Pfeil rechts
10

petrus57
Provokante Fragen: Haben Psychopharmaka überhaupt die gewünschte Wirkung? Oder schaden sie am Ende mehr, als sie nutzen? Auf dem DGPPN-Kongress wurde darüber heftig diskutiert.

http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... 1840287531

15.12.2016 14:41 • 18.12.2016 x 5 #1


21 Antworten ↓


kleiner
Danke für den interessanten link.

15.12.2016 14:46 • #2



Was bringen Psychopharmaka?

x 3


Schwer zu sagen, für uns Laien eigentlich unmöglich zu beweisen.
Fakt ist, ohne SSRI wäre ich aus dem Sumpf nicht heraus gekommen. Vielleicht bin ich aber auch gar nicht für diese Frage geeignet, denn an einer Depression war ich nie erkrankt. In Bezug auf die horrenden Panikattacken, die ich damals hatte bin ich mir sicher, dass SSRI eine positive Wirkung ausgeübt haben und würde sie immer wieder einnehmen.

15.12.2016 14:53 • #3


kleiner
Hallo gerd.

Der gleichen meinung bin ich auch.
Bei mir haben ssri auch immer voll angeschlagen.
Leider zu gut...absetzversuche scheitern immer.

Bei mir kommt die Wirkung immer ca. 2 wochen nach der ersten Einnahme.

Ist schon der hammer was die botenstoffe alles so bewirken...

15.12.2016 15:45 • #4


Schlaflose
Bei mir haben sie auch gewirkt, zumindest zwei Sorten (Amitriptylin und Doxepin).

15.12.2016 17:03 • #5


Zitat von kleiner:
Hallo gerd.

Der gleichen meinung bin ich auch.
Bei mir haben ssri auch immer voll angeschlagen.
Leider zu gut...absetzversuche scheitern immer.

Bei mir kommt die Wirkung immer ca. 2 wochen nach der ersten Einnahme.

Ist schon der hammer was die botenstoffe alles so bewirken...


Vielleicht solltest du dir mehr Zeit lassen mit dem Ausschleichen. Noch langsamer.......
Ich finde, dass ein Ausschleichen über Monate erfolgen soll. Ich brauchte geschlagene 7 Monate für das Absetzen von Sertralin damals.

15.12.2016 17:18 • #6


kleiner
Hallo gerd.

Das ausschleichen hab ich über ein jahr gemacht.
Hab zum schluß monatelang nur 5 mg genommen.
Dachte dann geht's auch ohne.
Allerdings nach ca. 2 wochen bekomme ich dann wieder schlimme Unruhe und panik.

Hab es ein halbes jahr ohne schaffen wollen, musste krank geschrieben werden. Es war eine qual.

Beim ersten absetzversuch hatte ich massiven schwindel...Hab das aber nicht mit dem absetzen in Verbindung gebracht. Dachte es käme vom halswirbel.
Hab das erst später gecheckt, dass es vom absetzen kommt.

Mir wurde dann vom arzt gesagt, ich bilde mir das nur ein, es gäbe keine absetzsymtome.

16.12.2016 23:50 • #7


Danke für den Artikel. Dass die Rezidivrate so hoch ist gibt mir sehr zu denken... vor allem auch, dass bei Sport plus Medikamente die Rezidivrate immer noch 30 % beträgt. Aber es stimmt schon, man weiss noch so wenig über die Vorgänge im Gehirn. Die Hirnforschung ist wohl eines der interessantesten Gebiete.

Allerdings hätte ich gerne gewusst, ob die Kontrollgruppen mit dem Placebo, der Psychotherapie oder nur dem Sport dieselbe Punktezahl auf der Hamilton Skala aufwiesen wie diejenigen mit Psychopharmaka. Um wirklich aussagekräftigere Resultate zu erhalten, müsste der Schweregrad der Depression in beiden Gruppen gleich sein. Auch kommt es sehr auf das Umfeld an: jemand der sehr viel Unterstützung erfährt und sich z.b. Um Geld keine Sorgen zu machen braucht, hat da sicher bessere Bedingungen. Mir fehlt auch eine Unterscheidung zwischen SSRI und Neuroleptika. Ich hätte gerne mal eine Studie, die auch diese Faktoren berücksichtigt.

