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Hallo ihr Lieben,
ich habe heute von meinem Hausarzt Venlafaxin TAD 37,5 mg bekommen. Es soll mir helfen, mit meiner Panik und Angst besser klar zu kommen bzw diese zu reduzieren.

Ich leide außerdem an hashimoto. Obwohl meine Schilddrüse lt. Laborwerten gut eingestellt ist traue ich der Sache nicht so ganz. Oft fühlt man sich auch nicht so gut wenn die Werte okay sind.

Hat jemand Erfahrung
1. mit dem Medikament ansich ( der Beipackzettel ist horror und ich trau mich gar nicht zu nehmen)
2. mit Hashimoto und einer Angst- und Panikstörung. Evtl T3 zuführen anstatt so harte Sachen?

Hab die Tabletten hier vor mir liegen und traue mich nicht wegen der Nebenwirkungen.
Würde mich sehr über eure Erfahrungsberichte freuen.

Lg Stern

28.01.2014 20:03 • 23.02.2014 #1


51 Antworten ↓


Hallo Stern!

Also ich bin gerade dabei das Teufelszeug Venlafaxin auszuschleichen und es ist der Horror.
Ich habe es ein knappes Jahr genommen, allerdings auf 225 mg hochdosiert. Ich habe es überhaupt nicht vertragen. Ich hatte sehr hohen Blutdruck (180/110) bekommen, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, dann noch Blutungen im Dickdarm. Das Absetzen war der Horror. Ich setze nun nach der Kügelchenzählmethode ab, das mildert die Beschwerden, aber trotzdem geht es mir schlecht. Ich habe nächste Woche einen Termin bei einer neuen Ärztin und hoffe, daß ich das Venlafaxin irgendwie substituieren kann. Ich nehme noch 6,0 mg von dem Zeug (20 Kügelchen), aber einfach weglassen geht auf keinen Fall!

Ich habe mit diesem Zeug den Horror erlebt, eine Bekannte von mir hat das genommen und überhaupt keine Probleme habt. Weder beim Ein- noch beim Ausschleichen. Bei mir war das Einschleichen kein Problem, aber das Ausschleichen ist der Horror.

Unter Hashimoto leide ich nicht, deswegen kann ich Dir nur von meinen Erfahrungen mit dem Venlafaxin berichten.
Bei mir war es ja der Horror, aber das muß es bei Dir ja nicht sein. Jeder Mensch reagiert ja anders. Deswegen ist es schwer Dir da einen Rat zu geben.
Im Prinzip mußt Du es für Dich ausprobieren und dann eben sehen, wie Dein Körper darauf reagiert.
Ich hatte gegen diese Panikattacken damals Paroxetin bekommen, welches genauso schlimm im Ausschleichen sein kann. Ich hatte da gar keine Probleme. Ich habe es nur nicht weitergenommen, weil ich da davon zugenommen habe und das bei Essstörungen ja ein "no-go" ist.

Ich würde Dir trotz allem raten das Venlafaxin mal auszuprobieren. Ständig Angst und Panik ist doch auch kein Leben. Mir haben die AD während meiner schlimmen Zeit mit Panikattacken sehr geholfen und meinen Lebensstandard wieder deutlich erhöht. Deswegen würde ich immer zum Ausprobieren raten. Das Ausschleichen ist eine andere Sache, aber wenn es nicht klappt, kann man ja immer die Kügelchenmethode anwenden und dann kann man schon viel an Ausschleichsymptomen abfangen.

Ich wünsche Dir alles Gute und gute Besserung!

Liebe Grüße von Jess

28.01.2014 20:24 • #2



Venlafaxin (allgemein und bei Hashimoto)

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Hallo Jess,
danke Dir für Deine Rückmeldung. Ehrlich gesagt bin ich jetzt ziemlich verunsichert und traue mich gar nicht es zu nehmen.
Ich glaube ich werde heute nochmal mit meinem Heilpraktiker reden ob es noch andere Möglichkeiten gibt.
Vermutlich hängt es bei mir mit der Schilddrüse zusammen....... und ich fühle mich nicht gut dabei dieses Medikament zu nehmen.

Freue mich wenn noch andere ihre Erfahrungen posten.

Danke und LG
Stern

29.01.2014 12:38 • #3


Hallo Stern!

