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Rhach
Hallo ihr lieben,

Die Woche steht ein erneuter Besuch beim Hausarzt an (ja Psychiater hab ich noch nicht geschafft)

Ich muss ihm erklären, dass ich die verschriebenen Antidepressiva nicht nehme. Ich hab sie ein mal genommen und mir ging es so schrecklich. JA ich weiß, dass sich das gibt mit der Zeit. Aber ist das nicht ein Zeichen, was ich mir damit antue.

Ich habe mir überlegt ihn um ein Notfallmedikament zu bitten.

Was sind eure Meinungen dazu? Notfallmedikament oder dauerhafte Medikation?

Ich habe keine Depressionen und an guten Tagen geht es mir eigentlich recht gut. Einziges Dauersymptom ist extreme Unkonzentriertheit.

Ich will das eigentlich so schaffen, und mir nicht die Birne weich machen. Problem ist nur wenn die Attacken eskalieren, so dass ich mich verletze.


Alles andere geht doch auch so, oder denke ich da falsch?


Ich bin so verunsichert.


Ganz liebe Grüße
Lilli

29.05.2017 10:30 • 01.06.2017 #1


19 Antworten ↓


Hi Lilli,

Mein erster Gedanke war, wenn du dazu neigst dich selbst zu verletzen, ist es vielleicht angebracht sich mal bei einem Therapeuten vorzustellen. Dein Hausarzt kann dir bei der Suche auch behilflich sein oder zumindest einen Plan mit dir machen. Ich persönlich vertrete die Ansicht, wenn Medikamente dann in Verbindung mit Therapie. Nur diese Pillen zu schlucken reicht oft nicht. Ich kann jefenfalls verstehen wenn du sie nicht nehmen möchtest, würde dir aber ans Herz legen dir einen Therapieplatz zu besorgen.

29.05.2017 12:14 • x 1 #2



Notfallmedikament oder dauerhafte Medikation?

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Liebe Lilli

fühlst du dich bei deinem Hausarzt "gut aufgehoben" ?
Warst du schonmal in Therapie ?

Was das SVV betrifft, wäre schon wichtig, ob das nur noch ausschließlich in Verbindung mit den PAs passiert. Und warum dann...
Klassischer Schn...Druck ? Oder wegen Depersonalisation ? Oder oder oder...
Das musst du hier natürlich nicht schreiben, aber es gibt ja sehr viele Bedarfsmedis... Und welches für dich passt, hängt eben auch von den gerade erwähnten Punkten ab.
Dass du kein Dauermedi nehmen willst, kann ich voll und ganz verstehen. Andererseits würde das vielleicht in Verbindung mit Therapie deine PAs verschwinden lassen und dann wäre auch der Bedarf hinfällig.

GLG Tiffy

29.05.2017 15:33 • x 1 #3


Rhach
Ich verletze mich ausschließlich bei Attacken. Warum? Ich weiß es eigentlich nicht.

Ja Hausarzt war einfach die erste Anlaufstelle. Ich kann mich nur sehr schwer aufraffen zum.Arzt zu gehen. Deswegen waren jetzt auch Impfungen bei mir schon ein Jahr Überfällig .

Ja ich weiß dass ich jetzt noch ein bisschen mehr machen müsste. Aber die Überwindung ist einfach zu schwer.
Als ich im Dezember zum Psychiater wollte und abgewiesen wurde, weil voll, hatte ich einen totalen Zusammenbuch.

Ich war vor 10 Jahren schon Mal in Psychotherapie, aber hab da ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht.

Ansonsten bin ich einfach hin und her gerissen....

29.05.2017 18:36 • #4


Nottfallmedikamente sind sogar bei vielen Ärzten verschrien, weil sie laut ihnen substanz-abhängig machen können, doch variiert das von Mensch zu Mensch. Das Tragen eines solchen schutzschilds, kann einem Halt geben, ohne das man es nehmen muss...die Nutzung, die am sinnvollsten ist. So fühlt man sich als Anfänger weniger verloren.

Wegen deiner schlechten erfahrung in der Therapie, die meißten können auch nur raten und theorien aufstellen und der eine schickt dich zum anderen. Bist du wieder beim Hausarzt landest, haha.

Du musst da aus eigener Kraft raus, nutze was du willst, aber arbeite darauf hinaus dich nicht an einzelne Objekte oder Subjekte zu binden, mit dessen Verlust du dann wieder ins Loch fällst.

29.05.2017 18:48 • x 1 #5


Deshalb hab ich ja näher nachgefragt. Es gibt auch durchaus Bedarfsmedis, die nicht (körperlich) abhängig machen. Außerhalb der Benzos. Wenn das SVV allerdings nur bei PAs auftritt, würde ich das mit Hilfe einer Therapie angehen. Manchmal braucht es mehrere Anläufe.
Letztlich aber... ja, man muss lernen, sich (wieder) auf sich selbst verlassen zu können.

