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Hallo und sorry, der Beitrag wird etwas länger.
War bis jetzt nur heimlicher Mitleser. Jetzt muß ich auch mal was loswerden:
Ich bin 51 Jahre als und vor 13 Jahren begann meine Karriere als Magenkranke. Damals sind die Symptome wie Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, diffuser Druck im Oberbauch und hin und wieder Durchfälle zum ersten Mal aufgetreten. Anfangs glaubte ich an eine Magenschleimhautentzündung. Als sich keine dauerhafte Besserung einstellte, ging ich das erste Mal damit zum Arzt. Natürlich in dem Glauben, es gibt einen Befund und eine wirksame Therapie. Heute, viele Arztbesuche, viele Medikamente und jede Menge Diagnostik später sind die Beschwerden immer noch da, sogar schlimmer. Zu der Erkenntnis, daß es sich um einen Reizmagen handeln muß bin ich selbst gekommen. Keiner der Ärzte hat das in dieser Form ausgedrückt. Man könnte glauben, davon haben sie noch nie etwas gehört. Meine Lieblingsaussage der Ärzte istbei Ihnen ist alles in Ordnung, das muß wohl psychisch sein. Das war's dann. Habe schon erlebt, daß sie regelrecht ärgerlich reagieren, wenn man es trotzdem wagt, mit den Beschwerden nochmal bei ihnen aufzutauchen. Natürlich habe ich auch schon jede MengePsychobücher und Bücher über psychosomatische Erkrankungen gelesen, ebenso wie Magen und Darm natürlich behandeln usw. Habe Dale Carnegie gelesen Sorge Dich nicht, lebe. Alles tolle Tipps, und wenn mir nicht fast ständig kotzübel wäre, könnte ich diese sicher super befolgen. Wie soll man sich wohl keine Sorgen machen, wenn einem gerade speiübel ist und man nicht weiß ob man die nächste Mahlzeit im Magen behalten kann? Ich habe früher sehr gerne gegessen, mittlerweile habe ich Angst davor. Aber nicht nur das macht Angst, wie oft hatte ich in den letzten Jahren schon Angst, mein Leben nicht mehr zu schaffen, nicht mehr den kleinen geschweige denn den großen Anforderungen gerecht zu werden. Das macht Angst, es macht Angst, wenn man nach einer kurzen Besserung merkt, schei. es geht wieder los und man nicht weiß wie schlimm wird es diesmal und wie lange dauert es. Kann ich trotz der Übelkeit essen oder geht nix? Schaffe ich die Arbeit? Die ganz schlechten Tage sind die, an denen gar nichts geht. Normalerweise zwinge ich mich dazu, mein Leben trotzdem ganz normal zu führen, ich will mich einfach nicht total hinunterziehen und mich von meinem Magen beherrschen lassen. Schlimm ist auch, daß man sich so unverstanden fühlt, aber auch zu sehen, wie hilflos die anderen sind. Z.B. mein Ehemann, der mitleidet. Er möchte mir helfen, kann er aber nicht. Wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin sage ich meistens nichts über mein Befinden. Sie können sich das eh nicht vorstellen. Ich spiele also Theater. Klappt aber nicht immer, dann bleibe ich doch zu Hause. Bis vor einiger Zeit dachte ich, ich wäre die einzige, die mit einem solchen Problem zu kämpfen hat. Naiv, ok. Aber wenn man keine Erfahrungen austauscht, weil man nicht als Jammerlappen dastehen will, erfährt man das nicht. Als ich dann doch mal die Sprache bei uns im Krankenhaus darauf brachte (ich bin Krankenschwester) war ich überrascht, wie viele Menschen doch mit ähnlichen Problemen zuu tun haben. Aber die Lösung hat auch keiner. Keine einzige Untersuchung hat etwas ergeben:ca. 8-10 Magenspiegelungen, etliche Stuhl- und Blutuntersuchungen inkl. Tumormaker, 5 Darmspiegelungen, 2x CT, Dünndarmuntersuchungen, 2x MRT, diverse Ultraschalluntersuchungen, Laktose- u. Glukosetoleranztest. Alles negativ!! Einerseits gut, andererseits bin ich dadurch nicht geheilt.Medikamente (habe die ganze Palette durch), Tees, homöopathische Mittel, Akupunktur, Yoga, autogenes Training, Reduzierung der Arbeitszeit, Sport, viel Bewegung an frischer Luft etc. Alles für die Katz! Kann keine speziellen Nahrungsmittel finden, die ich nicht vertrage. Ich hatte etliche Gespräche mit verschiedenen Psychotherapeutinnen, die allesamt keinen Ansatz für eine Behandlung finden konnten. Jedenfalls kommen die Beschwerden wann sie wollen. Ob im Urlaub ob ich Stress habe oder nicht, ob oder was ich esse oder nicht!!
Ich weiß nichts mehr!! Hat noch jemand eine Idee?? Ich möchte mal wieder leben und nicht nur überleben!
Es grüßt Euch Claudine

