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Hallo alle zusammen,

kurz zu mir: ich bin 34 Jahre und leide seit 2016 unter Angststörung/Panikstörung mit Somatisierung und Zwangsgedanken.
Habe bis 2021 April Escitalopram 10 mg genommen und mir ging es ganz gut ( ich konnte mit der Angst bisschen umgehen bzw. mir war sie egal). Habe leider keine Psychotherapie gemacht. Im April dann Esci problemlos abgesetzt, hatte dann bis Juli ne tolle Zeit, bis wieder komische Symptome anfingen ( ZWANG Atmen zu müssen, nachts erschrocken aufgewacht, negative Gedanken) August schlimmer Verlust von meiner Katze ( ich habe sie bis zum Tod zwangsfüttern müssen), diverse körperliche SYMPTOME ( Panikattacke, konnte nix mehr essen, weil ich dache ich ersticke und ANGST). Bei meiner Psychiaterin wieder ESCI 2,5 dann auf 5 steigern, bekommen. Anfangsphase schrecklich, hatte immer Angst dass man Herz stehen bleibt, weil ich dachte, die QT-Zeit verlängert sich.
Dann, 3 Wochen später, als die 5 mg langsam anfingen zu wirken ( Angst war da, Druck auf der Brust auch, aber Panik war weg), hat der Kardiologe leider festgestellt, dass meine QT-Zeit bei 461 ms war ( schlecht hat er gemeint, ich solle Tablette wechseln). Aber sonst (Belastungsekg war top, nur bei Ruhe die Verlängerung, Ultraschall war auch gut) Psychiaterin meinte, ich solle es ohne probieren. Habe ich, aber hatte irgendwie keine Panik, dafür ne komische Angst, dass jeder ATEM der letzte ist und ich das Gefühl, erschwert zu atmen. An manchen Tagen ( bei Ablenkung) ging es mir okay, aber dann an anderen schlimme Gedanken mit SUIZIDgedanken und TOD. Diese Fixierung auf die ATMUNG macht mich Kirre. Gerade versuche ich die Angst zu akzeptieren und zu checken, dass ich nicht sterbe. Damit kann ich zumindest ''leben''. Letzte woche hatte ich 2 ganz schlimme Tage mit Heulkrämpfen und ich wollte mich selbst verletzen, bis mein Freund mich zur Ärztin gebracht hat. Sie hat mir Sertralin ( erste 4 Tage 25 mg, dann rauf auf 50) verschrieben sowie ZOPICLON zum Schlafen. ICH HABE FÜRCHTERLICHE ANGST SERTRALIN ZU NEHMEN, WEIL ICH WIEDER ANGST HABE QT-vERLÄNGERUNG ZU BEKOMMEN. Ich weiss, Erfahrung etc selber machen, aber hat den jemand gleiche Probleme mit der QT-Zeit gehabt und dann Sertralin genommen? Ich find die ersten Zeiten unter AD so fürcherlich, dass ich sie erst gar nicht nehme, aber ich soll sie nehmen, da ich auch eine Psychotherapie begonnen habe und die Psychologin meinte, dass meine Ängste durch die Einnahme von Medikamenten einfacher zugänglich wären.
Hat den jemand Erfahrungen? Habe die Suchleiste durchgesucht, leider nichts befriedigendes gefunden. Ich wäre euch UNENDLICH DANKBAR, wenn ihr auch nur Erfahrungen allgemein teilt.

Lg
Lulu

21.12.2021 13:43 • 29.12.2021 #1


14 Antworten ↓


Herzenswaerme
Hallöchen

Ich habe bereits ziemlich vieles aufgrund von schweren Depressionen durchprobiert. Sertralin ebenfalls, was ich leider nicht vertragen habe, ich litt darunter unter sehr starkem Schwindel und musste es dann leider wieder absetzen. Im Detail kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Ich hoffe, dass es Dir ganz schnell wieder besser geht. Vielleicht wäre es möglich, dass Du Dir im Tierheim ein neues Kätzchen besorgst, um das du dich kümmern kannst?