29.05.2017 19:06 • x 2 #6


Falsche Therapeuten können aber noch mehr Depressionen und Versagensängste hervorrufen.

Unbedingt auf google Bewertungen oder onmeda zunächst informieren wie der Psychodoktor ist.

"Hört nicht zu, unterbricht ständig" sind natürlich ein NO GO.

29.05.2017 19:14 • x 2 #7


petrus57
Zitat von IchLiebeEuchAlle:
Falsche Therapeuten können aber noch mehr Depressionen und Versagensängste hervorrufen.

Unbedingt auf google Bewertungen oder onmeda zunächst informieren wie der Psychodoktor ist.

"Hört nicht zu, unterbricht ständig" sind natürlich ein NO GO.



Ich halte von Therapeuten auch nicht viel. Die stochern auch meist auch nur im Dunkeln.

Meine damalige Therapeutin hat meine Zwangsgedanken eher noch verstärkt.

29.05.2017 19:41 • x 1 #8


Ja, so sehe ich das auch.Schon das sie Gefahr besteht, das es verstärkt werden kann, macht es teilweise gefährlich. Es kommt darauf an, ob er allgemein gut ist und die Chemie stimmt.

29.05.2017 19:45 • x 1 #9


Ich finds immer wieder erschreckend was hier im Forum für ein Therapeuten bashing betrieben wird. Ich glaube natürlich, das der Eine oder Andere schlechte Erfahrungen gemacht hat. (Obwohl das auch sehr oft subjektiv sein kann und vielleicht schon das entlocken unangenehmer Gefühle als "schlechte Erfahrung" gewertet werden könnte.) Und Nein, in der Regel "raten" gute Therapeuten nicht und stellen auch keine voreiligen Theorien auf. Viele Erkrankte haben auch oft Angst auf die wahre Ursache ihrer Probleme zu schauen und sperren sich so vor Therapie. Natürlich ist ein Therapeut kein Wunderheiler, d.h. Zusammenarbeit und ein gewisse Vertrauensebene sind eine wichtige Voraussetzung für Erfolge. Ich finde es aber bedenklich, hier im Forum dazu zu raten, "es lieber allein zu schaffen" nur weil Einige kein Vertrauen in Therapeuten finden können.

Ich persönlich hab durchweg gute Erfahrungen gemacht und bin aus tiefstem Herzen dankbar für die Hilfe die ich bekam, um mich selber kennenlernen zu können.

Aber gut, was ich erwarte ich in einem Forum wo sich die meisten nur um ihre Symptomatik drehen und selten die wahren Ursache der Probleme zur Sprache kommt.


Jedenfalls möchte ich nicht, das sich jemand von subjektiven Meinungen Anderere Wege verbaut. Nur weil bei manchen "erfahrenes Mitglied" steht, heißt das lange noch nicht das sie mit ihrer "Erfahrung" dazugelernt hätten.

30.05.2017 11:58 • x 1 #10


Rhach
Danke für deine Meinung.

Leider kein Beitrag zu meinem problem.

Also bitte keine grundsatzdiskussion hier.
Danke!

30.05.2017 12:29 • #11


Tut mir leid das ich etwas von deinen Themen abgewichen bin. Aber gerade weil du dazu neigst dich zu verletzen, finde ich es umso wichtiger auch Vertrauen in Therapeuten finden zu können. Wie Tiffy schon sagte, manchmal braucht es einfach mehrere Anläufe. Ich weiss nicht inwieweit dein Hausarzt darüber bescheid weiss aber er kann ja mit Überweisungen arbeiten bzw. um Mitbehandlung bitten, so ist eher unwahrscheinlich das du beim nächsten Vorsprechen abgewiesen wirst. Du kannst natürlich auch erstmal gucken, wie es mit einem anderen Medikament läuft aber ich persönlich wollte dir halt raten, es gleich mit Therapie zu versuchen bevor du dich mit diversen Pillen nur im Kreis drehst. Ich wünsch dir jedenfalls den Mut für einen Neuanlauf.

30.05.2017 12:56 • x 1 #12


Rockinger
Weisst du, ob du in der Lage wärest das Notfallmedi einzunehmen? Bei SSV zur Unterbrechung von Panik würde ich da ein Nein vermuten. Kleinere Reize schon getestet?

30.05.2017 13:06 • #13


Rhach
Mir ist meistens bewusst dass ich eine Attacke habe oder ich werde von Freunden​ darauf hingewiesen

Es gibt eine kleine Sammlung von Dingen die mir helfen. Aber alle samt sind eher ungesund.