Neuroleptika sind mir sehr unsympathisch. Ich hatte die etwa für ein halbes Jahr verschrieben bekommen, zum einschlafen. Quetiapin war das. Und Truxal als Reserve. Das Quetiapin habe ich dann durch ein TZA ersetzt. Das mit den extrapyramidalen Störungen ist schon ziemlich krass. Ich habe das Quetiapin in seiner Wirkung auch als aggressiv empfunden. Das Truxal auch.

17.12.2016 00:10 • x 1 #8


...den Phamrmakonzernen eine dicke Hose.

17.12.2016 00:17 • x 1 #9


Robinson
@Gerd50

Sertralin 100mg konnte ich locker ausschleichen. Etwas Brainzaps gehabt und gut.
Lyrica lässt mich aber verzweifeln. Davon komme ich nicht runter. Bin abhängig geworden davon. Richtig Abhängig wie ein Junkie..

ADs Ich glaube daran muss man glauben, dann hilfts auch. Hat viel mit Placebo zu tun. Denn vom Sertralin gingen bei mir schon nach 2 Tagen die Lichter wieder an. Alles wurde "Heller". Dabei war grademal der Wirkstoff im System angekommen um Guten Tag zu sagen...

17.12.2016 21:57 • #10


Gegen Angst bringen sie was. Gegen Depressionen auch. Allerdings lässt sich die Depression nicht direkt und ausschließlich mit Medikamenten treffen. Die Medikamente der Serotonin Gruppe beruhigen und machen eher gleichgültig. Die Dopamin Medis helfen hier teilweise besser.

Aber bei Depressionen finde ich die Medis weniger wirksam. Da hilft eher eine Umstellung des Lebens.

Allgemein ist der Artikel sehr undifferenziert und oberflächlich wie die meisten Artikel.

17.12.2016 22:11 • #11


Zitat von petrus57:
Provokante Fragen: Haben Psychopharmaka überhaupt die gewünschte Wirkung? Oder schaden sie am Ende mehr, als sie nutzen? Auf dem DGPPN-Kongress wurde darüber heftig diskutiert.

http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... 1840287531



Das einzig gute am Artikel ist der Leserkommentar




[15.12.2016, 14:15:34]
Andreas Spengler
Psychopharmaka nicht ohne Psychotherapie
Die Nachricht eignet sich allzugut für pauschalen Skeptizismus gegenüber der Psychiatrie. Sie verstärkt gesellschaftlich akzeptierte Nozebo-Effekte:
Der Bericht generalisiert unzulässig, indem Antidepressiva mit Psychopharmaka aller Art gleichgesetzt werden. Das zentrale Problem scheint, dass die Wirkung psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlungen auf messbare Ergebnisse in Studien reduziert werden. Ebenso wie die Forscher, die die positiven Wirkungen belegen wollen, argumentieren die Kritiker verkürzt. Sie berücksichtigen nicht, was die Medikamente an positiven Effekten ermöglichen, wenn Patienten adaequate Psychotherapie erhalten und ihr Leben - und ihren Kopf - im Gesunden reorganisieren. So bleibt es bei alten reduktionistischen Propagandaschlachten. Zum Schaden der Betroffenen, übrigens auch der Suizidprophylaxe.
Prof. Dr. Andreas Spengler, Wunstorf

17.12.2016 22:16 • x 1 #12


Zitat von Robinson:
@Gerd50

Sertralin 100mg konnte ich locker ausschleichen. Etwas Brainzaps gehabt und gut.
Lyrica lässt mich aber verzweifeln. Davon komme ich nicht runter. Bin abhängig geworden davon. Richtig Abhängig wie ein Junkie..

ADs Ich glaube daran muss man glauben, dann hilfts auch. Hat viel mit Placebo zu tun. Denn vom Sertralin gingen bei mir schon nach 2 Tagen die Lichter wieder an. Alles wurde "Heller". Dabei war grademal der Wirkstoff im System angekommen um Guten Tag zu sagen...