03.03.2005 15:07 • 09.04.2005 #1


12 Antworten ↓


Hallo Claudine,

ja da fühlt man sich ziemlich alleingelassen.
Ob es nun der Magen oder der Darm ist (wie bei so vielen hier im Forum) es ist immer eine peinliche und unangenehme Sache und umso schlimmer wenn man bei den Ärzten auf Unverständnis stößt.

Ich schleppe meinen Reizmagen seit etlichen Jahren mit mir rum irgendwann vor sechzehn oder achtzehn Jahren hat es mal angefangen und seitdem nie mehr richtig aufgehört.

Ich denke nicht, dass es heilbar ist. Es gibt nur bessere und schlechtere Tage. Mir kommt es fast so vor, als ob die Magennerven ein Erinnerungsvermögen haben und immer ziemlich empfindlich eingestellt bleiben..........

Es gibt ein paar Dinge, die du vielleicht mal ausprobieren kannst.
Mir half immer eine Tee-Mischung aus Melisse, Kamille, Kümmel und Pfefferminze (aber nur wenig Pfefferminze, weil die Tees meist so stark aromatisiert sind, dass wieder zu Beschwerden kommen kann). Das ganze natürlich ungezuckert *buäh*...... aber ab und zu hilft es ganz gut

Ansonsten habe ich festegestellt, dass ich den granulierten (also getrockneten) Knoblauch nicht vertrage und mich sterbenskrank fühle wenn ich ihn gegessen habe (und Du glaubst gar nicht, wo der überall drin ist.......Wurst, Pizza, Bratwurst, Maggi-Produkten, ect...). Vielleicht ist das bei Dir ähnlich?

Dann habe ich eine zeitlang mal das Frühstück umgestellt und habe morgens nur glutenfreien Babybrei gegessen. War gar nicht so schlecht, jedenfalls lag der mir nicht so schwer im Magen wie alles andere und ich hatte nicht dass Gefühl, dass mir alles gleich wieder hochkommt wie es bei Brötchen u.ä. immer der Fall ist.

Tja ansonsten........vor etlichen Jahren hatte ich mal ein Medikament bekommen das hieß Sostril. Damit ging es mir richtig gut, aber man kann es wegen der Nebenwirkungen nicht so lange einnehmen und nachdem ich es wieder abgesetzt habe, ging es mir genauso wie vorher........also kein Heilmittel! Ich weiß auch gar nicht, ob es das Zeug noch gibt.......

Aber ich kann Dich gut verstehen, es ist elend, wenn man ständig das Gefühl haben muß, dass man sich jederzeit übergeben könnte........ und dann bleibt man oft einfach zu Hause (wenn man nix macht, kann auch nix passieren ). Aber so kommt man in den Teufelskreis der Vermeidung und irgendwann dreht sich das ganze Leben nur noch um die Befindlichkeit Deines Magens.........

Gibt es Situationen, in denen es Dir nicht so schlecht oder vielleicht sogar gut geht?

Viele Grüße von Mildred

P.S. Fällt mir gerade ein: Für allergrößte Notfälle habe ich ein paar Tropfen vom Arzt bekommen: MCP ratiopharm , ist aber wieder mal ne chemische Keule.......... aber für ganz besonders kritische Situationen durchaus zu empfehlen.

03.03.2005 15:39 • #2



Einmal Reizmagen - immer Reizmagen?