Heute geht es zum Arzt. Ich bin gespannt was rauskommt.

01.06.2017 11:27 • #14


Rockinger
Ja, hab in dein Tagebuch gestern kurz reingelesen... bin da auch gespannt

Ich fragte, weil meine Freundin auch zu SVV neigt bei extremer Anspannung (allerdings emotional, keine PA) und sie da nicht mal in der Lage ist Bescheid zu sagen, geschweige was anderes zu machen wie Medis einzunehmen.

Drück dir erst mal die Daumen fürn Doc.

01.06.2017 12:58 • x 1 #15


Rhach
So Termin done.
Bin jetzt fix und alle.

Also es war ein wenig unbefriedigend.

Erst mal hat er mir erzählt dass es kein Notfallmedikament für Panikattacken gibt. Also was hier einige nehmen gibt es also gar nicht.... oder so
Ich glaube eher dass er die einfach nicht verschreiben will aufgrund des hohen Suchtpotenzials. Wobei er von meiner leichten Neigung zu Medikamentenmissbrauch gar nichts weiß.

Ich habe es nicht geschafft ihm zu sagen dass ich mich verletze oder dass ich so eine massive Persönlichkeitsveränderung bei der Attacke hatte.

Es sagt es sei weder notwendig körperliche Ursachen auszuschließen noch zu einem Psychiater zu gehen.
Ich solle nur endlich mich um eine Therapie bemühen. Mein Begleiter hat gesagt, dass er dafür sorgen wird.

Am Ende bin ich trotzdem mit einem Rezept für den Tranquilizer Bromazepam gegangen. Ausdrücklich für nur vorübergehend.

keine Ahnung ob ich das so stehen lassen soll oder noch woanders hin.

01.06.2017 17:27 • #16


Rockinger
Zitat:
So Termin done. Bin jetzt fix und alle.

...dann komm erst mal wieder zu dir, mach erst mal etwas was Dir gut tut

Zitat:
Also es war ein wenig unbefriedigend. Erst mal hat er mir erzählt dass es kein Notfallmedikament für Panikattacken gibt. Also was hier einige nehmen gibt es also gar nicht.... oder so


Er hat ja auch recht. Benzodiazepame können zwar als Notfall- oder Bedarfsmedikament eingesetzt werden, machen aber schnell süchtig. Bei manchen schon nach 14 Tagen und der Entzug soll der Horror sein. Bringt also effektiv nichts auf Dauer. Kann man mal machen, um therapiefähig zu werden oder wenn man im Flieger sitzt und wirklich nicht weg kann.

Zitat:
Am Ende bin ich trotzdem mit einem Rezept für den Tranquilizer Bromazepam gegangen.


Das ist ja quasi das Gleiche, nur mit längerer Halbwertszeit. Allerdings nie genommen, keine Erfahrungen.

Zitat:
Ich habe es nicht geschafft ihm zu sagen dass ich mich verletze oder dass ich so eine massive Persönlichkeitsveränderung bei der Attacke hatte.

Zitat:
keine Ahnung ob ich das so stehen lassen soll oder noch woanders hin


Also den Ratschlag, such dir einen anderen Dro.dealer werd ich dir hier so nicht geben...
Ich denke mit dem Ratschlag einer Therapie hat er recht, allerdings geh ich mit den anderen Aussagen seinerseits nicht konform. Er hat aber auch nicht die korrekte Basis für eine richtige Diagnose. Das musst du schaffen! Egal ob Psychiater oder Psychotherapeut ... ohne die richtigen Infos kommt da nur Murks raus. Also nochmal richtig Mut sammeln, eventuell auch alles aufschreiben, neuen Termin machen und alles auf den Tisch packen. Wenn du bei diesem P. kein gutes Gefühl hattest, anderen suchen.

01.06.2017 18:21 • x 1 #17

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Rhach
Er ist nur mein Hausarzt.

Ich denke ich werde dennoch einen Termin beim Psychiater suchen. Kann da ja auch ohne Überweisung hin oder?

01.06.2017 18:28 • #18


petrus57
Dafür brauchst du keine Überweisung.

01.06.2017 18:40 • x 1 #19


Rockinger
Oh sorry... das mit dem Hausarzt war mir schon wieder entschwunden. Definitiv Psychiater, Hausärzte sollten - nach meiner unbescheidenen Meinung - überhaupt keine Psychopharmaka verschreiben.
Und wenn Verdacht auf attackeninduzierte MPS besteht, dann definitiv Psychiater. Aber dazu wollte dir ja noch jemand mit Ahnung was schreiben...

Ohne Überweisung geht.

01.06.2017 18:45 • x 1 #20



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Dr. med. Andreas Schöpf