Hallo Robinson,

ich habe Lyrica gegen meine neuropatischen Schmerzen verschrieben bekommen, gesteigert wurde die Dosis auf 2x300 mg täglich.
Da aber bei mir keinerlei Wirkung auf die Schmerzen feststellbar war habe ich mich entschlossen auf Cymbalta zu wechseln. Habe zuerst Lyrica ausgeschlichen, auch über 3 Monate bis zu einer Dosierung von 2x25 mg, dann nur noch 1x täglich 25 mg und dann die Abstände der Tage an denen ich 25 mg nahm immer größer werden lassen, bis ich 1x wöchentlich Lyrica 25 mg nahm, dann komplett abgesetzt. Bis auf ein paar Tage leichten Schwindel hatte ich damit keine Probleme, es ist wirklich von Mensch zu Mensch verschieden. Ich hoffe, dass du es auch schaffen wirst und halte dir die Daumen.

LG

Gerd

17.12.2016 22:20 • #13


Robinson
Danke @Gerd50
Sorry für OT!

Ich habs zu schnell ausgeschlichen. Wö. um 75mg. Und von 75mg auf 0. (Bin Nachts durch die Strassen gerannt vor Angst und Unruhe. Schlaflos bis zum Wahn. Hölle ! ) Kenne keine Benzosucht aber so muss ein Benzoentzug sein.
Milligramm-Dosen fand ich Unbewusst immer "Popelig", böse Falle.
Sertralin habe ich einfach weggelassen, no Problem. Hatte auch kaum NW bis sich Harnverhalt einstellte.

Also was wirklich "Wirkt" bemerkt man eben auch beim Absetzten.

17.12.2016 22:44 • x 1 #14


Sertralin hat mich immer auf 180 gepusht. Wie auf Speed. Und manchmal psychotische Panik.

17.12.2016 23:04 • #15


kleiner
Ich nehme sertralin 75 mg, seit 3 jahren.
Ich muss sagen dass citalopram bei mir besser gewirkt haben.
Aber leider habe ich sie nicht mehr vertragen, obwohl ich sie jahrelang gut vertragen habe.

Ich finde citalopram hat besser gegen Depressionen gewirkt. Zwecks Ängste finde ich sertralin bisschen besser.
Bei sertralin hab ich auch oft schwankungen, die ich bei citalopram nicht hatte.

17.12.2016 23:57 • #16


@kleiner


Inwiefern nicht vertragen?

18.12.2016 01:11 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

kleiner
Habe starke darmkrämpfe, Verstopfung und gallebeschwerden bekommen.
Bis ich das heraus gefunden habe, hat es über ein jahr gedauert.
Hatte es jahrelang gut vertragen, darum hab ich nicht an das Medikament gedacht.

Als ich dann das citalopram für paar Wochen ausgeschlichen hatte, waren die beschwerden plötzlich weg.
Als ich wieder rückfall hatte und ich es wieder genommen habe, fingen die beschwerden wieder an.
Habe es dann nochmal getestet zur Absicherung....und es war genau so.

Der internist meinte dann das medi geht schon auf den Stoffwechsel, verlangsamt alles, leber, niere, galle wird belastet.
Nach ein paar jahren wurde es dann zuviel....

Gott sei dank hab ich ne Alternative gefunden.

18.12.2016 01:25 • #18


Ja, es verlangsamt den Stoffwechsel leicht. Ist bei mir aber nur geringfügig trotz 50 mg Escitalopram

18.12.2016 01:29 • #19


Zitat von kleiner:
Habe starke darmkrämpfe, Verstopfung und gallebeschwerden bekommen.
Bis ich das heraus gefunden habe, hat es über ein jahr gedauert.

Komisch wie unterschiedlich die Menschen reagieren, andererseits wieder interessant.
Na Hauptsache du hast den Übeltäter herausgefunden und wenn die Alternative auch wirkt, super

18.12.2016 10:02 • #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. med. Andreas Schöpf