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Hallo Mildred!
Danke für Deine Tipps. Ich werde mal die Sache mit dem Knoblauch im Auge behalten. Ansonsten hast Du völlig recht damit daß der Magen immer auf empfindlich eingestellt ist. Ich sage manchmal Ich habe das Gefühl meine Magennerven liegen blank. Wahrscheinlich ist das tatsächlich so. Das Schlimme ist auch daß man sich ja auch dauernd irgendwie beobachtet. Ich krieg das auch nicht abgestellt. Habe ich mal nur wenig Beschwerden dann geht es sofort vom Kopf her los Ach das wird bestimmt bald wieder schlimmer .
Ich kann leider nicht sagen, daß es Situationen gibt in denen es mir generell gut geht. Es ist einfach nicht berechenbar. Selbst wenn ich ganz angenehme Dinge tue, z.B. mit einem Buch in der Badewanne liegen was ich besonders gerne mag oder mit Mann und Hund spazieren gehe oder in der Sonne liege usw. heißt das noch lange nicht daß es meinem Magen auch gut geht. Leider! Wie gesagt, ich wehre mich halt immer dagegen mich in den Teufelskreis der Vermeidung zu begeben. Ich halte auch Verabredungen ein und wenn es mir noch so schlecht geht. Aber es kostet ganz schön Kraft. Wie gehst Du denn so damit um? Mich packt manchmal die blanke Wut auf meinen Magen. Das kann auch irgendwie nicht gut sein. Ebenso wie die Frage warum ich das habe. Blöde Frage auf die es eh keine Antwort gibt.
Es grüßt Dich Claudine

03.03.2005 16:05 • #3


Liebe Claudine,

kann man denn mit einem Reizmagen umgehen?

Die Tipps die ich Dir gab, helfen mir manchmal.........manchmal auch nicht und dann gibt es eben Tage an denen ich mich unter drei Decken zu Hause verkrieche und gar nix mehr mache...........heute war wieder so ein Tag. Ich hab beim Mittagessen nicht richtig aufgepasst und eine Bratwurst gegessen, die mit sehr viel Knobi gewürzt war...... seit über zehn Stunden ist mir nun übel ohne Ende und nichts hat geholfen.

Nun weiß ich mal wieder nicht, wie lange das andauert...... und habe morgen abend einen Termin....also überlege ich jetzt schon, den Termin abzusagen.

Klar beobachtet man sich die ganze Zeit................stell Dir einfach mal vor, nach all den Jahren ist Dir nicht mehr schlecht.
Was dann?
Du würdest monatelang warten und beobachten, ob es wiederkommt
Also wärst du selbst bei kompletter Genesung immer noch damit beschäftigt...........

Nach all den Jahren habe ich mich damit arrangiert. Es gibt nun mal gute und schlechte Tage und ich kann es nicht ändern.

Ich kann nur versuchen, es mit kleinen Hilfsmitteln ein wenig erträglicher zu machen. Seitdem ich mich damit abgefunden habe, empfinde ich es als nicht mehr so bedrohlich und eigentlich kann ich es mir ohne die ständige Übelkeit in allen Situationen nicht mehr vorstellen...........

Woher das kommt?
Keine Ahnung! Irgendwann hat es sich mal eingeschlichen, vielleicht eine langandauernde Phase in der Stress und Überforderung regierten?
Akut bemerkt man Stress oftmals nicht, man ist in einer Tretmühle..........man fängt falsch an und macht dann einfach weiter!!
Tja, und dann reagiert der Körper (was soll er auch sonst tun?) und gerade der empfindliche Magen-Darm-Trakt wird wohl dauerhaft geschädigt. Denn dort hat es Nerven, die man überreizen kann..............andere Leute zittern oder werden hyperaktiv.......... uns wird übel...........

Deine Wut ist absolut verständlich, denn schließlich geht jede Menge Lebensqualität dadurch verloren!!
Macht mich auch sauer!!
Man verpasst soviel!

Ich denke, es ist eine nervliche Sache, die man aber nicht unbedingt auf die Psycho-Schiene schieben darf!

Denn Nerven sind organisch, einmal geschädigt reagieren sie komisch.......genauso als ob man sich einen Körperteil sichtbar verletzt hat und deswegen nicht mehr richtig gehen, greifen oder sehen kann.
Nerven sind ja da............und ganz besonders der Magen hat sehr viele davon.
Das mag ja alles eine somatische Ursache haben, aber am Ende ist die Schädigung organisch.