Hast Du schon einmal von dem Medikament Opipramol gehört? Das ist auch ein leichtes Antidepressivum, macht aber nicht solche Probleme wie manch anderes AD. Mir hilft das wirklich sehr, gerade auch jetzt in dieser schlimmen Zeit. Das Problem ist nur, daß mich das sehr müde macht und da ich normalerweise ein sehr aktiver Mensch bin, ist das für mich natürlich nicht so toll. Aber dieses Medikament kann man nach Bedarf nehmen. Ich merke schon nach 30 Minuten eine angstlösende Wirkung.

Ich kann auch total verstehen, daß Du nun richtig verunsichert bist. Ich würde an Deiner Stelle auch noch mal mit dem Arzt sprechen. Venlafaxin hat eine kurze Halbwertszeit und deswegen soll das so schlimme Entzugserscheinungen machen. Ich würde mal fragen, ob Du nicht ein anderes AD haben kannst, welches eine längere HWZ hat.
Du kannst auch mal beim adfd.org reinschauen und lesen, was da so andere schreiben. Von da habe ich auch die Tipps, wie ich das Zeug besser ausschleichen kann.

Leider ist aber zu sagen, daß wohl jedes AD seine Nebenwirkungen hat und auch Probleme beim Ein-und Ausschleichen verursachen kann. Aber ich kann auch nur immer wieder sagen, daß ich schon drei andere AD hatte und damit nie Probleme mit heftigen Symptomen hatte. Paroxetin (soll genauso schlimm wie Venla sein) hatte ich ohne Probleme nehmen könne, hat mich aber sehr müde gemacht. Citalopram hatte ich für ein halbes Jahr, aber davon habe ich schnell zugenommen, was bei Essstörungen ja nicht so der Renner ist. Dann hatte ich Cymbalta und damit keine Probleme gehabt. Ich wurde nur auf Venlafaxin umgestellt weil es angeblich das beste AD auf dem Markt sein soll. Wäre ich mal lieber bei Cymbalta geblieben...

Trotzdem alles Gute wünscht Jess

29.01.2014 13:01 • #4


Hi jess
Über Opipramol hab ich mich heute mal schlau gemacht.
Klingt von den Nebenwirkungen her viiiiiiiiel besser als das andere Medikament.
Ich denke, dass ich dieses eher nehmen würde.
Muss morgen mit meinem Arzt reden ob er es mir verschreibt.
Ich hoffe es.
Danke für den Tipp.

Lg Stern

30.01.2014 00:43 • #5


Hallo Stern13!

Also ich nehme Venlafaxin seit Okt. letzten Jahres. Ich hatte die ersten 2 Wochen starke Nebenwirkungen und musste mich für eine Woche auch krankschreiben lassen, weil ich kaum aus den Bett kam.
Rückblickend hat sich das aber für mich gelohnt, da ich meine Angst jetzt unter Kontrolle habe und ich viele Situationen "gelassener" sehe. Ich hab dann auf 75 mg aufgestockt und hatte dabei keine Probleme mehr.
Aber wie du schon gelesen hast, ist es wohl bei jeden Menschen anders. Meine Ärztin war auch überrascht, dass ich so mit den Nebenwirkungen zu kämpfen habe, sie meinte es sei bei vielen sehr verträglich auch am Anfang.

Vielleicht hast du ja jemanden in deinem Umfeld, der dich am Anfang unterstützen könnte, falls du Probleme hast?
Wenn du dir unsicher bist, würde ich aber auch nochmal zum Hausarzt gehen - sicher ist sicher.

Ach ja: ist Hashimoto sowas wie Schilddrüsenunterfunktion? (kenn mich leider nicht so damit aus). Also ich hab eine Schilddrüsenunterfunktion und nehme (schon seit ewigkeiten) L-Thyroxin Henning 125.

Ich wünsch dir ne gute Besserung!

30.01.2014 01:00 • #6


Hi Julia.
Vielen Dank.
Ich nehme exakt das gleiche Schilddrüsenhormon.
Red mal mit deinem Arzt. Scheinbar hast du auch hashimoto denn nur dann
Nimmt man das ein.
Dir alles Liebe und Gute
Stern

30.01.2014 10:02 • #7


Hallo Stern!

Hat Dir der Arzt das verschrieben? Ich mußte gestern eineinhalb Tabletten nehmen, bin heute total müde. Voll ätzend. Aber besser als die anderen Nebenwirkungen.

