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Hallo zusammen, leider wird mein Zustand immer schlechter. Das Johanniskraut scheint es auch nicht mehr retten zu können. Ich nehme es mittlerweile 8 Wochen.
In den letzten Wochen haben sich die Panikattacken und Ängste immer stärker entwickelt und seit ein paar Tagen kommen nun die depressiven Gefühle hinzu. Und da ist bei mir der Punkt gekommen, zu überlegen, wieder mit Citalopram anzufangen.
Da ich leider weiß, was auf mich zukommt, möchte ich um frische positive Erfahrungsberichte bitten: bei wem hat das AD auch zum 3. Mal angeschlagen? Wer schleicht vielleicht gerade zum wiederholten Mal ein? Vielleicht sogar Citalopram?

01.09.2022 16:56 • 20.09.2022 #1


20 Antworten ↓


Orangia
Warum sollte es nicht anschlagen, wenn du bereits gute Erfahrungen damit gemacht hast ?
Außerdem reagiert jeder ja anders. Versuch macht klug. Nicht schon vorher verrückt machen.
Machst du das jetzt in Absprache mit einem Arzt ?

01.09.2022 17:38 • x 2 #2



Zum 3 Mal AD einschleichen - wie wird es werden?

x 3


Ja, das hoffe ich auch. Was 2x angeschlagen hat, müsste auch ein 3. Mal helfen. Wenn man in der depressiven Spirale steckt, denkt man ja irgendwie leider immer hoffnungslos.
Das Citalopram habe ich von meiner Psychiaterin bekommen.

01.09.2022 18:00 • x 2 #3


Grace_99
Es tut mir leid zu lesen das es dir nicht gut geht.
Ich finde es aber gut, dass du dir helfen lässt und dich nicht unnötig weiter quälst.
Ich geh stark davon aus das es dir wieder hilft

01.09.2022 18:12 • x 1 #4


Lieben Dank für deine Worte.

01.09.2022 18:18 • x 1 #5


Grace_99
Hast du schon angefangen?
Wie geht es dir?

02.09.2022 17:36 • x 1 #6


Bin kurz vor dem selben Schritt.
Aktuell ebenfalls noch auf Johanniskraut (Laif900), dass ich die Woche schon auf 450mg reduzierte.
Absetzerscheinungen bisher praktisch nicht vorhanden. (Probier das mal bei Citalopram von 20 auf 10mg)

Citalopram nahm ich von 2003 bis 2004. Dann wieder von 2008 bis 2021.

Wäre auch der dritte Einstieg. Habe noch den ersten und auch die zweite Einnahme gut in Erinnerung.
Die erste war sehr schlimm. Ich hatte alles mögliche bis sogar Suizidgedanken, die mir bis dato völlig fremd waren. Echt grenzwertig.

Der zweite Einstieg war entspannter, auch aber nicht komplett ohne. Der Wirkeintritt war etwas sanfter. Aber auch hier hat es irgendwann angeschlagen. Statt der geplanten 20 mg Dosis konnte ich viele Jahre bei der Einstiegsdosis von 10mg bleiben.

Wieso sollte es also bei der dritten Einnahme nicht wirken. (Ob es überhaupt wirkt ist ja eh umstritten)
Diesmal werde ich wohl aber nicht mit 10mg starten, sondern mit 5mg einschleichen und dann auf 10 mg gehen und dann bei Bedarf auf 20mg erhöhen.

Bitte beachten:
Vom Absetzten vom Johanniskraut bis zur Einnahme von Citalopram müssen mindestens 7 Tage Wash Out ohne jegliche Einnahme vergehen. Besser 10 Tage.

02.09.2022 20:55 • x 1 #7


Zitat von Grace_99:
Hast du schon angefangen? Wie geht es dir?


Lieb, dass du fragst. Nein, ich habe bisher nicht damit angefangen. Ich habe gestern Abend Promethazin genommen und 6,5h geschlafen. Der Tag war ziemlich gut. Mittwoch hatte ich auch einen guten Tag, nachdem ich mit Promethazin gut schlafen konnte. Gestern wiederum war ein schrecklicher Tag, weil aber auch die Nacht Horror war (ohne Promethazin).
Der gute Schlaf ist ein ganz, ganz entscheidender Trigger bei mir, das wird mir nach einem Tag wie heute wieder deutlich bewußt. Nach gutem Schlaf sind die depressiven Gedanken so gut wie weg bzw ich kann sie gut händeln. Die Ängste sind weniger, sodass ich dann denke, das kann man schaffen.
Citalopram würde erstmal alles ganz deutlich verschlimmern, eventuell sogar mit Klinik und davor haben mein Mann und ich echt Respekt, um nicht zu sagen Angst.