Leider ist es mir nicht bekannt, ob es eine Therapie gibt, die geschädigte Nerven wieder aufbauen kann.

Ich kann Dir keinen anderen Rat geben, als sehr genau auf Dein Essverhalten zu achten im Zusammenhang mit den Beschwerden........ bei mir ist sogar Salat schwierig, was ich nie vermutet hätte, weil Salat doch als leicht und gut bekömmlich verkauft wird........mir bekommt er überhaupt nicht!!
Genausowenig wie Vollkornprodukte, die ja sooooo gesund sein sollen.........ich fühl mich immer als hätte ich Zement im Magen.

Ich habe vor, bald eine Diät zu machen, bei der ich nur noch Baby-Produkte esse und das 14 Tage lang............ mal sehen was dann passiert....... ich werde es Dich wissen lassen

Vielleicht hilft es dir, wenn Du alle Eventualitäten vorher abklärst.......dass Du nur noch isst, was Dir bekommt (da hilft nur ausprobieren) und dass Du alles ausschaltest, was Dich stresst......(leicht gesagt, aber schwer zu erfüllen....) und dann kannst Du einen Weg erkennen, der es Dir leichter macht.

Du nimmst Dir zur Sicherheit eine Kotztüte mit, die Du in der Hosentasche deponierst.......das verringert wenigstens die Angst, beim Chinesen auf die Auslegware zu brechen ))

......und Du vermeidest alles, was Deinen Magen belasten könnte (Alk., Zig., Süßigkeiten, Salatdressings, Limonaden.......wußtest Du, dass viele Limos mehr Zitronensäure enthalten, als der Körper im Monat braucht?? Dasselbe gilt für Salatdressings.....denn für Zitronensäure gibt es keinen Grenzwert.........)

Vielleicht kann man es mit viel Geduld ausheilen........ ich weiß es nicht.........ich bin viel zu sehr Genußmensch, als dass ich auf all dies verzichten möchte, obwohl ich weiß, dass es mir nicht gut tut..........

So, dass war nun viel Antwort

Zusammenfassend möchte ich nochmal sagen (ohne Dich zum Gähnen zu bringen ), dass ich diese Erkrankung für zuerst psychosomatisch halte.........hinterher aber für organisch und dass sie durch gewisse Dinge noch verschlimmert werden kann.

Achte auf Dich!

Liebste Grüße!! Mildred

03.03.2005 23:26 • #4


Liebe Mildred,
ich drücke Dir die Daumen, daß Dir die blöde Bratwurst nicht mehr zu schaffen macht. Ich weiß wie das ist wenn man darauf wartet daß die Übelkeit nachläßt. Aber man kann dann oft machen was man will, nix hilft. Ich habe vorgestern Müsli gegessen. Obwohl ich eigentlich weiß, daß ich es nicht vertrage!! Soviel zu den gesunden Produkten.Bitte, bitte versuche Deinen Termin einzuhalten. Manchmal lenkt sowas auch ab, man übersteht es trotzdem und hinterher ist man froh, daß man nicht abgesagt hat. Ansonsten kann ich Dir in allen Punkten, die Du aufführst einfach 150%ig zustimmen. Auf einmal haste nich gesehen ist der Mist da und damit hat man was fürs ganze Leben!
Halt die Ohren steif, und: keine Bratwurst mehr. (Das muß ich gerade sagen. Wenn ich Appetit auf was habe beherrsche ich mich auch oft nicht und dann )
Liebe Grüße Claudine

04.03.2005 09:45 • #5


Hallo Claudine und Mildred!

Obwohl ich noch keine Magenspiegelung hinter mir hab (von mir stammt der Thread Seit 1 Jahr Magenprobleme und Magenspiegelung mit Sedierung ProsContras...), hab ich auch das Gefühl, dass mein Magen total überreizt ist. Ich hatte früher auch schon immer wieder Probleme mit dem Magen kurzfristig, aber jetzt seit einem Jahr eigentlich permanent! Ein Magen-Darmröntgen hat Verdacht auf eine chronische Gastritis ergeben, die aber trotz Medikamenten (Protonenpumpenhemmern, etc.) nicht weggeht.
Den Beschwerden vorausgehend war eine ziemlich stressige Situation (Jobwechsel),und der Magen hat sich seidem einfach nicht mehr eingekriegt...Manchmal ess ich etwas, von dem ich ziemlich sicher bin, dass es mir wieder ärgste Probleme bringt, und spür kaum etwas, dann ess ich wieder Diät - und übel wie eh und je! Und was wirklich deprimiert, dass sich trotz Medikamente nix ändert. Ich bin oft so gereizt, nur weiss ich nicht, was zuerst war: gereizter Magen und als Folge dann gereizte Stimmung, oder umgekehrt!