21.12.2021 13:57 • #2



Sertralin Erfahrungen/Wechsel ESCI auf Sertralin

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Hallo,
danke für deine liebe Antwort. Ich habe tatsächlich ein zweites Kätzchen

21.12.2021 14:00 • #3


Zitat von Valkyrie:
Hallo alle zusammen, kurz zu mir: ich bin 34 Jahre und leide seit 2016 unter Angststörung/Panikstörung mit Somatisierung und Zwangsgedanken. Habe ...


Hallo Du, ich würde das Sertralin probieren. Es scheint deutlich weniger Richtung qtc Zeit zu wirken. Schau mal hier: https://www.neurologienetz.de/fachliche...aengerung/

Sertralin hat +(+), also ein bis zwei Plusse, und Escitalopram +++. Also deutlich schlimmer, wobei ja auch das ein sehr gut verträgliches Medikamente ist.

Du wirst ja gut überwacht, da kann nichts passieren. Wichtig ist, dass du wieder Lebensqualität bekommst.

Alles Gute und erfolgreiches Einschleichen!

21.12.2021 20:53 • x 1 #4


Vielen dank für deine Nachricht!
Ich werde Sertralin probieren, aber nach Weihnachten. Seit 3 Tagen geht es mir psychisch ganz ok, ich versuche mir einzureden, dass meine Symptome psychisch sind und ich atmen kann ohne Probleme. Ich mache auch immer so einen Kerzen-Auspuste-Test, damit ich mich selber beruhige. Das Problem mit dem ans Atmen denken versuch ich ein wenig zu ignorieren um mich auf die Arbeit zu konzentrieren...aber ich weiss, es wird wieder ne Zeit kommen, wo es mir schlechter gehen wird, daher brauche ich die Tabletten und ne Therapie.
Diese Plusse haben mich beruhigt. Ich bin mir heute auch sicher, dass das Escitalopram bei mir auch den Herzschlag verlangsamt hat und möchte das Medikament nie wieder nehmen
Wären da nicht diese Gedanken, dass ich NWs bekommen werde

22.12.2021 11:23 • x 1 #5


Zitat von Valkyrie:
Vielen dank für deine Nachricht! Ich werde Sertralin probieren, aber nach Weihnachten. Seit 3 Tagen geht es mir psychisch ganz ok, ich versuche mir ...


Deine Symptome sind psychisch, das musst du dir nicht einreden
Hast du es schon mit Meditation oder anderen Techniken probiert? Es gibt auch Atemtechniken, mit denen man diw gefühlte Luftnot reduzieren kann, weil man einfach zum richtigen Atmen angehalten wird.

Citalopram hat bei mir übrigens auch zu einer Pulsfrequenzsenkung geführt. Scheint mir gar nicht so unüblich, also nicht erschrecken, wenn das bei Sertralin auch so kommen sollte. Ich fand das einen angenehmen Nebeneffekt.

22.12.2021 11:46 • x 1 #6


Bis ich verstanden habe, dass sie psychisch sind, ist echt lange Zeit vergangen. Aber ich werte das auch als Erfolg.. jetzt muss ich mit den Zwangsgedanken irgendwie zurecht kommen
Ich habe noch gar nichts ausprobiert, weil ich dachte, ich schade meinem Atmen oder habe sogar nur bei Anhalten der Luft Panik bekommen. Ganz typisch halt. Inzwischen bekomme ich keine Panikattacke mehr, dass ist auch gut. Ich versuche mich zu loben, damit ich mir zeigen kann, dass ich auf dem richtigen Weg bin Manchmal hyperventiliere ich und atme ganz schnell, das ist auch unangenehm, aber das versuche ich auch zu minimieren...
Du hattest also auch das mit dem Puls? Der ging runter auf 48-49 bei mir, das war angenehm unter den Tabletten, aber später nachdem ich sie abgesetzt hatte, hat mir das furchtbar Angst gemacht...ich dachte mein Herz bleibt stehen.

Also Sertralin anfangen? Ich versuche daran zu glauben, dass sie mir helfen werden... Bei Esci hatte ich immer so ein ungutes Gefühl...