02.09.2022 21:04 • x 1 #8


Zitat von tnbla:
Bin kurz vor dem selben Schritt. Aktuell ebenfalls noch auf Johanniskraut (Laif900), dass ich die Woche schon auf 450mg reduzierte. ...


Ohje, das tut mlr leid, dass du in ähnlicher Lage bist. Wie lang nimmst du das Johanniskraut schon? Gegen Depression oder Angst/Panik?
Meine Psychiaterin hat mir gesagt, ich könne von einem über den anderen Tag beginnen. Also heute noch Johanniskraut, morgen schon Citalopram. Aktuell warte ich aber noch ab, was das AD angeht. Mein größter Wunsch wäre es, es so (mit vielen Maßnahmen) zu schaffen..

02.09.2022 21:09 • #9


Zitat von Pauline333:
Ohje, das tut mlr leid, dass du in ähnlicher Lage bist. Wie lang nimmst du das Johanniskraut schon? Gegen Depression oder Angst/Panik? Meine Psychiaterin hat mir gesagt, ich könne von einem über den anderen Tag beginnen. Also heute noch Johanniskraut, morgen schon Citalopram. Aktuell warte ich aber noch ab, was das ...


Aktuell seit 4 Wochen. Es ist eine Wirkung zu spüren, aber nicht stark genug.

Was ich aktuell habe, weiß ich ehrlich nicht mehr. 2003 waren es mal echte Panikattacken. Mittlerweile ist es nur ein Brei aus Angst und depressiver Verstimmung, der seit dem Absetzen immer schlimmer wird.

Hinzu kommt nicht mehr kontrollierbares Zähneknirschen und Durchblutungsstörungen seit dem Absetzen, was im April 2022 wohl zu einem Knochenmarködem im Fuß geführt hat.

Seit dem kämpfe ich mich aktuell durch. Ich bin auch echt unsicher, ob ich noch Absetzerscheinungen vom Citalopram nachwirken, oder die Grunderkrankung wieder aufflammt.

Eine positive Sache hat das Ganze:
Ich muss mich aktuell mit meinen Ängsten und Problemen beschäftigen, da der Fallschirm des Citalopram weg ist.
Daher bin ich auch noch Unsicher, ob ich das Citalopram nochmal nehmen will. Die Symptome verschwinden, ohne dass je ein Problem gelöst wurde und ich verschiebe alles wieder paar Jahre weiter nach hinten.

Zur Umstellung, falls du es wirklich nehmen möchtest:
Eine Woche auf Null vom Johanniskraut ist zwingend nötig, um ein eventuelles Serotonin-Syndrom zu minimieren.
Johanniskraut ist sozusagen ein Breitband-Antidepressivum und wirkt auf allen möglichen Rezeptoren.
Direkte Umstellung von SSRI zu SSRI/SNRI ist on the fly möglich.
War gestern beim Hausarzt und hab das ebenfalls mit ihm besprochen. Er hat gemeint eher 10 Tage.

Auch ist eine doppelte Dosierung des Johanniskraut vielleicht noch eine Option?
Neuroplant soll hierbei am stabilsten sein von der Chargenkonformität. Kann auf bis zu 1800 mg gesteigert werden und könnte hier auch evtl. gegen Panikattacken helfen.
Wäre noch eine Möglichkeit auszuprobieren, bevor man auf den Hammer geht...

02.09.2022 21:31 • x 1 #10


Grace_99
Käme Escitalopram in Frage? Ist besser verträglich und wirkt schneller.

Pause zwischen Johanniskraut und SSRI kenne ich aber auch so, soll man machen.

Zum schlafen hilft auch Quetiapin sehr gut. 25 mg ist solch eine Minidosis und macht null Nebenwirkungen.
Mir reichen 12,5 mg und ich schlafe damit gut 8 bis 9 Stunden.

02.09.2022 21:37 • x 1 #11


Zitat von tnbla:
Eine positive Sache hat das Ganze:
Ich muss mich aktuell mit meinen Ängsten und Problemen beschäftigen, da der Fallschirm des Citalopram weg ist.
Daher bin ich auch noch Unsicher, ob ich das Citalopram nochmal nehmen will. Die Symptome verschwinden, ohne dass je ein Problem gelöst wurde und ich verschiebe alles wieder paar Jahre weiter nach hinten.


Genau den Punkt sehe ich auch so. Ich muss die Gründe meiner Ängste bzw die Gründe für die Reaktion mit Angst auf Stress, ergründen und Lösungen finden, die langfristig tragbar sind.

03.09.2022 06:56 • x 1 #12


Zitat von Grace_99:
Käme Escitalopram in Frage? Ist besser verträglich und wirkt schneller. Pause zwischen Johanniskraut und SSRI kenne ich aber auch so, soll man ...