04.03.2005 10:39 • #6


Hi Tora!
Willkommen im Club

Nach jahrelanger Beobachtung habe ich bemerkt, dass Ärger, Aufregung und Stress bei mir ganz besonders negativ wirkt und dann kann ich machen was ich will, es hilft nichts.

Auch ich hatte vor einigen Jahren mal eine Röntgenuntersuchung des Magens (weil ich mich strickt gegen die Spiegelung gewehrt habe) und da sagte der Arzt auch was von Gastritis, weil die Ränder etwas ausgefranst wären..........naja, aber eine Heilung hat es dann auch nicht gegeben.......

Und so dümpel ich weiterhin im großen Meer der psychosomatischen Beschwerden herum und suche nach Kleinigkeiten, die ein wenig helfen können.
Untersuchungen und Ärzte hab ich aufgegeben.

Aber vielleicht weißt Du ja noch was.......?!

LG, Mildred

04.03.2005 19:17 • #7


Hallo Claudine,

herzlichen Dank für Deine guten Wünsche!!
Den Termin hab ich mal wieder verbaselt.......lag aber nicht allein an der Übelkeit.........ich hab nämlich obendrauf noch eine Angststörung, die aber ziemlich eng mit meinem Reizmagen gekoppelt ist und manchmal heizt das eine das andere auf..........und dann ist mir schlecht, weil ich Angst habe und ich bekomme mehr Angst weil mir so schlecht ist.........

Aber für gute Tipps bin ich immer dankbar, vielleicht hast Du mal was herausgefunden, was Dir hilft........oder bekommst in Zukunft von einem Arzt ein Wundermittel (die Hoffnung stirbt zuletzt;)).

LG, Mildred

04.03.2005 19:24 • #8


Hallo Mildred, Hallo Tora!
erstmal hoffe ich, daß es Euch beiden heute besser geht als mir. Mir geht es wie Dir, Tora, manchmal esse ich etwas und könnte schwören daß mir danach todschlecht ist, nix passiert. Und gestern, nichts Besonderes gegessen und trotzdem heute Nacht um 2.00 Uhr aufgewacht weil mein Magen mich fast umbringt, jetzt immer noch, und ich muß gleich zum Spätdienst. Und ich gehe arbeiten. Wie gesagt, ich habe beschlossen mir nicht von meinem Magen vorschreiben zu lassen was ich tun soll. Allerdings, Mildred, ich hatte auch eine Zeit lang eine ganz schlimme Phase mit Angststörungen. Das war vielleicht was! Bis ich da mal drauf gekommen bin was das überhaupt für ein Zustand war in dem ich mich da befand. Die totale Panik, Herzrasen, das Gefühl zu haben gleich sterben zu müssen. Aber auch da mußte ich alleine drauf kommen, weil Ärzte.... !! Damals hat mich mein Hund gerettet, weil ich mit dem raus mußte! Sonst wäre ich glaube ich nie mehr raus gegangen weil ich immer das Gefühl hatte, meine Beine tragen mich nicht, ich würde brechen oder in Ohnmacht fallen. Ich bin mir ziemlich sicher, daß die Magenbeschwerden vor der Angst da waren. Auch jetzt merke ich manchmal wenn mir besonders schlecht ist, daß die Angst versucht hochzukriechen. Kann aber jetzt besser damit umgehen. Entweder ich versuche mich zu entspannen (das klappt oft nicht so gut), oder abzulenken. Wenn das auch nicht geht dann lasse ich sie einfach zu. Seit dem ich weiß, daß ich noch nie daran gestorben bin und daß dieser Zustand sich auch wieder beruhigt, habe ich nicht mehr soviel Angst vor der Angst.
Liebe Grüße, haltet die Ohren steif
Claudine

05.03.2005 12:16 • #9


Liebe Mildred, liebe Claudine!
Also, da fühl ich mich ja bei Euch richtig gut aufgehoben!
Auch ich leide seit 8 Jahren an Panikattacken, die sich darin äußern, dass ich das Gefühl hab, ohnmächtig zu werden und Herzrasen bekomme, dass mir die Luft wegbleibt...Mittlerweile kann ich mit diesen Symptomen umgehen (meistens), aber anfangs hatte ich Todesangst.
alles Liebe Euch beiden,
Gruß,
Tora

07.03.2005 09:42 • #10


Hi Tora,

das Gefühl umzukippen und zu sterben kenn ich nur zu gut, das hatte ich vor etlichen Jahren auch..................

