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Pyrojay

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Hallo Leute,

Ich weiß das Thema gibts schon oft, aber ich erhoffe mir auch ein paar aktuelle Erfahrungen und auch ein wenig Unterstützung persönlich.
Ich nehme Paroxetin 40mg seit 10 Jahren. Etwa 6-8 Jahre super Wirkung. Vor knapp 2 Jahren fing es an weniger zu wirken. Langsam kam die generalisierte Angst durch. Dazu kamen Brain Zaps obwohl an der Dosis nichts geändert wurde. Angst wird immer Stärker und häufiger.
Überlegung ist der Wechsel auf Escitalopram. Da die ja besonders gut gegen DauerAngst und Anspannung helfen sollen.
Gibts hier noch Leute die den Wechsel gemacht haben und ihre Erfahrungen schildern können ?

Vielen Dank fürs lesen

Pyrojay

06.01.2018 14:27 • 28.08.2019 #1


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Ich habe mal Escitalopram genommen (10mg) und hab umgestellt auf Paroxetin (20mg). Allerdings hab ich mich nie getraut zu erhöhen. Aktuell bin ich auch noch bei Paroxetin 20 mg. Habe davon allerdings an Gewicht zugenommen, fühle eine deutlich verringerte Konzentration und Aufmerksamkeit. Die S.ualität ist eingeschränkt. Es hilft jedoch ganz gut gegen Angst, aber macht mich auch sehr müde. Dazu nehme ich noch Bupropion 150mg.
Ich überlege stark nochmal zum Escitalopram zu wechseln, da dort die Nebenwirkungen praktisch nicht vorhanden waren. Allerdings nehme ich Paroxetin noch nicht so lange wie du, ich würde schätzen erst seit einem halben Jahr. Ein wechsel auf Escitalopram sollte da unproblematischer sein.
Letzlich musst du es ausprobieren, ich denke es könnte sinnvoll sein, das Paroxetine zu reduzieren und gleichzeitig das Escitalopram aufzubauen.

LG

07.01.2018 14:00 • #2


Pyrojay


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hallo Speadhunter,

warum bist du überhaupt auf Paroxetin umgestiegen?
Ich denke auch das ich es parallel nehmen werde, bevor ich Paroxetin komplett ansetzte

07.01.2018 14:05 • #3


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Nunja, ich probiere gerne aus, ob vielleicht ein Medikament nicht doch "besser" wirkt als ein anderes.
Dazu kam noch, dass meine Mutter ein metastasierendes, kleinzelliges Lungenkarzinom bekommen hat und der Arzt meinte, es würde auch gegen Grübeln helfen. Er wollte auf 40mg, ich hab aber bei 20mg gestoppt. Vorher hatte ich Sertralin, davor Venlafaxin, davor Escitalopram.
Letztlich muss ich sagen, dass es eigentlich nicht viele unterschiede gab, wenn waren diese marginal. Escitalopram hatte mit die wenigsten Nebenwirkungen - zumindest bei mir. Dazu habe ich auch Bupropion 150mg genommen. Venlafaxin war aber auch gut, auch wenn ich mehr geschwitzt und etwas nervöser war.
Ich weiß noch nicht was ich machen soll, nur ich will mein Kopf nicht kaputt machen. Ich nehme schon seit knapp 8 Jahren AD's.

07.01.2018 14:09 • #4


Pyrojay


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Du hast ja aber auch ordentlich immer hin und her gewechselt. Da bin ich nicht so mutig. Wenn mir eins hilft dann bleibe ich dabei. Jetzt ist aber der Zeitpunkt gekommen, wo ich wechseln muss. Hoffe nur das alles gut über die Bühne geht.

LG

07.01.2018 14:12 • #5


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Ja, ich probiere da gerne aus, gebe ich zu.
Das wird schon gut gehen, red dir nicht schon ein, dass es schlimm wird. Mach es langsam und mit bedacht, dann funktioniert das. Weißt du schon auf welche Dosis du beim Escitalopram gehen willst?

07.01.2018 14:15 • #6


Pyrojay


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Naja ich hab mir gedacht das ich mit Paroxetin auf 20 runter gehe und mit Escitalopram 5 einsteige. Dann jede Woche 5 weniger Paroxetin und dafür 5 mehr Escitalopram. Würde bei 15 mg Escitalopram zunächst bleiben und dann eventuell auf 20 mg hoch.

07.01.2018 14:19 • #7


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Hört sich vernünftig an, du musst es halt ausprobieren, da reagiert jeder anders.
Es gibt eine Dose-Equivalent Studie, falls dich sowas interessiert:

http://www.sciencedirect.com/science/ar ... 2715001512

Dort wird beschrieben, dass 34mg Paroxetine ca. 18mg Escitalopram entsprechen. In anderen Studien liest man jedoch, dass Escitalopram Paroxetin überlegen sei.