LG Jess

30.01.2014 13:30 • #8


Ja. Hat er.
Ach ich bin immer müde wegen der Schilddrüse.

Von daher fällt das bei mir nicht so ins Gewicht.
Lg Stern

30.01.2014 17:19 • #9


Annelsche
Hallo Stern,

das trifft sich ja gut, ich nehme seit Montag Venlafaxin 35 mg Retard und bereits seit Mittwoch 75 mg.
Ich habe zwar keine Probleme mit der Schilddrüse, aber mit Angstzuständen und Panikattacken...grausam, kennste ja.

Das Medi hatte ich vor 3 Jahren schonmal genommen, für die Dauer von 6 Monaten und es hat Wunder gewirkt.

Ich hoffe sehr, dass es ganz ganz schnell anschlägt, da ich Montag bereits wieder (hatte mich eine Woche krank schreiben lassen) am Start sein sollte.

Nebenwirkungen sind anfangs immer schei., lass dich davon nicht abschrecken. Es hilft wirklich!

Nimmst du es denn jetzt schon?

Liebste Grüße

Annelsche

P.S. @ Jess-Phillipp: bezüglich Müdigkeit: ersten zwei Tage nix planen, im Bett oder auf dem Sofa bleiben, Filme (am besten was Leichtes und Lustiges) raussuchen, Getränke und Suppe bereit stellen und Internet...dann ist das Schlimmste schon fast gepackt

01.02.2014 00:45 • #10


Popkörnchen
Hallo ihr!
Versteht mich nicht falsch - ich möchte euch nicht belehren - ich will das nur
verstehen.
Ich finde es nur krass wie hier mit Medikamenten gegen die Angst vorgegangen
wird. Ich meine mit all den Nebenwirkungen und den Ängsten vor den Medikamenten
frage ich mich ob es nicht besser wäre das ganze Zeugs sein zu lassen und sich seinen
Ängsten zu stellen. Ich weiß wie schwer das ist - aber ist es letzten Endes nicht der
einzige Weg? Was hilft es mir etwas zu haben was mich müde, träge und teilnahmslos
mit meinen Ängsten gegenüber werden lässt? Macht mich das nicht auch müde, träge
und teilnahmslos meinem Leben gegenüber?
Popkörnchen

01.02.2014 01:06 • #11


Annelsche
Hallo Popkörnchen (Teil 2)

auch hierbei hast du vollkommen Recht. Unbedacht solch starke Präparate einzunehmen - v.a. ohne begleitende Therapie -
ist nicht ratsam.

Ich kann selbstverständlich nur für mich sprechen. Ich versuche einen Zeitraum zu überbrücken mit den Medis, um sie dann bei Besserung und mit Hilfe von Arbeit an mir selbst wieder ausschleichen zu lassen.

Liebe Grüße

01.02.2014 01:37 • #12


Popkörnchen
Ja, bin heute omnipräsent!

Ich erzähl Dir eine Geschichte von einem guten Freund von mir (ok, ich bin es selbst... und
der hat sich Jahre lang eingeredet dass er sofort mit dem Rauchen aufhören wird sobald ein günstiger
Zeitpunkt eingetroffen ist und der Stress nicht mehr so schlimm ist. Und weißt Du was: Der Stress
wird nie besser und das Leben gibt einem immer irgendeinen Grund um nicht mit dem Rauchen
aufzuhören!

Und warum erzähle ich Dir das? Weil mir das gerade eingefallen ist als ich Deinen Kommentar gelesen
habe.

Liebe Grüße,
Popkörnchen

01.02.2014 01:49 • #13


Annelsche
..und? Haste aufgehört?

01.02.2014 02:04 • #14


Hallo Annelsche!

Ist ja genial mit dem Sofa!

LG Jess

01.02.2014 10:25 • #15


Annelsche
Hi Jess,

wie gehts dir denn? Hat´s n bissel geholfen? Habe ab heute wieder Hunger...yay!..und bruzle mir grad was Feines.

Es geht aufwärts

Grüße

Annelsche

02.02.2014 16:51 • #16


Hallo Annelsche!