Heute hat es sich gewandelt in ein Gefühl, jederzeit sich übergeben zu müssen.......

Ich WEISS, dass ich daran nicht sterben werden (Sex ist deutlich anstrengender als ne Panikattacke ) und dieses Wissen hat mich schon um einiges weitergebracht......... aber trotzdem ist es so, dass ich Angst habe (und es handelt sich hier um die absolute Angst!) dass ich in einem Lokal sitze und brechen muß, oder im Kino, oder bei Aldi an der Kasse, oder oder oder...........

Und das wäre unendlich peinlich!!!

Und es hat sich in den letzten Jahren noch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (huch, wasn langes Wort ) herausgestellt, die es mir nicht gerade leichter macht! Fett, Knoblauch, einige Milchprodukte, ect...........Gemüse in fast jeglicher Form und auch Salate........ Dressings, fertige Soßen........

Man hat eh schon mit Übelkeit zu tun,............... dann mit Angst (die die Übelkeit noch verstärkt, oder umgekehrt.....) und schon ist man mittendrin in einem Teufelskreis, aus dem man nicht mehr rausfindet.........

Ich kann auch kaum noch sagen, ob ich einen Reizmagen oder einen Reizdarm habe............diverse Speisen verdauen sich einfach nicht und ich fühle mich regelrecht vergiftet...........und mein Hausarzt sagte daraufhin lapidar : Dann essen sie es einfach nicht........dieses Gefühl der Vergiftung ist immer psychosomatisch.....

Und wenn man einmal als Psycho diagnostiziert ist, nimmt einen eh keiner mehr ernst!!

Und ich weiß echt nicht mehr, was man dagegen noch tun kann!

Ich habe ein paar Strategien entwickelt, die mir den Alltag erleichtern, aber in großen Streßsituationen helfen sie dann doch nicht mehr...........

Nach sooooooo vielen Jahren mit Angst und Übelkeit habe ich mich nun entschlossen, eine stärkere Medikation anzugehen........und ich weiß echt nicht, was mein (eh schon gereizter Magen) mit Psychopharmaka anstellen wird............

Jahrelang habe ich es auf die sanfte Tour versucht und bin gescheitert.
Nun ist es soweit, dass ich es den Menschen um mich herum schuldig bin, dass ich wieder eine von ihnen werde!!! Und sie sind es wert!!

Ich werde berichten!!

Liebste Grüße von Mildred

07.03.2005 22:43 • #11


Hallo Claudine . Bin etwas Juenger aber leide an diese Krankheit seit 6 Jahren. Ausserdem komme aus Polen und vielleicht unsere Aerzte was anderes als Waffe haben aber glaube nicht.Ich hatte anfangs staendig uebelgefuell, kein Apetit, Magenschmerzen und nach ca. 2 Jahren verschrieb mir mein Gastrologe ein medikament Namens Sulpiryd. Es gibt in Deutschland auch.Ich hatte auch ueber zehn verschiedene Medikamente angenommen aber nur das half. Homeopatie, akupunktur, chinesische medizin ist vielleich fuer einige gut aber nur fuer wenige.Versuche mit dem Sulpiryd 300-400 mg taeglich.Mir 's hat geholfen in 85 %.
Gruesse, Michael.

08.04.2005 14:29 • #12


Hallo Gologolo!
Danke für Deinen Tipp. Du kannst sicher sein daß ich das Sulpiryd ausprobieren werde. Habe momentan sowieso wieder eine ganz schlechte Phase. Egal was ich mache (oder nicht) mir ist pausenlos kotzübel. Ich melde mich wenn ich das Medikament ausprobiert habe.
Liebe Grüße, Claudine.

09.04.2005 08:32 • #13



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