19 ging es bei mir los, man kann also sagen, dass ich meine jungend in angst gelebt habe. zum glück hatte ich bereits bevor alles anfing meinen freund kennen gelernt, mit dem ich auch heute noch zusammen bin und der mir immer eine große stütze war und ist.
das ich aber alleine da durch muss, wurde mir relativ schnell klar, denn nicht immer und bei allem kann man jemanden mitnehmen.
vor 8 jahren habe ich eine therapie angefangen, eine gesprächstherapie, die ich angangs 2 mal wöchentlich machte und heute nur noch ca. alle 2 -4 monate.
auch, wenn ihr das wahrscheinlich alle kennt, mir hat es immer geholfen, dass ich einfach so nicht leben wollte, ich konnte nix mehr, nicht mal zum 50m entfernten Zig. konnte ich gehen. ich bin noch zur arbeit gegangen, aber das war es auch, nach der arbeit habe ich mich aufs sofa gelegt und da blieb ich bis zum nächsten aufstehen und arbeiten.
mit meinem freund zog ich trotzdem in dieser zeit zusammen, ich wollte nicht bei meinen eltern wohnen und schon gar nicht wollte ich, dass sie das alles so mitbekommen. aber ich war 20 jahre alt, so konnte und wollte ich nicht leben. ich schrieb eine art testament oder abschiedsbrief und überlegte wirklich mich umzubringen, doch ich hatte so sehnsucht nach dem leben. früher war ich aktiv, machte sport, tanzte, hatte viele freunde und liebte es weg zugehen. nun saß ich auf meinem sofa.
für mich gab es nur noch 2 möglichkeiten, mich aus dem leben verdrücken oder kämpfen...ich begann zu kämpfen.
ich suchte mir literatur zu diesem thema, begann die therapie und steckte mir plastiktüten in alle meine hosen,jacken und taschen, für den fall, dass ich mich doch mal übergeben müsse. die übelkeit war mein ständiger begleiter, tags, nachts, auf dem sofa, an der arbeit....mir war nur schlecht!
nach der arbeit ging ich nun jeden tag zu diesem einen Zig., auch wenn ich keine zippen brauchte, jeden tag auch wenn ich dachte ich kotze jede sekunde auf den bürgersteig, das machte ich so lange, bis ich mich traute nach über 1 jahr wieder alleine einkaufen zu gehen, so ging ich dann täglich einkaufen, egal wie es mir ging und auch nur für ein päckchen kaugummi.
schlecht war mir immer noch ständig, aber ich hatte mir ein ganz bisschen leben erkämpft.
schließlich änderte sich mein berufsleben und ich musste mich neu orientieren. ich beschloss nochmal ganz von vorne anzufangen und meldete mich auf einer schule an, um mein abi nachzumachen.
in dieser zeit ging es mir unheimlich schlecht, wieder überlegte ich ob es überhaupt noch einen sinn hatte weiter zu leben. doch ich hatte einen traum, ich wollte leben und wieder fühlen, etwas anderes als übelkeit.
also kämpfte ich weiter. ich furh täglich mit dem auto zur schule...natürlich bewaffnet mit magentropfen und plastiktüten...in schlimmen phasen hatte ich sogar tupperdosen dabei, falls eine plastiktüte nicht beim erbrechen reichen sollte.
ich kann es nicht leugnen, ich litt zwischendurch ganz schrecklich, fühlte mich überfordert und glaubte nicht, mir meinen traum vom lehramtstudium erfüllen zu können.
im jahr 2000 bekam ich etwas, was mir viel neuen lebensmut und kraft gab...meinen hund. nie hätte ich gedacht, dass ich es schaffen könnte für ein anderes lebewesen zu sorgen...zumal ein hund ja nunmal auch vor die tür muss. doch mein hund brauchte mich und ich wollte sie nicht enttäuschen und so kämpfte ich mich mit meinem minihund raus, erst nur bis zu einer sehr nahgelegenen wiese, später etwas weiter und schließlich sogar zur hundeschule...mit festen terminen...ihr wisst sicher, wie schrecklich feste termine sind
mein hund und ich wurden zu einem untrennbaren team, sie machte mich stark und mit ihr fiel es mir viel leichter das haus zuverlassen. schließlich bestand ich mein abitur und bekam sogar einen studienplatz, wieder quälten mich ängste und sorgen...und natürlich der magen. oft saß ich stundenlang auf dem klo, bis ich endlich zur schule oder zur uni fahren konnte...aber ich fuhr! imemr wenn ich dachte es geht nicht mehr, versuchte ich mir klar zumachen, dass ich leben wollte.
mein hund begleitete mich täglich zr uni, das gab mir sicherheit, auch wenn ich damit etwas exotisch war, nicht sehr viele brachten ihren hund mit.
einen schlimmen rückfall bekam ich 2002, da ging nichts mehr! lange hatte ich mich gegen medis gewährt, nun war mir alles recht...ich hatte keine kraft mehr. mir wurde paroxetin verschrieben. ich startete gleich mit 20 mg und litt schrecklich unter den nebenwirkungen, fast eine woche war ich nicht in der lage aus dem bett aufzustehen, ich dachte immer mir wäre vorher schon schlecht gewesen, aber nun konnte ich nicht mal mehr den kopf bewegen, so übel war mir und das permanent!
nach der ertsen woche kroch ich mehr im haus rum, als das ich lief, aber langsam ging es bergauf.
ich konnte wieder lachen, zur uni fahren und nun auchab und zu mal freunde treffen...paroxetin half mir ungemein, das alles konnte ich schon jahre nur noch unter großer anstrengung, nun viel es mir leichter und ich verspürte nach jahren wieder soetwas wie spaß!
seit 8 jahren nehme ich nun paroxetin und mein leben verläuft relativ normal...nicht jeden tag, aber es ist nun andersrum, heute gibt es mehr gute oder mittelmäßige tage als schlechte.
im dezember 2007 habe ich mein 1. staatsexamen für das lehramt an grundschulen mit 2 bestanden...von der prüfungsphase schreibe ich lieber nicht, die war heftig, aber ich hae es geschafft!!
bis ich einen referendartiatsplatz bekomme arbeite ich sogar als vertretungslehrerin und ich liebe meinen job. die kinder schaffen es immer wieder mich abzulenken, wenn ich mal in der schule eine attacke bekomme...klar, oft fällt es mir schwer überhaupt den mut zu finden morgens aufzustehen, aber ich tue es trotzdem, nur noch ganz selten schaffe ich irgendetwas nicht wegen meiner angst mich übergeben zu müssen.
meine ängste sind nicht weg und auch die übelkeit oder die bauchschmerzen sind noch da, aber heute lebe ich mit ihnen und nicht mehr sie mit mir. es gibt tage, an denen ich denke, es geht nicht mehr, aber dann versuche ich mich daran zu erinnern, was ich trotzdem alles geschafft habe.
als fazit meiner (lebens)geschichte kann ich nur sagen, kämpft, für jedes bisschen leben, es lohnt sich wirklich. es ist so schön, wenn man aus dem fenster guckt und das wetter genießt und nicht mehr daran denkt aus dem fenster zu springen!
alles gute und immer den kopf hoch halten
dori