Meine Psychiaterin sagt, die wären von den NW her eigentlich gleich.
Danke auch für den Tipp mit Quetiapin. Promethazin funktioniert bei mir eigentlich ganz gut. Heute auch wieder 7,5h Schlaf...

03.09.2022 06:58 • x 1 #13


Schlaflose
Wenn du Probleme mit dem Schlafen hast, wäre eigentlich ein schlafanstoßendes AD besser geeignet als Citalopram, das anregend wirkt. Damit würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden.

03.09.2022 07:29 • x 2 #14


Zitat von Schlaflose:
Wenn du Probleme mit dem Schlafen hast, wäre eigentlich ein schlafanstoßendes AD besser geeignet als Citalopram, das anregend wirkt. Damit würden ...


Ja, das wäre u.U. eine Alternative, wobei Mirtazipin und Co nicht so gut gegen Ängste helfen, meine ich.

03.09.2022 07:56 • #15


Grace_99
Zitat von Pauline333:
Meine Psychiaterin sagt, die wären von den NW her eigentlich gleich. Danke auch für den Tipp mit Quetiapin. Promethazin funktioniert bei mir ...

Hattest du denn starke Nebenwirkungen? Ich meine mich zu erinnern, dass du ganz langsam eingeschlichen hast, oder?

Warum meinst du, dass das nur in der Klinik geht?

Du kennst das Medi ja, geht es nicht zuhause mit Krankschreibung und Bedarfmedikament für den Notfall?

03.09.2022 08:04 • x 1 #16


Zitat von Grace_99:
Hattest du denn starke Nebenwirkungen? Ich meine mich zu erinnern, dass du ganz langsam eingeschlichen hast, oder? Warum meinst du, dass das nur in ...


Ich hatte extreme NW, die mich dann letztendlich auch in die Klinik brachten. Als Kind einer bipolaren Mutter wollte ich meinen Kinder ersparen, mich in dieser Verfassung zu sehen.
Vielleicht wäre es diesmal anders. Ich würde schneller einschleichen, also Leidenszeitraum verkürzen, und wäre mit Promethazin und Tavor auch besser ausgestattet.
Bin aber wie gesagt noch unentschlossen.

03.09.2022 08:46 • x 1 #17

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Grace_99
Zitat von Pauline333:
Ich hatte extreme NW, die mich dann letztendlich auch in die Klinik brachten. Als Kind einer bipolaren Mutter wollte ich meinen Kinder ersparen, mich ...

Ich weiß das der Anfang bei mir auch heavy war.
Glaube aber, dass es daran lag, dass ich von Sertralin 75 mg und Quetiapin 100 mg gewechselt habe.
Das war ja in der Klinik und die haben innerhalb von 5 Tagen umgestellt.

3 Tage waren extrem schlimm, danach ging es eindeutig besser.

03.09.2022 08:49 • x 1 #18


und wie ist der Status?

Ich habe das Laif900 ohne Probleme direkt abgesetzt und 10 Tage später mit Citalopram 5mg angefangen.
Nach 2 Tagen hab ich die Dosis heute bereits auf 10 mg gesteigert. Diese lasse ich nun mal 2 Wochen und steigere evtl. auf 20mg oder bleibe bei 10 mg. Je nach Zustand.

Nebenwirkungen:
Echt ziemlich easy. Hab es mir deutlich schlimmer vorgestellt und ewig für die Entscheidung gebraucht.
War vorher 10 Monate auf Null.
Nebenwirkungen: Mittelstarke Benommenheit, leicht flau im Magen, etwas gereizter mit leichten Hitzewallungen, sexuelle Dysfunktion.
Psychisch soweit keine oder nur minimale Verschlimmerung. Mein Zähneknirschen wird erstmal wieder etwas stärker.

Bereits am zweiten Tag schon etwas besser, daher direkt am dritten Tag auf 10mg. Auch hier heute nichts, was einen umhaut.

Berichte nochmal nach zwei Wochen, ob es anschlägt...

Vor 2 Stunden • #19


Zitat von tnbla:
und wie ist der Status? Ich habe das Laif900 ohne Probleme direkt abgesetzt und 10 Tage später mit Citalopram 5mg angefangen. Nach 2 Tagen hab ich ...


Hi du, wie schön, dass das Einschleichen einigermaßen sanft von statten geht. Ich schleiche Sertralin ein. Heute Tag 6 und seit gestern auf 50mg. 75-100 sind Zieldosis. Die NW halten sich bisher auch in Grenzen, allerdings hat sich meine Depression oder depressive Verstimmung verschlechtert. Das hatte ich unter Citalopram auch. Das werte ich jetzt mal als gutes Zeichen, dass das Sertralin mir bald helfen wird.

Vor 1 Stunde • #20



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