Ist ja schön zu lesen, daß es Dir wieder besser geht .
Ich habe immer noch zu kämpfen. Manchmal geht es mir den Tag über nicht so gut, dann gibt es wieder einen besseren Tag. Aber nachts halt immer die PA, sind zwar nur leicht wegen dem Opipramol, aber ich habe trotzdem keine Lust mehr darauf. Und das Opipramol macht mich noch so müde, auch tagsüber. Total nervig. Aber ich habe ja am 6.2., also kommender Donnerstag, einen Termin bei einer anderen Ärztin zur Zweitmeinung. Und dann hoffe ich mal, daß ich trotzdem wieder ein AD bekommen und nicht erst dann, wenn ich das Venlafaxin erst ganz weg habe. Ich will auch endlich wieder am Leben teilnehmen und nicht immer so unendlich müde sein.

So etwas wie Depersonalisierung (neben-sich-zu-stehen) hatte ich noch nie gehabt in meinem Leben. Kann mir gut vorstellen, daß das noch vom Ausschleichen kommen kann. Es heißt ja, im unteren Dosisbereich gibt es die meisten Probleme. Aber ich habe auf diese miesen PA und die Gedanken an den Tod und ob und was danach kommt, einfach satt.

Mal sehen, was am Donnerstag bei rauskommt.

Aber danke für die Nachfrage, wie es mir geht !

Liebe Grüße von Jess

02.02.2014 19:01 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

also das l-thyroxin nimmt man auch bei einer ganz normalen suf. darf ich fragen, wie hashimoto bei dir diagnostiziert wurde? meines wissens nach ist das doch oftmals eine verdachtsdiagnose.

02.02.2014 19:05 • #18


Annelsche
Hey Jess,

die Gedanken sind das Schlimmste bei allem.
Ich wünsche dir, dass es dir mit dem neuen Medikament besser geht!
Ich hatte Opipramol vor Jahren (bei Erstauftreten) verschrieben bekommen, habe es aber nach einer einzigen Tablette abgesetzt, da ich so dermaßen neben der Spur war. Jedoch funktioniert jeder Organismus anders und reagiert unterschiedlich auf die Stoffe.

Bei mir läufts grade gar nicht rund, nach erster Verbesserung hat es sich ins Gegenteil verkehrt, die Panik ist wieder da und ich kann nichts mit mir anfangen...dabei stehen so viele Sachen an.

Wie lange dauert es denn, bis die Medikamente endlich greifen? Ich meine mich zu erinnern, dass es damals fast 2 Monate gedauert hat bis es wirkte...gibt es andere Erfahrungen? Muss ich die Dosis erhöhen lassen?

06.02.2014 00:32 • #19


Hallo Annelsche!

Kann gut sein, daß Du Probleme beim Einschleichen hast. Mir wurde gesagt, daß man schon drei Wochen warten muß, bis man eine Wirkung spürt. Aber richtig wirken sollte es tatsächlich erst so nach zwei bis drei Monaten.
Beim Venlafaxin überrascht mich leider gar nichts, kann sehr gut sein, daß Dein Körper darauf nun reagiert. Mir wurde mal gesagt, ich sollte ein AD 4 Monate nehmen (Citalopram) um zu gucken, ob es wirkt. Habe es dann aber abgesetzt, weil ich davon 5 kg zugenommen hatte und bei Essstörungen ist das ja nicht so pralle.

Wenn es Dir aber richtig schlecht geht, dann würde ich den Arzt anrufen und nachfragen, vielleicht kann er Dir ja auch was verschreiben, welches diese Symptome erstmal lindern. Ich glaube nicht, daß man in der kurzen Einnahmezeit schon sagen kann, daß Du das nicht verträgst. Aber jeder Körper ist ja anders. Erhöhen würde ich auf keinen Fall ohne den Arzt zu fragen.

Ich habe auch mal gelesen, daß Einschleichprobleme gerne in Verzögerung auftreten. Ich hatte anfangs beim Venla einschleichen nichts gehabt, aber zwei Wochen später heftige Sehstörungen. Die hatte ich so zwei Stunden am Tag, ging aber wieder weg. Beim Ausschleichen hatte ich das auch das und ich habe gemerkt, daß vieles auch zeitverzögert auftrat.

Ich habe gleich meinen Termin zur Zweitmeinung. Bin mal gespannt. Ich melde mich nachher und sage bescheid, wie das gelaufen ist. Danke auch für Deine Wünsche für mich . Ich bin mal gespannt, ob die mir überhaupt was anderes verschreibt...

Ich wünsche Dir gute und schnelle Besserung!

Lieben Gruß von Jess

06.02.2014 12:07 • x 1 #20



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