07.01.2018 14:28 • #8


Pyrojay


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Hab auch gelesen das Escitalopram dem Paroxetin überlegen ist, insbesondere wenn es um diese nervige Dauerpanik geht die ich leider habe.
Wie hast du es beim ein- und ausschleichen immer gemacht ?

07.01.2018 14:33 • #9


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Ein- und Ausschleichen war bei mir immer problemlos. Ich konnte sogar einfach so weglassen. Habe das nicht gespürt, oder zumindest kaum. Eindosiert habe ich Escitalopram z.B. 1 Woche 5mg/d, dann auf 10mg/d hoch. Dauerpanik ist mist, ich wünsche dir, dass es dir hilft!
Es gab mal eine Zeit, da habe ich sehr viel Sport gemacht. Ich muss sagen, das hat sehr gut geholfen (gegen Angst/Depression).

07.01.2018 14:35 • #10


Pyrojay


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Ja Sport habe ich auch sehr viel gemacht gegen Dauerangst. Jetzt bin ich beruflich etwas mehr gefordert und habe nicht immer die Zeit. Aber hab mir vorgenommen aber morgen wieder anzufangen

07.01.2018 15:14 • #11


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Genauso war es bei mir auch. Dann kam der Hausumbau und ein Wohnortwechsel und noch eine Hochzeit dazwischen. Nunja und nun die Krebserkrankung meiner Mutter. Dazu noch 10h Arbeit am Tag. Nicht gerade förderlich für die Angst :-/
Was machst du beruflich?

07.01.2018 16:06 • #12


Pyrojay


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Wünsche deiner Mutter baldige Genesung und das du angstfrei wirst. Ich bin Jurist. Und du ?

07.01.2018 16:09 • #13


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Arbeite in einer Bank als Risikocontroller.
Meine Mutter wird in den nächsten Monaten sterben. Es gibt leider keine Heilung. Ich habe es leider schon aufgegeben. An Angstfrei glaube ich nicht mehr. Es gibt zwar solche Momente, aber es begleitet einen doch immer.

07.01.2018 16:16 • #14


Pyrojay


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Es tut mir leid mit deiner Mutter.
Hast aber auch einen anstrengenden Job.
Was ist genau deine Diagnose bzw. was macht dir am meisten zu schaffen ?

07.01.2018 16:25 • #15


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Das kann man so sagen. Aber ich muss es mir immer wieder beweisen, da ich mich minderwertiger als andere ansehe. Ich bekomme das zwar von außen nicht gespiegelt, sondern man ist sehr zufrieden mit mir, dennoch kann ich das nicht annehmen.
Meine primären Probleme sind generalisierte Angst, ab und zu soziale Angst, selten Panikattacken, Dysthymie. Und deine?

07.01.2018 16:50 • #16


Pyrojay


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GAS mit dieser nervigen Dauerpanik. Wenn die Angst kommt, dann bin ich immer so angespannt. In den Angstphasen habe ich dann immer Zukunfts und Versagensängste. Was wenn mir nichts mehr hilft ? Was wenn das Escitalopram nicht anschlägt und ich dann dieser Angst immer ausgeliefert bin usw. usw.

07.01.2018 17:08 • #17


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Genau so geht es mir auch. Was ist wenn ich berufsunfähig werde und nichts mehr hilft. Oder jemand vom Job es mitbekommt. Ich schäme mich sehr dafür. Versagensängste habe ich auch, ob ich alles gut genug mache. Ach es ist doch furchtbar.
Hast du auch Phasen wo du garkeine Symptome hast? Hast du durch paroxetine auch zugenommen? Oder dich benebelt gefühlt?

07.01.2018 19:42 • #18


Pyrojay


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Ja ich hatte immer unter Paroxetin angstfreie Zeiten. Manchmal 2 Jahre dann mal 1 Jahr usw.
Dann passiert irgendeine Krise oder was auch immer und dann haut es mich um. Dann befinde ich mich in so einer Dauerangst. Dauert paar Wochen und geht dann wieder vorbei. Aber seitdem das Paroxetin nicht mehr 100% wirkt sind die angstfreien Zeiten kürzer und ich mache mir sorgen das was meiner Familie zustößt und natürlich die Angst das ich irgendeine tötliche Krankheit habe

Ja Nebenwirkungen sind da. Hab zugenommen und bin nie richtig ausgeschlafen.

07.01.2018 19:57 • #19


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Das ist ja super, dass du auch angstfreie Phasen hast. Wie lange nimmst du insgesamt schon Medikamente. Hast du schon mal Therapie gemacht? Ich habe drei gemacht, habe nun aber die Schnauze voll und versuche es mit Pharmakotherapie. Hast du mal mit Benzodiazepinen Erfahrungen gemacht?

Was mir so einfällt was du tun könntest: Großer Check up beim Arzt, inkl. Blutbild, Herzecho, usw.
Denke mal dein Gedanken zu Ende. Was könnte deiner Familie passieren? Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Fall eintritt? Kannst du etwas dagegen tun? Und wenn es passiert, was kannst du tun?

07.01.2018 20:09 • #20




Dr. med. Andreas Schöpf

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