16.03.2008 14:08 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Gobi76
Hallo Dori,
ich bin ja sonst nicht so nah am Wasser gebaut, aber deine Geschichte hat mich sehr berührt. Und sogar ein wenig geholfen. Ich hab heute die Zusage für einen Job bekommen, und fange also wieder neu an. Du mit deinen ganzen Neuanfängen hast mir Mut gemacht, das auch zu schaffen.
Ich wünsche dir ganz viel Glück für die Zukunft.
Danke.

18.03.2008 13:52 • #18


Hallo,
nun reihe auch ich mich hier ein...habe diese seite auch erst nach langem Suchen gefunden und merke,dass es wahnsinnig viele Leute gibt,die genauso betroffen sind wie ich.Ich weiss nicht mehr weiter und was ich noch machen kann.
Die Sache mit meinem Magen,geht bestimmt schon ein gutes Jahr...es kommt in regelmäßigen Abständen vor,ich bekomme ein enormes Druckgefühl in der Oberbauchregion,es schmerzt,manchmal krampft es auch wie wahnsinnig. Der Bauch ist aufgebläht und hart....und natürlich sind die ständigen Begleiter die Übelkeit und der Kloß im Hals, mit denen ich so gar nicht klar komme. Dazu kommt das mein Magen in Stresssituationen enorm nervös wird und ich ab und zu Herzrasen bzw.stolpern bekomme.
Ausserdem fühle ich mich abgespannt und müde,manchmal komm ich gar nicht aus dem Bett,obwohl ich ausreichend Schlaf hatte....das schwächt mich alles. Ich ziehe mich dann sehr oft zurück, habe große Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Ansätzen....ich habe viel versucht,war bei einer Magenspiegelung, habe Medikamente genommen, Diäten gemacht ,Baldiran Dragees genommen usw. aber es wird und wird nicht besser. Und langsam verzeifle ich......

18.03.2008 14:42 • #19


hallo gobi,
ich freue mich sehr, dass ich dir ein bissi mut machen konnte. super, dass du eine zusage für einen job hast, ich weiß es fällt schwer sich zu freuen, weil da immer die angst ist, aber versuche dich zu freuen. ich will dir nichts vormachen, leicht wird es sicher an manchen tagen nicht, aber du wirst es schaffen. ich hoffe du hast einen job, den du magst, das macht die sache ungemein leichter. wenn ich abends denke...oh nein, morgen musst du wieder in die schule und was ist, wenn dir dann schlecht wird oder eine attacke kommt....versuche ich an die schönen stunden zu denken, die ich schon mit den kindern hatte.
noch ein tipp, wenn du dann von der arbeit kommst, nimm dir zeit für dich, mach was du magst, auch wenn es tv schauen ist oder so. ich versuche immer ein wenig zu schlafen, da schaltet der kopf mal ab.
ich drücke dir für deinen neuanfang ganz feste die daumen.

witziger weise hatte ich kurz vor meinen prüfungen einen sehr passenden spruch in einem chinesischen glückskeks : Mut ist nicht, keine Angst zu haben, sondern die eigene Angst zu überwinden.

diesen spruch habe ich zu meinem motto gemacht und du glaubst gar nicht wie mutig wir sein können

ich würde mich freuen, wenn du mir mal schreiben würdest, wie es dir ergeht.
alles gute
dori

18.03.2008 17:27 • #20



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