22.12.2021 11:54 • #7


Ja, mein normaler Ruhepuls liest sonst so bei 70 bis 80. Mit Citalopram auch mal grad 50, 52. Ich fands gut, schön herzschonend
Ob du das Sertralin anfangen sollst oder nicht, kannst nur du entscheiden. Bei mir gab es keine Alternative zum Citalopram. Ich wußte, ich komme nicht schnell genug allein aus der Krise.

22.12.2021 19:43 • #8


Cryptopax
Hey

Also ich denke du brauchst wirklich keine Angst haben. Ich weiß das der Ratio weder bei Angst noch bei Zwangsgedanken zieht (schön wäre es, aber dann wären wir wahrscheinlich Maschinen )

Atmen tust du eh über Gehirnareale auf die du keinen Einfluss hast. Wärst wohl der erste Menschen der an akuten Atemversagen stirbt (außer du hast gesoffen oder dir was auch immer geballert).

Davon abgesehen würde ich dem sertralin eine Chance geben. Keine Angst alles wird gut.

28.12.2021 10:13 • #9


Maxo
@Valkyrie kurz nochmal die QT-Zeit-Verlängerung aufgegriffen: kann ich wie meine Vorrednerin auch so bestätigen das dieses Medikament nur ein sehr geringes Risiko aufweist. Ich habe mich mit dieser Medikamentengruppe auch schon viel beschäftigt und Sertralin sowie Bupropion, auch Venlafaxin, haben das geringste Risiko in Bezug auf diese Nebenwirkung!

Viel Erfolg wünsche ich dir.

28.12.2021 10:41 • x 1 #10


@Pauline333
Hey,
hast du deine Dämonen im Griff? Oder nimmst du derzeit gar nichts ein?


@Cryptopax
Bezüglich des Atmens habe ich so vieles gelesen, damit ich checke, dass ich keinen Einfluss habe...im Endeffekt ist es in dem Moment die Angst/Hyperventilation. Ich werde das Sertralin nehmen müssen, anders komme ich wahrscheinlich gar nicht aus dem schei.. Meine Lebensqualtität leidet enorm darunter. Ich habe das die ganze Zeit im Kopf gepaart mit dem Druck auf der Brust. Seit 6 Monaten ununterbrochen jetzt...

@Maxo
Ich darf einfach nicht googeln, da kommt halt oft QT-verlängernd etc. Ich glaube, mir reicht erstmal, dass es ein geringes Risiko hat, da schon meine Hausärztin meinte, Escitalopram wäre der Klassiker mit dieser Nebenwirkung.
Mir kommen einfach so oft negative Gedanken in den Kopf, ich kenne das ''normale'' Leben gar nicht mehr...

28.12.2021 12:52 • x 1 #11


Zitat von Valkyrie:
Hey,
hast du deine Dämonen im Griff? Oder nimmst du derzeit gar nichts ein?


Ich bin seit knapp 3 Monaten vom Citalopram weg. Aufgrund der dunklen Jahreszeit und der immer noch anstrengenden Situation mit zwei Kindern und Job zu Coronazeiten, nehme ich aber seit ein paar Wochen zur Unterstützung Johanniskraut.

28.12.2021 15:42 • x 2 #12


@Pauline333
Darf ich erfahren was du für Probleme hast? Und hilft Johanniskraut?
Was hast du denn so durchprobiert? Wünsche dir ganz viel Kraft und Durchhaltevermögen…

28.12.2021 23:56 • #13


Zitat von Valkyrie:
@Pauline333 Darf ich erfahren was du für Probleme hast? Und hilft Johanniskraut? Was hast du denn so durchprobiert? Wünsche dir ganz viel Kraft und ...


Da mag ich dich gerne auf mein Profil verweisen (einfach auf meinen Nic klicken).
Johanniskraut wirkt ja auch setotonerg, also wie ein SSRI nur viel leichter. Ein bisschen kann das also auch ausbalamcieren. Ich nehme es aber immer nur prophylaktisch in besonders anstrengenden Zeiten.
In einer schweren Krise reicht das nicht aus, da musste ich bisher 2x Citalopram nehmen.

29.12.2021 07:14 • #14


@Pauline333

Habe es gefunden, vielen Dank

Wenn dir das Johanniskraut hilft, dann echt super..

29.12.2021 11:08 • #15



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Dr. med. Andreas Schöpf